Ja, herzlich willkommen im Stifterhaus, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Literaturinteressierte. Ich freue mich sehr, Sie heute hier bei uns begrüßen zu dürfen, einerseits zum Saisonauftakt. Wir haben heute die erste Veranstaltung nach unserer sommerpause andererseits auch zur präsentation unserer rampe hefte 1 und 2 des diesjährigen jahrgangs 20 26 im publikum habe ich auch schon ein paar bekannte gesichter entdeckt auch einige beiträger innen der beiden hefte auch sie heiße ich ganz herzlich willkommen und ich freue mich sehr sie heute hier bei uns zu sehen. Für alle, die mich noch nicht kennen, mein Name ist Sarah Pöringer und ich durfte in diesem Jahr die Projektbetreuung der beiden Hefte übernehmen. Ganz zu Beginn möchte ich die Änderung ansprechen, die sich dieses Jahr ergeben hat. Die Rampe bestand eigentlich seit 1975 immer aus wechselnd vier beziehungsweise fünf Ausgaben. Seit 2026 erscheinen drei Hefte, also das ursprüngliche Heft 4, die offene Nummer, wurde mit dem Heft 1 für die LiteraturbeiträgerInnen aus Oberösterreich zusammengelegt und jetzt gibt es sozusagen eine Fusionierung und Heft 1 hat eben diese LiteraturpreisträgerInnen des Landes Oberösterreich und die BeiträgerInnen, die ihm Texte für die offene Rampe eingereicht haben, für die Rampe 4 zusammengelegt. Ja, das ist eigentlich eine recht große Veränderung für eine Literaturzeitschrift, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Ich habe es schon angesprochen, 50 Jahre haben wir letztes Jahr im November gefeiert. Gegründet wurde die Rampe also 1975. Für die offene Ausschreibung, die eben im Teil 1 von Heft 1 sozusagen präsentiert wird und auch die Texte, die darin publiziert wurden, konnten literarisch unveröffentlichte Texte eingereicht werden, unabhängig von Gattung und auch ohne thematische Vorgaben. Voraussetzung dafür war, dass die AutorInnen ihren Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt in Österreich haben oder dass die Texte eben einen klaren Österreichbezug aufweisen. Heuer sind insgesamt 121 Einreichungen eingegangen für den offenen Teil. Wir haben uns darüber sehr gefreut, auch über das große Interesse. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass die Jury sicherlich hier vor einer großen Herausforderung gestanden ist und bei der Auswahl sehr gut und gründlich überlegen musste. In der Jury für Heft 1 saßen heuer Romina Pleschko, Johanna Oettl und Martin Wehwer. Und mit Martin Wehwer sitzt auch ein Jurymitglied heute neben mir. Er wird nachher die Moderation übernehmen und mit unseren Gästinnen ins Gespräch treten. die Moderation übernehmen und mit unseren Gästinnen ins Gespräch treten. Martin Weber hat deutsche Philologie, Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Philosophie in Wien studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der historisch-kritischen Wiener Ausgabe sämtlicher Werke Udön von Horvath, die nun erschienen ist und ist seit 2024 Leiter des Bereichs Digitale Bibliothek an der Landesbibliothek Oberösterreich. Herzlich willkommen Martin, vielen Dank, dass du heute bei uns bist. Sehr gerne, danke. Und natürlich auch vielen Dank, dass du wieder als Jurymitglied eben an der Rampe mitgewirkt hast. dass du wieder als Jurymitglied eben an der Rampe mitgewirkt hast. Du bist jetzt ja bereits zum zweiten Mal in der Jury gewesen. Für alle, die das Prinzip bei der offenen Nummer nicht kennen, also die Jury besteht aus drei Personen, die wechseln. Also ein Jurymitglied wechselt jährlich. Dadurch sollen eben unterschiedliche Bereiche abgebildet werden. Einerseits der Literaturbetrieb, andererseits die Literaturwissenschaft und auch die Autorinnenschaft. Ja und bevor wir jetzt dann zu den Lesungen kommen, möchte ich noch ganz kurz mit dir über die Arbeit der Jury und auch ganz allgemein über Literaturzeitschriften sprechen. Starten wir im ganz Allgemeinen. Warum sind deiner Meinung nach Literaturzeitschriften so wichtig? Das ist eine gute Frage. Literaturzeitschriften sind etwas, die, wie soll man sagen, die Johanna Oettl hat das ja auch schön festgehalten im Editorial von der aktuellen Ausgabe. Literaturzeitschriften sind etwas, die einen Platz frei halten, im Literaturbetrieb, der eigentlich relativ genau durchgetaktet, durchdesignt sozusagen, die einen Platz frei halten, sage ich einmal, im Literaturbetrieb, der sozusagen eigentlich relativ genau durchgetaktet, durchdesignt ist und insbesondere etwas wie die offene Rampe, die ist so etwas wie ein Basket of Wonders, also da kann alles drin sein, alles Mögliche. Du hast es schon kurz angesprochen, es gab sehr viele Einsendungen, wir hatten erst für die letzte Rampe, die erschienen ist, glaube glaube ich 120, davor waren es 140. Also das ist allein schon ein großes Lektürepensum für die Jury. Und da sind ganz schöne und spannende Sachen dabei. Und sozusagen als abgegrenzter Versuchsraum, als Experimentierfeld. Der ist, glaube ich, so Literaturzeitschrift etwas ganz, ganz Wichtiges. Du sprichst das Experimentierfeld an, natürlich auch ein Förderinstrument für AutorInnen und ist auch einer der klaren Gründungsaufträge der Rampe, um eben Sichtbarkeit zu schaffen, AutorInnen eine Bühne zu schaffen. Genau. Sichtbarkeit zu schaffen, AutorInnen an der Bühne zu schaffen. Genau. Ich muss auch sagen, dass 121 Einreichungen eine große Zahl ist. Du hast zwar gesprochen von 20, 25 müsste das gewesen sein, von 141. Vielleicht hat man als AutorIn oder Autor wenig Einblick in eine Jury-Sitzung oder auch in den Prozess davor. Worauf achtest denn du bei der Auswahl deiner Texte oder deiner Vorauswahl? Prinzipiell gibt es da unterschiedliche Kriterien. Was ich vielleicht noch erwähnen muss, was vielleicht das Allerwichtigste bei so einer Juryarbeit ist, die oft übersehen wird, ist, wie wichtig eine begleitende Redaktionsarbeit ist, nämlich bei dieser Juryarbeit, die oft übersehen wird, ist wie wichtig eine begleitende Redaktionsarbeit ist, nämlich bei dieser Juryarbeit. Es sind 140 Texte, die müssen zugehört und aufbereitet werden und ohne einen ordentlichen redaktionellen Rahmen, wie er im Stifterhaus gegeben wird dafür, wäre man als Jury quasi hilflos. Also wir hätten keine Chance, wir könnten das nicht bewerten, weil das Material nicht zu bewältigen wäre und darum ist ja ganz ja ganz sozusagen diese relationelle Begleitung, die ihr hier macht, natürlich unglaublich wichtig, weil sonst ersaufen wir in Literatur. Es ist zum einen, da bin ich schon mal ganz wichtig, glaube ich, trotz der großen Menge, wir haben das auch in der Vorbesprechung ein kurzes Mal angesprochen, trotz der großen Menge an Texten, jeden Text als Einreichung zu würdigen. Das muss jetzt nicht immer ein guter Text sein unbedingt, das muss nicht ein gelungener Text sein, aber jeder Text, der da eingereicht wird, da exponiert sich jemand. Also jemand schreibt einen Text und wagt es, sozusagen den hier einzuschicken, einer Bewertung unterworfen zu werden, die sozusagen, also das ist doch etwas, das man sich trauen muss, glaube ich. Steht man mit seinem Namen dafür ein und auch wenn das natürlich innerhalb der Jury bleibt, es wird bewertet. Eine gewisse Vorauswahl ergibt sich im weitesten Sinne, worauf achtet man darauf, für mich persönlich relativ stark aus einer gewissen ästhetischen Konsistenz der Texte. Also das ist etwas, dass hier eine Idee tatsächlich auch durchgezogen wird, durchgehalten wird. Das merkt man durchaus bereits schon in den ersten Absätzen, in welche Richtung das geht. Und was ich persönlich aber auch total gerne mache, ist, ich schaue mir gerne die ersten Sätze und die letzten Sätze an. Erste Sätze, letzte Sätze, das ist ein ganz gutes Gegensatzpaar, mit dem man arbeiten kann, mit dem man eine gewisse Vorauswahl trifft. Und das stellt man dann zur Debatte mit den beiden anderen Jurorinnen, die andere, ähnliche, konkurrente, aber auch widersprüchliche Annahmen zum Text haben. Und so werkt man sich dann durch. Genau, du hast uns jetzt deinen Ansatz geschildert und auch schon geschildert, dass es bei den Kolleginnen, also bei Johanna Oettl und Romina Pleschko, durchaus auch anders sein kann. In der Jury-Sitzung selbst, wart ihr euch da oft uneinig oder konntet ihr dann doch ganz deutlich festlegen, welche Texte ausgewählt werden? Insgesamt war es, also es waren die zwei Jury-Sitzungen ein bisschen unterschiedlich, sage ich mal, rein vom Charakter. Ich erinnere mich dann, dass die erste, an der ich dabei war, war sozusagen dieser, war es ein bisschen schwieriger, sozusagen da heraus zu destillieren, was wir eigentlich drin haben wollen. Es war etwas einfacher dann erst in der zweiten Runde, wo ich dabei war. Manche Texte fallen praktisch von selber sofort auf den, das muss rein. Also da gibt es keine lange Debatte, keine lange Diskussion. Das ist so ein oder drei, ja, der wird es. Und dann gibt es natürlich immer so einen Pool, das ist der weitaus größere Teil, wo man unterschiedliche Ansichten hat, unterschiedliche Perspektiven drauf und man kommt dann allerdings trotzdem relativ gut und gesittet zu einem brauchbaren Ergebnis. Also wir reden noch miteinander. Und die Hälfte sind erschienen, also eine Auswahl wurde getroffen. Wir sitzen heute noch hier. Du hast schon von der Idee gesprochen, die dich fasziniert und du auch den Anfangsteil und den Schlussteil dann auch ganz genau liest. Ich habe vorhin erwähnt, bei der Nummer 1, bei der offenen Rampe jetzt sozusagen, gibt es keine thematische Bindung. Konntest du trotzdem thematische Schwerpunkte ausmachen? Jein. Also es gibt immer wieder so Cluster von Themen. Was relativ auffällig ist, sind dann Vatergeschichten, die im Vordergrund gestanden sind, waren es beim Zeituntergang Vatergeschichten, die im Vordergrund gestanden sind, wobei man das ein bisschen verallgemeinern kann, dass gerade hier intergenerationelle Themen im weitesten Sinne, sage ich einmal, etwas ist, was schon vorhanden ist, und zwar aus unterschiedlichen Perspektiven. Das war aber auch sozusagen, wenn man die letzten paar Rampen, wo ich noch nicht als Jura involviert war, auch ein bisschen zu dem Thema, die allgemeinen Pflegefragen, intergenerationelles Verständnis, das ist glaube ich etwas, was allgemein gerade so ein bisschen in der Luft ist, wenn man das so formulieren kann. Und was für mich auch interessant war, war sozusagen ein gewisses Interesse auch nach wie vor noch am ästhetischen Experiment im weitesten Sinne, also durchaus einmal sozusagen eine Form einmal durchspielen zu lassen. Also nicht nur sozusagen jetzt quasi thematisch orientiert sich an einem Thema abzuarbeiten, also das, wenn ich es so hart formulieren darf, sondern dass man sagt, okay gut, ich lasse auch die Form mal arbeiten für mich. Und das ist natürlich auch etwas, was nur an eine Qualität von einem Text ausmacht, dass er in der Lage ist, sozusagen dann Form und Thema in ein interessantes Verhältnis zu bringen, ohne dass es natürlich jetzt, das klingt ein bisschen preisig, ich gebe zu, ohne dass das tatsächlich einen Mehrwert hat. Und da sind einige Texte dabei gewesen, die das wirklich gut gekonnt haben. Ich habe dich deswegen gefragt, weil ich jetzt einen Bogen zu Heft 2 schlagen möchte, unserer thematischen Rampe. Du hast die Vatergeschichten und auch intergenerationale Geschichten angesprochen. Heft 2 ist unsere Themenrampe, die ist heuer unter dem Thema Landleben erschienen. Auch hier haben wir Ausschreibungen über unsere Homepage und über einen Aushang eben gesucht. Es konnten wieder unveröffentlichte literarische Beiträge eingereicht werden, auch aller literarischen Gattungen. Das Thema wurde heuer anlässlich der kommunale 2026 gewählt, die ganz im Zeichen von 400 Jahre Bauernkrieg in Oberösterreich steht. Und deshalb widmet sich dieses Rampe-Themenheft auch dem vorgegebenen Thema Landleben. Ja, im Publikum haben wir heute auch Martin Honzig, den Leiter, den künstlerischen Leiter der kommunale Oberösterreich 2026. Ich freue mich sehr, dass Sie heute auch hier sind. Zum Thema Landleben, also im Rampethemenheft ist dieses Thema bewusst weit gefasst, also neben den Bauernaufständen als einem wichtigen Kapitel der oberösterreichischen Geschichte, geht es auch um Lebenswelten auf dem Land, also historisch wie gegenwärtig, um Aufwachsen, um Identität, um persönliche Erinnerungen und auch um Konflikte. Auch hier war das Interesse groß. Insgesamt haben uns 84 Texte erreicht. In der Jury waren hier Gabriele Wild, Jürgen Thaler und Thomas Arzt. Auch an dieser Stelle einen herzlichen Dank für Ihre Arbeit und die Zeit, die eben in die Auswahl geflossen ist. Die Jury für das Themenheft wird jedes Jahr neu zusammengestellt, je nachdem welches Thema eben im Mittelpunkt steht. Hier möchte ich dich fragen, Martin, zum Thema Landleben, das scheinen ja auch viele AutorInnen zu beschäftigen. Wieso denkst du denn, dass dieses Thema literarisch so interessant ist? Ich würde eigentlich sagen, man lese das Editorial von Thomas Arzt, der sozusagen dabei hat, die Lücke aufmacht zwischen Land und Leben eigentlich, und das ja gleich wieder zerlegt. zwischen Land und Leben eigentlich, und das gleich wieder zerlegt. Also Land, was zwischen Land und Leben interessant ist, ist die Lücke, über die man drüber liest. Landleben ist, wenn wir es einmal hernehmen, sozusagen ein unglaublicher Stereotyp in vielerlei Hinsicht. Hier die Lücke zu lassen zwischen Land und Leben, da plumpst man dann quasi diskursiv rein. Und ich glaube, gerade deshalb ist es interessant, weil da eine Lücke drin ist. Ja, schön, dass du das Editorial ansprichst. Also für alle, die neugierig geworden sind, die Rampe Themenhefte und das Rampe Heft 1 mit den LiteraturpreisträgerInnen und natürlich auch den BeiträgerInnen mit den offenen Beiträgen ist hinten am Büchertisch zu finden, also Sie können das gerne auch heute erwerben. Für die beiden Hefte hat unsere Grafikerin Gertrude Blöchel zwei neue Logos entworfen. Sie ist auch für das Layout seit mehr als 20 Jahren verantwortlich, kann heute aber leider nicht hier sein, nichtsdestotrotz möchte ich auch ihr einen herzlichen Dank aussprechen. Und bedanken möchte ich mich auch bei unserer Lektorin Michaela Thomas-Stammler für ihre, wie immer, sehr sorgfältige Arbeit. Die beiden Hefte sind im Blöchel Verlag erschienen. Danke auch an Sandra Maletz, Lukas Kaiser und Reinhard Hunger, die hier im Haus bei der Koordination mitgeholfen haben und dazu beigetragen haben, dass die beiden Hefte so geworden sind, wie sie heute vorliegen. Und ja, ich freue mich auch ganz besonders über die farbenfrohe Gestaltung der Hefte. Ich möchte auch noch kurz einen Ausblick geben. Ich spreche ja von drei Heften. Das dritte Heft ist eine Porträtnummer und heuer Fritz Lehner gewidmet. Präsentiert wird das Heft am 1. Dezember. Also für all jene, die sich den Termin vormerken möchten, sind ganz herzlich dazu eingeladen. Nun möchte ich aber zu unseren heutigen GästInnen übergehen. In der nächsten Stunde, ungefähr Stunde, wird Martin Weber mit Ihnen ins Gespräch treten und Sie auch noch näher vorstellen. Wir hören heute stellvertretend für die vielen Einsendungen und für die LiteraturpreisträgerInnen drei Beiträge aus den beiden neuen Heften. Und für alle, die es interessiert, hinten auf der Rampe sind natürlich auch alle BeiträgeInnen aufgelistet, die weitere Texte in diesen beiden Heften veröffentlicht haben. Den Anfang wird Markus Köhler machen, dessen Text von der Jury für Heft 1 im Rahmen der offenen Ausschreibung ausgewählt wurde. Herzlich willkommen, Markus Köhler. Danach begrüßen wir Christina König. Sie hat für ihren Debütroman Alles, was du wolltest, erschienen im Otto-Müller-Verlag den Franz-Tumler-Literaturpreis 2025 erhalten. Die Buchpremiere fand auch bei uns im Haus statt und zwar im März 2025. Wir sind sehr gespannt, was sich in der Zwischenzeit getan hat und freuen uns sehr, dass du auch heute hier bist. Herzlich willkommen, Christina König. Und den Abschluss wird Eva Eichmeier machen. Ihr Beitrag schlägt den thematischen Bogen zu Landleben und ist in der Rampe 226 erschienen. Auch ein herzliches Willkommen und danke, dass du die Anreise aus Wien auf dich genommen hast. willkommen und danke, dass du die Anreise aus Wien auf dich genommen hast. Ja, damit bin ich am Ende meiner Begrüßung und darf für die erste Lesung Markus Köhle auf die Bühne bitten. Herzlichen Dank. Genau, und ich darf vorher noch kurz vorstellen. Schönen guten Abend. Markus Köhle, geboren 1975, hat studiert Germanistik, Romanistik, lebt in Wien und ist sehr umtriebig. Ich glaube, so kann man das zusammenfassen, oder? Mit Co-Kuratiert, Sinsburger Prosophestival, moderiert Poetry Slams seit vielen, vielen Jahren und ist an der Alten Schmiede auch für die Reihe Retrokanten aufgefrischt zuständig. Ganz aktuell erschienen jetzt sein Gedichtband Arbeiterkind. Eine dezente Werbung entdecken Sie am Tisch. Es sind drei Exemplare hier. Es ist offiziell noch nicht erschienen. Genau, also jetzt wäre der Zeitpunkt. Und bitte, ich darf dir das Feld überlassen. Ein Arbeiterkind sieht rot. Das Gedicht ist eine Einladung zur Langsamkeit gleichermaßen wie ein Verstandbeschleuniger. Das Gedicht ist eine Wortladung, mal elektrisierend, mal überrollend, mal überfordernd, mal erhellend, mal leicht, mal unverständlich. mal erhellend, mal leicht, mal unverständlich. Manchmal ist das Gedicht nichts davon, aber alles andere. Manchmal ist das Gedicht alles, aber nichts für dich. Dem Gedicht macht das nichts aus. Das Gedicht fängt was auf und an. Du willst das nicht lesen, du willst dich wiedererkennen, du willst nicht wissen, was im letzten Jahrhundert gang und gäbe war, du willst im Jetzt leben, du willst nicht wissen, was irgendwo in der Provinz vor sich ging, du willst hip und urban sein, du willst nichts wissen von Arbeiterkinderschicksalen, du willst klassenfrei und fortschrittlich denken. Du willst dich nicht einfühlen. Du willst dich wohlfühlen. Du willst das nicht lesen. Es gab einen für Bücher vorgesehenen Platz im Wandschrank. Pokale konnten dort auch stehen. Die Buchanzahl blieb konstant, die Pokale wurden mehr später. Das große Wildtierleben, das große Gute-Nacht-Geschichten-Buch, das große Märchenbuch der Gebrüder Grimm, das große Wilhelm-Busch-Buch, der kleine Pokal für den dritten Platz beim Geländelauf im Dorf, das Igelbuch in Orange, das Igelbuch in Grün, der Buma-Töter, der Strubelpeter, der relativ große Pokal für den fünften Platz beim Kleinfeld-Fußballturnier, nicht in der großen Bibliothek, aber groß im Gebrauch der Quelle-Katalog, der Karsten-und-Oehler-Katalog und die lustigen Disney-Taschenbücher. Kasten- und Ölerkatalog und die lustigen Disney-Taschenbücher. Ich verschreibe dir, das zu lesen. Ich verschreibe mich andauernd. Ich werde von mir verhört, ich verhöre mich andauernd. Ich versage mir Fehler, ich versage andauernd. Ist Erinnern das Veräußern des Inneren? Ist Erinnern nicht meist ein Zurechterinnern? Ist Erinnern mitunter ein Verinnern? Ist Verinneres, nicht tief und wahr und wichtig? Ist das Verinnerlicht dann also voller Strahlkraft? Sorgt das Verinnerlicht also für helle Momente in der Gedächtnis-Dunkelkammer? Wenn Klasse Selbstdarstellung ist, was es ist, dann waren meine Geschwister und ich die besten Schausteller und anderen die Schosteler. Denn wir schauspielten erste Klasse und waren unter Stufe und unter Schicht. Wir schlüpften in Kostüme, Jargons und Milieus. Wir fanden uns schnell darin zurecht. Wir kopierten, optimierten und improvisierten. Wir übersprangen Klassen mühelos, dachten wir. In Wahrheit entlarvten wir uns wohl stets sehr schnell. Mit einer Geste, einem Wort, unseren Zähnen. Und sie ließen uns für sie spielen, applaudierten affektiert, vertreten aber die Augen. vertreten aber die Augen. Der Mama im Souffleurkasten schwul die Brust an. Die vermeintlich Unterhaltenen badeten im Mitgefühl ihrer Herzensgüte. Mein Rückzugsort war das Kartenkämmerchen in der Schule. Da hingen die Landschaftskarten und da stand die Krankenliege. Ich lag auf der Liege und schaute auf die hängenden Karten. Ich reiste rum. Ich spielte krank, wenn mir danach war. Ich machte angewandte Literatur. Ich war der eingebildete Kranke. In der Entwicklung sind alle Krankheitsbilder möglich. Ich hatte Fernweh. Mein Krankheitsbild hing nicht als Schautafel im Karten- und Lehrmittelkämmerchen. Mein Krankheitsbild zeichnete ich von Mal zu Mal selbst und schilderte es in den schillerndsten Worten. Trug ich dick auf? Überzeichnete ich? Malte ich schwarz? War ich einfach nur blau vom Vorabend? Von der Nachbesprechung des Eishockeyspiels im Restaurant Hallenbad mit Bier, Schnitzel und Schnaps. Diese Bilder der Erinnerung bleiben für immer unentwickelt. Waren mir Bier, Schnitzel und Schnaps willkommen, wenn der Hallenbad wird oder sonst, dann gönner zahltte sehr wohl. Jeder Rausch ist auch eine Reise, trank ich zu viel. Jedes zu viel ist willkommen, wenn es sonst von allen nur zu wenig gibt. Was dir alles gegeben ist, Entschuldigung, ist, was dir alles gegeben wurde, Entschuldigung, wurde, was dir alles ermöglicht wurde im Moment, nichts wurde und war schon immer da, alles wurde erarbeitet. Arbeiterklasse, Baby, do you get me? Ich fand es lässig, dass meine Eltern nie zum Elternsprechtag gehen. Ich finde es einen Vertrauensbeweis. Ich finde es gut, dass ich Verantwortung tragen darf für meine schulischen Leistungen. Ich denke nicht mal daran, dass meine Mama sich vielleicht nicht traut, aus welchen Gründen auch immer zum Elternsprechtag in die Hack zu gehen. Ich denke nicht mal daran, es so weit kommen zu lassen, eine Klasse wiederholen zu müssen. Ich will doch nicht noch ein Jahr länger Schule gehen. Ich will doch raus, weg, mehr. Es gibt keine Chancengleichheit. Es gibt Gehsteigkanten. Danke. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Danke für die kongeniale Lesung des Gedichts. Es ist ja aus einer Juryperspektive gibt es quasi einen Endgegner. Und der Endgegner in der Jury heißt immer Lyrik, denn es ist unglaublich schwer, Lyrik zu bewerten. Also das ist so ein Konsens, glaube ich, in jeder Jury, in der wir bislang zusammengekommen sind, Lyrik ist sehr schwer zu bewerten und darum ist es unglaublich schön, wenn man Lyrik findet, wo man sich relativ schnell einig ist, ja, das passt gut, das ist sehr schön. Ich nehme das versteckte Kompliment. Genau. So schlecht versteckt war es ja dann. Und für mich ist immer die Frage, es ist natürlich unglaublich schwer, Lyrik hier adäquat zu bewerten. Wie schwer ist es Sie in dieser Form so zu schreiben eigentlich? Auch für einen geübten Poetry Slammer. Ja, das Poetry Slammer hat damit gar nichts zu tun. Damit wage ich mich ja auf ein neues Gebiet für mich. Ich schreibe alle unterschiedlichen Arten von Texten, aber sowas habe ich mich noch nicht getraut. Ich habe für dieses Buch einfach 50 Jahre gebraucht, im Grunde um die Form zu finden und auch das so zu verarbeiten, dass es lesbar ist und dass es eben nicht eine hermetische Lyrik ist, sondern dass sie eben, im Grunde geht es mir mit diesem Band darum, ich möchte verstanden werden, ich möchte von vielen verstanden werden und möchte das möglichst verdichtet aufbereiten, aber eben dabei nicht hermetisch sein, sondern im Grunde einfach das runterbrechen auf ein sprachlich einfaches Gerüst, das aber trotzdem aussagekräftig ist und Interpretationsspielraum zulässt und natürlich Lücken hat. Genau, das ist ja in der Lesung nicht ganz vorkommen, man sieht es im Schriftbild, das ist ein Countdown, was wir hier sehen, von 10 bis 1 und kulminiert natürlich in dieses wirklich schöne Doppel am Fluss. Es gibt keine Chancengleichheit, es gibt Gehsteigkanten. Illustriert das ganz gut. Wie steht das im Verhältnis jetzt zum Bandarbeiterkind? Da brauchen wir ein Sneak Preview. Es wurde ja vorher erwähnt, es müssten unveröffentlichte Texte sein und ich habe in den letzten zwei Jahren einfach während des Prozesses beim Schreiben immer wieder an Literaturzeitschriften verschickt und habe mir dann dieses Countdown-Prinzip angeeignet und habe dann einfach immer zehn andere der Texte kombiniert, weil das Gesamte ist für mich ein Langgedicht, unterteilt in eben in diesem Fall waren es zehn unterschiedliche. Ich habe da immer ein X dazu gemacht, das ist eine Variable für mich. Für mich ist das erste und der letzte Text, die sind gesetzt und dazwischen ist alles kombinierbar verschieden. Also das Buch an sich ist in drei Teile gegliedert, man kann es aber hoffentlich auf sehr vielen Arten lesen und dieses Countdown-Element hat mir geholfen bei der Auswahl, um bestimmte Dinge zuzuspitzen. Es sind auch, wie du schon erwähnt hast, solche Zweizeiler auch drinnen. Und die Zweizeiler bekommen ja nicht eine eigene Seite, das geht einfach direkt weiter und es sind aber auch längere Passagen drinnen und im Grunde ist es ein gesamter Text. Und das Schöne ist, ich kann es auch immer wieder anders kombinieren. Genau, und das hat dann quasi so eine Mischung aus von Aleatorik schon fast, also freier Kombinatorik und trotzdem quasi autobiografisch. Ich meine, ich habe vorher scherzhalber angedroht, ich frage jetzt alle nach ihrer Kindheit, weil wir hier von Rilke umzingelt sind. Das tue ich hiermit offiziell nicht. Ich habe trotzdem eine Antwort, weil es ist ganz einfach, Kindheit nimmt, was da ist und die Verarbeitung kommt erst später und manchmal kommt sie erst 50 Jahre später und bei manchen kommt sie noch später. Wunderbar, das heißt, wir haben hier sozusagen eine Mischung aus quasi schon fast diskursiven Elementen, es ist poetologische Reflexion drinnen und hier in der Form, wie es in die Rampe reingeflossen ist, ist es ja schon wunderbar austariert, weil jede Richtung gut abgedeckt ist. Gibt es irgendein dominantes Element dann im Arbeiterkindband dabei? Also was ist die Dominante vom Schwerpunkt? Also die drei Teile sind, im Grunde ist es so ein Herkunftsteil. Also der erste Teil heißt, wo kommst du her, je nachdem wer fragt. Das ist so der erste Aufhänger. Der zweite Teil heißt, keine Klassismus-Debatte ohne Klassenkampf. also da geht es mehr um Klassismus und im dritten Teil wird es dann persönlich ins familiär Eingemachte. Und es ist natürlich dann, weil du gesagt hast, dass es ganz anders ist als das Poetry Slamming, ist es eine bewusste Abgrenzung sozusagen dann, also war das für dich sozusagen etwas, wo du sagst, das grenze ich jetzt starr ab, so ein Poetry Slamming ist das eine und das, was ich hier mache, ist das andere, oder ist das eine der Unterbau des anderen oder der Überbau, je nachdem, wie man möchte? Also ich bin gar nicht so streng, bei mir darf das alles zerr und verfließen, aber es ist natürlich was anderes. Also die Vortragstexte sind einfach geschrieben, um auf der Bühne vorgetragen zu werden. Und also ich sage immer, es gibt On-Stage- und On-PagePage Literatur und wenn das auf einer Seite steht, funktionieren andere Stilmittel, als wenn ich etwas einmal fünf Minuten lang höre. Da muss ich natürlich eher mit Wiederholungen, mit Rhythmisierung, mit Reim und einfacheren Stilmitteln arbeiten. Aber wenn ich ein Gedicht lese und da kommen Wiederholungen vor, dann ist das vielleicht nicht das ideale Stilmittel. Aber im Grunde interessieren mich die unterschiedlichen Felder von Literatur und ich bin, seit ich veranstalte oder mich für Literatur einsetze, ein großer Verfechter einerseits dafür, Literatur niederschwellig zu machen, aber andererseits auch die unterschiedlichen Szenen nicht abzugrenzen, sondern zu vernetzen. Ja, sehr gut. Und es ist von, das ist jetzt, das ist verheddert im Denken, wunderbar. Genau. Was ich ganz wunderbar gefunden habe, war die Passage über den Wandschrank. Also dieser Wandschrank, der sozusagen symbolischen Realismus schon fast darstellt ja wenn man sagt okay gut die haben diesen wahl an schrank mit der präzise abgegrenzten menge büchern ja die pointe mit dem mit dem mit dem mit dem pokal und dann allerdings sozusagen wieder zurück zum unterbau ja in den quelle katalog kasten öhler und die lustigen Taschenbücher. Ist das auch eine Lesebiografie, die lustigen Taschenbücher hier unterzubringen, sozusagen als Absprungpunkt? Ja, im konkreten Fall habe ich alle Bücher gelesen, das Orange-Egel-Buch, aber mehr war nicht da, das muss ich ganz klar sagen, also so war das und im Grunde, also das Buch habe ich gemacht, weil ich einfach einen erfolgreichen Weg einer Biografie aufzeichnen wollte, die einfach über die Bildung funktioniert und aufgrund des bildungspolitischen Backlashes in der letzten Zeit war mir das eben ein Anliegen. Es ist in letzter Zeit viel von Klassismus gesprochen worden auf einer Ebene, mit der ich nicht zufrieden war. Es ist viel über Unterschicht gesprochen worden und die Geschichten, die da erzählt wurden, haben meist mit, sage ich mal, zerrütteten Familienverhältnissen zu tun und das stört mich. Also ich wollte dem etwas entgegensetzen, einfach, es ist möglich, es ist nach wie vor möglich in Österreich, durch Bildung aus welchem Milieu auch immer herauszukommen. Es war aber auch gerade letztendlich wieder Debatte, dass einfach Bildung vererbt wird und dass das in Österreich noch immer relativ arg ist. Das ist ein gewaltiges Thema, aber es sind auch immer die Passagen drinnen, wo es natürlich auch um quasi so ein verdruckstes, halb verdrängtes Klassenbewusstsein natürlich geht. Wie geht man um sozusagen, wenn man es cool findet, dass die Eltern nicht zum Elternabend gehen. Dabei ist es eigentlich sozusagen eine Hürde, die die Eltern einfach nicht schaffen zu überwinden. Einfach eine unsichtbare für einen oder noch unfühlbare, dass man nicht ganz so fühlt. Das tut weh eigentlich, muss ich sagen, beim Lesen. Mir persönlich schmerzt es so etwas, wenn ich das lesen muss. Das sind ja Reallären, nach wie vor, zu einem gewissen Grad. Genau, deswegen war auch in der gewählten Passage, du willst das nicht lesen. Ich habe auch versucht, vieles vorwegzunehmen, was dem Text vorgeworfen werden könnte, und das halt mitzudenken. vorgeworfen werden könnte. Und das halt mitzudenken, weil es ist mir schon klar, also es gab vor allem in den 70er Jahren schon eine große, große, viel über Arbeiterklasse, Literatur. Und es ist ja tatsächlich, du hast das Klassenbewusstsein angesprochen, wir hatten ja nicht mal ein Klassenbewusstsein. Ich komme aus einer Familie in Tirol, da gab es keine Arbeiterklasse in diesem Sinn. Aber trotzdem, meine Eltern waren einfach es keine Arbeiterklasse in diesem Sinn, aber trotzdem, meine Eltern waren einfach aus der Arbeiterklasse, aber es gab keine Mai auf Marsch. Es gab die Bauernkinder und die anderen Kinder. Also wir hatten nicht mal das, sozusagen. Es ist in Linz natürlich was anderes, das ist eine klassische Industriestadt und da ist das ein Status, oder in Wien natürlich auch. Aber das hat uns nichts gebracht. Wir waren Ministranten. Ja, okay. Es gab die katholische Kirche, Erfolgsrezept seit 2000 Jahren, mehr oder weniger. Und das war der große Katalysator für alles und alle. Und hier das in der Form von Klassenbewusstsein trotzdem zu bergen, und irgendwie verständlich zu machen, intelligibel zu machen. Und auch die schönen Seiten hervorheben. Also eben, ich habe es schon erwähnt, es sind nicht alle ArbeiterInnen alkoholkrank und gewalttätig, sondern es gibt einfach schöne Geschichten. und gewalttätig, sondern es gibt einfach schöne Geschichten. Und das ist auch ein Thema generell, also die Geschichten, das Tradieren von Geschichten, es gibt sehr wenig aus der Arbeiterklasse. Und dazu wollte ich einen Beitrag leisten. Ich glaube, der ist geglückt. Vielen Dank. Vielen Dank. Vielen Dank. Ganz, ganz herzlichen Dank, Markus Köhle. Ganz herzlichen Dank. Und ich darf dann als Nächste Christina König zu mir bitten, die hier quasi nach anderthalb Jahren sich wieder einfindet. Christina König, geboren 1993 in Linz, hat studiert Germanistik und Vergleichende Literatur und Kulturwissenschaft in Salzburg, arbeitet als Werbetexterin, als Korrektorin und ihr 2025 erschienener Debütroman Alles, was du wolltest, wurde mit dem Franz-Tumbler-Literaturpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet und ich darf dich bitten, uns etwas daraus vorzulesen. Sehr gern, also hallo, schön, dass Sie alle da sind. Ja, ich hatte meine Debütlesung, Buchpräsentation auch hier, das ist jetzt genau eineinhalb Jahre her und aus Nostalgiegründen werde ich jetzt dieselbe Szene lesen. Und es ist zufällig auch die, die jetzt in der Rampe erschienen ist, also passt auch irgendwie. Die Salami glänzt scheinheilig auf deinem Schwarzbrot. Du beißt hinein und dein Weisheitszahn pocht wie eine Warnung. Mit fettigen Fingern greifst du nach der Kaffeetasse. Du trinkst schwarz mit Zucker. Ihr Löffel taucht lautlos ins Magerjoghurt. Sie beobachtet dich beim Essen. Das macht sie immer. Sie trinkt schwarz ohne Zucker. In deinem Rücken stapeln sich die letzten Umzugskartons. Es sind nicht viele. Es waren auch nie viele. Willst du die nicht gleich ausräumen, hat sie gefragt. Es war eigentlich keine Frage. Sie spült ihre Müsli-Schüssel aus, spült ihre Kaffeetasse aus, stellt beides in den Geschirrspüler, wischt das Waschbecken nass, wischt das Waschbecken trocken. Das Geschirrtuch hängt sie an seinen Haken. Du reibst ihr die Fettflecken in die Jeans. Mit einem Stanley-Messer hockt sie sich neben die Kartons. Ich helfe dir auspacken. Musst du nicht. Ihr Messer gleitet bereits durch das Klebeband. Zusammengefaltete Filmposter, die blaugrüne Steppdecke, die dir deine Lieblingsschwester im Werkunterricht genäht hat und das Pop-Art-Bild, das du mal einer Straßenkünstlerin in Berlin abge abgekauft hast sind in den letzten karton gestopft sie hält eine switch wie eine handgranate drückt den x-knopf wahrscheinlich würde sie am liebsten alles wegwerfen du tust ein paar seiten deiner gitarre dass die gesagt dass du mal in einer band Sie hat gesagt, typisch. Wir stellen das in den Keller. Ich brauche das. Wenn du meinst. Ich kaufe dir einen Kasten. Im Büro ist noch Platz. Du drehst deinen Mini-Globus auf seine Achse. Ihr Blick sagt dir, dass du ihn nicht im Wohnzimmer aufstellen wirst. Ihr streift durch eins ihrer liebsten Möbelgeschäfte. Hier hat sie ihre Büromöbel gekauft. Es soll alles zusammenpassen. Zu Hause hat sie Regale herumgeschoben, freie Plätze ausgemessen und dich alles notieren lassen. Wenn sie sagt, sie kaufte einen Kasten, dann heißt das, sie kaufte sofort einen Kasten. Was sagst du zu dem ein bisschen klein das geht sich aus die weißen hochglanz türen blinken dich an alles was sie kauft ist allergischer fingerabdrücke sie hat mikrofasertücher in jedem raum er geht zur Kasse, schiebt die Schachtel auf einem Transportwagen vor euch her. Du zückst eine Geldtasche, sie drückt sie runter. Du bist erleichtert. Kann ich Ihnen helfen? Fragt euch ein Mann beim Auto, als ihr die Rücksitze umklappt. Nein, danke, sagt sie kühl. Du lächelst zumindest. Dann hebst du die Schachtel an, sie hindert den Transportwagen am Davonrollen und du wuchtest die Schachtel in den Kofferraum. Deine Muskeln aus der Zeit im Supermarktlager hast du noch. Respekt, sagt der Mann. Du hoffst, er sieht dir Augen verdrehen nicht. Vor der Haustür liegt ein Packerl von der Post. Einstandsgeschenk, sagt sie. Du reißt es auf und findest ein iPhone, fast so teuer wie ihrs. Bist du wahnsinnig? Ich schäme mich schon mit deinem kaputten Ding. Du umarmst sie und quietschst und hüpfst ein bisschen, damit sie nicht merkt, dass du dich ärgerst. Sie küsst dich auf die Schläfe. Pass halt drauf auf. Willst du irgendwas dafür? Sie verdreht die Augen. Darf ich dir nicht einfach mal was schenken? Du erklärst ihr nicht, dass normale Leute Blumen schenken. Mit der Montageanleitung in der Hand drohnt sie im Lotus-Sitz auf dem Boden. Du schraubst und hämmerst, sie reicht dir die Nägel und das Werkzeug und sagt dir, was du tun sollst. Er macht keine Fehler. Du baust deine eigenen Möbel zusammen, seit du ein Teenager warst, und sie tut, als würde sie das tun. Sonst lässt sie alles von Montagefirmen erledigen, aber sie mag das Gefühl, es selbst zu können. Der Kasten steht fertig an seinem Platz, als wäre er schon immer hier gewesen. Du räumst deine Sachen ein. Die Hochglanz-Tür schließt sich vor ihnen. Sie wischt eure Fingerabdrücke ab. Alles funkelt blank. Sie holt die Karaffe mit dem entkalkten Wasser aus dem Kühlschrank und gießt sich ein Glas ein. Du schleichst dir hinterher wie ein gut erzogener Hund. Du weißt nicht, ob sie davon ausgeht, dass du den Rest des Tages mit ihr verbringst. Sollen wir an den See fahren? Viel zu heiß. Stört es dich, wenn ich allein fahre? Wenn du meinst? Das sagt sie nur, wenn es sich stört Du wartest noch ein paar Sekunden, dann gehst du und packst deine Badetasche Früher Die Bohrmaschine reißt gerade an deine Nerven, deine Konzentration, deine Geduld Es rumpelt, stampft, dröhnt, kracht von oben auf dich runter. Die lockere Kastentür deiner Kommode klappert, die Bierflasche scheppert und die Spinne, die seit Wochen in deiner Wohnzimmerecke lebt, vibriert in ihrem Netz. Staubflusen torkeln von der Lampe auf deine blaugrüne Steppdecke. Du springst auf, sprintest aus der Wohnung und ins Stiegenhaus und triffst den Zettel an den Türen des Lifts, der Renovierungsarbeiten für die nächsten zwei Wochen verspricht. Du trittst gegen das rostige Treppengeländer, bis dein Fuß so pulsiert wie dein Kopf. Zurück auf der Couch setzt du Kopfhörer auf und starrst auf deine Lernunterlagen. Das Dröhnen dringt durch die Hörmuscheln, entzieht den Wörtern ihrer Bedeutung. Die Darstellung des lymphatischen Systems verschwimmt vor dir und löst sich auf. Du schließt die Augen, dann öffnest du sie wieder und nimmst dein Handy. Kann ich ein paar Tage zu dir kommen? Schreibst du. Sie antwortet schnell. Das tut sie immer. Bring Vollkornnudeln mit. Du packst deine Tasche. Dein Wecker läutet später, als du es gewöhnt bist. Du regelst dich in ihrer hellblauen Bettwäsche, die jetzt deine Bettwäsche ist. Die Überzüge, die du früher verwendet hast, hast du weggeworfen. Sie ist längst in der Arbeit, als du aufstehst. Du fährst die Raffstorrs hinauf, schlenderst durch die Sonnenflecken auf den Ahornböden ins Bad. Draußen plappern die Vögel. Du hüpfst unter die Regendusche, probierst ihre weiß-goldenen Pfleggrems aus, wühlst dich durch ihre Biotampons. Alles ist leer und hell und ruhig. Du hauchst dein Spiegelbild an, bis es hinter deinem Atemnebel verschwindet. Du verlässt das Haus über die Terrassentür. Der Pool glitzert und gluckert. Am Ende des Gartens steht das Nebengebäude, das einmal das Gästehaus war und jetzt dein Massagestudio ist. Du machst ein Foto, wie die weißen Wände in der Morgensonne leuchten und postest es auf deinem Instagram-Business-Account. Die Kamera deines neuen iPhones ist ausgezeichnet. Du sperrst die Tür auf. Die Klimaanlage beginnt zu summen und lässt die Blätter deiner Topfpflanze beben. Du hast keine Ahnung, wie die Pflanze heißt. Sie hat alles ausgesucht. Sie weiß es sicher auch nicht. Deine erste Kundin kommt in einer Stunde. Es ist dein erster Tag. Du hast längst nicht alle Termine belegt. Du schaltest die Playlist mit Klaviergedudel ein, die du gestern auf Spotify gesucht hast, läufst durch dein Studio und schnupperst, ob noch Gerüche der Einweihungsparty in der Luft hängen. Du riechst nichts. Alles ist perfekt. Die Türglocke holt dich in den Empfangsbereich. Deine erste Kundin ist da. Sie ist eine Bekannte von ihr. Einige deiner ersten Kundinnen sind Bekannte von ihr. Die Kundin flaniert durch dein Studio und lobt die Einrichtung. Viktoria hat sich selbst übertroffen, sagt sie. Du hättest es dir denken können. Sie hat überall erzählt, dass sie die Einrichtung gemacht hat. Du nix. Nach der Massage erreichst du deiner Kundin ein Sackerl Pralinen als Willkommensgeschenk. Es war deine Idee, aber sie hat die Pralinen besorgt. Du legst dein Pralinen-Sackerl zur Seite, damit du sie am Abend schenken kannst. Sie wird es nicht öffnen. Noch früher Ihr tragt beide ein Kleid und wisst nicht, was ihr mit dieser Peinlichkeit anfangen sollt. Es ist euer zweites Treffen und das erste, das sich wie ein Date anfühlt. Ihr geht in ein Restaurant, wo die Karotten lila sind und das Grünzeug asiatische Namen hat. Du bestellst Dessert, sie nicht. Probier mal, sagst du. Sie fährt mit der Gabelspitze ins Sorbet. Ist gut, sagt sie. Du vermutest eine unkreative Essst du. Sie fährt mit der Gabelspitze ins Sopé. Ist gut, sagt sie. Du vermutest eine unkreative Essstörung. Auf deinen Hüftknochen kann man Ski fahren, sagst du. Das gefällt dir. Sie macht dir zwei Komplimente. Manchmal lacht sie sogar. Vielleicht solltest du etwas Unappetitliches machen. Als die Rechnung kommt, sagt sie, alles zusammen. Du beschwerst dich nicht. Du hast kein Geld und sie hat die Location ausgesucht. Wenn du vorschlägst, sie nächstes Mal einzuladen, implizierst du, dass es ein nächstes Mal gibt. Du sagst nichts. Der Sonnenuntergang hängt verschwitzt über der Terrasse. Zitronellakerzen sollen die Gelsen vertreiben. Es funktioniert nicht. Du hast einen Stich am Oberschenkel und kratzt nur, wenn sie nicht hinsieht. Sie hält es für ein Zeichen von Charakterschwäche, dem Juckreiz nachzugeben. Deine Freunde verteilen sich über die Rattansofas. Bierflaschen und Nudelsalate stehen auf dem Tisch. Das Bier hast du gekauft, die Nudelsalate hat sie gemacht. Die Low-Carb-Variante ohne Mayonnaise und mit nudelförmigen Gurken isst nur sie. Peranensalat. Der ist gut, sagt er. Sie lächelt. Sie sitzt mit straffen Schultern auf einem Sessel schräg gegenüber. Weil sie noch Salate serviert hat, war der Platz neben dir schon besetzt. Du hast überlegt, ob du dich zu ihr setzen sollst, aber du willst ihr nicht unterstellen, dass sie Unterstützung braucht. Hey Vicky, hast du noch Salz? fragt dein zweiter Freund. Steif geht's zurück ins Haus. Du haust ihm auf den Oberschenkel. Du weißt, dass sie das nicht mag. Er zuckt mit den Achseln. Soll sich nicht so aufführen. Sie kommt mit dem Salz zurück. Danke Vicky. Sie sagt nichts. Wenn du sie Vicky nennst, spinnt sie den restlichen Tag. Sie bemüht sich. Du fühlst dich schlecht, weil dir trotzdem lieber wäre, sie wäre nicht da. Wie geht's dir bei der Jobsuche? Fragt sie deinen dritten Freund. Er ist gerade arbeitslos. Die Firma, bei der er als Monteur gearbeitet hat, ist in Konkurs gegangen. Heute wieder ein Vorstellungsgespräch verkackt, sagt er und regt die Faust in die Höhe. Auf seinem TikTok-Kanal postet er How to not get the job Videos. Er hat mehr Follower als der Rest von euch. Sie hasst diesen Kanal. Sie glaubt an Ehrgeiz, Leistung und den Kapitalismus. Sie hat reiche Eltern. Sie schenkt sich noch ein Glas Weißwein ein. Sie ist die Einzige, die Weißwein trinkt. Bei dem Fachkräftemangel hast du sicher überall gute Chancen, sagt sie. Du weißt schon, dass uns das System nur verarscht, sagt er. Sie öffnet den Mund. Du müsstest vermitteln. Du bist nicht gut im Vermitteln. Du trinkst dein Bier. Etwas juckt. Ein zweiter Gelsenstich. Am Anfang. Sie rennt fast gegen die Glastüren, die sich zu langsam für sie öffnen. Ich bin hier für den Vinyasa-Yoga-Kurs. hier für den Vinyasa-Yoga-Kurs. Sie sagt nicht Hallo. Sie ist zu effizient für ein Hallo. Du gibst ihr die Infos, die sie haben will. Es sind nicht viele. Wenn du etwas sagst, was sie nicht interessiert, hört sie nicht zu. Sie ist schon fast wieder weg, als sie sich noch einmal umdreht. Gibst du den Kurs? Nein. Ihr Blick klettert über dein Fitnessstudio-T-Shirt. Schade, sagt sie und wieder in den Kross-Trainer vorbei zum Yoga-Raum. Dankeschön. Danke für die Lesung. Dankeschön. Der Roman, du hast ihn vor anderthalb Jahren vorgestellt. Wie ist es eigentlich nach diesem Debüt dann für dich als Autorin weitergegangen? Ja, ganz gut eigentlich. Ich sitze jetzt da für die Preisträger-Ecke, also so schlecht ist es nicht gelaufen. Nein, wirklich ganz gut. Es ist mein Debütroman, hast du erwähnt. Ich hatte jetzt nicht so die Vorstellung, wie das jetzt wirklich läuft. Also man hat jetzt so diese klischeehaften Ideen vom Leben als Autorin. Viele haben sich bestätigt, im besten Sinne. Aber ich habe eigentlich gar nicht mit der Art von Aufmerksamkeit gerechnet. Und dass man gleich mit dem ersten Buch einen Preis kriegt, ist auch irgendwie cool. Also ja, ich bin zufrieden und es kommt nächstes Jahr das nächste. Also ich glaube, der Verlag hasst mich jetzt auch nicht allzu sehr, wobei, müsste man den Verlag fragen. Also ja, es läuft gut. Werden wir dann machen, wir werden ihn fragen. Ja, sagt was dann. Nein, die Auszeichnung, also der Preis, den du bekommen hast, war vermutlich auch sozusagen ein Anschub oder hat das sozusagen auch Türen geöffnet oder wie war da deine Wahrnehmung? Ja, ist das so, oh, da kommt die, die den Tumlerpreis bekommen hat? Ja, das ist ja ganz lustig. Also bevor ich einen Roman veröffentlicht hatte, habe ich mir immer gedacht, okay, und wenn du ich einen Roman veröffentlicht hatte, habe ich mir immer gedacht, okay, wenn du dann einen Roman veröffentlicht hast, dann hast du es geschafft. Und dann, wie ich den Roman veröffentlicht hatte, bin ich dann draufgekommen, okay, ganz geschafft haben wir es noch nicht. Wir sollten einen Preis gewinnen. Und dann habe ich einen Preis gewonnen und bin jetzt draufgekommen, okay, ich finde immer noch nicht, dass ich es geschafft habe. Also es verschieben sich halt einfach irgendwie so die Ansprüche, die man an sich selber hat. Also vor fünf Jahren wäre ich da total durchgedreht, wenn ich wissen würde, dass ich jetzt hier mal sitze und jetzt ist es immer noch so, naja, okay, und dann wie ist das mit dem Zweiten? Man ist nie zufrieden und man ist nie fertig irgendwie. Und das ist wirklich so etwas, was ich nicht erwartet habe, also was man auch immer irgendwie hört, dass man dann, egal wie viel man eigentlich objektiv eh schon geschafft hat, dass es dann trotzdem, man sieht immer gleich das Nächste und also insofern, der Preis war natürlich super und jetzt ist es auch schon so, okay, es ist jetzt schon wieder ein Jahr her, sollte ich jetzt auch wieder mal irgendwas reizen? Es hört irgendwie nicht auf. Aber ja, natürlich, es war ein toller Ansporn und Türen öffnen wird hoffentlich auch noch weitere. Also ich kenne jetzt zumindest ein paar sehr coole Leute. Sehr gut. Also das ist die Gemeinde, das Literatur betriebt, dass er immer mehr von einem will, als man gerade hat. Ich will selber von mir. Also die Gemeinde ist okay, ich bin selber schuld. Du hast gesagt, du arbeitest schon am nächsten. Kriegen wir irgendwas aus dir raus dazu? Müssen wir betteln? Also betteln wäre cool. Bitte, bitte. Ich sage es aber auch so. Nein, also es soll im Herbst 27 erscheinen, also ich bin schon fast fertig. Insofern ist es auch ganz lustig, jetzt auch wieder mal aus dem zu lesen, weil für mich ist das jetzt irgendwie schon vom Kopf her einfach ganz woanders. Arbeitstitel ist Reality und ich werde drei Protagonistinnen auf drei Zeitebenen haben, Protagonistinnen auf drei Zeitebenen haben, die sich alle familiär, freundschaftlich miteinander verbunden sind und thematisch soll es gehen um das jeweilige Verhältnis der Protagonistinnen zur Realität. Daher Reality. Also mit dieses Realitätsverhältnis, das ist etwas, was du im Roman ja auch quasi durchspielst. Dieser Roman ist ein bisschen so Pick Your Own Adventure, ich habe es vorhin schon angesprochen, Choose Your Own Path. Wir haben hier dieses Setting bis zu einem bestimmten Punkt in der Handlung, wo sich dann verschiedene Szenarien ergeben. Ist das sozusagen was, was du sagen würdest, das ist für dich allgemein das literarisches Thema, prismatisch sozusagen die Geschichten aufzuspalten, das wäre Thema, prismatisch sozusagen, die Geschichten aufzuspalten, das wäre etwas, was dich begleitet, schreibend vom Thema. Ja, also definitiv. Ich habe es noch gar nicht so verbunden, diese drei verschiedenen Enden und dann die drei Protagonistinnen mit der Realität. Aber jetzt stimmt eigentlich, was du sagst, das hat eine gewisse Ähnlichkeit. Das habe ich alles kaputt gemacht. Nein, das war jetzt eher so ein Geistesblitzmoment, irgendwie, wow, hey, ich habe ja Konsistenz in meinem Arbeiten, also cool eigentlich, danke. Ich glaube, jeder hat irgendwie solche Themen, die halt irgendwie immer wieder kommen und diese Alternativen und was wäre wenn, das ist auf jeden Fall eins von meinen und ich habe das auch in meinem privaten Leben, also immer so dieses, okay, was wäre passiert, wenn ich jetzt das gemachtiven und was wäre wenn, das ist auf jeden Fall eins von meinen und ich habe das auch in meinem privaten Leben, also immer so dieses, okay, was wäre passiert, wenn ich jetzt das gemacht hätte und was wäre passiert, wenn ich das gemacht hätte und bei den Charakteren ist es eigentlich genau dasselbe und wenn ich Charaktere mag, dann beschäftige ich mich, auch wenn ich sie nicht mag, also einfach wenn sie da sind, da beschäftige ich mich auch so noch gern mit denen und in dem Fall war es jetzt zum Beispiel diese drei Enden, die drei verschiedenen waren jetzt nicht geplant, dass ich die schreibe. Ich war schon irgendwie fröhlich mittendrin an der ersten Version und auf einmal habe ich mir gedacht, hey, ich weiß sowieso verschiedene Möglichkeiten, wie es mit denen und allen weitergeht, warum schreiben wir es nicht einfach? Ich habe dann auch überlegt, okay, macht man das? Also dann drei Enden, das ist dann irgendwie komisch. Darf man das? Darf man das? Ja, vielleicht darf man es. Also man darf es. Ich kann spoilern, man darf. Und es hatte dann aber auch tatsächlich einfach pragmatische Gründe, weil sie sehen es eh, es ist eh schmal und ohne diese drei Enten wäre dann die Hälfte weggefallen. Unterschätzen sie nie Pragmatismus beim Schreiben. Ich meine, was, glaube ich, aus dem Teil, den du gelesen hast, die mir auch noch ganz gut hervorgegangen ist, ist, unterschätzen sie nie Pragmatismus beim Schreiben. Ich meine, was, glaube ich, aus dem Teil, den du gelesen hast, die am Anfang auch noch ganz gut hervorgegangen ist, ist, wo man eigentlich einen gewissen Bogen jetzt auch schlagen kann zum Text von Markus Köhle vorhin. Das habe ich mir auch gedacht, ihr habt das so gut organisiert, Leute. Das ist ganz wunderbar, weil wir hier sozusagen aus einer ganz anderen Perspektive noch einmal auf Klassenthemen auch noch einmal schaut. Das ist etwas, was man ich glaube, der Klappentext redet, konkret von einer toxischen Beziehung, wobei diese, das wäre sozusagen recht zeitgeistig, das zu sagen, altmodisch gesprochen, ist ein gewaltiger Klassenkonflikt auch vorhanden, das riesige Gefälle in Besitzverhältnissen, im Eigentum, die dann sozusagen übergehen, wo dann auch das zwischenmenschliche Verhältnis, das Semi-Eigentumsverhältnis wird, der einen oder anderen. War das von vornherein ein Anspruch, das so klassistisch auch zu gestalten? Oder war die Toxizität vorher, der Klassismus vorher sozusagen? Oder war das von vornherein unheilbar miteinander verknüpft, wie es so schön heißt? Ja, also ich glaube, wahrscheinlich war es miteinander verknüpft. Aber ich hatte beim Schreiben eher diese, also ich mag ja das Wort toxisch nicht, das wird so überbewertet. Und ich wollte es im Klassentheor, also es wird so überproportional viel verwendet zur Zeit und ich wollte es im Klappendex doch eigentlich gar nicht haben. Ich verstehe aber, warum sie es reingenommen haben, weil es passt natürlich irgendwo. Also ja, das war eigentlich der Anspruch zuerst, also dieses einfach hierarchische Machtgefälle, aber vielleicht ich war dann eher auf der sozialen Ebene und dann irgendwie auch auf der finanziellen Ebene, aber irgendwie, man kommt, man rutscht natürlich dann in dieses klassistische, aber es war jetzt an sich nicht mein Anspruch, also wenn man mich jetzt gefragt hätte, hast du ein Buch über Klasse geschrieben, meine erste Reaktion wäre nein und dann hätte ich mir gedacht, na Moment, ja eigentlich schon, aber nicht absichtlich. Ja, es wäre sozusagen der analytische Mehrwert sozusagen, der so aus der Art und Weise, wie du es geschrieben hast, erfolgt ist, wäre sozusagen dann eher so das Trocken-Klasse, wie es so schön heißt. Das ist immer gut, wenn es passiert, sage ich mal, und nicht, wenn es glücklich fügt. Aber du hast gesagt, der Verlag hat hier so noch das toxisch bestanden, das sind natürlich die Leiden der Debütautorinnen, da sind die Verlage dann, die die Klappentexte ein bisschen vorschreiben. Wie schlimm war der Kampf? Gar keiner. Also bitte liebe Grüße an den Otto-Müller-Verlag, die sind wunderbar. Also wenn ich jetzt gesagt hätte, ich will das Wort überhaupt nicht, dann hätten sie auch gesagt, okay, dann machen wir es weg. Also was ich ins Exposé, also in diese Inhaltsangabe, mit der man sich halt bewirbt, reingeschrieben habe, ich glaube, ich habe es dysfunktional genannt. Und das ist eigentlich, sagt eh irgendwie quasi dasselbe, ist aber nicht dieses eher überstrapazierte, toxisch. Also wie gesagt, Kampf war wirklich überhaupt keiner. Überhaupt keiner. Also ich habe eben erst das Buch gehört, man weiß nicht, was kommt da so auf einen zu. Ich hatte sehr viel Respekt vor dem Lektorat, weil ich mir gedacht habe, da kommt jetzt eine kluge, kompetente Person, die man da jetzt reinpfuscht. Und was ist, weil ich weiß ja dann, die ist gescheiter als ich. Man kann dann wahrscheinlich nicht einmal was sagen und einfach geübt. Aber die war wunderbar. Also das war ein super Prozess. Die hat einfach gewusst, was ich machen wollte. Und die hat mir einfach geholfen, dass ich es besser mache. Und Klappentext ist auch tatsächlich, also das habe ich nicht selber geschrieben. Also sie haben mir gesagt, hey, schreib mal einen. Keine Sorge, der kommt dann nicht so. Nur, dass wir wissen, auf was du Wert legst im Klappentext. Und das war ganz, ganz schrecklich und ich weiß nicht, ob es irgendwelche AutorInnen gibt, die einen Klappentext für ein eigenes Buch schreiben können, wenn ja, gibt es mal einen Kurs, ich kann es nicht. Hat die Lektorin gesagt, auch ganz normal und sie hat das dann auf Basis dessen, was ich da zusammen gestümpelt habe, zusammengeschrieben und das war wunderbar, also die 80 Prozent von allem, was sie haben wollte, habe ich einfach durchknickt. Und dann habe ich gedacht, ja passt, passt, passt, rechts hat sie, oh mein Gott, was habe ich da gemacht. Und bei ein paar Sachen war es eine kleine Diskussion und ein paar Sachen haben wir schlucken müssen, aber sie hat einfach immer recht gehabt. Da hat man quasi die Folgefrage schon indirekt beantwortet, weil die wäre gewesen, du hast ja vorher als Korrekturin gearbeitet, wie ist es, wenn man als Korrekturin auf einmal sozusagen am anderen Ende des Steckens quasi sitzt und dann sozusagen Lektorat, Korrektorat sind nochmal zwei unterschiedliche Paar Schuhe, aber wenn man sozusagen diejenige ist, die dann die Anmerkung neben dem Text hat und nicht diejenige, die die Anmerkung neben dem Text schreibt. Ja, fürs Ego ist super. Für die Bescheidenheit ist super. Also fairerweise, Rechtschreibfehler mache ich nicht viel, hat sie jetzt nicht viel Arbeit gehabt bei mir. Also eben, ich habe das auch beruflich gemacht. Und wie gesagt, inhaltlich, das war das, wofür ich ein bisschen Sorgen gehabt habe. Wirklich, es war, also eine gute Lektorin, ein guter Lektor weiß, was man macht. Also ich wäre wahrscheinlich nicht gut, weil ich hätte einfach so meine eigene Vorstellung von dem, was dieser Text sein sollte und würde dann probieren, hey, darüber stülpen, weil ich würde das so machen, aber sie hat einfach gewusst, was ich machen will. Und von dem her, also es war wirklich voll okay. Also ich habe echt Respekt davor gehabt und war ein bisschen nervös davor, aber es war wunderbar. Dann fragt sie mich dann in ein paar Monaten nochmal, wenn dann der nächste Lektoratsprozess war. Und ja, das Buch war schwieriger, Spoiler. Also schauen wir, was sie zum Sagen hat beim nächsten. Okay, also wir werden es sehen. Ja, definitiv. Bis dahin bleiben wir äußerst gespannt. You and me both. Und ganz herzlichen Dank für dieses Gespräch. Und darf damit abschließend noch Eva Eichmeier auf die Bühne bitten. Herzlich willkommen noch einmal. Danke fürs lange Aushalten. Eva Eichmeier, 1985 in Wels geboren, mittlerweile in Wien als Lehrerin tätig für allerhand Fächer, was ich gehört habe, ja, nicht nur Deutsch, Französisch studiert in Wien und auch in Paris, sondern auch was, was europäische European Studies heißt, genau, also das ist ganz toll, was so in den Schulschwerpunkten alles möglich ist. Es ist alles möglich. Es ist wunderbar und ich darf jetzt dich bitten, uns deinen Text vorzutragen. Sehr gern. Ja, ich habe nichts voranzustellen, ich fange einfach an. Weil du exist. Die Luft im Zimmer ist kühl. Du musst das Fenster nicht aufmachen, sagt Hannah. Meine Mutter raucht selbst, sie riecht es nicht. Nein, sagt er, das passt schon, es passt gut, ich habe es lieber so, so dastehen im Kalten, da bin ich so leicht. Leicht, denkt Hannah, schwerelos fast, jederzeit bereit zu gehen, ohne erst aufstehen zu müssen. Sie wickelt die Decke enger um ihre Beine, fast ist es wie eine Fessel und schaut ihn an. fast ist es wie eine Fessel und schaut ihn an. Ob das überhaupt stimmt, denkt sie, ob das geht, jemanden anschauen, wenn es nicht von vorne ist, kein Gesicht, nichts, das zurückschaut, wie ein verhängter Spiegel. Hanna sieht seinen Rücken, schaut die Wirbelsäule entlang, die Wirbel wie Punkte zum Verbinden, wie früher am Küchentisch, bei diesem Rätsel in der Zeitung, mit dem Kugelschreiber von Zahl zu Zahl, im Mund der Geschmack von Hagebutten-Tee und Butterbrot. Den obersten Punkt sieht man am besten, den letzten Halswirbel, oder ist es überhaupt der letzte, vielleicht ist er noch etwas, das weitergeht, hinein in das Haar oder den Kopf. Die Haare müssen kurz sein, hat er gesagt, sie dürfen den Kragen von der Uniform nicht berühren. Und kein Bart, wegen der Gasmaske, sagt er. Und Hannah fragt, wieso? Damit sie dicht ist, sagt er. Und Hannah sagt, aber es ist doch nur eine Übung. Und heute, fragt Hannah, sie hört ihn einen Zug von der Zigarette nehmen, vielleicht den letzten, die Zigarette muss schon kurz sein. Er hält den Rauch in der Lunge, atmet nicht, Hannah auch nicht, eine gemeinsame Atemlosigkeit wie ein Raum zwischen ihnen, ein Niemandsland. Zur Grenze, sagt er dann. Er zieht nochmals an der Zigarette, dämpft die Glut am Fensterbrett aus, lässt den Stummel dort liegen. Dann schließt er das Fenster, legt sich zu Hannas Füßen quer über das Bett, ein Teil seiner Beine hängt im Freien. Er zieht das Handy heraus, sagt, schau. Hanna beugt sich vor, schaut auf das Display. Eine Stimme kommt aus dem Lautsprecher und Hannah denkt, dass das jemand ist, der sich Mühe gibt. Dear international people here on the train, sagt die Stimme. I do not know how to say this in English very professionally, but I will try. Und dann etwas von Signalen und einem Fahrplan. Hannah versteht nicht alles. I do not know how to say this in English very professionally, but I will try. Und dann etwas von Signalen und einem Fahrplan. Hannah versteht nicht alles. The people who do the signals think our train does not exist, but we exist. Er lacht, sagt, das ist gut, oder? Hannah schaut weiter auf das Handy in seiner Hand. Die Stimme ist noch da. Sie sagt etwas von Hamburg-Harburg und dann wird es still und der Bildschirm dunkel. Aber wo ich sie ist, wiederholt sie. Und er sagt, genau, aber wo ich sie ist. Eine Weile bleiben sie so. Dann legt er das Handy auf seine Brust und die Hand daneben. Seine Beine hängen immer noch in der Luft, er könnte sie loslassen, abwinkeln im Knie, aber er hält sie. Letzte Woche, sagt er und klopft mit der Faust auf seine Brust, ist einer gestorben, eingebrochen beim Schneeschaufeln auf dem Dach von dieser Firma, die Schneelast. Das hast du gar nicht erzählt, sagt Hanna. Und er sagt, es war so schnell vorbei. Ich war weit weg oder vielleicht gar nicht oben zu der Zeit. Einer hat es später erzählt. Sie haben Tee gebracht für uns in Pappendeckelbächen. Die sind so heiß, die kannst du gar nicht halten. Er klopft weiter auf seine Brust. Es könnte ein Rhythmus werden, denkt Hanna. Aber es ist nur einmal. Er legt seine Hand an die Stelle, wo die Rippen sich treffen, im Brustbein, in die Mitte, ganz flach, Haut auf Haut. Hannah will ihre dazulegen, aber vielleicht bedeutet das etwas. Sie zieht am Deckenbezug, wickelt einen losen Faden um den Zeigefinger und zieht, aber er reißt nicht. Die Grenze, sagt sie dann, und er sagt, die mögen uns dort. Wir passen auf, dass keiner durchkommt. Wir zahlen nie beim Einkaufen, bei den kleinen Geschäften zumindest. Und es gibt immer einen Schnaps, wir dürfen gar nicht, aber wir trinken ihn trotzdem, das weiß jeder. Er legt die flache Hand auf den Kopf, fährt darüber, vor und zurück. es ist zu spät, denkt Hanna, mit ihrer Hand seine zu berühren, der Moment, in dem alles still steht, ist vorbei. auf ihrer. Wir gehen immer zu zweit, sagt er dann. Vier Augen sehen mehr als zwei, sagen sie uns immer. Die wissen das. Das sind immer schon Leute über die Grenze, schon früher nur andere. Wenn es dunkel ist, sagt er, siehst du alles Mögliche. Die Kornbündel auf den abgeernteten Feldern, wenn sie so beieinander lehnen, das sind welche, glaubst du, und dann kommst du näher und siehst, die haben keine Köpfe. Gerst, das sagt der, mit dem ich draußen bin, der ist von einem Bauernhof und kennt sich aus damit, oder weiß Weizen, das mit den Haaren auf der Ehre jedenfalls, aber vielleicht haben das beide, ich kann sie nicht unterscheiden. Und die Tiere, sagt er, die da sind, die sind einfach da. Manchmal laufen sie gar nicht mehr davon, wenn du weit genug weg bist natürlich nur. Sie bleiben einfach stehen am Feld oder sogar auf der Straße manchmal und in der Ferne der Jägerstand. Was für Tiere, fragt Hanna. Und er sagt, verschiedene, Rehe meistens oder Hasen, ein Fuchs vielleicht oder eines von denen, die die Autokabel anfressen. Ich weiß jetzt gerade nicht, wie die heißen. Man sieht eigentlich nur die Augen, wenn du hinleuchtest und Hanna hört zu und die Nacht hat Gesichter. So eine Waffe, sagt er, das glaubt man nicht, wie schwer die ist. Überall das Öl, alles ist ganz schwarz danach. man nicht, wie schwer die ist. Überall das Öl, alles ist ganz schwarz danach. Sie sind streng beim Schießen lernen, die Patronen sind abgezählt und wehe, es fehlte eine leere Hülse am Ende. Dann liegen alle da am Boden, fahren mit den Fingern durch das Gras, wie mit einem Kamm, so lange, bis sie wieder da ist. Wie eine Kontaktlinse, sagt er und lacht. Hanna schaut auf seine Finger, die Kuppen sind sauber, da ist nur Haut und die Fingernägel sind kurz. Seife, denkt sie, aus einem gelben Kübel und die Seife grün und wie sich das angreift, wenn man hineinfasst, ein Stück herausnimmt, weich wie Knetmasse und Zanderin. Wir werden wegschauen, sagt er, wenn welche kommen. Wir werden sie nicht aufhalten. Das haben wir so ausgemacht, ich und der andere. Draußen fährt ein Auto vorbei, dann ist es wieder still. Man hört nur den Heizkörper. Der muss entlüftet werden, sagt er, schaut auf die Decke dabei, sonst wird er nicht mehr richtig warm. Und Hannah nickt, ich sage es meiner Mutter gleich, wenn sie aufwacht. Sie schaut auf seine Schuhe vor dem Heizkörper. Damit sie trocken werden, hat sie gestern gesagt. Und er hat gesagt, ja, aber nicht so nah. Ein Schuh liegt auf der Seite, das Schuhband auf dem Boden, wie ein Rinnensaal, eine dunkle Flüssigkeit, ganz zäh. Und wie das sein kann, denkt Hanna, ich habe die doch gestern nebeneinander gestellt, ganz aufrecht. Dann schaut sie zu ihm, auf seine Beine, immer noch in der Luft, wie er so lange so liegen kann, denkt sie, ohne dass es zu schwer wird. Hanna wickelt die Decke von ihren Beinen, steht auf, der Boden ist kalt unter ihren Fußsohlen. Sie geht zum Heizkörper, bückt sich, stellt den Schuh aufrecht neben den anderen, richtet ihn aus. Das Schuhband liegt noch auf dem Boden. Sie hebt es auf, steckt es in den Schuh hinein. Das Leder ist noch feucht. Dankeschön. Herzlichen Dank für diesen sehr schönen Text ich glaube sozusagen ist wenn man hier alle drei lesungen ganz kurz noch mal wenn es gleich vorweg sagen darf sozusagen sind vielleicht wunderbar wunderbar anschaulich dafür was wir ganz am anfang gesprochen haben ja so etwas für was für große formen und und und spielartenreichtum vorhanden sein kann dieser text hat wieder einen ganz anderen ton getroffen hat ganz ganz anderes der andere Schwerpunkte als die beiden vorher wiederum und ist trotzdem wieder etwas, was man in einer Literaturzeitschrift finden kann. Es ist ganz wunderbar. Wie bist du für dich selber eigentlich zum Schreiben gekommen? War das etwas, was immer schon da war und dass man dann sagt, jetzt mache ich es noch mehr? Ja, also ich glaube es war schon immer irgendwie schon da und dann gibt es manchmal so Momente im Leben, wo man sich dann einfach nicht mehr traut und wo man dann denkt, irgendwie das ist so ein komischer Traum und ich lasse den irgendwie ziehen und dann kommt es irgendwie wieder und dann denkt man, ich probiere es jetzt einfach und dann klappen manche Dinge und dann freut man sich. Genau, ich habe es auch erwähnt, es ist ja ein unglaublich großer Sprung sozusagen, dass man sich exponiert, dass man sagt, okay, da ist eine Ausschreibung, da reiche ich jetzt was ein und das muss man sich trauen. Hast du vorher andere Sachen auch schon veröffentlicht? Ich habe das vorher gar nicht gefragt. Nein, also ich habe nichts zu veröffentlichen und nichts herzuzeigen. Das, was es jetzt sozusagen, mit dem bist du nach vorn getreten und es hat verfangen. Das ist ja wunderbar. Das finde ich ganz fantastisch. Und Landleben, war das sozusagen etwas, was dich dann besonders gereizt hat, wo du gesagt hast, okay, da habe ich was, da fügt sich was? Ja, also ich glaube, vielleicht wissen das viele Leute, die schreiben, also ich glaube zumindest, dass es so ist, dass es einen gewissen Pragmatismus vielleicht auch gibt, dass man schaut, was ist denn irgendwie ausgeschrieben und wo passt man dazu und wo kann man dieses Wagnis sozusagen da jetzt wagen. Und dann ist mir eben dieses Landleben da untergekommen. es geht in dem Text ja vielleicht jetzt nicht vordergründig ums Landleben. Also ich glaube, ich habe eine sehr große Skepsis auch davor, immer so eine Opposition zu machen zwischen da ist die Stadt und da ist das Land. Und die müssen möglichst auch in einer Konkurrenz sein. Oder Menschen gehen vom Land in die Stadt und wenn sie dort sind, müssen sie irgendwie abrechnen mit dem Land und sagen, es ist so fürchterlich und die Stadt ist so super. Aber ja, also es geht natürlich schon ums Land. Dieser junge Mann kommt eben an die Grenze, an einen Grenzort und erlebt dann dort, dass er eigentlich mit der Aufgabe, mit der er, so denke ich zumindest, dass es ist, schon seine Schwierigkeiten hat, dass er das Menschen abweisen muss. Ja, und er erlebt eben sozusagen, dass er dafür eigentlich sehr wertgeschätzt wird, aber ganz ehrlich, ich glaube, wenn wir eine sehr große Stadt hätten an einer Grenze, also wenn Wien an einer Grenze wäre, ich glaube, der würde vielleicht nicht so viel anderes erleben. Es ist ja dieses, ich habe ja vorher schon dieses Editorial von Thomas Arzt auch erwähnt, der genau über diese Lücke zwischen Land und Leben auch spricht, über das ungefähre Diffuse da drinnen. Und das ist ja auch was, was ja wunderbar im Text da drinnen passt. Da haben wir gerade einen Satz noch ausgeschrieben. Wenn es dunkel ist, sagt, das ist alles Mögliche, die Kornbündel auf den abgeernteten Feldern, wenn die so beieinander lehnen, da sind welche, glaubst du, dann kommst du näher und siehst, die haben keine Köpfe. Also sozusagen, das ist ja eigentlich nebulos ja eigentlich, was da passiert. Ein Stochen oder ein Zigarettenrauch, je nachdem, wie man es dann haben möchte, ist sozusagen die dieses Rauch, je nachdem, wie man es dann haben möchte. Ist sozusagen dieses Nebulose, was die Allgemein beschäftigt, dieses Ambivalente dann sozusagen, wo Dinge umschlagen in was anderes? Also ist das was, was du so für dich selber im Schreiben auch, sagen wir, dass das etwas ist, was du erkundest? Ja, also ich denke schon, ich habe sehr gern so diese Uneindeutigkeit. Ich glaube, auch als Leserin finde ich es immer spannender, einen Text zu lesen und dann bleibt irgendwie so etwas offen und man kann es vielleicht auch nicht so genau erklären, was das ist, aber man spürt es vielleicht irgendwie, was da ist, anstatt es mir jemandem erklärt und die Figur XY fühlt sich ja zu und so. Ja, genau. Aber eben zu diesem Moment, also dieses Land ist ja auch irgendwie in dem Text vielleicht sowas, es hat sich ja viel Unheimliches auch. Hat es für dich Autorinnen und Autoren gegeben, die da so ein bisschen einen Rahmen für dich abgesteckt haben, wo du sagst, das war was, was die Stadt motiviert hat, das ist auch noch einmal pünktlich, also man kommt ja oft vom Lesen dann noch einmal zum Schreiben, das sind ja zwei Seiten einer Medaille, Lesen und Schreiben, ich habe zumindest für mich den Eindruck, und ist das, gab es da sozusagen, wo du sagst, okay, da war ein Werk, da war ein Text, da war eine Autorin, das hat dann noch einmal diesen Schubs gegeben für dich jetzt, oder ist da etwas, wo du sagst, das ist genau so? Ja, also ich glaube, es gibt immer wieder so Texte, über die man stolpert, und ich habe jetzt eine Autorin im Kopf, peinlicherweise fällt mir ihr Name nicht ein, aber ich weiß, sie ist nicht die Herta Müller, aber sie ist eben auch eine Rumänin, eine Gebürtige, die eben auf Deutsch schreibt und ich glaube eine ihrer Romane heißt, so tun also, dass es regnet oder vielleicht, ich glaube nicht, wirklich zu sehen. Iris Wolf, genau. She is it, genau. Danke an die scharfe Intelligenz. Genau, sehr gut. Genau, also ich weiß jetzt nicht, ob man sagen kann, die ist ein Einfluss, aber die mag ich sehr. Genau, also das ist sozusagen irgendwas, was einen den Schubs gibt. Von Einfluss sprechen ist immer schwierig, sozusagen, es fließt ja so viel ein. Aber es gibt halt die einen, die dann zum Sprung animieren. Stehen weitere Sprünge noch bevor jetzt? War das jetzt sozusagen ein Boost? Ja, also ich weiß es nicht. Das werden andere entscheiden. Die Motivation ist da. Ja, also dieser Text gehört schon zu einer Sammlung von mehreren. Die Hannah ist eben eine von drei weiblichen Figuren, die sich da eben, also die seit der Kindheit miteinander verbunden sind, immer begleitet bis in ihr Erwachsenenleben und denen eigentlich nicht viel passiert, nur das Leben. Nur das Leben. Und vielleicht ist das manchmal genug. denen eigentlich nicht viel passiert, nur das Leben. Nur das Leben, ja. Und vielleicht ist das manchmal genug. Wunderschön. Ich kann es nur betonen, das ist auch so ein schöner Fall, wo Literaturzeitschriften die Möglichkeit geben, einfach mal einen Schritt nach vorne zu machen und etwas einmal vorzustellen. Wir sind jetzt in der schönen Situation, das hier zu haben. Wir haben natürlich auch ganz wunderbare andere Texte hier in der Rampe gehabt und ich sage ganz herzlich Danke für die Lesung, für das Gespräch jetzt. Auch nochmal meinen beiden anderen Gesprächspartnern hier, ganz wunderbar und darf dann abschließend das Wort dir, Sarah, noch einmal übergeben für die Abmoderation, wie es so schön heißt. Ja, Martin hat es schon erwähnt. Zum Abschluss darf ich noch einmal das Wort ergreifen mit ein paar Informationen und natürlich mit einem sehr großen Dank. Vielleicht zuerst noch ein Hinweis zur Rampe. Alle AutorInnen, die jemals in der Rampe publiziert haben, sind in einem Online-Verzeichnis bei uns auf der Homepage erfasst. Sie können also gerne vorbeischauen. Man kommt dann auch immer zu dem jeweiligen Heft und zu dem digitalisierten Inhaltsverzeichnis der einzelnen Ausgaben. Die aktuellen Ausgaben können Sie entweder online bestellen, bei uns im Haus kaufen oder heute beim Büchertisch hinten vorbeischauen. Hier auch ein wichtiger Hinweis für unsere BeiträgerInnen. Sie können sich dort auch gern Ihre Freiexemplare abholen. Für die nächste Ausschreibung, für die Rampe 2027, auch noch eine Information. Diese wird wahrscheinlich heuer im November online gehen. Schauen Sie auch gerne auf der Homepage vorbei, informieren Sie Personen, die das vielleicht interessieren können oder reichen Sie gerne selbst Texte ein. Wir freuen uns immer über zahlreiche Einsendungen und ich möchte mich jetzt noch bedanken bei allen, die diesen Abend mitgestaltet haben, bei dir Martin für die Moderation und das Gespräch, bei Markus Köhler, Christina König und Eva Eichmeier für die Lesungen und natürlich auch Ihnen allen ein herzliches Dankeschön fürs Kommen. Wenn Sie diese Woche nochmal vorbeischauen möchten, unsere nächste Veranstaltung findet am Donnerstag statt. Wir begrüßen um 19.30 Uhr Sascha Filopenko, der seinen neuen Roman Die Elefanten vorstellen wird. Die Moderation wird Cornelius Hell übernehmen und die Übersetzung Ruth Altenhofer. Und da all unsere Veranstaltungen bei freiem Eintritt stattfinden, freuen wir uns auch über eine kleine Spende. Sie finden die rosa Spendenbox hinten am Ausgang. Und bevor Sie jetzt nach Hause gehen, möchte ich Sie noch ganz herzlich einladen, den Abend mit uns ausklingen zu lassen. Draußen im Foyer findet ein kleiner Umdruck statt. Wir laden Sie gerne zu Sekt und Bier ein und wir hoffen, dass Sie noch einen schönen Abend bei uns verbringen, ins Gespräch kommen, vielleicht auch darüber, was wir heute gehört haben. Ich hoffe, Sie haben den Abend genossen, möchte mich bedanken und bis bald wieder hier im Stifterhaus.