Oh Sprecherin Seite meines Mannes den Mut. Beaufsichtige das Gesicht, kümmere dich um die Kinder und Alten, versäule das Vieh. Ohne unsere unsichtbare Arbeit wäre der Aufstand der Männer nicht möglich gewesen. Die Vorbedingungen beginnen ja eigentlich 100 Jahre vorher. Das heißt eben beginnt die Reformation mit Luther, die berühmten Thesen, die er dann anschlägt und da ganz große Kritik an der Kirche anbringt. Was eigentlich ein reformatorischer Gedanke innerhalb der Kirche anbringt, was eigentlich ein reformatorischer Gedanke der Kirche sein sollte, allerdings dann eben genau zu dem führte, was man dann eben nachträglich sieht, nämlich der Spaltung der Kirche. Und genau dieser Protestantismus, den eben auch Luther begründet, er breitet sich wahnsinnig schnell in Europa aus und fast auch im Land Obdachenz Fuß. Das heißt eben, wir sprechen hier im 16. Jahrhundert von, von im 17. Jahrhundert, also zur Zeit des Bauernkrieges, davon, dass wirklich ein überwiegender Großteil der Bevölkerung dem evangelischen Glauben angehört. Während allerdings das Habsburger Herrscherhaus katholisch ist und dem natürlich ganz stark entgegensteht. Also gerade eben der Ferdinand II. ist ein sehr konservativer Herrscher. Er ist dann ab 1619 der New York Kaiser und der setzt seinen Gedanken von dem, wie Religion umgesetzt werden soll, eine katholische Kirche natürlich dann, sehr brutal auch gegen die eigenen Landsleute ein. Man darf nicht vergessen, im Hintergrund läuft natürlich schon der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Das heißt, hier eben auch dieser wichtige Kontext von dieser regional-lokalen Aufstandsbewegung im Landob der Enz ist ganz eng verknüpft mit der europäischen Ebene, mit dem Dreißigjährigen Krieg. Denn 1618 ist der Prager Fenstersturz. Die böhmischen Stände, die böhmischen evangelischen Stände erheben sich gegen das Kaiserhaus. Und das ist sozusagen der Funke, der dann zu diesem Flächenbrand in Europa führt. Und es ist eben Ferdinand II., der gegen diesen Widerstand der evangelischen Stände in Böhmen kriegerisch mit Gewalt vorgehen will. Und zu diesem Zweck sichere sich die Unterstützung von seinem Vetter, dem Herzog Maximilian in Bayern, was dazu führt, dass er eben unmittelbar nach seiner Kaiserwahl eben dann auch wirklich zu diesem fährt und sich seine Beteiligung am Kriegszug gegen die böhmischen Stände, gegen die aufständischen Stände sichert. Als Gegenleistung dafür, der Maximilian will natürlich auch was dafür, dass er da jetzt sein Heer in die Schlacht wirft. Und das führt dazu, dass ihm der Fährin dann sagt, passt, dafür verpfände ich das Land Obdachenz eben an Maximilian von Bayern. Das war der Deal. Und das führt dazu, dass eben dann bereits mit 1920 eben genau diese Pfandherrschaft da tatsächlich umgesetzt wird. Und das war ja ein großer Mitgrund neben dieser Frage der religiösen Selbstbestimmung, dass dann natürlich auch bayerische Soldaten im Land Obdens eingewandert worden sind. Was natürlich auch enorme Belastungen für die lokale Bevölkerung auch bedeutet hat. Und wogegen? Ökonomische Belastungen. Ökonomische Belastungen. Ökonomische Belastung. Weil die haben ja gelebt auf Kosten dieser Bauern. Natürlich. Und natürlich dann auch die Problematik von der Frage von Söldner her. Natürlich auch die Frage von Bezahlung, wie regelmäßig kommt die, was passiert, wenn sie nicht bezahlt werden. Gibt es dann Maraudeure? Wir sind in Österreich studierend in dieser Ausführung vom KIO. Also diese Frage dessen, was passiert dort vor Ort eigentlich. Und das ist auf unterschiedlichsten Ebenen eine große Belastung, vor allem natürlich eine ökonomische. Und das ist auch mit ein Grund, warum dann schließlich die Bevölkerung im Lande um 1626 zu den Waffen greift. Und es hat ja schon bereits 1620, als diese Pfandherrschaft dann wirklich auch umgesetzt werden sollte, hat es ja auch bereits widerständige Handlungen gegeben. Also gerade dann eben der Achatz Willinger, der ja auch dann 1626 eine große Rolle spielen wird als Oberhauptmann der Aufständischen, der ist ja bereits dort schon im Widerstand tätig gegen die bayerischen Truppen. Um das jetzt nur irgendwie sozusagen auch religiös zu definieren, die Bauern waren eher reformatorisch, evangelisch. Die Herrschaft war katholisch und es ist ja dann sozusagen bei der Verbindung, ist ja das an den bayerischen Herzog gegangen. Und der Stadthalter, der dann sozusagen muss man sagen, vorbeigesetzt wurde. Über den haben wir noch gar nicht gesprochen. War das er? Nein, das ist der Vierjährige, der Zweite, der Kaiser. Der Stadthalter wird eben dann vom Herzog Maximilian ernannt. Das ist dann der Adamgraf Herbersdorf. Er stammt ursprünglich aus der Steiermark und ist eine wahnsinnig spannende Biografie, weil es total vielschichtig ist. Der wird dann nachträglich immer sehr negativ dargestellt. Also in der nachträglichen Geschichtsschreibung zum Bauernkrieg ist immer natürlich ganz klar dieses Gut-Schlecht-Weltbild eben. Gut und Böse natürlich. Also dieser Kampf von Gut und Böse, der funktionierte damals, wie er auch heute funktioniert. Und Adam Graf Herberstorf war der ultimativ Böse, also wirklich dieser Bluthund. Und der hat eine wahnsinnig spannende Biografie, weil das ist eigentlich auch evangelischer, er kommt aus einem evangelischen Adel. Sein Vater war ein wahnsinnig wehrhafter und überzeugter Protestant in der Steiermark, wo dann eben auch der Ferdinand schon mit ihm zu tun hatte. Aber der konvertiert. Es gibt dazu eine recht umfangreiche Biografie, wo das auch differenziert dargestellt wird. Das ist sehr wohl eine Mischung aus Überzeugung, aber eben natürlich auch eine Frage von Vorankommen und wirtschaftlicher Karriere. Und er ist es dann, der dann tatsächlich auch zum Herzog Maximilian kommt, in dessen Dienste tritt, bereits am Dreißigjährigen Krieg beteiligt ist. Also das darf man auch nie vergessen, also der ist schon da auch involviert, also überhaupt mit der Schlacht am Weißen Berg 1619, 1620. Er ist es dann, der dann tatsächlich hier sozusagen den Auftrag erhält, diese gegenreformatorischen Maßnahmen, diese Rekatualisierung durchzuführen. Quasi nach dem Herzbubelspruch, wir werden euch schon katholisch machen. Weil er sozusagen derjenige, der die Macht da spielen lassen. Genau, allerdings ist das immer die Frage, weil er ist natürlich so der Diener zweier Herren gewesen. Er hat einerseits den Maximilian da sitzen gehabt und einerseits den Ferdinand II. Und der Ferdinand II. war eigentlich der Konservative, der das mit totaler Gewalt durchsetzen wollte. Während der Maximilian natürlich, was wollte der? Der wollte die Kohle haben. Der wollte das Geld ausziehen aus dem Land, um seine Kriegsfrust zu kompensieren. Das heißt, der war da auch nicht so fundamentalistisch, wie es der Kaiser gewesen wäre. Paradoxerweise, weil nämlich die Aufständischen im Jahr 1626 glauben ja noch immer fest daran, dass der Kaiser das schon noch richten wird. Und die versuchen ja die Verhandlungen mit dem Kaiser durchzuführen, weil sie eigentlich glauben, wenn der nur weiß, welche Missstände hier herrschen, und wenn sie ihn anrufen, mit dem vernünftig verhandeln, dann wird sich das auch von Verhandlungsweg lösen. Dem war es nicht nur egal, sondern der wollte das ja. Der wollte ja die Durchsetzung des katholischen Glaubens im Land Obdachländs. Und nicht abhängig davon, welche Opfer das gefordert hat und welchen Blutzahl. Für die Bauern damals waren das ja schwierige Umstände, ökonomisch, klimatisch schwierige Umstände. Was hat da drin gespielt? Oder was war da die Situation für die Menschen damals? Wie gesagt, es ist eben so diese Erfahrung von multiplen Krisen. Das heißt eben einerseits diese Frage, die Frage dessen, wie weit kann ich mich religiös selbst bestimmen, wie kann ich meinen Glauben beibehalten in dem Ort, wo ich aufgewachsen bin. In meinem sozialen Umfeld. In meinem sozialen Umfeld, genau. Das ist natürlich damals nur viel prägender gewesen, als es heute ist. Es war alles viel kleiner und viel weniger mobil. Das heißt eben, es soll natürlich diese Möglichkeit geben, entweder Glauben wechseln oder emigrieren. Und Emigration ist dann natürlich nur ein ganz anderes Thema, als es in heutigen Zeiten ist. Also Zwangsmigration ist heute ein wahnsinniges Trauma und war es dann auch damals. Die Frage von Emigration und natürlich, was dann hinzu kommt, ist dann die Frage danach, was passiert dann, wenn genau jeder Stand, der eben dafür zuständig ist, dass er die ganze Gesellschaft ernährt, inklusive seiner eigenen Familie, wenn der dann zusätzlich nur von so existenziellen Phänomenen betroffen ist, wie eben der klimatischen Verschlechterung, was heißt einfach Ernteausfälle, Missernten, wie eben der klimatischen Verschlechterung. Was heißt einfach Ernteausfälle, Missernten, Hage, Unwetter? Und das führt natürlich zu, abgesehen von der Frage nach einer religiösen Selbstbestimmung, zu einem ganz klaren existenziellen Kampf, nicht nur für Besseres, sondern einfach ganz grundlegend auch fürs Überleben. Wenn dann nämlich neben dem, dass ich sowieso schon wenig habe, dann nur die Soldaten aus Bayern eingekwartiert sind, bei mir daheim, und ich die verpflegen muss, wenn ich dann auch noch das Rüstgeld zahlen muss. Und dann vielleicht auch meinen Sohn hergeben muss. Genau, das ist dann das Nächste. Und die Frage natürlich auch dessen, inwiefern gehört man das Land überhaupt auf die Wirtschaft? Jetzt wirft das Land schon nichts mehr oder nur noch wenig ab und ist nicht einmal gesichert, dass mein Sohn, meine Tochter sowieso nicht, das dann vielleicht auch übernehmen kann. Dann sind das natürlich auch perspektivische Fragen, also inwiefern kann man überhaupt eine Zukunft vorstellen? Und die Frage ist dann natürlich auch, und das finde ich dann auch wieder total spannend, im nächsten Kapitel der Ausstellung, wir sind es dann weiter vorne, ist dann die Frage nach den Lebenswelten. Das heißt eben hier die Frage, wie kann man sich den Personen von damals ernähren? Wie sind die mit genau dieser Frage umgegangen? Sie sind mit Phänomenen konfrontiert, denen sie ganz oft ohnmächtig gegenübergestanden sind. Sei es jetzt die klimatischen Bedingungen oder der Dreißigjährige Krieg. Sie haben nichts daran ändern können, an dem, was gerade passiert. Und eine wissenschaftliche Erklärung dafür, was jetzt gerade auf einer Wetterebene passiert, zum Beispiel ein Hagelumwetter, ist nur sehr rudimentär möglicherweise oder ziemlich sicher vorhanden gewesen. Das heißt, man hat hier Erklärungen gesucht. Die Erklärungen hat man dann versucht in einem Setting zu sehr paradox, denn gerade in dieser Zeit, wo einfach ganz Europa um diese Frage ringt, was ist die wahre religiöse Lehre, wo ist die richtige, die einzig wahre Glaubensrichtung, also sprich dieser Kampf zwischen evangelischer Union und katholischer Liga, genau in dieser Zeit blüht dann plötzlich dieser Glaube an Magie und Zauberei auf. Das heißt, man gibt dann für diese Phänomene, denen man ohnmächtig gegenübersteht, oftmals dann eben magische Erklärungen. Man sagt eben genau, beim Hagelunwetter zum Beispiel, das ist jetzt nicht, heute würde man sagen, das ist ein Wetterextrem aufgrund von Klimawandel oder verstärkt durch Klimawandel zumindest. Damals war es halt dann eine Frage der Hexerei. Das heißt, man hat jetzt dann das Phänomen mit diesen Erklärungsmustern, die aus dieser Zeit irgendwie auch zur Verfügung gestanden sind, geklärt. Aber aus der Religion heraus. Nein, natürlich. Es war alles einfach zum Erklären der Teufel und der Engel. Genau, da hat man wieder den Kampf zwischen Gut und Böse. Das manichäische Weltbild ist einfach präsent in unseren Köpfen drinnen. Also das ist der Kampf zwischen Gut und Böse, und den hat man natürlich auch gut für Erklärungsmuster nehmen können. Und das andere ist natürlich, man hat dann auch schnell Schuldige gefunden. Das heißt, man hat Prozesse geführt und auch Personen abgeurteilt, denen man eben hier eine gewisse Schuld zugeschrieben hat. Also sprich, im Hintergrund die großartigen Schlierbacher Ketzerbilder, die wir dankenswerterweise aus dem Stift Schlierbach ausbauen dürfen für die Dauer der Ausstellung. Und sie zeigen eben, es hat dann diese Carperga-Bande gegeben, Mitte des 17. Jahrhunderts, die vor allem kriminelle Handlungen begangen haben. Also gerade so im Bereich Forchtorf, Kirchtorf an der Krems. Also Raubgiebstahl. Genau, also eher solche Geschichten. Heute würde man sagen, weniger ideologisch geprägt. Und deren Handlungen, also die werden dann auch festgenommen und es gibt umfangreiche Verhandlungen und Aburteilung. Und tatsächlich wird dann aber auch eben dieser Bilderzyklus, der ursprünglich einmal auch ein großes Gemälde war, in Auftrag gegeben. Und in diesem sehen wir dann auch, wie diese Tatgeschichten verortet werden. Nämlich nicht mehr als jetzt kriminelle Handlungen, die vielleicht aus einem bestimmten Milieu herauskommt, sondern die Beteiligten dieser kriminellen Bande standen im Bund mit dem Teufel. Das heißt, man sieht hier immer diese Männer in schwarz-weiß, das ist der Teufel. Und die Verantwortlichen der Bande sind im Bund mit diesem gestanden und haben dann entsprechendes Unheil über das Land gebracht. Eben ganz rechts oben sieht man dann, wie er dann beispielsweise aufgrund dessen, dass er eben mit dem Teufel im Bunde steht, die Macht hat, hier einen Wetterzauber zu begehen und er beschwört dann eben das Wetter, dass hier Unwetter über das Lande zieht. Also der Rechtsstaat damals, der sogenannte Rechtsstaat damals, hat darauf gefußt, dass man das sozusagen religiösös versucht hat einzufassen, einzuengen. Man hat aber dann schon diese Täter verurteilt. Ja, aber schon. Die Verurteilung ist durchaus auch auf den kriminellen Tatbeständen gefußt. Also es ist auch eine Tatsache, dass Raub und Diebstahl begangen worden ist, Also es ist auch eine Tatsache, dass Raub und Diebstähle begangen worden sind, aber man hat diesen religiösen Überbau als Rechtsmittel herangezogen. Das ist eher schon wieder die Nachbetrachtung dessen, von kirchlicher Seite. Also das ist natürlich schon wieder ein bisschen auch so dieses, einerseits die Dokumentation dessen, du tust Schlechtes und du wirst verurteilt dafür, aber natürlich auch in gewisser Weise, würde ich mal sagen, ein propagandistischer Pranger natürlich, eine Warnung davor, Ähnliches zu begehen. Genau, es gibt unterschiedliche Mittel, wie man damals versucht hat, eben gegen diese Erfahrungen der Ohnmacht vorzugehen. Und es sind oft ganz einfache Mittel, die hier angewandt werden, aber eben genau in dieser Frage von Magie, von Zauberreise immer wieder bewegen. Zum Beispiel gibt es eben dann die Pestsägen, die eben vor Krankheit schützen sollten, oder eben dann sogenannte Hexenglöckchen, die dann eben, da drüben ist ein ganz kleines, ich finde ja das viele Krane dran so schön, also die Objekte, die wir ausgestellt haben, weil das einfach auch so, teilweise sehr detailverliebt, teilweise sehr verschwindend klein sind, aber eben eine große Wirkung haben sollten. Sie sollten beispielsweise vor Hagel und Wetter schützen. Oder da haben wir eben verschiedene Zauberrollen, die eben dann auch gewisse Schutzfunktionen übernehmen sollten. Zum Beispiel die Rolle hier herüben ist Teil von einem Bauopferfund, den einen Hausstock gefunden hat und der eben die Bewohnerinnen vor Unglück schützen sollte. Man spricht ja davon, dass eben diese Passauerzettel und dass eben dann auch die Aufständischen im Jahr 1626 zum Beispiel ähnliche Schutzzauber möglichst nahe am Körper getragen haben, wie sie vor Verletzungen, vor Musketenkugeln schützen sollten. Unverwundbar machen. Und das Spannende ist, darum haben wir auch das Porträt von Johannes Keppler, der ja auch in Linz ansässig war in der Zeit, reingeben, weil er einfach auch, er ist ja so dieses Symbol von dieser frühen Wissenschaftlichkeit, die hier aufkommt. Aber auch diese, also die Wahrnehmung von Wissenschaft ist natürlich im Wandel. Auch diese hat sich weiterentwickelt. Und bei ihm war es eben beispielsweise noch so, obwohl er eben genau dieses Symbol von Wissenschaftlichkeit ist, war er es ja auch noch immer, der eben aus dieser wissenschaftlichen Arbeit heraus Horoskope für große Generäle legte, um so den Ausgang von Schlachten beispielsweise vorauszubestimmen. Und dann die Lebenswirten, also da können wir jetzt dann auch weiterschauen. Also eben genau dieses Kapitel stellt sich auch noch weitere Fragen, also diese ganz einfachen Zugänge oder ganz einfache Fragen, nämlich wie haben Menschen damals überhaupt ausgeschaut? Man würde jetzt auf den ersten Blick sagen, ja das ist jetzt etwas, was man bestimmt schnell machen kann, dass man bestimmt, man hat Porträts, man hat Dokumente dazu, Quellen. Allerdings ist es dann so, wenn man sich das dann genauer anschaut, stellt sich heraus, ja wir haben viele Quellen, wir haben viele Porträts, die ja zum Teil biografische Daten, die zum Teil teilweise auch Namen, Familienverhältnisse darstellen. Allerdings ist das vor allem in der Schicht des adeligen Standes verortet. Das heißt eben vor allem von den adeligen Personen haben wir zahlreiche Porträts, haben wir zahlreiche Hinterlassenschaften, wie eben diese ganz großartigen Artefakte, die bei einem Fund 2020 in Witzelberg gemacht wurden, nämlich von der Anna Engel aus Wackrein, wo man eben diese ihre sterblichen Überreste gefunden hat und bei diesen hat man dann auch eben diese Kleider, die sie bei ihrem Begräbnis anhatten, wieder ausgraben, wieder herstellen können. Und sie sind in einem großartigen Erhaltungszustand. Und die sind jetzt mittlerweile über 400 Jahre alt. Und man sieht einfach, welche großartige Textur diese Textilien erhalten. Und sie geben uns einen Eindruck dessen, wie die damals gekleidet worden im Bereich der Adeligen. Wir haben dann eben auch, es gibt noch andere authentische Quellen, nämlich das Stammbuch der Familie Engel aus Wackrein, wo man dann eben auch zeitgenössische Darstellungen sieht. Das heißt, hier kriegen wir einen Einblick in die Zeit, zu dem wie die Personen ausgesehen haben. Anders schaut es dann aus bei genau jenen Personen, von denen wir hier ständig sprechen, nämlich den Aufständischen, den Bauern, der ländlichen Bevölkerung. Bei denen fehlen uns weitgehend diese authentischen Zeugnisse, diese Porträts, die uns auch tatsächlich Details zu den einzelnen Personen verraten würden. Das, was wir haben, sind dann vor allem so Genredarstellungen, also Darstellungen wie zum Beispiel Schau der Landlertanz aus, wahnsinnig wertvoll, weil es zumindest eine authentische Darstellung dessen ist, wie sind die Personen damals gekleidet gewesen zu entsprechenden Anlässen. Und wenn man dann aber versucht, hier wirklich irgendwie persönlicher Nähe an die Personen heranzukommen, dann werden die Quellen schon sehr rar. Und das was bei uns in den Sammlungen von mir überbleibt, sind eben die bereits mehrfach erwähnten fünf Knöpfe. Und das sind eben genau diese fünf Knöpfe, die man ja auch bei einem zufälligen Gräberfund im Jahr 1996, wie man für das Kraftwerk Lambach die Baugrube ausgehoben hat, ist man eben auf diese Gräber gestoßen. Das war der berühmte Aufreger, ne? Ja, der große Aufreger. Wir haben auch in der nächsten Ausstellung der Archäologie eine Sonderausstellung zu genau diesem Thema gemacht. Einfach weil das so ein spannendes Thema für genau das Thema von der Ausstellung eigentlich im Kleinen schon umfasst. Weil nämlich, genau, man findet dann 96, beim Kraftwerksbau finden wir dann plötzlich Skelette. Es sind über 100 geworden, also 102 also sterbliche Überreste von 102 Individuen und das was natürlich ein Brennend ist dann gleich einmal. Und genau so war es dort. Und dort war es eben 96 die einen haben gesagt, ja es handelt sich wahrscheinlich um Opfer von Massakern an jüdischen Personen während der NS-Zeit, die bisher noch nicht bekannt waren. Andere haben gesagt, nein, im Gegenteil, es sind wahrscheinlich Angehörige der deutschen, nationalsozialistischen deutschen Wehrmacht. Andere haben gesagt, nein, es sind napoleonische Truppen aus dem 19. Jahrhundert. Und jetzt kommt die Wissenschaft. Genau, und dann kommt die Wissenschaft und sagt so, Moment einmal. Schauen wir mal. Zuerst stoppen wir mal alles, was man im Bagger macht. Und dann ist eben die Wissenschaft gekommen. Und das ist genau das Thema von der Ausstellung. Weil nämlich auch, wenn man sich dann auch die Geschichte anschaut, weil das ist das Spannende, es hat jetzt nicht nur die Behauptungen gegeben, dass genau das eben NS-Massaker waren oder eben aber das ist das Spannende bei 96 ist ja auch, es hat jetzt nicht nur die Behauptungen gegeben, dass genau das eben NS-Massaker waren oder eben Überreste von der deutschen Wehrmacht, sondern es sind auch solche jeweiligen Versionen, es sind sehr wohl auch Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aufgetreten und haben gesagt, ich kann mich nur erinnern, dass das dort passiert ist. Was genau, das ist jetzt da überhaupt nicht, also das ist auch überhaupt nicht, dass ich mir jetzt irgendwie das Lächerliche ziehen will, aber eben es zeigt einfach das. Wie Erinnerung sie sozusagen, was ist Erinnerung? Genau, und es ist einfach sozial geprägt, wie eine Erinnerung funktioniert. Und wir neigen dazu, die Geschichte, die wir glauben, das wahr ist, nachträglich auch durch vielleicht erfundene Fakten, oder einfach auch, vielleicht glauben wir auch daran, dass es Fakten sind, oder Erinnerungen eben sind. Aber die sind halt natürlich, wenn es nicht irgendwie auf irgendeiner Form von Quelle basiert, immer veränderbar. Und genauso ist es mit Erinnerung. Und diese fünf Knöpfe haben dann praktisch... Ja, der Bavaro Bertlwieser und sein Team haben das dann untersucht und sind dann letztlich darauf gekommen, als 20. Jahrhundert sind sie sicher nicht. Und es ist immer weiter zurückgerutscht, bis wir dann irgendwann in der Zeit des Bauernkriegs waren und es dann auch aufgrund von geologischen Gegebenheiten oder auch von Knochenuntersuchungen ganz klein ordnen haben können. Das stammt aus dem Jahr 1626. Es hat da die Belagerung und diese Schlacht um Lambach herumgegeben. Und es gibt tatsächlich dann auch einen Bericht von Oberwachtenmeister Christoph Oechsel, der eben darüber berichtet, wie eben diese Schlacht vonstatten geht. Und das trifft sehr gut zu auf das, was man dann auch ein Bericht von Oberwachtenmeister Christoph Oechsel, der eben darüber berichtet, wie diese Schlacht so entstanden geht. Und das trifft sehr gut zu auf das, was man dann auch hier wirklich findet. Und das, was man aus diesen Gräbern dann eben 300 Jahre später bergen kann, gute 300 Jahre, fast 400 Jahre, sind eben dann sehr wenige persönliche Sachen, also kein Gewand oder irgendwas, weil natürlich alles, was wertvoll war, ist dann auch... Genau, man hat es weiterverwertet. Also das Einzige, was man gefunden hat, waren ein paar wenige andere Überreste, aber vor allem auch die fünf Knöpfe, die jetzt wirklich auch so symbolisieren. Also das sind so die Stammen von authentischen Opfern während der Zeit des Bauernkrieges, die eben am Aufstand teilgenommen haben. Und so nahe wie mit den Knöpfen sind wir sonst mit keinem Objekt. Also weil einfach so die, die sind eng am Leib getragen worden. Die sagen uns schon viel, ein Knopf war schon ein Statussymbol. Sind die verrotten? Sind die sozusagen archiviert worden in diesen Schotten. Sie sind aus Beinen, also aus Knochen. Und entsprechend haben sie es ja erhalten. Wir wissen nicht, wer die getragen hat. Wir wissen auch nicht, wie die Leute geheißen haben, die dort in den Gräbern liegen. Wir wissen auch nicht, wie deren Geschichten waren, von wo sie kommen. Und genau das war dann auch der Grund, warum wir gesagt haben, wir nehmen die für die Ausstellung auch ins Sujet vom Plakat. Also wenn man es nicht weiß, dann verschwindet der Knopf meistens. Also am Plakat im Hintergrund von diesen großen roten Lettern des Bauernkriegs 1626. Und im Hintergrund hat man dann diesen Knopf, stellvertretend für eben genau diese vielen unbekannten Geschichten und Gesichter. Die Anonymität der Massen eigentlich, oder? Ja, genau. Obwohl wir ständig davon sprechen. Wir reden ja immer eigentlich vom Bauernkrieg, von den aufständischen Bauern. Über das können wir später noch reden. Wer ist das überhaupt? Aber wir haben eigentlich sehr wenige Namen und Geschichten dazu. Wenn man davon spricht, dass 40.000 Aufständische in etwas ihr erhoben haben, dann lässt das nicht die Ehefrauen, die Schwestern, Töchter, Knechte, Mächte, genau, das lässt das nicht kalt. Und auch wenn man sich nämlich den Fund, das ist eigentlich nochmal die spannende wissenschaftliche Erkenntnis daraus, wenn man sich einen Fund in Lambach 161 kommt, auf den man mal zurückkommt und anschaut, das ist ja so, das waren nicht nur Männer, sondern es waren auch vier Frauen und ein Neugeborenes. Wie dort eine Skelette gefunden wurde. Genau, genau. Das heißt, die waren auch in dem Umfeld irgendwie, wahrscheinlich, der Grabungsleiter Pertl vermutet eben, dass sie sich im Bauernlager befunden haben. Aber es gibt im Ganzen schon einmal eine gewisse Nähe zu dem Geschehen. Und was die Untersuchungen der Überreste der Individuen noch zeigen, ist das, dass sie sehr jung waren. ist, dass sie sehr jung waren. Das heißt, wenn man diese klassischen Bilder von Bauernkrieg im Kopf hat, dann sieht man eher diese gärtigen älteren Männer im Neunalter. Das war damals alt. Richtig. Ist auch heute nicht ganz jung, aber ist damals. Wenn man sich anschaut, mehr als die Hälfte der Individuen, die man in den Gräbern gefunden hat, die waren zwischen 16 und 23 Jahre jung. Ist das der Teil der Gesellschaft? Das, wo man sich einfach bewegen, ist eher, dass sie Teil dieser Gesellschaft waren. Das ist eigentlich so dieser springende Punkt, der für mich so augenöffnend war. Ich finde es immer recht schön, wenn ich durch die Ausschlagung durchgehe und dann vielleicht für manche Leute auch so diesen, ich habe bei ganz vielen Situationen immer wieder so diesen Aha-Effekt im Kopf gehabt. Und das war einer davon. Also die Frage danach, wie hat überhaupt die Gesellschaft ausgeschaut und was heißt das dann für Aufstandsbewegung? Und die Gesellschaft damals war einfach eine ständische Gesellschaft, das heißt stark hierarchisch geprägt. Ich habe eben vor allem die vier Stände gehabt, also sprich eben die Herren, den Hochadel, dann die Prelaten, also den Klerus, dann die Ritter, der niedere Ordel, dann städtische Vertreter. That's it, die haben auch eine politische Vertretung gehabt. Der sogenannte Fünfte stand dann, nämlich die ländliche Bevölkerung, die Bauern, von denen wir dann sprechen, die haben keine politische Vertretung gehabt. Die haben keine, die Ritterherren und Prelaten... Grundlegende Rechte hat es natürlich damals auch gegeben. Also es war ja kein völlig rechtsfreier Raum. Aber eine Mitsprache, wenn wir sagen Ritterherren und Prelaten, die haben darüber entschieden, was jetzt wirklich passiert im Landob der Enz. Die haben entschieden über das, was bei damals hat das Landob der Enz irgendwo zwischen 300.000 und 250.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gab, wie denen ein Schicksal dadurch bestimmt wird. Aber diese Ritterherren und Prelaten, wenn man sich das anschaut, haben zusammen gerade einmal ein Viertel Prozent der Bevölkerung ausgemacht. Da muss man schon sehr genau schauen, wie man das überhaupt findet. Die haben aber die absolute Macht ausgegeben. Während eben diejenigen, die halt nichts zum Sagen gehabt haben, die haben dann fast 92% der Bevölkerung ausgemacht. Die ländliche Bevölkerung. Und das ist schon ein wahnsinniges Missverhältnis, wo, wenn man sich das aus heutiger Perspektive anschaut, einfach ganz offensichtlich wird, dass das eine Vorbedienung dessen ist, dass es einfach zu sozialen Unzufriedenheiten und Unruhen kommt und kommen muss. Also die Verwerfung wird da sehr augenscheinlich. Genau, wird sehr augenscheinlich und verdeutlicht auch nochmal diesen Charakter, das Aufstand des 1626, der jetzt nicht nur auf einer Ebene abgehandelt werden kann, sondern der einfach ganz viele verschiedene Komponenten hat. Natürlich geht es um religiöse Selbstbestimmung, natürlich geht es um die Frage der Ausbildung der eigenen Religion, natürlich kämpft man auch gegen die bayerische Pfandherrschaft, aber einfach in einer Gesellschaft, wo einfach diese Mitbestimmung so völlig negiert wird letztlich, obwohl man eigentlich diese ganz existenzielle Funktion hat, nämlich dessen, dass man diese ganze Gesellschaft ernähren muss. Ein Stand war ja kein monolithischer Block, war keine einheitliche Masse, sondern die Stände in sich waren ja wieder ganz stark hierarchisch gegliedert. Wir haben hier jetzt die Wappenpyramide aus dem Relatenstand, Die Stände in sich waren ja wieder ganz stark hierarchisch gegliedert. Wir haben hier jetzt die Wappenpyramide aus dem Relatenstand, um einfach auch zu zeigen, es hat auch innerhalb der Stände Gliederungen gegeben und so natürlich auch innerhalb der ländlichen Bevölkerung. Wir sprechen immer vom Bauernkrieg und von den Bauern und ich bemühe mich immer, dass ich von den Aufständischen rede, weil einfach das mit der Bauern kommt mir einfach zu kurz, weil es waren ja auch, also es waren einerseits andere Stände beteiligt, städtische Bürger, niedrige Adelige, also gerade der spätere Oberhauptmann, Acher Zwillinge, war auch niedriger Adeliger und waren auch ganz wichtig natürlich für die aufständische Bewegung, weil sie einfach lesen und schreiben haben können. Das heißt, sie haben auch die Verhandlungen führen können mit dem Kaiserhaus. Und man muss dann noch einmal einen genauen Blick darauf werfen, wer sind die Bauer? Weil die umfassen ja sehr wohl auch, ganz oben steht natürlich der hierarchische Großbauer, der auch am Hof natürlich in gewisser Weise sehr patriarchal der Herrn war. Aber darunter sind ja dann noch ganz viele andere Personengruppen. Also man hat dann schon einmal die Frauen, also die Ehefrauen, die Bäuerinnen, dann auch die Frage nach dem Gesinde, also die Mägde, die Knechte, die Innenwohner, die Kleinhäusler, damals wie heute, und bis hin dann zum Bettler und Tagelöhner. Und einfachen Bürgern natürlich auch in der Stadt, da waren jetzt nicht alle Bürger und vor allem auch nicht im Stand politisch vertreten, sondern da war natürlich auch von Handwerkern bis zu Bettlern war auch alles vorhanden. Darum auch hier genau die Idee des Schachspiels, wo man versucht hat, eben genau diese Figur des Bauers, also des einheitlichen Bauers eben zu differenzieren und sagt, es hat einfach mehrere Personen gegeben, die eben Teil des Aufstandes waren, die die ländliche Bevölkerung ausgemacht haben. So eben, genau, der Bettler oder wir haben dann auch die Bäuerin und den Wirten und wir haben denen auch einzelne Stimmen verliehen. Ich bin eine Bäuerin. Die dann auch mehr sagen sollen. Ich bin eine Bäuerin. Ich bewirtschafte an der Seite meines Mannes den Hof, beaufsichtige das Gesinde, kümmere mich um die Kinder und Alten, versorge das Vieh. Ohne unsere unsichtbare Arbeit wäre der Aufstand der Männer nicht möglich gewesen. Genau, das ist eigentlich so, sagen wir jetzt, in gewisser Weise das Herzstück in der Ausstellung, weil es einfach so ist, es fokussiert jetzt auf diesen Ereignisverlauf im Jahr 1626. Das heißt, was ist da eigentlich passiert? Wir beginnen ein bisschen früher, einfach so mit diesen Vorabdeckungen. Also hier jetzt da das Porträt von Adam Graf Herbersdorf, der eben 1620 als Stadthalter eben im Landob der Enz eingesetzt wird und der dann eben eine recht entscheidende Rolle spielen wird, gerade eben bei diesem später so berühmten Frankenburger Würfelspiel. Das Stichwort Frankenburger Würfelspiel, das ist das, was allgemein geläufig ist? Genau, das ist so das. Also ich finde, das ist jetzt einfach auch ganz zentral verankert in der Erinnerung zum oberösterreichischen Bauernkrieg, ist einfach das Frankenburger Würfelspiel. von religiöser Selbstbestimmung und eben auch dieses Widersetzen gegen die Obrigkeit, die hier dann einfach einen katholischen Geistlichen in Frankenburg einsetzen möchte. Das heißt eben, die Bevölkerung erhebt sich im Mai 1625 gegen das Vorhaben, dass eben anstatt des evangelischen Predigers ein katholischer Geistlicher eingesetzt werden soll. Sie verjoggt dann eben die katholischen Geistlicher eingesetzt werden soll. Sie verjoggt dann eben die katholischen Geistlichen und das führt dann dazu, dass eben dann Adam Graf Herbersdorf anrückt mit Truppen und eben dann die Bevölkerung eben aufs Feld am Hausammerfeld, bei der Linde dann eben bei der Berühmten zitiert, um dort dem Gericht zu sprechen. Das Denkmal gibt es heute noch dort? Genau, dort wird dann 300 Jahre später ein Denkmal errichtet werden. Und es geht darum, dass eben Armgraf Herbersdorf diejenigen Personen, die er für diese widerständige Handlung im Jahr 1625 verantwortlich macht, dass er gegen diese vorgibt, dass er eben diese richtet, natürlich auch mit dem Gedanken daran, um eben ähnliche Bestrebungen zu verhindern. Ein Gedanke, der dann, wie man jetzt in der Nachträglichkeit sieht, natürlich dann sehr erscheitert. Und für ihn sind es dann vor allem im Jahr greift dann 36 Personen heraus, die er dann gegenwander würfeln lässt. Das heißt eben unter der Hausanwaltslinie. Aus diesen Bauern oder aus diesen Aufständischen, die dort versammelt wurden? Nein, es sind schon dann eher die Personen, die einerseits verdächtigt werden, tatsächlich an der Aufwiegelei beteiligt gewesen zu sein und eben dann auch jene, die als Ratsherren für eine gewisse Weise an Recht und Ordnung in diesem Raum verantwortlich waren. Aber schon eine beispielhafte Strafmaßnahme. Genau. Damit ja jeder mitkriegt, was passiert, wenn man sich hinterher schaut. Natürlich. Also es ist auf jeden Fall eine Strafmaßnahme, die allerdings natürlich auch von einer gewissen Legitimität beruht. Gerade auch dieses Hängen an einem Gerichtsbaum ist Teil der Gerichtsbarkeit im Dreißigjährigen Krieg des Hinrichtens. Und der Stadthalter im Landeobt 1 repräsentiert natürlich die höchste Gerichtsbarkeit unmittelbar vor Ort. natürlich die höchste Gerichtsbarkeit unmittelbar vor Ort. Und er ist es eben, der dann eben genau die Personen jeweils in Pärchen gegeneinander unter dem, unter der Hausanwalt in der Würfel lässt und derjenige, der die niedrigere Würfelzahl hat, verliert dann eben nicht nur das Spiel, sondern auch sein Leben. Und es werden tatsächlich dann eben siebzehn Personen auch durch Erhängen hingerichtet. Und das war das erste Vorspiel sozusagen zum Jahr 1626. Und 1626 ist dann eben so dieser traurige Höhepunkt, man kann ihn ja auch nicht einfach, also ein Höhepunkt von einer ganzen Serie von aufständischen Bewegungen, die sich ja im Zeitraum zwischen 14. und 19. Jahrhundert in der Region durchaus auch da ereignen. Und aber dadurch, dass er eben tatsächlich auch mit geschätzten 12.000 Toten hier zu Buche schlägt, durchaus eben einfach auch ein sehr blutiger und sehr einschneidendes Ereignis ist. 1626 ist es dann so, also es ist dann wirklich fast genau ein Jahr nach dem Frankenburger Würfelspiel, in dem sogenannten, ist es dann auch, wo dann eben eine Rauferei in Lemberg im Mühlviertel eskaliert. Das heißt eben hier kommt es zu einer Rauferei zwischen lokaler Bevölkerung und bayerischen Soldaten, die dann auch tatsächlich sechs Truppe bayerischer Soldaten zurücklässt. die dann auch tatsächlich sechs dritte bayerische Soldaten zurücklässt. Und das ist dann die Initialzündung dafür, dass es dann auch wirklich zu den bewaffneten Handlungen im Jahr 1626 kommt. Also zu diesen kriegerischen... Ja, genau. Also da ist dann wirklich eben der Punkt erreicht, wo es dann auch wirklich, wo die Bevölkerung einfach zu Waffen greift. Und jetzt einfach auch wirklich aus diesen Beweggründen heraus für ein gewisses Maß an religiöser Selbstbestimmung gegen eine bayerische Pfandherrschaft, gegen Adam Graf Herbersdorf als Stadthalter und vor allem auch für die religiöse Selbstbestimmung und für trotzdem auch in gewisser Weise ein besseres Leben für gutes Überleben. Das ist der Gegensatz zu dem, wir machen heute schon katholisch, wir suchen uns im Prediger selber aus. Genau. Und es ist ja durchaus auch so, dass der Verlauf des Aufstandes am Anfang durchaus noch erfolgreich ist. Also eben gerade, wenn man denkt an die Einnahme etwa von Beuerbach und dann auch die Schlacht auf der Lederer Wiese, wo eben ja der Christoph Zeller mit den von ihm geführten Truppen, jene Truppen vom Adamgraf Herbersdorf, vernichtend schlägt und die dann auch tatsächlich flüchten müssen vor den Aufständischen. Es ist dann so, dass in der Folge dann eben der Christoph Zeller und der Stefan Fading als die Oberhauptmänner der Aufständischen gewählt werden und diese Funktionen dann auch einnehmen. Und es ist dann so, dass sie dann eben noch einige Städte erfolgreich einnehmen, allerdings eben dann an der Belagerung von Linz im Sommer 26 scheitern. Das heißt eben hier wird die Belagerung sowohl dann eben von Fadinger als auch Zeller vorgenommen und deren Truppen mit dem zentralen Lager in Ebelsberg draußen. Allerdings ist dann so, dass eben dann schon Ende Juni wird dann Fadinger ja verwundet im Zuge der Vorbereitungen eines Sturms auf Linz und er stirbt dann am 5. Juli im Feldlager in Ebelsberg. Und wenig später ist dann eben auch der Christoph Zeller, der stirbt, eben auch, wird eben auch tödlich verwundet beim versuchten Sturm auf Linz. Und es ist dann der Sommer, der dann noch geprägt ist davon, dass man zwar insofern erfolgreich ist mit den Verhandlungen mit dem Kaiser, weil man tatsächlich ja einen Waffenstillstand heraus handelt. Das heißt, es kommt zu einem Waffenstillstand mit den kaiserlichen Truppen, der allerdings wiederum nicht von den bayerischen Truppen respektiert wird und die marschieren dann im September von Bayern aus ein. Und es führt dann dazu, dass dann eben gerade im Herbst 1926 diese verheerenden Niederlagen im Emmlinger Holz, im Pinzdorf, in Wolfseck den Aufständischen zugeführt werden, die dann letztlich auch zur blutigen Niederschlagung des Aufstandes führt. Gerade eben die Person von Stephan Fadinger, dem Bauernhauptmann, ist dann natürlich auch so die Symbolfigur dessen, wie man einen Mythos kreiert und wie der unsere Erinnerung prägt. Diese Heldenfigur, wenn ich frage, mache ich die Augen zu und stelle mir Stefan Fahninger vor, hat sofort jeder von uns ein Bild von ihm vor Augen. Und das, obwohl wir eigentlich keine, wir wissen nicht, wie er ausgeschaut hat. Es gibt keine authentischen Bilder von ihm. Es hat Fotografierer nicht gegeben, oder? Genau, Fotografierer hat es nicht gegeben. Faktisch auch nicht mit dem niederen Stand, so ein Leisbord. Ja, und selbst wenn es, wir haben kein nachgewiesen erhaltendes Gemälde von ihm. Aber der Fadinger ist ja von den Bauern als Anführer gewählt worden. Genau, Fadinger und Zeller. Es hat schon Prozesse gegeben, dass die sozusagen legitimiert wurden. Ja, genau. Das auf jeden Fall. Das spricht dann auch wieder dafür, dass eben jetzt nicht nur Bauern am Aufstand beteiligt waren, sondern es war ja dann auch nach dem Tod von Stephan Fadinger und Christoph Zeller, war es dann auch ein Zwilling, der zum Oberhauptmann gewählt worden ist. Und das war ja ein niedriger Adeliger. Und der hatte dann auch bis letztlich zur Niederschlagung des Aufstandes, hat der ja eigentlich den Aufstand dann auch angeführt. Darf man nicht vergessen. der Niederlager der Schlagung des Aufstandes hat der ja eigentlich den Aufstand dann auch angeführt. Darf man nicht vergessen. Der dann übrigens aufgrund dessen, weil es hat er dann 1627 ist er dann zur Verurteilung der sogenannten Redelsführer gekommen. Und da ist eben er aufgrund dessen, weil er eben adeliger war, nur zur Enthauptung verurteilt worden. Und er hat jetzt nicht irgendwie weiter... Also Hängen war faktisch die schlimme Strafe, Enthauptung verurteilt worden. Und er hat jetzt nicht irgendwie weiter... Hängen war faktisch die schlimme Strafe, enthaupten war sozusagen das... Nein, das war nur das Ehrenvollere. Und das andere war dann, man ist dann geviertelt und der Kopf wird dann irgendwo auf einer Pike aufgespießt und zur Schau gestellt worden, als abschreckendes Beispiel. Das waren halt dann die... Also schon sehr barbarisch, die über denen vorgegangen wurden, als abschreckende Beispiel, die über den Massen. Naja, es ist halt einfach ein anderer Zugang zu Gewalt und eine andere Erfahrung von Gewalt damals gewesen, dass man sich auch immer auf Augen halten muss. Also eben eine Hinrichtung war damals durchaus ein blutiges Spektakel, das man sich aber auch angeschaut hat. Das war ein Jahrmarkt quasi. Naja, man hat diese Hinrichtungstribünen letztlich ja auch am Hauptplatz in Linz aufgebaut und das waren die Volksmassen. Also von einem späteren Aufstand gibt es nur die zeitgenössischen Darstellungen dessen, wie das ja ausgeschaut hat. Und das war ein sehr wohl Spektakel, den man sich auch angeschaut hat. Das Spannende ist, wir haben sehr wenige Informationen zu Personen von Fadinger. Und dass das in ihm rein interpretiert wurde oder dass er irgendwie eben dargestellt wurde, sieht man dann eben auch an der Anzahl von Porträts, die wir hier aufgereiht haben. Also das zieht sich ja über Jahrhunderte hinweg, wo eine ganze Masse an Memorabilien, an Erinnerungsartefakt geschaffen worden sind. Und das ist auch das, was ich vorher schon angesprochen habe, das Spannende daran, dass wir, wir haben ein Bild der Geschichte, eine Vision der Geschichte und versuchen, das nachträglich dann mit materiellen Objekten zu überlegen. Das heißt, Erinnerung schafft nachträglich auch die materiellen Beweise dafür, dass sie so war. Also wir haben hier eben dann die Porträts von Fadinger, obwohl wir nicht wissen, wie er tatsächlich ausgeschaut hat. Wir haben da das Schwert von Fadinger, obwohl wir nicht wissen, wie er tatsächlich ausgeschaut hat. Wir haben da das Schwert von Fadinger, wo man nicht, was sehr unsicher ist, dass er das jemals in den Händen gehalten hat. Wir haben hier die Briefe von Fadinger, obwohl er niemals schreiben und lesen hat können, höchstwahrscheinlich. Das hat natürlich wer für ihn geschrieben, aber es spricht einfach ein bisschen für diesen dokumentarischen Charakter. Und wenn wir dann auf der anderen Seite schauen, wie schauen dann die wissenschaftlichen Quellen aus, die sind dann viel weniger spektakulär. Das ist dann eben da hier der Diensturba, der Herrschaft, Aschachstaff, wo einfach nur erwähnt wird, es hat das Fattinger-Gut gegeben. Und da haben wir nur dazu den Glücksfall, dass erwähnt wird, dass 1616 dieses Gut von Paulus Fattinger an den Stephan Fattinger übergeben wird. Und man damit ausgehen kann davon, dass es sich beim Paulus Fattinger um den Vater von Stephan Fattinger handelt. Und wo ist dieses Gut? In St. Agatha in Oberösterreich. Das gibt es tatsächlich? Das ist der nächste spannende Punkt. Ja, das ist der nächste spannende Punkt. Weil ja, den Fahlingerhof gibt es noch immer. Also der ist Luftlinie, glaube ich, zwei Kilometer von meinem Zuhause weg. Allerdings war eben, also es heißt immer, als Strafmaßnahme ist nach der Niederschlagung der Aufstände ist das ursprüngliche Fattinger Gut niedergebrannt worden als Strafmaßnahme. Das ist gängige Praxis gewesen und jetzt nicht unplausibel. Allerdings ist dann eben im Zuge dieser nachträglichen Betrachtung des Bauernkrieges hat man schon immer eine ganz klare Annahme gehabt, wo denn dieses ursprüngliche Gut gestanden sei. Und da waren wir auch gerade dann in der Vereinnahmung der politischen des 20. Jahrhunderts waren wir dann auch immer dran, dass man sagt, muss man auch ein Denkmal errichten für diesen großen Helden Stefan Fadingen. Und es war jetzt dann tatsächlich auch so, dass eben 2025 hat man sich eben genau diese Überlieferungen genommen und hat da ungefähr einen Bereich eingegrenzt. Dieser Bereich, den gibt es dann übrigens auch. Wir haben hier eine historische Fotografie dessen, wo man immer vermutet hat, dass dieses gut gestanden habe. Das ist dann auch auf Postkarten, auf Briefmarken und so weiter dann vermarktet worden. Also durchaus… Also schon aus herpräsentem Öffentlichen. Genau. Und mit dem 2025 zum Hergang hat man gesagt, naja, dann schauen wir mal, was dort ist. Und es hat dann ein Bodenradaruntersuchung gegeben, da hat sich tatsächlich herausgestellt, da gibt es Strukturen im Boden, die könnten auf zwei ehemalige Gebäude hinweisen, oder Gebäudereste hinweisen. Dann hat man gegraben und das, was man gefunden hat, war viele Sedimentschichten und Grundwasser und sonst nichts. Was sehr spannend ist, weil es einfach genau das veranschaulicht, von dem wir hier immer wieder sprechen, nämlich dessen, dass wir haben hier einfach einen erinnerungskulturellen Mythos, der sich um die Person Fadinger entwickelt hat, der sich immer weiter ausgebaut hat und wenn man dann eben wissenschaftlich nachgräbt, hier wirklich dann auch im konkreten Sinne, dann bleibt relativ wenig Substanz davon über. Die Aufständischen von damals, als negative Rebellen dargestellt worden sind, die sind auf diese völlig unvorstellbare Idee gekommen und haben sich gegen die gottgewollte Ordnung eines Kaiserreiches gewandt. Und das hat man natürlich auch angetragen. Ja, genau. Aber das war einfach damals auch angetragen. Ja genau, aber das war einfach damals auch, das war ja auch eine völlig unvorstellbare Handlung, dass plötzlich dieser niedere Stand, der nicht einmal politisch, der hat nicht einmal das Recht gehabt, dass er mitspricht, und der ist es auch plötzlich daran, die Waffen gegen den Kaiser erhebt. Völlig, völlig unvorstellbare Handlung. Und das hat man dann auch entsprechend natürlich dargestellt. Das Thema des Bauernkrieges hat zwar, genau wie man schon kurz angedeutet hat, zwar schon Jahrhunderten danach gewisse, es ist immer wieder aufgegriffen worden, aber es war jetzt nicht das große thematische Interesse. Das kommt dann wirklich auf mit Ende 19. des Anfang 20. Jahrhundert, wo es einfach zu gewissen politischen Vereinnahmungen aus entsprechenden Lagern kommt. Also da war grundsätzlich eine politische Veränderung in der Gesellschaft da? Natürlich. Hat man verschiedene Gruppierungen gebildet? Es war erstmals möglich, dass sich verschiedene Gruppierungen bilden und einer Meinung äußern. Man muss ja trotzdem Geschichtsschreibung auch immer in den historischen Rahmensetzungen sehen. Davor war es viel schwieriger, auch von Kaiserhaus abweichende Meinungen überhaupt zu artikulieren und diese dann auch noch irgendwie unter die Leute zu bringen. Währenddessen mit dem 19. Jahrhundert, also wir haben dann die Böglische Revolution 1848 und dann auch die Möglichkeit, Vereine zu bieten und dann gerade auch mit dem Aufkommen von einer Parteienlandschaft im 20. Jahrhundert ist ja plötzlich die Diversifizierung für Größere und auch die Möglichkeit, seine Meinung zu artikulieren und diese auch zu verbreiten. Und das Ganze nochmal vom Hintergrund dessen, dass wir hier die Monarchie haben, die ja schon immer da ist. Aber irgendwie in den Köpfen schaut es so am Bröseln an. Und genau in dieser Brösel passt dann eben das Thema des Bauernkrieges gut rein. Und vor allem eben, wenn man sich das anschaut, eben vor allem aus einer völlig nationalen Perspektive. Da nutzt man es eben, um hier eben auf genau dieses Heimatbewusstsein, auf dieses Vaterlandsbewusstsein und auf dieses Deutsche hinzuweisen, was es ja zur Zeit des Bauernkrieges noch überhaupt nicht gegeben hat. Also das Bewusstsein der Nation war überhaupt kein Thema zu der Zeit. Aber das interpretiert man dann nachträglich rein. Und das ist eben von völkischer nationaler Seite, dass eben auch Zentralakteur der Julius Trümmer, den ich da jetzt eben auch genau an die Wand gegeben habe, ein Porträt von ihm. Einfach weil der ist ursprünglich Jurist, konservativer Politiker, der aber dann irgendwie so um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert dann irgendwann einmal so eine biografische Kurve macht und ganz stark in dieses großdeutsche völkische Lager eben dann auch abdriftet, würde ich mal sagen. Und das dann auch sehr vehement politisch vertritt. Und im Zuge dessen gründet er auch Vereine oder ist beteiligt an Vereinsgründungen, wie eben beispielsweise den Fadinger Bund oder den Oberösterreichischen Geschichtsverein. 1904 und 1906. Also da wieder Fadinger, sozusagen diese Ikone. Genau, der Held. Also das ist einfach auch so, diese Heldenverehrung ist ja auch Teil dieser mythologischen, aber auch politischen Aufladung der Erzählung. Und sie setzen sich ganz klar zum Ziel im Fadingerbund. Die haben sich gegründet, nicht nur als Verein, sondern als politischer Verein. Und sie setzen sich zum einen zum Ziel, ist die Beschreibung dessen, dass man dem Fadinger ein Denkmal setzt. Aber das andere ist natürlich auch die politische Ausrichtung, nämlich dass sie sagen, sie sind ganz klar darauf aus, das siebten Bewusstsein in ihrer Heimat wieder hervorzubringen und das vor allem in einer alldeutschen Gesinnung. Das heißt eben, alldeutsch ist vor allem in der Tradition vom Georg Ritter von Schönerer, das heißt sehr stark antisemitisch und rassistisch und antiklerikal konnotiert, also vor allem antikatholisch, muss man dazu sagen, was dann wieder in die Erzählung des Bauernkrieges natürlich gut reinpasst. Und wie sehr der Fadingerbund das dann auch nutzt, sieht man dann bei den verschiedenen Flugblättern und Veranstaltungen, die er macht. Das heißt, bei den Flugblättern hier vertritt er schon eine ganz klar antisemitische Position, eine ganz klar rassistische Position, vor allem tschechenfeindlich. Hintergrund natürlich mit Monarchie und den Zentrifugalkräften, die sich da gerade irgendwie entwickeln. Und dann auch bei den Wanderveranstaltungen, Wanderversammlungen nennen sie es dann, des Fadingerbundes, die in ganz Oberösterreich dann stattfinden, ist dann so, dass sie unter dem Deckmantel des Bauernkrieges, also es gibt immer irgendein Referat, meistens vom Strimmert oder von anderen Personen, die sich auch tatsächlich mit dem Bauernkrieg in ihrer Version der Geschichte auseinandersetzt. Aber gleichzeitig landet es dann auch immer so wie in Sepp Bayer oder so von der Großdeutschen Partei ein, wo sie dann sehr wohl auch über aktuelle politische, wirtschaftliche Themen diskutieren. Also schaut diese politische Interessesverknüpfung mit den historischen Gegebenheiten im Sinne der völkisch-deutsch-nationalen praktischen, also rassistische. Ja, durchaus. Das Spannende daran ist, dass die dieses Thema total an sich reißen und in ihrem Sinne vereinnahmen. Das ist auch für mich das Spannende, weil eben gerade bei der Gründung des oberösterreichischen Geschichtsvereins, wo wir hier die Satzungen sehen, die hat Julius Trinert selber geschrieben, sieht man dann auch diese Verbindung, diese diskursive Verbindung vom Bauernkrieg und Antisemitismus ganz klar, weil nämlich er schreibt in den Satzungen, Mitglied kann nur ein deutscher Mann werden und in der Korrespondenz dazu entwickelt sich dann eine Diskussion darüber, das liegt alles im Archiv der Stadt Linz ein. Und da vertritt es drinnen ganz klar den Punkt, deutscher Mann bedeutet das, dass Juden ganz klar nicht Mitglied werden können, weil die Rasse eben kein Interesse an diesen Themen der Heimat hat und vor allem eben nicht auch an Themen wie dem des Bauernkrieges. Und da haben wir diese diskursive Analogiesetzung von Bauernkrieg und Antisemitismus, also ein Thema, das eigentlich auch vereinen könnte, ganz klar dafür genutzt wird, um hier eigentlich zu spalten und zu trennen, haben wir hier einfach auch ganz klar auf schwarz und weiß niedergeschrieben. Und das Spannende ist, vielleicht nur ganz kurz darauf einzugehen, bei Bistrinert ist es einerseits, dass er dann mit diesen Vereinen ein relativ großes politisches und mediales Netzwerk aufmacht und gleichzeitig aber trotzdem bis heute noch immer sehr unkritisch wahrgenommen wird. Julius Trinert ist auch derjenige, der ganz früh schon, Anfang 20. Jahrhundert eben Standardliteratur zum Oberösterreichischen Bauernkrieg verfasst, basierend auf den wissenschaftlichen Publikationen von Felix Diewe, die noch immer als Grundlagenliteratur für den Bauernkrieg herangezogen wird. Es gibt auch noch immer den Strinnertweg in Linz, weil es einfach auch noch keine Auseinandersetzung mit der Person gibt. Also ich finde eben so diese Frage danach, dass man das erinnert, die Ereignisse erinnert, das ist durchaus wichtig. Ganz wichtig, dass die Interpretation ist. Genau, man muss einfach, und das machen wir da zum ersten Mal auch in dieser Form. Das hat vorher so einfach nicht stattgefunden. Das ist aber auch das Wichtige daran, finde ich, um einfach die Erinnerung an den Bauernkrieg von dieser politischen Vorbelastung zu befreien. Weil das Thema an sich, das ist ja nicht rechts oder links, sondern es ist immer die Frage, was wir daraus machen. Weil wenn man sich das im Bauernkrieg anschaut, ist es ja so, dass es eben gerade Anfang 20. Jahrhundert und vor allem in den 20er-Jahren einfach auch die Versuche gegeben hat, dass man im Bauernkrieg auch von links deutet, also von Sozialdemokratie. Kleine Versuche. Genau, es hat Versuche gegeben und so klein waren es dann gar nicht, weil eben 1925 im 300-Jahr-Frankenburger-Würfelspiel hat es eben auch eine Veranstaltung der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten dort gegeben, unter anderem der Theodor Körner dort als Redner gewesen, und dort waren auch über 10.000 Leute. Nur hat es diese Deutung der Geschichte einfach nicht noch heute geschafft, auch wirklich eine Deutungsmacht über das Thema zu erlangen, weil es einfach auch nicht Bauernkrieg und ländliches Milieu einfach auch nicht... Das war in der Sozialdemokratie nie so stark verankert, aber eher Arbeiterschaft, Politatschaft. Genau, wobei man natürlich auch, man sieht es dann auch, wie da der Bauernkrieg gedeutet wird, und dann versucht man natürlich das auch in die Richtung zu fokussieren, also da vor allem dieses sozialrevolutionäre Element in den Vordergrund zu stellen. Die Deutungshoheit hat dann ganz klar, also gerade mit 1925 einfach wirklich die Vöckischen Nationalen, diese großdeutsche Auslegung über das erlangt. Das waren einfach diejenigen, die dann wirklich die großen Denkmäler, da sind wir beim Stichwort dann, die großen Denkmäler auf die historischen... Wie die da drüben bei dieser Linde da am Haushammerfeld. Da sind wir eben genau. Also 1925 wird eben am Haushammerfeld dieses große, zum 300-jährigen Jahrestag, dieses große Denkmal errichtet von einem Grafiker aus München, dem Ernst Liebermann, der seines Zeichens schon eben dann auch Teil bei der NSDB sein wird und auf der Gott begnadeten Liste vom Hitler sein wird, der das schon in der Stilistik von einem germanischen Hühnerngrab errichten wird und eben auch die Akteure, die dann bei der Errichtung 1925 dabei sind, sprechen schon eine eigene Sprache. Einerseits ist es eben zum Beispiel der Franz Mayer, der Obmann des OÖ-Landbundes, der ideologisch dem Nationalsozialismus schon sehr nahe ist und da schon davon spricht, dass man eben unsere Volksgüter vor allem Fremden und Undeutschen bis zum letzten Atem zu geschützen müsse. Es ist anwesend der stellvertretende Landeshauptmann, der Franz Langott, Landeshauptmann Franz Langott, der ja gerade hier eine große, traurige Berühmtheit erlangt hat, der dann zu dem Zeitpunkt ist, später dann eine große Karriere im Nationalsozialismus machen wird und dann auch bis hin zum Oberbürgermeister von Linz und natürlich auch hoher SS-Renker. Aber da sieht man schon, wo die Vereinnahmung dann gemündet hat, auch politisch. Genau, das ist schon so. Wenn man sich das jetzt aus Rückblick anschaut, sieht man diese Linien in gewisser Weise schon. Sie zeichnen ein gewisses Bild, wo es sich hin entwickelt. Das ist jetzt nicht immer so linear, wie es sich darstellt. es sich hinentwickelt. Das ist jetzt nicht immer so linear, wie es sich darstellt und es gibt Bruchlinien, aber es ist natürlich eine Richtung ist vorgegeben. Und auch jetzt, wenn man sich die Fotos anschaut, das Uhrmacher und Heimatmuseum in Vöcklermarkt hat ein großartiges Fotoalbum, das dokumentiert diese Einweihungsfeier 1925 für dieses Denkmal am Haushammerfeld. Und man sieht eben dann einerseits, wie viele Personen da waren. Das waren Zehntausende Personen. Wird auch damals schon stilisiert als feste nationalen Kräfte. Und man sieht hier, es sind Abordnungen vom Vaterländischen Schutzbund. Da eine Vorfeldorganisation der NSDAP, die hier bereits mit den Haukenkreuzfahnen aufmarschieren. Das heißt, die Vorboten sind Haukenkreuzfahnen aufmarschieren. Das heißt, die Vorboten sind sehr eindeutig präsent. Es tritt dann auch ein Akteur auf, der dann auch gerade die Version der Frankenburger Würfelspiele ganz zentral prägen wird. Und das ist eben der Karl Itzinger. Es ist eben genau dieser Anlass vom Jahrestag, dem 300 Jahre Frankenburger Würfelspiel unter der Haushammer Linde, aus dem heraus er dann eben ja letztlich auch genau dieses dann noch so berühmt werdende Stück zum Frankenburger Würfelspiel, Alleintheater, verfassen wird. Der eigentliche Anlass dabei ist eigentlich die Anfrage vom Deutsch-Völkischen Turnerbund in Frankenburg, die bei ihm anfragen, sie bräuchten dringend eine Turnerbund-Fahne, haben aber keine Finanzierung dafür und mit Hilfe der Einnahmen aus dem Stück sollten sie sich dann diese Fahne finanzieren und die Frankenburger waren Gott sei Dank so freundlich, die haben diese Fahne noch in der Würfelspielgemeinde, der aktuellen Frankenburger Würfelspiele, haben sie im Museum und sie haben es uns für die dauerhafte Ausstellung geborgt und sie ist eben hier bei uns, ganz ein besonderes Exemplar, weil es einfach genau die historischen Ereignisse nur mehr sehr klar einfängt. Und Itzing greift diese Thematik des Bauernkrieges als Heimatforscher auf und interpretiert die natürlich dann auch wieder in seinem politischen Sinne. Das heißt, es gibt dann einen Schriftverkehr aus den 1930er-Jahren, wo er ganz klar darauf Bezug nimmt, dass er sehr wohl freiheitlich, sehr völkisch eingestellt und das lässt er in seine Literatur einfließen. Und die Sprache verwendet er ganz bewusst, eine einfache, bäuerliche Sprache, um sie gegen diese Hochsprache, die so jüdisch verseucht sei, eben einzusetzen. Erstmals ist es aufgeführt worden in der Version von Itzinger 1925. Damals noch von einer kleinen Berettung. Das ist sehr klar und eindeutig konnotiert. Genau. Es wird dann ganz klar und nur eindeutiger konnotiert dann auch in der Zeit danach, also in der Zeit des Nationalsozialismus, aufgeführt werden. Also wir werden es dann auch sehen. 1925 ist ein erster Versuchsballon, wo man sozusagen diese Deutung einmal versucht und die erglückt und 1926 zu den eigentlich 300-jährigen Ereignissen des Bauernkrieges werden dann überall diese deutsch-vöckischen Denkmale in ganz Oberösterreich gesetzt auf den ehemaligen Schauplätzen des Bauernkrieges 1626 und das Rahmenprogramm wird dann immer dieses Frankenburger Würfelspiel nach Itzing aufgeführt. In der Zeit vom Nationalsozialismus wird es vereinnahmt. Während der Zeit des Austrofaschismus ist es verboten. Nach 1945 ist es zuerst verboten und erst in den 50er Jahren wird es wieder zulassen. Aber nur unter der Bedingung, dass es eben überarbeitet wird. Und das muss man eben sagen, die Frankenburger Würfelspielgemeinde hat einen sehr offenen Zugang und Umgang mit dem, wie die Thematik der Frankenburger Würfelspieler eben gerade durch Itzinger geprägt war und haben das auch schon recht stark überarbeitet. Und gingen auch mit dem, also die haben ja letztes Jahr, also 2025, haben die eh die 400-Jahre-Feier gehabt. Und da war das ein großes Thema bei den Veranstaltungen. Sowohl vom Bundespräsidenten über Babler bis hin zu Bonnier, die ja entsprechende Botschaften dazu gesendet haben, teilweise persönlich präsentiert haben und diese Vergangenheit auch ganz offen angesprochen haben. Das heißt, hier ist ein offener Diskurs über das Jahr möglich. Und das ist auch gut so. Es hat dafür, es ist entgiftet worden und wieder eine andere Sichtweise, eine andere Perspektive sozusagen dargestellt worden. Genau. Es ist einfach adaptiert worden. Und das ist einfach ein wichtiger Zugang. Dass man das einfach auch kritisch hinterfragt und einfach auch diese Ursprünge offenlegt, weil man sonst diesem politischen Setting, in dem wir da irgendwie feststecken, sonst nie entkommen werden. Es war eine gewisse Bequemlichkeit, einfach das zu übernehmen, das, was man bis jetzt gehabt hat, und auch vielleicht diese Angst oder oder Furcht, dass man sie vor gewissen Kreisen oder vor gewissen Strömungen angreifbar macht. Aber es ist in Wahrheit im gesellschaftlichen, politischen Kontext, wir leben in einer Demokratie, wir leben in einer pluralen Demokratie und da haben dann solche Veränderungen, wie es aus den völkisch-nationalen Kreisen waren, einfach keinen Platz mehr. Oder man muss es sogar deklarieren, offenlegen und sagen, schaut her, das ist eine Vereinnahmung, die überhaupt nicht stimmt, die alle zeitgemäß ist und die wir eigentlich ablehnen. Für mich ist es immer so, dass ich sage, ich will keine Antworten vergeben. Für mich war es wichtig, einfach mit der Aussprache, also das handelt sich um eine Grundlagenforschung, die wir da betrieben haben. Und die wir da jetzt auch in kürzester Zeit eben auch irgendwie in den Raum gebracht haben. Und für mich ist es wichtig, ich gebe keine Antworten vor. Ich möchte einen Diskursraum öffnen, ich würde sagen, was ist passiert, wie hat das funktioniert, dass man da auch die Ereignisse, die ja so dramatisch waren und trotzdem einfach auch prägend, immer aus einer bestimmten politischen Richtung gelesen haben, um zu schauen, wie sind die in unserem heutigen Gedenken noch drinnen. Und das, wie eine Gesellschaft dann damit umgeht, oder jede einzelne, das muss sich jeder die Antwort dafür selber geben. Ist es tragbar, dass ich noch immer den Itzinger in aktuellen Darstellungen vom Bauernkrieg zeige? Das sind Vorstellungen, die wir uns als Gesellschaft erstellen müssen. Wie gehe ich mit diesen Denkmälern um? Wie lange kann man diese Ausstellung noch besuchen? Die Ausstellung wird so noch gezeigt bis 7. Jänner 2027. Also bis dahin kann man das im Linzer Schlossmuseum besuchen. Und wir freuen uns sehr über jeden und jede, die uns besuchen kommt. Ich sage vielen Dank für die Führung, für die Erklärung. Wir hoffen, dass das viele Leute anschauen können und wollen und daraus ihre Schlüsse ziehen. Danke fürs Interesse und danke fürs Zuschauen. Nå er det en hel del av det som er i dag. Thanks for watching!