Umso stärker der Mensch in die Natur eingreift, umso stärker wird die Natur in den Hintergrund gedrängt. Es verschwinden Tierarten. So wie es in meiner Generation ist, das hat es vorher nie gegeben. Ich meine, mein ganzes Leben, ich bin jetzt über 70. Es war kein Krieg, es war keine Hungersnot, nichts. Früher war Fortschritt, dass man möglichst viel kanalisiert. Seit Jahren haben wir jetzt das Problem der Starkregen und Überflutungen in den Kellern. In meiner Ortschaft haben wir in den letzten 15 Jahren, als ich als Feuerwehrmann tätig bin, dreimal ein 50-jähriges Hochwasser gehabt. Also wir haben jetzt eine Ertrocknung, die ich im Mai überhaupt nicht gekannt habe. Wenn da das Gras nicht wächst, dann wird es natürlich schwierig. Da sieht man einfach, dass sich genau die Probleme immer verschärfen werden. Es hat eine kleine Umweltkatastrophe in Niederösterreich gegeben, die Flut ist gekommen und dadurch ist einfach das Budget nicht mehr vorhanden gewesen. Was uns das dann einmal kostet, die ganzen Klimawandelanpassungsmaßnahmen durchzuführen, das wird viel, viel mehr kosten, als wenn wir jetzt noch ordentlich Klimaschutz betreiben. Bernhard, wie ist das eigentlich gekommen, dass Gwene Kirchen bei dem Filmprojekt dabei ist? Wie ist das eigentlich gekommen, dass Gölner Kirchen bei dem Filmprojekt dabei ist? Ja, das ist so, dass der Norbert Reiner, der Leiter des Klimabündnisses Oberösterreich, ja schon lange mit uns in Kontakt ist, weil wir Klimabündnisgemeinde sind, viel da gemacht haben in der Sache und er ein bisschen weiß, was sich in Gölner Kirchen so tut. Und die Ulli Feichtinger, die Koordinatorin vom Bodenbündnis Österreich und Projektleiterin dieses Kernstücks, den Norbert gefragt hat, ob er ihm da eine Gemeinde in Gnädigengorner Kirchen in Oberösterreich einfällt, die da passend ist. Und der Norbert hat ihr dann diesen Tipp gegeben und so sind wir dazu gekommen. Auf die Kellergassen sind wir hergegangen und haben gesagt, es ist ein Kulturerbe. Ja, fein. Und dann mache ich einen neuen, herrlichen und was fällt mir ein? Ich stelle einen Schuhkarton mitten in die Landschaft, der überall stehen kann. Der beste ökologisch ausgerichtete Neubau kann nicht das erreichen, was eine Renovierung oder eine Leerstandwiedernutzung bedeutet. Wenn wir nicht so viel im Bereich Energie, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Klimawandel, Anpassung machen würden, das wäre keine Stadt, in der ich gerne wohnen würde, wenn ich ehrlich bin. Und dann auf einmal ist aus einer kleinen Idee ein loderndes Feuer geworden. Seid ihr denn verrückt, so viel Geld auszugeben für zehn Bäume? Und ich muss sagen, wir sind gerne so verrückt. Wir sind da im Jahr 2000 hergezogen. Was mich von Anfang an gestört hat, war diese Hauptstraße durch den Ort mit weit über 10.000 Autos pro Tag auf engem Raum mit einer viel zu schnellen Geschwindigkeit für meine Begriffe. Für mich war das so, als wenn diese Straße den Ort zerschneidet in zwei Teile. Wir sind da quasi an einer Orte, die ins Mühlviertel reingeht und da zuzumachen geht fast nicht. Also merkt man, wenn da jetzt die Ampelregelung ist durch die Baustelle, wie oft die Staus immer länger werden. Ich selber liebe gerne Radl fahren, also Alltagsradl vor allem. Und ich habe aber gemerkt, in Gönnerkirchen ist das, boah, zack. Dieses Filmprojekt ist ein Nachfolgeprojekt eines anderen Bodenprojektes, in dem es vor allem um Entsiegelung gegangen ist und um andere Formen von Bodenschutz. Und in diesem Vorgängerprojekt haben wir gesehen, dass wir in den Gemeinden eigentlich wissen, was zu tun ist. Es ist klar und bekannt, wie man Boden schützt in Gemeinden. Und mit diesem Projekt wollen wir herausfinden, was für Menschen braucht es, um diese Projekte tatsächlich umzusetzen. Darum führt dieser Film Menschen vor den Vorhang, die in sehr vorbildlicher Art und Weise solche Projekte umgesetzt haben. Mein Name ist Bernhard Berger, bin Gemeinderat, bin Klima-Ausschussobobmann und Kernteamleiter unseres Prozesses Klimazukunft Gallneukirchen. Wenn man durchgefahren wird durch Gallneukirchen, dann geht es natürlich dem Fußgänger, dem Radfahrer schlecht. Der fühlt sich da nicht wohl, macht das dann auch nicht mehr. Und wenn man dann aber Maßnahmen setzen will, um den Fuß- und Radverkehr zu fördern, heißt es, warum brauchen wir nicht, es fahren eh alle mit dem Auto. Also da beißt sich die Katze in den Schwanz. Meine große Kritik an der gesamten Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte war, dass man nie wirklich radikal umgestiegen ist auf Anbietung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Mein Name ist Sepp Wallstrasser. Ich bin seit 2021 Bürgermeister in Gallner Kirchen. Gleichzeitig Verkehrs- und Lebensraum zu sein, ist für Gallner Kirchen wirklich die Herausforderung. ist für Gallner Kirchen wirklich die Herausforderung. Wir haben angefangen zum Drehen Anfang März. Was spannend war, die erste Gemeinde war tatsächlich Gallner Kirchen. Und was spannend war, ist, dass man ja beim Beginn schon gemerkt hat, dass sich die Klima-Art schon etwas verändert hat. Also zum Beispiel war es im März schon sehr, sehr trocken und dann hat man diesen heißen, heißen Sommer gehabt und da hat man im März schon gesehen, okay, da verändert sich was, der Klimawandel schadet uns und dann mit diesem Sommer, den wir gehabt haben, ist es natürlich noch viel, viel stärker geworden und da hat man eigentlich schon gesehen, wie sich diese Vorannahme bestätigt. Ich darf da bei unserem Chef, bei Sepp, dem Bürgermeister, anfangen. Der hat mir eine E-Mail weitergeschickt, wo sich eine Bürgerin an ihn gewandt hat, die geschrieben hat, am Damm gibt es Brennnessel und da könnten sich Schmetterlinge entwickeln, die rauben usw. Könnte man die nicht stehen lassen, dass die der Bauhof nicht abmacht. Und der Sepp hat das einfach mir weitergeschickt und hat gesagt, Bernhard, kannst du da was machen? Ich habe dann Kontakt aufgenommen zum einen mit der Person, um was es da geht. Im Ausschuss habe ich das dann gebracht, in weiterer Folge, könnte man das nicht machen. Bauhof und so weiter ist involviert worden. Jetzt haben wir dort ein Projekt, das heißt Schmetterlingsstuben. Also als Bürgermeister nehme ich aus dem Film vor allem mit, der übrigens filmisch sehr gelungen ist, ja, einfach Ermutigung. Wenn ich mir anschaue, verschiedenste Gemeinden mit unterschiedlichen politischen Couleurs gehen in die gleiche Richtung. Ich bin wirklich ermuntert, einfach in Fragen der Nachhaltigkeit des Verkehrs, der Nachhaltigkeit einfach etwas voranzutreiben. Das nehme ich einfach mit. Und für uns vor allem wird auch die große Herausforderung der Verkehr sein. Wie bringen wir wirklich die 30 kmh-Zonen weiter rein, das immer in Abstimmungen mit Verständnis mit der Bevölkerung.