Herzlich willkommen im Presseclub Concordia. Mein Name ist Daniela Kraus, ich bin die Generalsekretärin hier und ich freue mich, Sie heute Abend zu begrüßen zu unserer Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem PR-Ethikrat. Es geht um Faktentreue und Verantwortung und das ist ein Thema, das uns in den Kommunikationsbranchen alle betrifft und deswegen ist schön, dass wir hier heute gemeinsam diskutieren. Moderieren wird den heutigen Abend Christian Kollmann. Herzlich willkommen. Er ist ein, den Appmitglied des PR-Ethikrats, hat sehr lange Erfahrung in der PR-Branche und auch in der Vereins- und Verbandsarbeit und zwar sowohl national als auch international. Christian Kollmann wird auch unser Podium vorstellen und unsere Kino-Speakerin, Doktorin Tamara Eß. Und jetzt darf ich Sie um den Applaus bitten, auch für unser Podium und gebe das Mikro gleich an dich weiter, Christian. Dankeschön, Daniela Kraus, für die einleitenden Worte. Dankeschön auch für die Möglichkeit, dass wir als BR Etikrad mit dem Presseclub Concordia diese Veranstaltung heute gemeinsam machen dürfen. Das freut uns wirklich ganz besonders. Schöne neue Öffentlichkeit, ja, ist kein Zufall. Sie werden sich an Aldous Huxley erinnert fühlen und das ist auch durchaus beabsichtigt, an seine Brave New World, seine schöne neue Welt, in der er ein dystopisches Zukunftsbild zeichnet. Welt, in der er ein dystopisches Zukunftsbild zeichnet. Ein Zukunftsbild, in der eine Gesellschaft durch Manipulation, durch billige Konsumation, könnte man auch sagen, so weit von der Freiheit ferngehalten wird, dass es eben zu einer sehr dystopischen Welt dann letztendlich führt. Und sehr viele fühlen sich auch erinnert, wenn sie an dieses Bild denken, Manipulation, Konsum und andere Entwicklungen, wie es bei uns in der Medienwelt und in der Kommunikationswelt auch generell zugeht. Die sozialen Medien, die Plattformen, auf denen diese sozialen Medien agieren, führen dazu, dass es zu ähnlich dystopischen Entwicklungen bereits gekommen ist. Und ja, die Zukunft wird möglicherweise sogar noch viel mehr bringen. Wir werden uns ein bisschen drei Themenkreise dann auch anschauen. Heute in der Diskussion und ich gehe davon aus, auch im Bereich der Keynote dann. Der eine Themenbereich geht tatsächlich darum, die Situation unserer beiden Branchen. Wir sind ja komplementäre Branchen einerseits. Andererseits stehen wir auch ein bisschen im Widerspruch zueinander. Aber wie gehen wir mit dieser Frage der Verantwortung in einer digitalen Welt, in einer digitalen Kommunikations- und Medienwelt um? Und ich habe unendlichst einmal, ich glaube es war Matthias Kammers hingelesen, Freiheit braucht Verantwortung. Und wenn wir als Gesellschaft unsere Freiheit erhalten wollen, dann wird es an uns allen liegen, an der Medienwelt genauso wie an der PR-Welt, für diese Freiheit auch Sorge zu tragen, indem wir wahrscheinlich mehr Verantwortung übernehmen in Zukunft, als das aktuell der Fall ist. Der zweite Aspekt ist die veränderten Rahmenbedingungen. Medien leiten unter ökonomischem Druck. Auf der anderen Seite werden PR-Abteilungen in Politik und Wirtschaft immer personell größer, haben mehr Möglichkeiten und Mittel zur Verfügung. Da besteht die Gefahr einer Disbalance, die da entsteht. Und der dritte große Teil ist natürlich alles, was Social Media Plattformen und KI in letzter Zeit an Entwicklungen hervorbringen. Situationen, die diese Entwicklung noch verschärfen und beschleunigen werden. Und um diese Themenkreise werden wir heute diskutieren. Ich freue mich schon sehr. Ich werde Ihnen dann die Diskussionsteilnehmerinnen und Teilnehmer vorstellen nach der Keynote. Und jetzt darf ich unsere Keynote-Speakerin zuerst kurz vorstellen, bevor ich sie auf die Bühne bitte. Dazu brauche ich allerdings meine Brille. Ohne Brille geht nichts mehr. Daniela Kraus hat schon die Doktorin Tamara S. kurz vorgestellt. Ich darf jetzt ein bisschen was zu ihr sagen, die diese noch nicht kennen. Darf ich damit ein bisschen vorstellen. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Demokratieberaterin. vorstellen. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Demokratieberaterin, ein ganz wichtiger Punkt, der sicher heute auch noch sehr angesprochen werden wird. Und sie gründete nach Jahren der Universitären Forschung und Lehre mit Aufenthalten an sehr vielen Einrichtungen wie der Goethe-Universität in Frankfurt, der Harvard Law School, der Comenius-Universität Bratislava, der Uni Wien und der Uni Salzburg etc. Ich darf jetzt gar nicht, wenn Sie einverstanden sind, alle aufzählen. Die Demokratieberatung ES und CONS und ist nun auch wissenschaftliche Beraterin des Competence Center on Participatory and Deliberative Democracy der Europäischen Kommission und der European Association for Local Democracy in Brüssel, sowie der Landesregierung Baden-Württemberg, wenn ich das richtig da habe. Und zwar geht es da vor allem in Fragen zur Bürgerbeteiligung. Ihre akademische Grundlage hierzu bilden zahlreiche Forschungs- und Lehraufträge, aktuell als Associate Fellow an der Academy of International Affairs in Bonn. Tamara S. studierte Politik und Kommunikations- und Rechtswissenschaften an den Universitäten Wien, Sciences Po Lil und der European Academy of Legal Theory in Brüssel. Ihre Forschung und Publikationen konzentrieren sich auf demokratische Innovationen und verfassungsrechtliche Sicherungen der Demokratie in Österreich, Deutschland und auf der EU-Ebene. Ich glaube, gerade in Tagen wie diesen ein besonders wichtiges Forschungs- und Arbeitsfeld. Darüber hinaus engagiert sie sich in der politischen Erwachsenenbildung, unterhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Wissenschaftspreis des österreichischen Parlaments. Heißen Sie mit mir herzlich willkommen unsere Kino-Hospitlerin, Doktorin Tamara Eß. Ja, vielen Dank. Wir bleiben dann auch beim Punkt Erwachsenenbildung und politische Bildung. Erinnern Sie sich vielleicht letztes Jahr im Haus der Geschichte Österreichs, vielleicht waren Sie dort, da lief eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre Radio. Es funkt, hieß das. Für alle, die sich daran erinnern können, rechts nochmal dieses Bild. Und ich hatte damals vom Nationalfonds gesponsert und gemeinsam mit dem Institut für Kulturdidaktik die Aufgabe, diese Vermittlungsworkshop, die es dort für Schülerinnen und Schüler gibt, wissenschaftlich zu begleiten. Man begleitet, also man erforscht weniger immer den Lernerfolg der Jugendlichen, sondern immer den Vermittlungserfolg der Lehrenden. Und wir haben gefragt, mit welchem Vorwissen sind sie reingegangen? Was haben die Jugendlichen mitgenommen? Und das waren hauptsächlich, waren wir zusammen mit Berufsschülern, nur ein paar Fotos mitgebracht, die wir durch diese Ausstellung begleitet haben, die wir dann auch angeleitet haben, selbst zu Medienproduzenten zu werden. Wir haben zum Beispiel kleine Podcasts über diese Ausstellung gemacht. Und ja, wir haben auch erhoben, was blieb denn hängen und wie erfolgreich waren wir da. Und ich bringe Ihnen mal da einen dieser Fragebogenausschnitte. Wie gut fühlst du dich eben über die Themen informiert? Und der ist ganz exemplarisch für das, was wir dort erhoben haben. Man kam schon mit viel Vorwissen über historische Medienkunde rein, das wurde dann vor Ort noch vertieft. Und woran es aber immer fehlte, also durchgehend, was ist eigentlich die Rolle der Medien für die Demokratie heute? Also so etwas wie zeitgenössische Medienkunde. Und ganz schlecht schnitt immer ab die Beantwortung dieser Frage, was sind eigentlich die Aufgaben des ORF? Was ist eigentlich der ORF? Was heißt das öffentlich-rechtlich? Und wir kamen dann auch so ins Gespräch, was ist der Unterschied, jetzt habe ich jetzt ORF oder Servus TV oder wenn ich Radio höre, Ihnen war zwar bekannt, es gibt irgendwie Ö3 und dann gibt es Antenne und vielleicht Radio Wien, das war Ihnen alles bekannt, aber dass es da irgendwie einen Unterschied gibt, da läuft irgendwie Musik und auf Ö1 läuft keine Musik, die sie hören. Das war irgendwie, das war so quasi, das war irgendwie klar, aber was darüber hinaus, ob es da irgendeinen Auftrag gibt, das wollte dann eben ich erforschen, kennt sie den Auftrag, hat der ORF, wieso braucht es den, wieso haben wir den und wieso unterscheidet der sich? Da waren sie weitgehend blank und das waren nämlich auch die Tage damals, letztes Jahr im Sommer, ich weiß nicht, ob Sie sich erinnern, hier zu Ihrer Erinnerung, da hat der Verfassungsgerichtshof ein Erkenntnis veröffentlicht, da ging es um diese Haushaltsabgabe, ob das gleichheitswidrig ist, wenn ich eigentlich gar nicht am ORF schaue, ob ich das dann trotzdem zahlen muss. Und der Verfassungsgerichtshof hat gesagt ja und hat das begründet mit, der ORF ist ein öffentliches Gut, ich zitiere, der auch Aufgaben übernimmt, die für private Medien nicht finanzierbar seien. Und diese 15,30 Euro pro Monat, die wurden dann in einer Aussendung des Stiftungsrats als Demokratiebeitrag gewertet. Das hat dann natürlich wieder meine Aufmerksamkeit erregt. Also Sie sehen schon Steuerung von Aufmerksamkeit. Kaum sagt jemand Demokratiebeitrag, höre ich hin. An den Jugendlichen ist das natürlich, natürlich es ist an ihnen vorübergegangen und das ist ihnen auch gar nicht vorzuwerfen. Ich glaube, dass Sie in dem, als Sie 15 waren, ob Sie der Verfassungsgerichtshof Erkenntnisse gelesen haben. Es ist also unsere Aufgabe, uns über Rolle der Medien in der Demokratie auch zeitgenössisch zu unterhalten und das auch zu lernen in den Schulen, in den Berufsschulen, in den Gymnasien, eigentlich lebenslang. Gymnasium eigentlich lebenslang. Wir sehen, wir haben ganz gute Kenntnisse, bekommen wir in der Schule, Rolle Österreichs in der Nazizeit, Propaganda, das kommt vor, aber zeitgenössisch wird das kaum gelehrt. Und das sind Fragen, die uns eben auch heute bei der Veranstaltung beschäftigen, beschäftigen sollen. Wer macht eigentlich Öffentlichkeit? Was ist dieses öffentliche Gut? Wem kommt das zu? Der VfGH hat es jetzt mal mit dem ORF in Verbindung gebracht. Aber wem kommt es noch zu? Was sind da unsere Verantwortungen? Wer und was ist Journalismus? Wer und was ist PR? Und wer und was ist Influencer? Das ist nämlich ein ganz wichtiges Thema auch für die Jugendlichen hier gewesen. Die waren sich nämlich irgendwie gar nicht mehr so sicher, was sind die Unterschiede. Medien ist das, was sie auf ihr Handy gespielt bekommen oder wenn in der Lehrwerkstätte Radio läuft, kriegen sie mit, dass einmal in der Stunde doch Nachrichten laufen. Also so Ausschnitte der Welt kriegen sie mit, aber ohne hinreichende Einordnung. Da hatte es der Philosoph Hegel im 18. Jahrhundert noch leichter. Der war sich gewiss in der Zeitung, das ist der realistische Morgensegen, also Thema Faktentreue. Da wird man orientiert, was die Welt ist und bekommt da quasi geliefert eine Orientierung gegenüber der Welt. Für die Jugendlichen, für die Berufsschüler und Schülerinnen, mit denen wir gesprochen haben, war das eben nicht mehr so klar. Wir haben das dann aufgerollt, indem sie irgendwie selbst zu Medienproduzenten werden. Man versteht ja erst, wie Medien gemacht werden oder wie Information, Schrägstrich Desinformation, funktioniert, wenn man selbst auch mal in die produzierenden Rolle kommt und sieht, wie mache ich eigentlich? Wie mache ich eine Meldung? Wie mache ich eine Nachricht? Wie mache ich eine Reportage? Und wir haben eben die Berufsschüler gebeten und sie dann eben auch technisch angeleitet, einen kleinen Podcast über die Ausstellung im Haus der Geschichte Österreich zu machen. Sie können das auf der Seite des Instituts für Kulturdidaktik noch immer nachhören. Also das haben sie wirklich gut gemacht, wenn man quasi eigentlich keine technischen Vorkenntnisse hatte, so einen Podcast zu machen. Also es ist wirklich gut gelungen. zu machen. Also es ist wirklich gut gelungen. Und mir ist dann in der wissenschaftlichen Betrachtung aber auch klar geworden, ich sehe da nicht nur einen Podcast. Wir sehen da auch, je nachdem, wie es gestaltet wurde, auch verschiedene Akteursrollen. Die einen haben es irgendwie ernsthafter angelegt. Die waren so quasi in der Rolle eines, wie Sie selbst gesagt haben, eines ORF-Journalisten, der darüber berichtet hat und einfach quasi ganz im Ernst und per sie mit dem Publikum war, dargestellt hat, was sehen Sie denn in der Ausstellung. Die anderen haben es schon ein bisschen angelegt, so als wären sie PR-Beauftragte des Haus der Geschichte Österreichs. Also haben das dann quasi auch so über die Massen gelobt und wirklich nur die positiven Seiten dargestellt. Und letztlich waren dann auch ein paar in der Rolle von Influencern. Also eigentlich hatten wir so quasi drei Podcasts. Und die Unterschiede waren eben nicht die Ausstellung. Die Ausstellung war, wie sie ist. Die konnte jeder sich gleich anschauen. Aber wie man darüber berichtet, war anders. Und auch da haben die Jugendlichen dann gleich gelernt oder wir konnten selbst quasi wissenschaftlich begleitet haben, konnten ablesen, was für sie die einzelnen Rolleneinnahmen überhaupt bedeutete. Nämlich quasi von ORF-Journalist über PR-Manager über Influencer haben wir gesehen eine Abnahme von Faktentreue und Zunahme von Infotainment. Also es wurde weniger faktentreu, aber auch lustiger. Es wurde plötzlich per du und es wurde mehr Nähe und mehr Alltagsnähe hergestellt. Und ich habe dann auch die Jugendlichen gefragt, und mehr Alltagsnähe hergestellt. Und ich habe dann auch die Jugendlichen gefragt, welche Quelle davon dürftet ihr denn in der Schule zitieren, für eine Schularbeit oder eine Hausübung? Und alle haben gesagt, naja, wir haben gelernt, wir dürfen irgendwie den ORF zitieren und dann so Qualitätszeitungen. Und ja, so Websites dürfen wir schon auch zitieren, aber das war irgendwie nachgereiht. Und was sie gar nicht zitieren dürfen, waren irgendwelche Influencer. Also das haben sie so in der Quellenkunde und in der Zitationskunde in der Schule gelernt. Also Influencer, sie seien keine vertrauenswürdige Quelle. würdige Quelle. Und das, was wir eben da gehört haben in unserer Studie, sehen wir auch ganz aktuell im Digital News Report, den Sie wahrscheinlich kennen. Auch da wurde öffentliches Vertrauen in Nachrichtenmarken abgefragt. Und da sehen wir eben, dass es auch offenbar für andere Generationen gilt, was uns die Berufsschüler hier gesagt haben, weil sie der ORF hohes öffentliches Vertrauen quasi zitationsfähig in der Schularbeit und dann eben auch abnehmend andere Quellen. Und was wir auch im Digital News Report sehen, ist, wie sich die Hauptnachrichtenquelle nach Alter mittlerweile verändert hat, nämlich bei den 18- bis 24-Jährigen, das war eben diese Gruppe, die mich damals besonders interessiert hat, sind Social Media mittlerweile die dominierende Nachrichtenquelle. Also da führt ganz klar Instagram vor YouTube und TikTok und wir sehen die Nachrichten, die sie da über diese Quelle erhalten, sind wenige Nachrichtenquelle, die sie auch quasi über ORF, Standard Presse, Regionale Zeitung bekommen, also dierichtenquelle, die Sie auch quasi über ORF, Standard Presse, Regionale Zeitung bekommen, also die Liste, die Sie links sehen, sondern über Influencer Ihrer Wahl. Das heißt, wir haben die Hälfte der Nachrichten von Influencern meiner Wahl. Das sind dann einflussreiche Einzelpersonen, die man eben abonniert hat, auf Instagram oder in einem Podcast. Und das heißt, diese klassische redaktionelle Vermittlung fällt teilweise oder in großen Teilen auch schon weg. Das heißt, dieser realistische Morgensegen hat mittlerweile viel Konkurrenz erhalten und muss aber auch immer wieder, gerade eben jetzt auch in der Schule, im Bildungswesen auch immer wieder auch erläutert werden. Und ich fragte dann die Berufsschüler auch, ob sie von dieser Ausstellung schon gehört hatten, bevor sie ihre Lehrer dazu zwangsverpflichtet hatten. Nein, hatte niemand. Warum nicht? Weil keiner ihrer Influencer, die es abonniert hatten, auch jemals Werbung dafür gemacht hat. Ich habe dann nochmal nachgeschaut, ORF und auch Privatsender hatten berichtet, aber sie haben mir dann auch mitgeteilt, sie schauen ja nicht klassisch fern. Und Radioinformationssendungen hören sie auch kaum. Wie gesagt, in der Lehrwerkstätte läuft das Radiogerät um Hintergrund und zur vollen Stunde kommen Kurznachrichten. Das heißt, das Wichtigste der Welt bekommen Sie in Ausschnitten mit und alles andere, was sonst quasi auf Sie eindringt, müssen Sie, können Sie, wollen Sie filtern und deswegen ist es eben auch wichtig, dass alles, was sonst auf Sie eindringt, auch möglichst faktentreu ist, weil sonst haben wir wirklich nur Nachrichtenschnipsel, auch ohne hinreichende Einordnung. Was dann noch dazu kommt, das betrifft diese Altersgruppe besonders, zieht sich aber auch schon durch weitere Altersgruppen ein Meilenstein oder quasi eine Klippe, die wir erstmals im Frühjahr 2025 erreicht haben. Das ist das US-Medienforschungsunternehmen Nielsen. Wie nutzen wir eigentlich unsere TV-Geräte? Also es ist ja nicht mehr so, dass wir da klassisch ans Gerät gehen und einschalten und dann haben wir zwei Programme oder wenn wir Kabelfernsehen haben, haben wir ein bisschen mehr. Sie kennen es vielleicht von Ihren Kindern, Enkelkindern. Wann brauche ich das TV-Gerät? Wenn ich die Playstation einschalte oder wenn ich mir über irgendeinen Streaming-Dienst von Disney Plus oder Netflix und so weiter eine besondere Sendung anschaue, die ich gezielt aufrufe. Nur, was bedeutet das, wenn wir erstmals quasi in der Geschichte des Fernsehkonsums unser TV-Gerät so verwenden? Wir stolpern nicht einmal mehr über Nachrichten. So zum Beispiel, wie ich mein TV-Gerät verwende, wenn ich mir jetzt ein Fußballspiel anschaue, egal ob ich es mir am ORF anschaue oder auf Servus TV, in der Pause kommen Nachrichten. Das heißt, ich kriege irgendwas nebenbei mit. Wenn ich das dagegen über einen Streaming-Dienst mache, zum Beispiel manche Champions-League-Spieler laufen nur auf Kanal Plus oder Sky oder irgendwas, da kommt nicht einmal mehr ein Nachrichtenschnipsel. Das heißt, es erreicht mich gar nicht. Und so kommen wir zu dem, was wir in der Wissenschaft News-Deprivation nennen. Nicht deprimiert, manchmal sind News auch deprimierend. Deprivation, was im Begriff aus der Psychologie, man wird, es ist ein Zustand der Entbehrung, uns fehlen Nachrichten, uns fehlen auch dieses gemeinsame Nachrichten schauen. Wir sitzen eben nicht mehr gemeinsam am Abend mit der Familie und da läuft irgendein Nachrichtensender oder bei der ZIB1 sitzt man zusammen, das passiert nicht mehr. Wir haben gerade eine jugendliche Generation, weil sie kann auf seinem Smartphone oder dann eben in der Verwendung des TV-Geräts einen Blick auf die Welt erhalten, den Mutter oder Vater oder wer auch immer nebenan im Zimmer so nicht hat. Und trotzdem sehen wir aber in den Umfragen, und das war auch bei meiner wissenschaftlichen Erhebung da im Haus der Geschichte, es gibt ein ganz dringendes Bedürfnis nach einem Ort, wo ich faktentreu Nachrichten erhalte, wenn ich sie brauche, wenn ich etwas nachschauen möchte oder muss, das ist quasi für die Schule oder weil es mich interessiert oder weil ich ein besonderes Interesse habe. Und dann diesen Ort zu finden, wo ich quasi gute Nachrichten bekomme, da rufen Sie dann nämlich nicht mehr die Influencer auf. Da schauen Sie dann zum Beispiel auf der Seite des Museums und bekommen dann dort eben die Nachrichten. Oder Sie finden dann über irgendeinen Suchdienst oder die KI fasst es mittlerweile zusammen. Das heißt, es ist wichtig, dass das, was wir hier ins Netz stellen, faktentreue ist, denn faktentreue wird schmerzlich vermisst. Und da kommen wir dann noch zu meinem Thema. Wir brauchen eine gemeinsame Sicht auf die Wirklichkeit, nämlich auch für die Demokratie. Financial Times hat das letztens schön dargestellt. Da ging es wieder mal um die Diskussionen, wer braucht denn die BBC und wie viel Geld kostet uns das und überhaupt öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Und die Financial Times hat sich mal angeschaut, inwiefern diese hohe Reichweite und dieses hohe Vertrauen, das die BBC im Vereinigten Königreich erreicht, sich eigentlich unterscheidet von US-Medien und welche Auswirkungen das auf Polarisierung, auf politische Kompromissfähigkeit und auch eben Polarisierung auch in der Gesellschaft hat. Und Sie sehen es hier selbst, es gibt keine einzige US-Nachrichtenquelle mehr, die von mehr als 25 Prozent der Amerikaner genutzt wird, dagegen 60 Prozent der Briten schauen oder hören regelmäßig BBC. Das heißt, sie haben so eine gemeinsame Quelle, auf die sie sich einigen können. Auch das abnehmen. Auch das sehen wir auch als Teil der Polarisierung und natürlich des Eindringens von Social Media. Aber umso wichtiger, dass es quasi auch eine gemeinsame Nachrichtenquelle gibt, auf die man sich auch über die Parteistellungen hinaus auch einigen kann. Financial Time hat dann auch noch aufgelistet, inwiefern, The Business of Culture War haben sie es genannt, inwiefern auch das Aufkommen dieser Cable News Networks, Fox und so weiter, hier uns eine schöne neue Öffentlichkeit gestaltet hat. Also da sehen Sie, das sind diese Zahlen, Daten, Fakten, mit denen ich mich in der Demokratieforschung auch beschäftige, um dann zu schauen, was fördert und betreibt nochmal Polarisierung und wo habe ich quasi die Fakten und wo habe ich das, was die ehemalige Pressesprecherin von Donald Trump Alternative Facts, also alternative Fakten nannte. Und mittlerweile beschäftigen uns natürlich, also quasi ist Österreich keine Insel der Seligen, das beschäftigt uns ja auch in Österreich. Wir haben, wenn Sie ins Regierungsprogramm schauen, das Programm der aktuellen Bundesregierung, da ist ein Verfassungskonvent angekündigt, wo man sich mit den aktuellen Herausforderungen der Zeit beschäftigen möchte. Also ein Vierteljahrhundert nach dem Österreich-Konvent soll es dies es explizit um eine wehrhafte Demokratie, also Konzepte umfassenden Landesverteilung und so weiter. Und dann wird aber aufgelistet, man möchte sich kümmern um Demokratiebildung, St so können wir Propaganda und Desinformation aktiv bekämpfen. Also auch da klingt schon wieder dieses Thema Faktentreue, Propaganda, Desinformation und eben im Zusammenhang mit der Demokratie und eben sogar einer wehrhaften Demokratie an. Und es wird spannend und wir müssen da auf jeden Fall uns in den Verfassungskonvent auch einbringen, welchen schmalen Grad wir hier auch beschreiten, nämlich auch mit Blick auf die Meinungsfreiheit. Und ich sehe mit Erleichterung, dass wir das vor allem über die Demokratiebildung erreichen wollen. Denn wie sonst? Wir wollen ja keine staatliche Stelle als Richterin, die darüber entscheidet, was die Wahrheit ist. Wir wollen ja kein Wahrheitsministerium. Und Demokratie, also da geht es nicht um die Wahrheit, sondern es geht um die Aushandlung von Positionen, hinter denen natürlich auch wieder Narrative stecken. Parteienlandschaft ja aus, um einen Blickwinkel auf eine Wirklichkeit. Aber auf diese gemeinsame Wirklichkeit muss man sich zuerst einmal einigen. Man kann dann verschiedene Positionen dazu einnehmen und verschiedene Lösungsvorschläge, aber man muss sich irgendwie auf eine gemeinsame Wirklichkeit einigen. Das ist diese Verantwortung, über die wir heute diskutieren wollen. Die liegt einerseits bei den Bürgern, da brauchen wir Demokratiebildung, das liegt in unserem Bildungswesen, liegt aber auch bei Medienmachern, Stichwort Ethik, Rat und so weiter. Also wie einigen wir uns auf eine gemeinsame Wirklichkeit, wenn wir aber jeder auf unserem eigenen Bildschirm eine auf uns zugeschnittene Weltsicht laufen haben können. So eine demokratisch zu organisierende Kompromissgestaltung, ein Einigungsprozess, muss eben in einer Demokratie auch institutionell abgesichert werden. Deswegen haben wir überhaupt Medienförderungen, deswegen haben wir politische Bildung und kümmern uns um Medienkunde, haben viel historische Medienkunde, wir brauchten mehr zeitgenössische Medienkunde, wir brauchten mehr zeitgenössische Medienkunde, wir haben Einrichtungen wie Presserat, Codexesse, die wir uns selbst geben, Verpflichtungen über Transparenz und Quellen und über eingesetzte KI-Technologien und auch Verankerung all dieses Wissens in der Ausbildung von Journalisten, Medien und PR-Verantwortlichen. Wo wir uns gerade schwer tun oder was uns in den nächsten Jahren auch noch beschäftigen wird, Plattformen, Social-Media-Plattformen haben diese Grenze zwischen privater und öffentlicher Kommunikation aufgelöst. Jeder kann heute Autor, Autorin sein, ohne einen redaktionellen Filter durchlaufen zu müssen. Und aus demokratiepolitischer Sicht und auch aus wissenschaftlicher Sicht hat das zwei Seiten. Einerseits ist es gut, weil die Inklusion zunimmt. können sich informieren und auch Meinungsfreiheit hat ja zwei Seiten. Meinungsfreiheit heißt ja nicht nur, ich darf meine Meinung frei äußern, sondern ich darf auch die Meinungen der anderen und die Meinungen der Welt frei empfangen. Also diese zweite Seite der Meinungsfreiheit wird durch Social Media und dass jeder Autor, Autorin sein kann, sehr gestärkt. Andererseits wird diese gemeinsame Öffentlichkeit und eine gemeinsame Sicht auf die Wirklichkeit extrem fragmentiert. Und für Journalisten wie auch für Menschen, die in der PR arbeiten, gilt, wer seine Nachricht nicht über diese Plattformen auch verbreitet, der nimmt am Diskurs gar nicht mehr teil und schon gar nicht in einer gewissen Altersgruppe. gar nicht mehr Teil und schon gar nicht in einer gewissen Altersgruppe. Dann bestimmt aber wiederum die Architektur der Plattformen, Stichwort Algorithmus, was wir eigentlich wahrnehmen und was Teil unserer Diskussion zu diesem Blickwinkel der Wirklichkeit wird. Kommen wir also abschließend zur Frage und dann noch zu dieser Diskussion, was wir beitragen können, um diesem Betriebssystem Demokratie angesichts all der Herausforderungen, die ja, noch gar nicht angesprochen, auch ökonomische Herausforderungen sind, zu gestalten. Für eine demokratisch organisierte Gesellschaft müssen wir uns auf so eine gemeinsame Wirklichkeit einigen. Und Faktentreue, egal ob ich jetzt beim ORF, bei irgendeinem anderen Radiosender, bei einer Zeitung oder in der PR arbeite, ist ein struktureller Beitrag für die Demokratie. Also auch hier wieder Demokratiebeitrag sehe ich nicht nur beim ORF, wie das der Verfassungsgerichtshof genannt wird, sondern ich sehe das als einen Beitrag von uns allen, auch als Bürger und Bürgerin, sodass wir uns auf eine gemeinsame Wirklichkeit überhaupt einigen können. Und die ist immer nur vorläufig. Demokratie ist chronische Vorläufigkeit. Das ist kein Systemfehler, sondern das ist ihre Gelingensbedingung. Das heißt, ich muss ja immer wieder einen Kompromiss suchen und die Wirklichkeit, die sich mir heute gestaltet, kann sich ja morgen durch neue Erkenntnisse schon wieder ändern. Und wie kann ich denn quasi über diese Welt etwas erfahren, wenn nicht medial vermittelt? Und die Herausforderungen sind der ökonomische Wandel, also brauche ich Ihnen gar nicht erzählen, dass wir längst nicht mehr, ich habe auch die Jugendlichen gefragt, ob irgendjemand bezahlt für eine Zeitung oder irgendein Abo hat, haben sie gar nicht mehr. Das kommt Ihnen auch nicht in den Sinn. Für die Streamingdienste bezahlen sie. Wir haben auch einen Nutzungswandel, apropos Streamingdienste, und wie verwende ich mein TV-Gerät oder quasi jede Form von Bildschirm. Neue Plattformen kommen ständig hinzu, die dann eben auch dieser Struktur und einer Klicklogik unterliegen. Und wir sehen das eben auch in der Demokratieforschung, inwiefern sich die Politik oder das Playbook, das Drehbuch der Populisten genau überschneidet mit den Anforderungen an Social Media Plattformen. Beide haben eigentlich vier Strukturmerkmale und darum vertragen die sich auch so gut. Es geht um Aufmerksamkeit um jeden Preis. Sachthemen werden personalisiert, es wird emotionalisiert und es wird der Fokus auf Konflikt statt Kompromiss gelegt. Es wird emotionalisiert und es wird der Fokus auf Konflikt statt Kompromiss gelegt. Das haben diese Social-Media-Plattformen mit den Algorithmen und populistischer Politik zusammen. Und das appelliert an etwas sehr Menschliches. Harari, Historiker Yuval Harari sagt, Humans don't run on truth, we run on shared stories. Also wir erzählen uns auch Geschichten, die eben emotionalisieren, wo Personen über Sachthemen hinausgehen und der Konflikt treibt das Ganze voran. Und da müssen wir, oder wollen wir, oder wir müssen uns irgendwie dazu verhalten und dagegen ankommen. Das heißt doch, was sind unsere Aufgaben? Was brauchen wir in einer Zeit, in der Nachrichten für den Algorithmus optimiert werden? Weil wenn Sie dort nicht vorkommen und Ihre Nachrichten nicht optimieren, dann kommen Sie in einer gewissen Altersgruppe eigentlich gar nicht mehr vor. Hier meine Anregung oder Thesen, die ich auch noch zur Diskussion stellen würde. Egal, wo Sie arbeiten, denken Sie immer daran, würde man mich in der Berufsschule zitieren dürfen? Kann ich als vertrauenswürdige Quelle bereitstehen? Würde das, was ich hier schreibe, würde das in einer Schularbeit durchgehen? Und dieses Vertrauen müssen Sie aber auch immer wieder bestätigen, das heißt Transparenz und Offenlegung Ihrer Quellen, Prüfung, also das, was wir ohnehin lernen, wie man gute Nachrichten macht und schreibt. Da arbeiten wir auch ein bisschen schon an der Medienförderung neu, also auch Qualitätsförderung für jene, die sich dieser Aufmerksamkeitsökonomie entziehen wollen oder es zumindest dieser Click-Logik zu entziehen versuchen. Da ist einiges in Bewegung und ich habe auch an Ihrem Arbeitspapier gelesen, dass Sie da noch weiter daran arbeiten. Und letztlich müssen wir auch selbst Medienbildung betreiben. Also wir können das nicht den Schulen überlassen. Wir arbeiten zum Beispiel mit Museen wie dem Haus der Geschichte Österreich zusammen. Aber auch Sie selbst in Ihren Medienhäusern sind Nolens, Wohlens, Vermittlungsinstitutionen. Der ORF und jeder andere muss immer wieder sagen, wie arbeiten wir eigentlich? Was unterscheidet uns? Was bedeutet eigentlich Medienfreiheit? Was bedeutet Meinungsfreiheit? Welche Pflichten, Rechten und welche Verantwortung geht damit einher? Und immer auch wieder zu erklären, was unterscheidet denn Meinungsfreiheit in Österreich oder nach der Europäischen Menschenrechtskommission vom Absolut. Das ist ja auch eine ganz andere Form und Verständnis von Medienfreiheit, dass wir in Österreich, in Deutschland, in Europa leben, als das, was in den USA oder auch in der US-Verfassung und im Verfassungszusatz hier über die Medien auch uns erreicht. Und das, auch da habe ich immer wieder Diskussionen mit den Schülerinnen und Schülern. Wieso ist das denn ein ganz anderes Verständnis und wieso handhaben wir das anders? Und wieso heißt Medienfreiheit und Meinungsfreiheit nicht nur, ich darf in die Welt hinausschreien, wo das Hummel gerade ist, sondern wieso steht da immer, siehe Europäische Menschenrechtskonvention im jeweils Absatz 2, das muss eben auch für eine demokratische Gesellschaft kompatibel sein. Doch gesehen, Sie haben schon angedacht, eine Medienkampagne, ja, das ist auf jeden Fall ein erster Schritt, sich auch immer wieder zu erklären, denn das ist ja auch ein lebenslanges Lernen. Wir können das nicht nur den Schülerinnen und Schülern überantworten und sie da quasi dann entlassen, sondern wir sehen ja die gleichen Herausforderungen durchaus in anderen Altersgruppen. Das heißt, wir müssen uns auch in den Verfassungskonvent einbringen, wenn dort eine wehrhafte Demokratie diskutiert, erarbeitet, verstärkt werden soll, es ist ja nicht, dass wir hier noch kein Nichts hätten, es soll ja offenbar verstärkt werden, wenn es darum geht, Desinformation und Propaganda entgegenzuwirken, wie es im Progierungsprogramm heißt. Wenn es also um Faktentreue in dieser schönen neuen Öffentlichkeit geht, dann kann ich Sie alle nur bitten, sich hier einzubringen. Letztes, zum Abschluss, Sie sind alle Teil dieses realistischen Morgensegens und wer mir da immer in Erinnerung kommt, ist Hannah Arendt, nämlich seid ihr oder wissen wir oder könnten wir wissen, der ideale Untertan ist ja nicht der überzeugte ganz links oder ganz rechts, der überzeugte Nazi oder der überzeugte Kommunist, sondern es ist ja klar, es sind Menschen, für die der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion, das ist ganz klar, das ist die Realität der Erfahrung, und der Unterschied zwischen wahr und falsch, die Maßstäbe des Denkens, Sie sehen ja schon, wie viel Zivilisationstechnik da dazukommt, nicht länger existieren. Und das ist unsere gemeinsame Aufgabe und Richtschnur. Und da ist jetzt Journalismus und PR nicht in einer Konkurrenzsituation, sondern es ist eine Frage geteilter Verantwortung in der Demokratie. Sie haben zwar beide Seiten unterschiedliche Aufträge und unterschiedliche Auftraggeber, aber ein ureigenes Interesse an einer faktentreuen, vertrauenswürdigen Öffentlichkeit, sodass sie bei diesen Berufsschülern an erster Stelle stehen und bei einer Schularbeit als vertrauenswürdige Quelle genannt werden können. Und deshalb sitzen wir heute an einem Tisch und ich freue mich auf die Diskussion. Dankeschön. Ja, Dankeschön, Tamara Esfurt, diese Keynote, die, glaube ich, einen super Rahmen auch für unsere jetzige Podiumsdiskussion geliefert hat. Wir werden sicher auf einige Aspekte des Vortrags zu sprechen kommen. Ich darf jetzt meine Mitdiskutantinnen und Mitdiskutanten zu mir nach vorne bitten und sie dann auch der Reihe nach kurz vorstellen. Bitte. Jetzt brauche ich wieder meine Brille. Wir haben uns bemüht und ich hoffe, es ist uns gelungen, ein ausgewogenes Podium zu erstellen mit eineinhalb journalistisch arbeitenden Menschen. Eineinhalb deshalb, weil der Herr Kramer war Journalist und die Frau Schell ist es ja nach wie vor. Und dann habe ich noch zwei Kolleginnen oder eben zweieinhalb Kolleginnen, die jetzt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder PR arbeiten. Und ich darf sie jetzt der Reihe nach vorstellen. Und ich darf mit der Co-Hausherrin, wenn ich das so sagen darf, mit der Katharina Schell beginnen, der ich einen ganz besonderen Dank aussprechen möchte, weil sie mit einer Erkältung kämpft und ich finde das ganz wunderbar, dass sie trotzdem den Weg zu uns gefunden hat und uns heute hier unterstützt in unserer Diskussion. Katharina Schell, die meisten werden sie ohne dies kennen, aber ist langjährige stellvertretende Chefredakteurin der Austria-P Agentur und zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen vor allem die digitale Transformation im Mediensektor, sicher etwas, worüber wir heute viel und ausführlich noch sprechen werden, datenintensiver Journalismus sowie KI-Strategie in Journalismus und Kommunikation. Im Herbst 2024 forschte Katharina Schell am Reuters Institute for the Study of Journalism zum Thema KI-Transparenz im Journalismus. Sie ist, das ist jetzt nicht weiter verwunderlich, zertifizierte KI-Managerin und vertritt die Redaktion im AI-Board der APA. Von 2008 bis 2016 leitete sie das Innenpolitik-Ressort der APA und davor war sie langjährige Medienredakteurin für die APA und stellvertretende Kultur-Ressortleiterin beim Kurier. Frau Schell ist, wie gesagt, Vizepräsidentin des Presseclub Concordia sowie Mitglied im Senat I des österreichischen Presse-Rates und sie war Gründungsopfer des Vereins Medienjournalismus Österreich. Sie war Gründungsopfer des Vereins Medienjournalismus Österreich. Ruhig ein Applaus. Für so viel Text. Die zweite Gastgeberin, wenn ich das so sagen darf, ist Michaela Wein für den Ethikrat. Sie ist Pressesprecherin der GESIBA und Leiterin der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit in der GESIBA. Sie ist außerdem Lektorin an der Universität Wien am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Darüber hinaus, das ist eben ihre Rolle, für die sie heute auch hier ist, ist sie seit mehreren Jahren Mitglied des Ethikrats und aktuell auch die Vorsitzende des Ethikrates. und aktuell auch die Vorsitzende des Ethikrates. Michaela Wein ist seit mehr als 15 Jahren in der Kommunikations- und Medienbranche tätig, als Expertin für Online-Kommunikation mit ihrem früheren Beratungsunternehmen MOX, als Dozentin für Digitale Kommunikation an der Fachhochschule Wien, als Journalistin und als Pressesprecherin der ÖH-Bundesvertretung. Sie hat Publizistik und Musikwissenschaften an der Universität Wien studiert und ist systemischer Coach sowie Expertin für Organisations- und Personalentwicklung. Danke, dass du heute bei uns bist. Patrick Krammer, er ist sozusagen der halbe Journalist und der halbe Kommunikation- und PR-Verantwortliche, hat ein Masterstudium in Journalismus und neue Medien abgeschlossen und danach bei der Entwicklung und Umsetzung des Magazins Respublica, viele von Ihnen werden sich daran noch erinnern, eines journalistischen Projekts mit Fokus auf Demokratiethemen, das auch mittels Medienförderung der Stadt Wien unterstützt wurde, mitgearbeitet. Danach ist er in die Innenpolitikredaktion der leider verblichenen Wiener Zeitung gewechselt und seit der Einstellung der Wiener Zeitung arbeitet er im Newsroom der Parlamentsdirektion. Herzlich willkommen. Danke. Ja und wie es so schön heißt, last but not least, Philipp Nawal, Dankeschön ebenfalls, sitzt als Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich für die Inklusion von Menschen, setzt sich als Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein. Zuvor war er neun Jahre lang Generalsekretär des Europäischen Forums Alpbach und Gründungsintendant von Square, dem universitären Experimentierfeld der Universität St. Gallen. Als vortragender Kolumnist und Autor widmet er sich regelmäßig Fragen der Demokratiereform, Nachhaltigkeit und Transformation. Er studierte unter anderem an King's College London und an der Universität Oxford. Herzlich willkommen. Oxford. Herzlich willkommen. Ja, ich möchte gerne erwähnen, dass wir zwei bis drei Rundnahmen hier vorne machen und dann aber natürlich auch das Publikum gerne mit einbeziehen möchten und Sie haben dann die Möglichkeit, an die vier Damen und Herren hier Fragen zu stellen, wobei ich jetzt schon ersuche, dass dann die Fragen möglichst kurz gehalten werden, damit wir auch möglichst viele dieser Fragen behandeln können. Ich möchte gerne mit der Frau Schell beginnen. Wir haben das jetzt in der Keynote gehört und ich möchte gleich einmal mit der Eingangsfrage beginnen, sozusagen in ihrer Doppelrolle, einerseits als Vertreterin der APA, das ist natürlich ein bisschen eine Sonderstellung auch in Österreich, aber auch als Vizepräsidentin des Presseklubs Concord, das wird die gesamte Journalisten-Kollegenschaft, schaffen es die klassischen Medien noch, diesen von Frau Eest zitierten Raum der gemeinsamen Wirklichkeit zu erzeugen? Ist das überhaupt noch möglich? Irgendwann habe ich mal gelernt, dass man auf solche Fragen nicht mit Ja oder Nein antworten soll, sondern sich benehmen soll wie ein Politiker oder eine Politikerin in der ZIB 2. Deswegen komme ich gleich dazu. Ich würde nur gerne Sie mit einer kleinen Anekdote langweilen, die aber auch zu unserem Thema passt. Ich habe mich sehr gefreut, dass die Ausstellung im Haus der Geschichte hier gefeatured wurde, denn als die Ausstellung eröffnet wurde, habe ich festgestellt, dass ich Exponat bin, nachdem ich nämlich Teil des Gründungsteams vom Freien Radio in Wien, Orange 94.0, damals war Ende der 90er Jahre, und dem Projekt bis heute verbunden bleibe, insofern, als wenn zum Beispiel eine Mädchenredaktion mich einlädt, um mich zu interviewen über Karim-Journalismus, dann gehe ich hin. Das habe ich vor ein paar Monaten gemacht. Darum erzähle ich das, weil ich ja auch anknüpfen kann an etwas, das die Frau Dr. E. gesagt hat. Das Erleben, wie es ist, Medien zu machen, ist, glaube ich, der beste und direkteste Weg, medienkompetent zu werden. Und ich glaube, dass wir irgendwann wegen diesem ganzen Hype, dass das Internet jetzt so sozial ist, dass alle jetzt Autoren und Autorinnen sein können und alle jetzt irgendwas rausblasen können, so etwas wie Medien machen, das aus den Augen verloren haben, dass es hier diesen qualitativen Unterschied einer Person, die mit einem wie auch immer formulierten Auftrag informiert oder die einfach nur irgendwas informiert. Dieses eine Nachmittag in der Mädchenredaktion war nämlich dann für mich persönlich auch noch herzerwärmend, weil als wir fertig waren, die hatten sich irrsinnig gut vorbereitet, die Mädels, die haben mir spannende Fragen gestellt und die haben mich eine Stunde interviewt und dann nachher einen halbstündigen Beitrag gemacht. Und das waren lauter 14-Jährige und nachher haben wir noch geplaudert und dann lagen da die Orangpickerl und ich habe gesagt, ich war damals ja auch zuständig für die Presse und Öffentlichkeitsarbeit und das Corporate Design und das Logo habe ich mit ein paar Studierenden von der Grafischen, das haben wir entworfen und dann hat mich eines von den Mädels angeschaut und hat gesagt, wirklich? Ich möchte auch Medienfachfrau werden. Und abgesehen von diesen zwei Minuten, die ich dann so eine, ich bin Role-Model-Trainer im Auge gehabt habe, habe ich mir gedacht, ja, aber das ist zwei Minuten, die ich dann so eine, ich bin Role Model Trainer im Auge gehabt habe, habe ich mir gedacht, ja, aber das ist die Generation, die wir eigentlich bräuchten. Und jetzt ist klar, dass wir nicht sozusagen alle permanent irgendwelche Workshops mit irgendwelchen kleinen Community-Radios-Redaktionen machen können, aber das ist der Zugang, den wir brauchen. Ich glaube, es hat sich erledigt. Ich glaube, der Morgensegen ist von vorgestern und wer heute sich noch seinen Morgensegen abholt, entweder noch in der Printzeitung, was wirklich nicht mehr viele Menschen sind, oder auch so wie ich und meine Bubble mit dem Morgensjournal. Um sieben höre ich mal sagen, um acht höre ich mir das Gleiche noch einmal an, da höre ich dann Mitschnitte vom Interview von um sieben und habe das Gefühl, meine Welt ist in Ordnung. Wir sind Dinosaurier und Dinosaurierinnen. Das wird nicht funktionieren. Also dieser Morgensegen, der ist nicht mehr vorhanden. Da sind die Menschen vom Glauben abgefallen. Und manchmal frage ich mich zu fragen, ob Medien denn diese gemeinsame Wahrheit noch herstellen können. Ob wir, also wir als MedienarbeiterInnen oder als InformationsarbeiterInnen, das überhaupt noch auf die Reihe kriegen können. Da sage ich, nein, wie sollen wir denn? Es wurde ja auch schon in der Keynote angesprochen, welche Kräfte, ob jetzt bewusst oder unbewusst hier am Werken sind, die genau das verhindern. Das ist ein bisschen viel verlangt von uns. Ja, eine Nachfrage sei mir gestattet. Das springt jetzt etwas mich an, was in Richtung Glaubwürdigkeit auch geht. Also ist das vielleicht nicht mehr diese gemeinsame Wirklichkeit mehr möglich, aber die Medien, wir haben es auch gehört in der Keynote, sind ja sozusagen auf Gedeih und Verderbung, auf ihre Glaubwürdigkeit angewiesen. Jetzt ist die immer mehr, wir haben es in einem Vorgespräch auch miteinander besprochen, immer mehr unter Druck. Das eine ist, sie sind ökonomisch unter Druck, sie sind aber auch vor allem politisch unter Druck. Wir haben auch das gehört, das Playbook der Autokraten und der Rechtspopulisten vor allem, die also die Delegitimierung der klassischen Medien auch vorantreiben. Übrigens, ich habe das interessant gefunden, dass zwar aus dem Regierungsprogramm hier zitiert wurde, dass die wehrhafte Demokratie vorsieht, da im Bereich der informierten Öffentlichkeit gleichzeitig aber die größte Regierungspartei aktuell gerade die Haushaltsabgabe infrage stellt. Also das geht sich für mich irgendwie mit diesem Regierungsprogramm nicht ganz aus, aber das nur am Rande. Frage, wenn die Glaubwürdigkeit immer stärker in Gefahr läuft, unterminiert zu werden und die digitale Medienwelt das ihriger dazu beiträgt, muss sich dann nicht auch der Journalismus neu definieren, muss er sich nicht auch neu legitimieren, muss er sich nicht auch neu erklären, um diese Rolle zumindest in Ansätzen wieder einnehmen zu können? Das muss Journalismus sicher, aber das ist nichts Neues, meiner Meinung nach. Ich meine, ich sage das immer wieder gern, ich bin sehr kritisch mit meiner eigenen Zunft. Ich glaube schon, dass sich Journalisten und Journalistinnen sehr lange in der Rolle als Prediger in der Morgenandacht gefallen haben und das funktioniert halt nicht mehr. Und ich kann mir gut vorstellen, es ist ja, sagen wir so, ökonomisch unter Druck, das hat ja auch nichts mit der Glaubwürdigkeit zu tun, Medien sind ökonomisch unter Druck, unter anderem, weil andere Angebote, die bei Weitem nicht so glaubwürdiger sind, halt einfach das Geld abziehen, das muss man ja auch klar sagen. Aber ein stärkeres, das Journalismus sicher in den vergangenen 25 Jahren, für die kann ich sprechen, weil so lange bin ich dabei, hat man auch an dem Filmtext gemerkt, den Sie vorlesen mussten, ist zu spät zu erkennen, dass wir uns eigentlich ununterbrochen wieder neu erfinden müssen und hinterfragen müssen, was wir tun. Und dass die digitale Transformation, die ich zum Glück auch nicht alleine schultern muss, obwohl es kurz so geklungen hat in meiner Jobdescription, dass die nie aus ist. Also die geht schon seit den 80ern, als ich das erste Profil bei mir im Haus aus dem Altpapiercontainer gefischt habe, weil es mich interessiert hat, bis jetzt und das wird nie aufhören. Aber Journalismus hat sich da wahrscheinlich zu wenig geändert oder sagen wir in der Attitüde zu wenig geändert, weil Journalisten und Journalistinnen waren ja auch sehr schnell bereit, neue Technologien auszuprobieren. Aber der Journalismus von der Kanzlerrab, der eben sozusagen den Morgensegen liefert, der hat lange ausgedient und da bin ich mir nicht sicher, ob das nicht nur in Österreich generell schnell genug erkannt wurde. Michaela Wein, Rolle der PR, Rolle der Öffentlichkeitsarbeiter. Wir haben gehört, Journalismus und PR haben gemeinsame Verantwortung für die Öffentlichkeit, die sie herstellen, obwohl ihre Rollen unterschiedlich sind. Wie kann denn das von Seiten, oder wie muss denn das von Seiten der PR angelegt werden, diese Verantwortung? Wir haben ja vorhin auch schon gehört im Vortrag öfter das Wort Faktentreue und ich glaube, an dem Begriff kann man es vielleicht ganz gut auch festmachen, dass aus Sicht der PR ja Faktentreue nicht nur heißt, dass ich nichts erzähle, was nicht quasi den Fakten entspricht, sondern dass ich dazu beitrage, Informationen zu verbreiten, die einordnbar sind, die überprüfbar sind, die nachvollziehbar sind, sodass sich ein stimmiges Gesamtbild auch ergeben kann. Und auf der anderen Seite natürlich im Journalismus dann die Aufgabe, Faktencheck zu betreiben, Gegencheck, Quellenüberprüfung und so weiter. Und das ist das, was wir natürlich auch als Ethikrat immer einfordern, ganz eng damit verknüpft durch den Begriff der Transparenz. Wir müssen einfach als PR-Branche dafür sorgen, dass Interessen, denen wir ja alle unterworfen sind, wir haben Auftraggeber, Auftraggeberinnen, haben nicht den grundsätzlichen Anspruch einer objektiven Berichterstattung, aber dass wir offenlegen und transparent kommunizieren, damit das Publikum weiß, womit es konfrontiert ist. Hast du in der jüngsten Zeit, in den jüngsten Jahren eine Veränderung in der Zusammenarbeit mit den Kolleginnen im Journalismus bemerkt? Also in der Art und Weise der Zusammenarbeit, sind die Anforderungen an die Informationen, die von eurer Seite kommen, gestiegen? Sind sie anders geworden? Wie hat sich das verändert, wenn sich das verändert hat? Also bis zu einem gewissen Grad merkt man sicher, wie bei allen, glaube ich, Menschen, die in der Kommunikation arbeiten, dass einfach ein größerer Zeitdruck vorhanden ist, ein ökonomischer Druck, dass natürlich da auch die Erwartungshaltung da ist, dass möglichst viel vollumfänglich Informationen bereitgestellt werden. Aber ich glaube, damit sind wir alle konfrontiert und müssen damit tun. Und ich denke, dass gerade jetzt mit KI noch mal ein neues Tempo reingekommen ist in unserer aller Arbeit, die das Ganze nochmal erschwert. Patrick Kramer, Sie sitzen, wir haben das ja auch im Vorgespräch ein bisschen so genannt, im Maschinenraum des Parlamentarismus haben wir das genannt. Sie arbeiten gerade im Parlament mit allen Social Media Kanälen, mit wirklich allen, von Instagram bis TikTok, auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Und meine Frage ist, wie gehen Sie mit der aber dabei auch notwendigen Verkürzung, wir haben das auch im Kino ein bisschen angehört, diese verkürzte Information, die halt auf diesen Kanälen notwendig ist, damit sie funktioniert. Wie gehen Sie mit dem im Parlament um? Denn der Parlamentarismus ist ja oftmals eine sehr komplexe Angelegenheit, die auch umfangreichere Erklärungen benötigt. Wie gehen Sie mit dem in der täglichen Praxis um? Ja, es ist nicht einfach. Wir reden davon, dass es eine Übersetzungsleistung ist, die wir da vollbringen müssen, weil wir starten mit sehr vielen juristischen Themen und juristischen Formulierungen, die wir dann irgendwie so runterbrechen müssen, dass sie Leute, die in der U-Bahn oder in der BIM sitzen und am Handy scrollen, während sie Musik hören, lesen, verstehen und auch interessant genug finden, um dran zu bleiben, um weiter zu wischen zum nächsten Slide oder nach den fünf Sekunden noch dranbleiben und nicht sofort weggehen. Das ist natürlich ganz schwierig für uns, aber das ist der Job und das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Wie heftig sind die Diskussionen innerhalb des Teams, was diese Übersetzungsarbeit betrifft sozusagen? Innerhalb vom Team ist das gar nicht so ein Problem. Es ist dann oft vielleicht ein bisschen komplizierter, wenn wir dann den Juristen und Juristen des Hauses erklären müssen, dass wir diesen zweiten zusätzlichen Satz, den Sie gerne hätten, um die dritte Ausnahme des Gesetzes zu erklären, doch nicht verwenden können, weil wir versuchen hier so einsteigerfreundlich wie möglich zu sein. Juristen und Juristen des Hauses sind gerne so genau wie möglich, weil sie es halt auch einfach sein müssen und wir müssen da diesen Balanceakt gehen, aber es funktioniert dann am Ende des Tages doch ganz oft. Also wir machen Vorschläge, schicken ihn dann oft an die Expertinnen und Experten, die bei uns im Haus sitzen und die sagen dann oft an die Expertinnen und Experten, die bei uns im Haus sitzen und die sagen dann oft, okay, das kann man so sagen, aber vielleicht könnte man das noch etwas dorthin abändern und dann finden wir meistens einen akzeptablen Mittelweg für beide Seiten. Wie ist das Feedback aus der Politik selbst, also von denen, die auch im Maschinenraum arbeiten? Wie ist da das Feedback? Dadurch, dass wir als Parlament und vor allem als Newsroom sehr equidistant sind, bekommen wir gar nicht so viel Feedback mit. Wir bekommen manchmal mit, natürlich, wenn Abgeordnete selber kommentieren darunter. Also das kann schon mal sein, dass jemand sagt, super Video, toll. Wir merken auch, wenn Abgeordnete unsere Themen zwei Wochen später in eigenen Videos irgendwie vorstellen, dann denken wir uns, okay, dürfte eine gute Idee gewesen sein, wenn das übernommen wird. Und manchmal merken wir auch, dass ein Beitrag einem Abgeordneten vielleicht nicht gefallen hat und er dann vielleicht sagt, puh, ist ja schwierig, was ihr da gemacht habt. Aber auch das ist natürlich Teil der Aufmerksamkeitsökonomie, die wir als Parlament, obwohl wir das Parlament sind, trotzdem bespielen müssen. Philipp Nawal, gerade für Ihre Arbeit ist ja ein öffentlicher Raum, in dem Ihre Themen debattiert werden, entscheidend und ganz wichtig. der ihre Themen debattiert werden, entscheidend und ganz wichtig. Wie sichern Sie sich diesen öffentlichen Raum? Wie sichern Sie sich als Volkshilfe diesen Debattenraum? Also nicht Volkshilfe, Lebenshilfe. Lebenshilfe. Das ist der Rechtsgesetz für die Rechte von Menschen mit intellektueller Behinderung und Behinderung. Ja, das ist Work in Progress. Aber vielleicht, bevor ich noch im Detail auf unsere Antworten eingehe, eine kurze Umfrage, weil ich die Zahlen fast noch dramatischer sehe als du, Tamara. Könnten jene Personen im Publikum mal kurz aufzeigen, die regelmäßig Kontakt mit 18- bis 24-Jährigen haben? Also regelmäßig meine ich mehr als einmal die Woche oder vielleicht selbst in dem Alterssinn, okay? Verwandtschaft, Beruf. Von denen denken gleich,assen Sie die Hand rücken nach oben und jetzt die Frage von diesen 18-24-Jährigen, die Sie gut kennen. Wer von denen konsumiert ausschließlich Social Media und keine Print- und TV-Produkte mehr, also digitale Medien? Also die Hälfte der Hände, danke, die Hälfte der Hände, die oben waren, weckt sich sozusagen, das ist nicht ganz so dramatisch. Ich habe es gerade selber erlebt, mein Sohn, ich habe drei Kinder, der mittlere kam an einem Samstagabend an den Tisch und hat gemeint, ja hast du das gehört, was gerade in Amerika passiert ist? Eine Frau hat ihre drei Kinder umgebracht. Dann haben wir das mal kurz dekonstruiert, weil ich wusste davon nichts, dass das ein Kriminalfall war, der von den Rechten gerade in Amerika gerade mega gehypt wurde. Und ich habe dann kurz die Gegenfrage gestellt, ob er weiß, dass Österreich ein Riesenproblem mit Femiziden hatte. Und er hatte keine Ahnung. Ich habe mich irre geschämt dafür, weil offensichtlich sollten wir andere Gespräche haben, obwohl wir viel über gesellschaftliche Themen sprechen. Dann haben wir mal eine Stunde Zeit genommen und von Leni Riefenstahl bis AfD sind wir mal alles durchgegangen. Er hat schon gesagt, ich bereue, dass ich das jemals zur Sprache gebracht habe. Aber warum sage ich das? Meine Tochter ist dann fünf Tage später, wir leben am Land, gekommen und hat gesagt, weißt du, dass es heute Charlie Kirks Todestag ist? Sie hat kein Social Media, aber im Bus haben alle über Charlie Kirk geredet. Warum erzähle ich diese zwei Dinge? Ich glaube nämlich, dass wir schon eine geteilte Wirklichkeit haben, nur das ist nicht mehr unsere Wirklichkeit. Das ist die Wirklichkeit von Gruppierungen und von politischen Bewegungen, die seit 20 Jahren ganz strategisch in diese Themen investieren. In Österreich ist es die FPÖ. Und das ist auch eine Wirklichkeit von 40, 45 Prozent der Wählerinnen, ich weiß nicht genau, wie viele es waren, im Sachsen-Anhalt. Das ist eine geteilte Wirklichkeit, aber eben nicht mehr unsere. Und mich wundert es auch nicht, wenn ich als apolitischer Mensch dem TikTok-Feed von Sigmund Ulrich, wir haben uns dann das mit meinem Sohn Enger angeschaut, finde ich das auf jeden Fall um vieles cooler als Oberlehrer Merz. Und ich erwähne dieses Beispiel, weil ich glaube, abseits jeglicher Kritik an Bildungseinrichtungen, Institutionen, Organisationen, spiegelt es uns radikal, dass wir alle mal eine Verantwortung im direkten Umfeld haben, für die Anliegen, die wir vertreten und auch in der Medienerziehung. Und ich habe mir vorgenommen, abseits dieses Gesprächs viel aktiver in einen Dialog mit meinen Kindern zu gehen. Und vorweg, das sind Kinder, die bis 16 kein Social Media haben durften und erst jetzt hat er TikTok und so weiter. kein Social Media haben durften und erst jetzt hat er TikTok und so weiter. Die zweite Dimension, und das ist auch für uns Menschenrechtsorganisationen wahnsinnig wichtig, ist natürlich, wie erreichen wir auch mit komplexen Inhalten sozusagen die breite Öffentlichkeit. Ich glaube, über Jahre haben wir uns gedacht, haben sich viele Sozialorganisationen gedacht, ja, machen wir halt Social Media, kosten darf es nichts, aber ist ja super, haben wir unsere eigenen Kanäle. Mittlerweile merken wir erstens, dass das erstens falsch war, weil das braucht dann massiven Aufwand an auch Ressourcen, denen man nicht bereit war zu investieren. Man hat auch nicht zusammengearbeitet, jeder für seine Partikularinteressen. Also eine Antwort ist für uns heute auch viel mehr Allianzen zu bilden mit anderen Organisationen und nicht mehr alleine dazustehen. Und drittens, diesen merken wir gleichzeitig auch, dass Social Media eben teilweise Menschenrechtsthemen auch zensiert und sagt, das ist politische Propaganda, dann bist du sonst schon draußen. Also umso mehr muss es unser Anliegen sein und wir versuchen das in unterschiedlichen Formen dafür zu lobbyen, dass wir nicht nur das, was Tamara Ees gesagt hat, dass wir nicht nur österreichische Medienreformen und eine unabhängige Finanzierung hinbekommen, sondern wir brauchen in manchen Fragen europäische Antworten. Das ist vielleicht das Wort, das mir im Moment noch etwas gefehlt hat. Was meine ich damit? Zu glauben, dass wir mit einer ORF-on-Streaming-Plattform europaweit, also österreichweit realisieren können. Warum gibt es nicht schon längst eine attraktive, europäische Streaming-Plattform? Auch meine Kinder schauen manchmal europäische Serien, die sie cool finden. Da gibt es ein paar tolle französische, die gut auf Deutsch oder Englisch synchronisiert sind. Die schauen sie auf Netflix. Und ohne Netflix aber würde nichts gehen. Wir haben großartige Archive in ganz Europa, wir produzieren auch Content, der tolle Geschichten transportiert. Warum geht das nicht europäisch? Und vielleicht eine positive Geschichte, mein ältester Sohn hat Autismus, der hat sich über einige Netflix-Serien mit anderen Minderheiten oder Autismus plötzlich identifiziert. Ich bin nicht alleine, da gibt es viele, ein neues Selbstbewusstsein entwickelt. Warum brauche ich eine amerikanische Streaming-Plattform? Warum können wir Europäer das nicht? Aber wenn wir natürlich, und jetzt vielleicht nur als Beispiel kritisch den ORF gesagt, immer nur die Leute, die wir loswerden wollen, nach Europa schicken oder in die EBU, dann wird es schwierig. Und ich glaube, wir brauchen das, für jede gesellschaftliche Veränderung braucht es irgendeine Form von Möglichkeit, Geschichten faktentreu zu erzählen. Die fehlt uns im Moment. Ich bin lästig und frage trotzdem nochmal nach. Wie schaffen Sie, auch wenn es verschiedene Lebensrealitäten sind und politische Realitäten, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, wie schaffen Sie es als Lebenshilfe, Ihre Themen in diese öffentlichen Debatten zu bringen? Also viel breitere Allianzen. Ich kann nur ein praktisches Beispiel geben, können Sie uns gleich unterstützen, mache ich ein bisschen Werbung, am 29. September gehen wir online mit einer Kampagne für würdevolle ärztliche Begutachtungen. Das ist ein Riesenthema für viele Menschen mit chronischen Erkrankungen, mit Behinderungen etc. Statt einer Lebenshilfe-Kampagne, so wie wir das vielleicht vor zehn Jahren gemacht haben, haben wir jetzt mittlerweile 30 dabei. Vom kleinsten Patientenorganisation einer seltenen Krankheit sind alle gleichberechtigt da, man wird keinen Unterschied merken und wir glauben, dass wir über die Netzwerke dieser Menschen, die dann wiederum in private Familien, in Freundesnetzwerke kommen, so viel Vertrauen aufbauen und das wissen wir auch aus Trust-Studien, wem vertraue ich in Krisenzeiten am ehesten, dass mein Peer, meine engsten Freunde, meine Arbeitskollegen und Kolleginnen. Dass wir daraus noch für gewisse Anliegen, und ich sage Ihnen, das ist ein wertvolles, faktentreu sage ich Ihnen, wertvolles Anliegen, dieses System gehört dringend reformiert, weil es menschenunwürdige Situationen für diese Menschen schafft. Und das ist unsere Antwort. Also ich glaube, dass man glaubt, wir haben einen super Markennamen, weil wir Caritas oder so heißen, oder Lebenshilfe, you name it. Und dann halt irgendwie eine schöne, hinten an eine schöne Medienmappe für unsere Vorstände, wo wir sagen, da waren wir überall präsent, das wird nicht ausreichen. Und das ist unsere Antwort, wenn wir jetzt sehen, wie weit wir damit kommen. Okay, jetzt eine Frage an den Herrn Krammer, aber auch wer sich immer dazu äußern möchte, ist eingeladen. Wie stark bestimmt denn sozusagen im Kopf das Orientieren an Algorithmen Ihre Arbeit? Für uns im Parlament ist es die Frage nach dem Wie und nicht so sehr die Frage nach dem Was. Also wir wissen zum Beispiel, letzte Woche am Montag war Nationalratssondersitzung, diesen Mittwoch übermorgen ist wieder Nationalratssitzung. Wir wissen, da müssen wir berichten, da haben wir unser ganzes Programm. Wir wissen auch zum Beispiel unser TikTok Live, das wir machen, da gehen wir während der Sitzung live und beantworten Fragen von Leuten, die da drinnen sind. Die Fragen sind von, ist das in St. Pölten und wo sitzt Herbert Kickl über, warum leuchtet da ein rotes Lämpchen am Rednerpult und worum geht es eigentlich, alles. Und da schauen dann meistens viele Leute zu. Letzten Montag waren es 10.000 Leute, die da drinnen waren für eineinhalb Stunden, weil sie die Sondersitzung interessiert hat. Aber also wir wissen, dass wir als Parlament über eine Nationalratssitzung berichten müssen. Und wir wissen auch, was wir da alles machen können und einzelne Gesetze erklären zum Beispiel. Die Frage ist, wie kann man das so aufbereiten, dass es dann auch Reichweite bekommt in den sozialen Netzwerken, weil wir machen das ja alles nicht für uns. Wir müssen ja, wir sind mit Steuergeld finanziert, wir müssen halt auch zeigen können, dass das, was investiert wird, einen Mehrwert bringt für die Menschen, für die Bürgerinnen und Bürger. Und deshalb ist da oft die Frage, wie kann man ein Thema, das dem Parlamentarismus wichtig ist oder für das Parlament oder auch für Österreicher wichtig ist, aufsetzen und umsetzen und erklären, sodass es auf Social Media bestehen kann. Da gibt es unterschiedlichste Sachen. Einmal gab es zum Beispiel neue Regeln für die Hundehaltung. Da konnten wir endlich einmal ein Hundewelpen aufs Cover geben. Das Foto, perfekt,esser kann es gar nicht laufen. Aber jetzt zum Beispiel, wie das Kopftuchverbot für unter 14-jährige Schülerinnen Thema war, haben wir ganz viele Fragen bekommen in unseren Kommentaren von Leuten. Einfach nur, was bedeutet das jetzt für mich? Und wir haben diese Fragen gesammelt und dann beantwortet. Und zwar beantwortet mit, das steht im Gesetz komplett neutral, nicht wertend, nicht emotionalisierend, weil wir als Parlament können das einfach nicht machen, wir dürfen das nicht machen aus guten Gründen und haben das einfach nur erklärt, im Gesetz steht das, das bedeutet, es könnte Strafen geben, zum Beispiel, wenn ihr es nicht runtergebt, diese Dinge. Das war auch einfach nur ein Service, weil es so ein großes Thema war für junge Leute, die auf unseren Kanälen aktiv sind und uns auf unsere Kanäle auf solche Sachen ansprechen. Kurz eine Nachfrage, welcher Kanal funktioniert am besten? Also wo gibt es die meiste Interaktion? Das kommt ganz drauf an, aber wir sind ganz gut unterwegs auf Instagram und auf TikTok. Wie gesagt, auf TikTok, bei den TikTok-Lives, da gehen wir halt wirklich live, da haben wir hunderte bis tausende Kommentare während so drei Stunden Nationalratssitzung-Übertragung, wo wir live sein können. Und auch auf Instagram gibt es ganz viel Interaktion, je nach Thema. Es gibt natürlich Postings, da schreibt man was drunter, weil es einen nicht wirklich berührt. Aber es gibt eben auch Themen, wo ganz viele Leute dann schreiben und Fragen stellen. Und wir können sie dann auch erklären und aufklären und auf andere Inhalte, die wir posten, dann weiterleiten. Wenn Sie es noch nicht kennen, es lohnt sich, diese Kanäle anzuschauen. Ich habe das gemacht. Ich halte es für einen hervorragenden niederschwelligen Einstieg in die Erklärung des Parlamentarismus und der Demokratie. Ich nach, was die Social Media Kommunikation betrifft, aber natürlich ist es ein Thema. Ich glaube, was halt wichtig ist, sowohl für die PR als auch den Journalismus, dass wir verstehen, wie Algorithmen funktionieren, soweit sich das nachvollziehen lässt, weil natürlich viele Dinge die betreffenden Firmen nicht kundtun wollen, aber dass wir verstehen, wie die Mechaniken funktionieren. Und da ist aber, finde ich, auch wichtig zu unterscheiden, das Format, auch wie du es jetzt gesagt hast, kann ich mir schon von einem Algorithmus bis zu einem gewissen Grad diktieren lassen, dass ich mir überlege, was funktioniert gut auf der Plattform, mache ich lieber ein Video statt eines Textpostings, das einfach von der Reichweite her nicht so gut performen kann. Das ist das eine, aber das andere ist natürlich, dass ich nicht meine ethischen Standards und Ansprüche an die Algorithmen anpassen sollte. Und das ist sicher auch oft gar nicht so einfach, weil wir halt wissen, dass eben besagte Hundefotos, Katzenfotos etc. gut funktionieren. Aber es kann halt auch nicht die Lösung sein, in der Folge nur noch sich auf Cat-Content zurückzuziehen, auch wenn es gar nicht so unattraktiv wäre für die ein oder andere Userin, User. Okay, ich würde jetzt gerne ins Publikum schauen. Darf ich noch was? Ja, bitte. Herr Jensen, bitte. Philipp Kamm hat gerade etwas ganz Wichtiges gesagt, und zwar das Nutzerinteresse, was bedeutet das für mich? Und das ist ja nicht nur, die Antwort ist ja nicht nur Service-Content. Ich glaube, wenn wir uns darüber Gedanken machen, wie Journalismus, Kommunikation mit Inhalten, Botschaften von mir, Informationen an die Menschen kommt, dann muss es diese Bodenhaftung für die User und Userinnen geben. Und das ist sicher auch etwas, das meiner Meinung nach nicht ausreichend passiert. Nutzwert hat dann auch so einen, das klingt sehr unsexy, der Nutzwert. Aber weil heute auch der Digital News Report schon zitiert wurde, es gibt ja da auch immer dann Spezialauswertungen, Spezialstudien. Und eine hat sich eben mit der Nutzung von generativer KI zur Informationsnutzung noch in depth beschäftigt. Und wenn man User und Userinnen fragt, also erstens in Österreich, laut der Studie, ich meine, das Sample ist da immer ein bisschen klein, 17 Prozent der jungen Zielgruppe nennt auf die Frage nach Nachrichtenquellen in der letzten Woche, nicht Hauptnachrichtenquelle, aber immerhin einen AI-Chatbot, das 17 Prozent ist wirklich viel. Und wenn man dann nachfragt, und was hast du denn genau verwendet? Dann haben, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, in Österreich 40% gesagt, ich habe den Chatbot gebeten, mir zu helfen, eine bestimmte Nachricht besser zu verstehen. Und das sind Winke mit der Holzhandlung irgendwie. Also was heißt das für mich? Und was heißt das? Das ist mir wirklich nicht gut, glaube ich. Und wenn ich mir manchmal halt in meiner persönlichen Morgenjournal-Morgenandacht oder auch die großen Nachrichtensendungen, die Aufmacher anschauen, dann denke ich mir oft, was sagt das dem Durchschnitt Menschen? Finanzausgleich ist fertig ausgebildet. Ich kann es nur unterstreichen. Was heißt das für mich? Sie haben vollkommen recht, ich habe das Privileg, mit Menschen zu arbeiten, die eben einfache Sprache brauchen. Wir haben auch Nachrichten in einfacher Sprache. Und damit bin ich so darauf trainiert. Und wenn ich heute politische Botschaften meistens abseits der FPÖ höre, erwische ich mich genauso, dass ich sie nicht verstehe. Oder beziehungsweise ich verstehe sie, aber ich kann sagen, das wird ein Großteil nicht verstehen. Und wir wissen aus den letzten Forschungen, 40 oder 30 Prozent der Österreicher können nicht zinefassend lesen und schreiben. Jetzt können wir da ewig lang drüber jammern, oder es ist ein Auftrag, einfach zu kommunizieren. Im angelsächsischen Raum gilt das viel weniger als Schande, etwas einfach erklären zu können. Wir glauben, dass wir besonders toll sind, wenn wir alles verkomplizieren. Also ich glaube, das wäre schon mal ein Gesamtauftrag für alle in unserer Branche, ganz egal, wo wir sind. Derzeit müssen wir froh sein, wenn dann irgendwie eine Zuschauerin, wenn sie diese Schlagzeile sieht, zumindest sagt, hey Chetty, was ist ein Finanzausgleich? Das ist schon super. Das ist schon ein Informationsinteresse. Besseres und einfacheres Erklären einer immer komplexeren Welt, das ist sicher ein Thema. Ich meine, jetzt muss man aber fair nicht sagen, die APA macht es, der ORF macht es, also diese Nachrichten in einfacher Sprache, es gibt ja schon Angebote, es gibt ja schon Entwicklungen. Aber es gibt ja was dazwischen. Es gibt was dazwischen, keine Frage. Also die Themensetzung dessen, was wir als Peers von großen Nachrichten mit Qualitätsanspruch eh verstehen und dann sehr viele Menschen, die sagen, wieso ist das eine Geschichte? Warum sollte ich, warum sollte mich das interessieren? Sicher ein Punkt. Nachdem die Zeit schon ein bisschen fortgeschritten ist, ich glaube, wir sollten ja dann auch so in der vernünftigen Zeit zu Ende kommen. Meine Frage ins Publikum, beziehungsweise das Angebot ans Publikum, jetzt Fragen an die vier Damen und Herren hier vorne zu stellen. Wenn möglich kurz halten, wenn möglich kurz erklären, wer man ist, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Gibt es Fragen? Bitteschön. Ich bin die Eisbrecherin, die Lydia Nenz. Ich hätte eine Frage an den Herrn Krammer. Aus den Fragen, die Sie bekommen, machen Sie eine Schlussfolgerungen für die nächsten Geschichten, dass Sie sozusagen sehen, ah, das ist besonders interessant, so sollte man es besonders anders machen das nächste Mal. Und dann wollte ich sagen, was ihr gerade gesagt habt, ist uralt. Ich war mal Wirtschaftsredakteurin im Jahre Schnee und da hat es mal eine Umfrage gegeben, dass 86 Prozent beim ORF die Kurznachrichten im Radio nicht verstehen, vor allen Dingen im Wirtschaftsnet. Also das Thema, das man einfach erklären muss, kann ich nur unterstreichen, das können wir auch, das müssen wir können. Wir müssen nur die Wissenschaft auch ins Boot nehmen und die Kommunikatoren, die wir interviewen, zwingen, einfach versuchen, dass sie gescheit reden, weil das kann man einfach sich nicht anhören. Ich bin selber nervös, wenn jemand nicht auf den Punkt kommt. Und Herr Navral, ich wollte sagen, das ist das ganz Wichtigste, was Sie meiner Meinung gesagt haben, wird das 20 Jahre schon organisiert, die Desinformation ist. Und hier ein Appell an die Medien, bitte solche Dinge vor Ort sagen, wenn es passt. So wie Sie, Frau Ehes, gesagt haben, zeitgenössisch erklären. Im Fernsehen musst du gleich sorgen und nicht einfach, die AfD ist so gut, die hat so viel gewonnen. Man muss in dem Punkt in der Analyse erinnern, dass hier organisiert wird, seit Jahrzehnten, diese Desinformation. Das muss man immer wieder bringen. Ich weiß nicht, ob ich mir erklärt habe. Die Frage ist angekommen über Herrn Kramer. Ja, tun wir natürlich. Also einerseits schauen wir uns natürlich immer wieder unsere alten Postings an und machen Klausuren und analysieren, was hat funktioniert, was hat nicht funktioniert und daraus entwickelt sich einmal was Neues. Wir kommen auch immer wieder zum Schluss, dass ältere Postings noch zu komplex waren, wir noch tiefer gehen müssen. Das passt eigentlich auch dazu mit dieser Übersetzungsleistung, von der ich am Anfang geredet habe. Diese Aufgabe haben Medien auch. Und dann bekommen wir natürlich auch Dinge über Kommentare mit, dass das anscheinend ein größeres Thema ist, dass wir dann auffassen, zum Beispiel in jedem TikTok-Livestream wird die Frage gestellt, warum ist die Regierungsbank dauernd leer? Warum sitzt da niemand? Wo sind die? Warum sind die nicht da? Ich meine, wie respektlos ist das? Bis wir dann halt erklären, es ist immer nur der Minister oder die Ministerin da, um dessen Thema es geht. Weil was bringt es, wenn der Finanzminister da sitzt, wenn es eigentlich um die Landwirtschaft geht? Der hat hoffentlich Besseres zu tun, als hier zu zuhören. Und dann kann man quasi daraus noch weiter Content machen, um Dinge zu erklären. Bitte. Mein Name ist Christine Engelhardt. Mich würde etwas interessieren, bezogen auf den Vortrag von Dr. Ehes. Da war die Rede davon, dass der Großteil oder überwiegend Menschen an Faktenteilen interessiert sind. Gibt es dazu Zahlen? Ja, danke. Also ich habe es auch in meinem Buch angemerkt, wir haben laufend Zahlen, was fehlt und das ist genau diese News-Deprivation. Also die neueste Studie, die ich dazu gefunden habe, war auch aus der Schweiz, wo ich glaube es waren 79 Prozent angegeben haben, dass sie pro Tag keine einzige Nachricht erreicht. Weil sie quasi, wir sehen ja auch auf Instagram oder überhaupt Meta hat ja Nachrichten und Nachrichten-Content total heruntergeschaltet. Ich sehe es auch, wenn ich selbst Veranstaltungen habe und wir wollen irgendwas über das Thema Demokratie, dann wird das manchmal als politische Werbung gekennzeichnet und kommt da gar nicht vor. Und wir sehen, dass die Menschen angeben, uns erreicht das gar nicht, aber wir bräuchten etwas. Und dann mittlerweile eine neue Generation geht dann eben zu einer gewissen KI oder mehrere KIs und fragt dann, was ist das, was gibt es da zu diesem Thema? Und ja, die KI, wissen wir aber auch, halluziniert sich manchmal auch was zusammen. Die kann wahrscheinlich auf zwölf verschiedene faktentreue Themen zugreifen und kann aber trotzdem einen Blödsinn draus machen. Und genau deshalb ist es eben auch für uns oder für alle hier auch wichtig, wie geht man denn mit dieser neuen Medien- und Nachrichten-Nutzung um, um sich was dazu zu überlegen. neuen Medien- und Nachrichten-Nutzung um, um sich etwas dazu zu überlegen. Also auch hier vielleicht europäische Lösungen einer KI zu betreiben und anzudenken, weil man bekommt das ja nicht mehr weg. Man kann nur sagen, wir wollen das aber jetzt selbst gemeinsam bespielen. Dankeschön. Weitere Fragen? Ja, bitte. Hallo, Karin Wiesinger, Geschäftsführerin österreichisches PR-Gütezeichen. Ich wollte fragen, wir hatten, glaube ich, vor mittlerweile fünf oder sechs Jahren Dr. Maren Urner zu Gast beim PR-Tag. Constructive Journalism war damals auch ein bisschen das Stichwort. Und da wollte ich fragen, wer immer dazu was sagen möchte, ist das eine Richtung, wo Sie sagen, ja, wir brauchen davon mehr, weil eben ja Menschen sozusagen auch dieses, die News Avoidance wird ja auch immer mehr, weil einfach diese ganze negative Bias in der Früh schon, wenn man das Radio auftritt, ist man eigentlich schon fertig für den Tag. Ist das was, wo auch vielleicht an den Medienvertretern, wo das eine Richtung ist, wo man sagt, ja, von der Seite bräuchten wir mehr und es bräuchte mehr eben Constructive Journalism. Wer fühlt sich angesprochen? Ich kann dazu gerne. Also als Vertreterin eines knallharten Nachrichtenmediums, das die Aufgabe hat, die Nachrichtengrundversorgung Österreichs quasi zu bestreiten, das ist die Aufgabe einer Nachrichtenagentur vom Zuschnitt der APA, als nationale Nachrichtenagentur im Eigentum der privaten Medien und des ORF, ist das zu viel verlangt. Weil ich kann ja nichts schreiben. Oh, heute sind zwar wieder ganz viele schreckliche Dinge passiert, aber die werde ich jetzt nicht bringen, sondern ich sage dir, wie du damit umgehen kannst, dass es in der Ukraine Krieg ist, dass die Ukraine angegriffen worden ist. Ich bin bei diesen ganzen Ansätzen wie Solution Journalism und Constructive Journalism tatsächlich ein wenig skeptisch, weil ich manche der Konzepte, die ich da sehe, die gehen einfach an der Realität vorbei, an der Produktionsrealität von Nachrichten. Und jetzt rede ich wirklich nur für Nachrichten. Also das, was wir jeden Tag erfahren wollen, müssen. Aber auch an der Nutzungsrealität. Weil irgendwann spießt sich ja auch, also es gibt ja da mehrere Lücken, die User ticken ja, wenn man sich die Studien anschaut, auf vielen Ebenen auch total paradox und das ist ihr gutes Recht. Also wir sehen zum Beispiel einerseits, ich verwende ganz viel online als Hauptnachrichtenquelle, aber ich vertraue dem ORF, also das geht so auf. Und wir sehen eben auch, Nachrichten machen mich fertig und das ist ein einziges Doomscrolling, aber ich möchte informiert werden. Und wenn ich dann, im Solutions Journalism, der ist sozusagen als additiv vielleicht zu denken, so das ist alles so schrecklich und eben, das bedeutet es auch noch für dich, bedeutet es was für dich und das wären Auswege, aber inwieweit habe ich hier die Möglichkeit, dem Nutzer, der Nutzerin auch eine gewisse Handlungskraft, Autonomie auch noch zuzusprechen. Das ist wirklich ein verdammtes... Also ein Teil von diesem ganzen Doomscrolling und alles ist so schlecht und ich schaue mir überhaupt keine Nachrichten mehr an und lese keine, weil es mich so fertig macht, ist ja auch dieser Autonomieverlust und diese Hilflosigkeit, die angesichts der Schrecklichkeit der Welt da ist. Und ich kann nicht die Schrecklichkeit der Welt einfach unter den Tisch fallen lassen, damit sich der Mensch wieder besser fühlt. Also schwierige Sachen. Vielleicht ein Kontrapunkt, und ich muss zugeben, ich drehe Radionachrichten immer ab in der Küche, also wenn Sie kommen, weil ich das auch, ich lese lieber dann am Abend, ist ja vielleicht auch schlecht. Gemütlich. Nein, aber ich habe die Frage so interpretiert, oder für mich hätte ich es so interpretiert, konstruktiv, also sozusagen die Wurzel, etwas bauen. Und ich gebe eine etwas andere Antwort. Wir brauchen auch mutige Menschen, die neue Medienprodukte und Angebote bauen. Und ich gebe Ihnen ein positives Beispiel im Sinne des Constructive und Solution. In der Schweiz hat ein ehemaliger Journalist gerade die Newsagentur Spatz aufgebaut, lustiger Name mit einem wichtigen Auftrag. Die sichern die digitale Nachrichtenversorgung von kleinen Gemeinden. Ich selber lebe in einer Gemeinde in Niederösterreich und weiß, es gibt kein Gemeindemedium mehr, außer einmal im Halbjahr vom Bürgermeister, wo natürlich immer der Bürgermeister auftaucht. Und was die machen, ist in einer intelligenten Kombination von KI-Scrolling, die sozusagen die wichtigsten Infos von den Vereinen abhaut, und Redakteurinnen und Redakteuren, die diese Nachrichten filtern, und Bürgerjournalisten für Kommunen Newsletter, wöchentliche Newsletter zusammenstellen, die eine digitale Grundversorgung mit Nachrichten, die faktentreu ist und auch faktengecheckt ist, wieder sicherzustellen. Wir sind mittlerweile in 120 Gemeinden in kleinen Regionen in der Schweiz da, wo wir sonst erleben, dass halt der lokale Facebook-Betreiber, bei mir ist es auch der Corona-Skeptiker in meinem Dorf, die Hoheit haben. Und ich glaube, da auch hinzuschauen, und da gibt es auch einen Platz für eben abseits der Weltnachrichten, einen Range, wo ich handlungsfähig sein kann. Ich suche das. Und im Moment weiß ich selber als Bewohner am Land oft nicht, wo komme ich zu meinen Infos? Was, wie, wo passiert abseits der Plattformen? Also Spatz kann ich Ihnen empfehlen. Schauen Sie sich das mal an. Ich hoffe, das kommt auch mal nach Österreich. Vielleicht investiert die APA. Ich wollte gerade das Geschäftsmodell mit mir erkundigen. Es ist Werbung in den Newslettern. Aber es ist jedenfalls ein gelungenes, positives Beispiel der digitalen Medienmöglichkeiten, die die Frau Esach angesprochen hat. Wenn es keine Fragen mehr gibt, ich schaue da hinten noch. Hallo, Selin Anzur, ich komme von Wenn es keine Fragen mehr gibt. Social Media zu informieren und dann vielleicht auch noch in einfacher Sprache oder auch gut erklärt. Es gibt schon einige Zeitungen natürlich, die auf Instagram zum Beispiel auch die Neuigkeiten erzählen. Aber es gibt noch nicht wirklich so eine Person, die jetzt konkret, so wie sie für Mode influenzt oder auch für Sport, das für Nachrichten macht und vielleicht abends immer die Nachrichten zusammenfasst. Es gibt die Chefredaktion oder auch World Politics Daily, aber es würde mich interessieren, was Ihre Einschätzung ist, warum sowas noch nicht funktioniert oder es noch nicht gibt. Es gibt mindestens einen, und dessen Name fällt mir jetzt nicht ein, was sehr viel über mich sagt und nicht so viel über ihn. In Österreich gibt es nicht viele, das ist richtig. Aber es ist grundsätzlich in Europa schon ein Phänomen. Die Frage ist dann halt immer, ich habe ein, ich würde fast sagen, nicht ganz angenehmes Panel als Zuschauerin erlebt, wo eben dieser eine Mensch, der sich selbst News-Influencer nennt oder nicht nennt oder so genannt wurde, mit einigen Journalisten und Journalistinnen gegenüber saß und was da an Dünkeln und Attitude ich bin besser aufeinandergeprallt ist, war nicht schön. Und deswegen bin ich jetzt doch in dem Einordnen sehr schwierig, sehr vorsichtig dieses Phänomens. Also international gibt es da viele und ich habe auch im Rahmen von meinem Aufenthalt am Reuters-Institut eine kennengelernt, die ich zum Beispiel, als ich mir ihren Revenue-Stream und was sie eigentlich für Projekte macht, angeschaut habe, nicht mal mehr als, die war mal Journalistin, aber die ist jetzt halt nicht einmal mehr News-Fluencerin, sondern Fluencerin oder wie auch immer. Aber natürlich ist dann auch immer die Frage zu stellen, ja und wo kriegen die ihre Nachrichten her und was ist sozusagen die Einordnungsleistung, wo sind wir da auf dem Level der Faktentreue, der Bias, whatever. Also ich bin nicht der Ansicht, dass es sie gar nicht gibt. Manchmal denke ich ein bisschen, vielleicht Austria is too small a country for many newsfluencers, aber vielleicht kommen noch ein paar. Oder es ist Österreich tatsächlich zu klein, dass das ein Geschäftsmodell ist, weil die haben es wahrscheinlich auch schwer, im Feed dann durchzukommen. Ich glaube auch, dass es in Wirklichkeit schon einige gibt, die sind meistens auf YouTube unterwegs und sind meistens jetzt nicht, ich präsentiere euch die Nachrichten, sondern sind eher Agenda-Medien, die halt etwas vorantreiben, weil sie halt damit dann auch wieder den Algorithmus bespielen und damit Geld verdienen können. Ich glaube, wenn man sich einmal im Inkognito-Modus auf die Startseite geht und durchschaut, was einem vorgeschlagen wird, dann findet man die ganz schnell und dann sieht man auch, in was für eine Richtung es bei denen ganz oft geht. Und dieses Thema erinnert mich ein bisschen an Blogs vor 15, 20 Jahren. Da war ja dann auch quasi so diese Entwicklung, dass es immer mehr Bloggerinnen und Blogger gab. Und da hieß es dann auch quasi, werden die jetzt die klassischen Medien ablösen oder wo ist jetzt der Unterschied oder arbeiten die auch journalistisch? Und da war man ja auch genau an dem Punkt oder quasi an der Frage, was du jetzt gerade gesagt hast, wie schaut es denn aus mit Faktencheck, Quellenüberprüfung und so weiter und so fort, was einfach nicht gegeben ist. Und das lässt sich ja bei sehr vielen solcher InfluencerInnen, ob es jetzt auf Nachrichten oder irgendein Special Interest ist, ist ja egal, lässt sich ja sehr oft nicht nachprüfen. Also auch das Thema der InfluencerInnen momentan, die sich zu medizinischen Themen zum Beispiel äußern, das ist ja auch gerade ganz, ganz groß, wo man ganz oft nicht nachvollziehen kann, woher haben die denn jetzt ihr Wissen, nur weil die jetzt gerade einen Arztkittel anhaben, heißt das, dass sie den entsprechenden Background, das entsprechende Wissen haben, um das tun zu können, was sie da tun. Also das hat man ja immer wieder in unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen. Das führt uns schon auch wieder zu dem Thema der Bildung, der Medienbildung, dass die Öffentlichkeit unterscheiden kann, was ist Journalismus mit all dem, was zum Journalismus dazugehört und was ist eben interessengesteuerter Influencer-Kanal. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass man diese Unterscheidung auch wirklich machen kann. Noch eine Frage sehe ich gerade. Bitte. Jens Herbert Brockmann, ich bin Professor bei Wirtschaftskommunikation an der WU und auch Mitglied des PR-Ethikrats. Ich weiß jetzt nicht, ob das eine gute Frage zum Abschluss ist, weil sie vermutlich nicht so leicht zu beantworten ist. Ich stelle Sie trotzdem, inwieweit sind wir, die wir denn hier sind, jetzt gerade vielleicht auch ein Stück weit das Problem? Ich fand zur Erklärung, es ist immer schlecht, wenn man seine Frage erklären muss, den Titel der Veranstaltung extrem gut gewählt, weil Huxley's Dystopie funktioniert ja, weil die Zukunft und die Vergangenheit in der Gegenwart kollabieren. Also jeder, der nach Prinzip in der Vergangenheit leben, raus in Reservat. Genauso die Leute, die Innovation betreiben wollen. Jeder, der das Gleichgewicht stört, der muss sozusagen raus. Und wir haben jetzt ganz oft darüber geredet, die Jugend kann das nicht mehr, die Jungen können das nicht, die müssen das erstmal lernen und so weiter und so fort. Inwieweit, und wir leben jetzt in einer Zeit, in der die Jungen eben nicht mehr die Mehrheit stellen werden. Die am schnellsten wachsende Generation ist die Generation 60 plus. Früher hat die junge Generation einfach gesagt, es ist uns jetzt wurscht, was ihr denkt, wir machen jetzt Radio. Wir machen dann Fernsehen, Privatfernsehen und so weiter. Und wie gehen wir mit einer Welt um, in der die Jungen eben nicht mehr diese Medieninnovation machen können und sagen können, wir haben jetzt eine neue Art und Weise, wie wir Vertrauen in News herstellen. Ich weiß, keine einfache Frage, aber vielleicht würde mich interessieren, was alle dazu denken. Ja, wer fühlt sich angesprochen mit der Frage oder wer möchte sich dazu äußern? Aber habe ich es richtig verstanden? Also Sie haben es unter anderem auf Basis der These, dass die Überalterung der Gesellschaft Jungen nicht mehr genug Freiraum lässt, was Neues zum Beispiel im Medienbereich zu machen, Ihre Frage gestellt? Der Freiraum ist schon noch da, nur die bilden nicht mehr eine kritische Masse, um sich durchsetzen zu können. Also sowas wie Radio Orange, oder wir haben früher Bürgerinnenradio gemacht, wo ich herkomme aus Leipzig. Nur jetzt sind das immer weniger Leute, die das machen. Und immer mehr ältere Menschen halten an den Kanälen und Mediengewohnheiten fest, die sie selber kennen und gewohnt sind. Also diese kritische Masse, die es braucht, um da auch einen Medienwandel durchzusetzen, die existiert nicht mehr. Es gibt immer noch viele junge Leute, die total tolle Innovationen machen, aber die Durchsetzungskraft dieser Innovation ist vielleicht einfach nicht mehr so stark. Das war die These. Ja, ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen zustimme. Also, zum Ersten war ja in Österreich Community Radio auch schon eigentlich ziemlich in die Jahre gekommen, als es endlich möglich war, aufgrund des sehr lang anhaltenden Rundfunken, obwohl die Leute hatten teilweise schon 15 Jahre Piratenradio am Buckel, als sie endlich legal auf die ONR gegangen sind. Und so gesehen war das fast eher schon, das war ja alles schon sehr spät. Und wenn wir jetzt privat fernsehen in Österreich, wir haben das Antennenfernsehen zwei Jahre bejubelt und dann waren Antennen irgendwie out. Also muss man sich irgendwie... Ich stimme Ihnen auch mit einem Jein zu, dass wir alle natürlich Teil des Problems sind, weil es haben, finde ich, eh recht viele aufgezeigt, die Kontakt mit 18- bis 24-Jährigen regelmäßig haben. Ich nicht, zum Beispiel. Und manchmal scherze ich, aber nur halb eigentlich, in österreichischen Newsrooms, wo ist denn da Platz für die Jungen und ihre Ideen? Wo ist überhaupt Platz für jungen Nachwuchs in Zeiten, wo wenn Medienhäuser von ligerischer Herkunft mal jemanden neu anstellen würden, was sie aber, wie wir wissen, seit Jahren nicht wirklich tun, sondern Menschen gehen lassen. Das letzte Jahr war da ziemlich desaströs für den österreichischen Journalismus-Arbeitsmarkt. Also selbst wenn aber in diese Redaktionen mal jemand jung ist, und jung meine ich von der Altersgruppe her kommt, dann ist die Gefahr wegen uns allen, oder halt, ich will euch jetzt nicht zaubern, dass wir da vielleicht tendenziell doch recht, dass wir da Junge reinsetzen, die eh schon ein bisschen alt im Kopf sind und wenn sie es nicht sind, dann machen wir sie schnell alt. Ich glaube aber nicht, dass das ein neues Phänomen ist. Ich glaube, das war immer so. Und vielleicht als Ergänzung nur, ich habe letzte Woche auch dafür argumentiert, was würde dagegen sprechen, einen Teil der Gebühren, die der ORF sozusagen bekommt, vielleicht einen Prozentsatz, wir müssen nicht über 5 Prozent oder was, für unabhängige, also öffentliche, aber ausgegliederte junge Medienprojekte und Medienschaffende zu machen, vielleicht auf europäischer Basis. Ich habe nämlich wirklich auch das Vertrauen jetzt in Bezug auf den ORF verloren, dass er das nochmal schafft, junge Wilde an Bord zu holen. Ich glaube, das ist okay, wenn er sich um die Leute wie uns kümmert, aber für diese junge Zielgruppe, glaube ich, bräuchten wir Kapital, das aber nicht aus privatwirtschaftlich, sondern von Steuergeld geht, um Neues zu wagen mit klaren ethischen Rahmenbedingungen. Why not? Jetzt hat der ORF 20 Jahre, ich beobachte das schon die ganze Zeit, Volksbegehren, dieses, jenes, so. Ist nicht geschafft, na dann sollen es halt viele andere auf Europaebene probieren. Herr Kramer, Sie wollten auch noch was sagen. Ja, ich glaube, Sie haben einen richtigen Punkt gesagt, nämlich, dass wir immer den Jungen vorgeworfen haben, nicht mehr fassend lesen zu können und keine Medien mehr zu konsumieren. Ich kann jetzt nur aus dem Community-Management, das ich auf all den Seiten des Parlaments betreiben darf. Ich muss sagen, dass es nicht ein Problem der Jungen ist, sondern dass wir das auch durchaus eben in der 60-plus-Generation und dazwischen haben. Und zu dem Punkt, dass die Jungen keinen Platz haben, ich glaube, dieser Platz findet einfach auf den sozialen Medien statt. Ich war letztes Jahr bei der Republika in Deutschland. Da ging es eben um Generationen und der Teil für die Gen Z, die hat einfach die Plattformen quasi nicht in Frage gestellt, sondern hat nur darüber geredet, wie sie auf den Plattformen ihre Ideen gut umsetzen können und an ein Publikum bringen können, weil sie schon diesen Drang haben und dann eben auch ein Publikum dort finden, nämlich die anderen Jungen, aber halt nicht mehr in so einem Rahmen, wie es damals oder wie es vielleicht wir es gewohnt sind mit Medienhäusern, sondern die nehmen einfach die Plattformen als gegeben hin und arbeiten auf denen, während unsere Generation und die Generation, die ältere, darüber redet, was muss man mit diesen Plattformen machen, wie muss man sie beschränken oder regeln. Und bei den Jungen ist das ganz und gar nicht der Fall. Die sind da und wie muss man sie bespielen, um ans Publikum zu kommen. Zulieferung, aber muss das jetzt greifen? Das muss sich jetzt greifen. Ich wollte in diesem Punkt wirklich einwerfen, dass die Monetarisierung auf diesen Plattformen nicht immer gelingt, um das einmal gelindet zu sagen. Und ich habe genug junge Leute erlebt, die tolle Projekte haben, die ja Förderung kriegen und nach einem Jahr ist Schluss, weil die müssen ja alle rechnen, es muss betriebswirtschaftlich ausgehen, es muss Geld her und die müssen beärmacht werden und wirtschaftlich denken. Aber ich will, was ich sagen will, ist, wisst ihr eigentlich, dass es momentan in Österreich 23 verschiedene Institutionen gibt, die jedes Jahr neue Journalistinnen und Journalisten produzieren. Wir haben 23 Ausbildungskanäle zwischen private Kirche, UNIS und alle. Und die sind arbeitslos. Ich weiß das, weil ich mich um die kümmere. Und da blutet einem das Herz, dass super ausgebildete junge Leute einfach nicht drankommen, keine Chance haben. Sie können vier Monate zum ORF gehen, super, aber dann sind sie wieder auf der Straße. Und der ORF ist momentan der einzige, der es überhaupt nimmt. Deswegen, das sollten wir auch bedenken. Es gibt genug, die könnten es, für die Jungen. Okay, vielen Dank. Um das abzuschließen und dann wirklich eine Schlussrunde noch zu machen hier. Meiner Wahrnehmung nach gibt es schon sehr viele Medien Initiativen, gerade von jungen Unabhängigen. Gerade die Stadt Wien hat ja auch über die Wirtschaftsagentur Wien eine eigene Förderschiene, die also neuen Journalismus sozusagen und neue Medien fördert. Also meinem Wissen nach gibt es durchaus mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick vermuten würde. Es ist nur alles sehr viel fragmentierter, als früher war, weil die Möglichkeiten auch vielfältiger sind. Man kann es schneller machen, ja, es ist vielleicht auch schneller wieder vorüber, aber die Chancen werden schon wahrgenommen, meiner Wahrnehmung nach, dass man hier mehr machen kann. Das ist immer möglich, das glaube ich auch. bezieht sich auf etwas, was ich mit der Frau Schell im Vorgespräch besprochen habe. Sie hat dann so schön gesagt, ich habe mir das da extra notiert, dass ihre Aufgabe vor allem darin ist, dafür zu sorgen, dass eine informierte Öffentlichkeit informierte Entscheidungen treffen kann. Ich habe da einen sehr schönen Satz gefunden und in dem vom Eingangsstatement der Frau Ees auch gehörten Verantwortung sowohl für den Journalismus als auch für die PR-Kolleginnen und Kollegen. Jetzt die Frage an Sie alle, wo liegen in nächster Zeit die Aufgaben und Herausforderungen in Ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld, um diese informierte Öffentlichkeit dahin zu bringen, dass sie informierte Entscheidungen treffen kann? Ja, ich habe diesen Sager ja verbringt mit der Bemerkung, dass es vielleicht ein bisschen dieses verstaubte aufklärerische Ideal, aber ich bin ja nicht mehr die informierte Entscheidungen treffen kann. Ja, ich habe diesen Sager ja verbremd mit der Bemerkung, dass es vielleicht ein bisschen dieses verstaubte Aufklärerische Ideal, aber ich bin ja nicht mehr die Jüngste. Naja, genauso, dass ich die Leute überhaupt noch, dass ich sie erreiche mit den Informationen. Ich meine, das ist auch keine neue Herausforderung. Das haben wir seit Jahrzehnten mittlerweile. Seit die Menschen nicht mehr am Frühstückstisch sitzen und die frisch gebügelte oder zumindest gedruckte Zeitung gemütlich studieren, sondern seid sie situativ, personalisiert, whatever. Informationen, die sie nicht sehen wollen, sehen. Informationen, die sie bräuchten, nicht sehen. Damit müssen wir weiter uns abstrudeln. Das ist es. Unsere Verantwortung, sage ich als PR-Treibende in dem Zusammenhang? unserer Branche des Journalismus, die uns doch so nah ist, aber dann doch auch sehr in vielen Dingen, uns in vielen Dingen unterscheidet, dass wir diesen Kontakt noch stärker forcieren und die Themen, die uns beschäftigen, die ja mannigfaltig daherkommen, da sind wir jetzt momentan vielleicht am Punkt KI, aber es kommt ja alle paar Monate was Neues daher, dass wir dieses Gespräch suchen, den Austausch, vielleicht auch ein Stück weit durchaus auch selbstkritisch weggehen von der Angewohnheit, lang quasi im stillen Kämmerchen irgendeinen Kodex auszuarbeiten und dann zu präsentieren, sondern gemeinsam tragfähige Ansätze, vielleicht auch ein paar Lösungen, Antworten zu finden, um diesen aktuellen Fragen ein bisschen entgegenkommen zu können. Okay, danke. Herr Kramer. Ich glaube, für uns als Parlament ist es einer der Punkte, den die Frau Isch in ihrem Vortrag erwähnt hat, nämlich dieses Vertrauen bestätigen. Wir müssen weiterhin als sichere Quelle gesehen werden. Wir dürfen nicht als parteipolitisch gesehen werden und wir müssen auch, das habe ich noch gar nicht erwähnt, aber ein großer Auftrag von uns als Kommunikationsabteilung des Parlaments ist es ja auch, Journalisten und Journalisten zu servicieren. Das heißt, wir müssen auch für Journalisten und Journalisten weiterhin ansprechbar sein und ihnen auch helfen, quasi die Informationen zu besorgen, die sie für ihre Geschichten brauchen. Da haben wir wirklich diesen Servicecharakter und-Idee und eher auf den sozialen Medien wie gesagt, Vertrauen herstellen, Vertrauen behalten und quasi dort, wo sich die Leute aufhalten, als sichere, zuverlässliche Quelle beweisen. Dankeschön. Herr Nawal, Sie haben das Schlusswort. Also frei nach Herbert Kickl, Sie wissen, wie die Österreich-Tour von ihm jetzt heißt. Ich bin oder wir sind für euch da. Ich meine das gar nicht zynisch. Ich glaube, Sozialorganisationen müssen viel stärker in die Breite, müssen sich viel besser erklären und vernetzen. Und mit den Menschen, die täglich von Caritas, Diakonie, Volkshilfe, Lebenshilfe, Leistungen bekommen, von Caritas, Diakonie, Volkshilfe, Lebenshilfe, Leistungen bekommen, auch erklären, für welche Werte wir stehen. Grundwerte der Demokratie und im Notfall auch kritische Fragen stellen, nämlich wer wird deine Oma pflegen in Zukunft und woher kommt die Person? Oder willst du dein Kind wirklich in einer Sonderschule abstehen und wofür wir stehen. Und das, warum wir für Leute da sind. Ich glaube, NGOs und Sozialorganisationen, auch Menschenrechtsorganisationen haben geglaubt, wir sind eh die Guten und wir müssen uns nicht erklären. Und ich glaube, das und alleine wird es uns so nicht mehr gehen. Also in Allianzen zu arbeiten und sich viel stärker auch in der Breite zu erklären und wieder zu den Leuten rauszugehen. Herzlichen Dank, Frau Schell, Michaela Wein, Herr Kramer, Herr Nawalfeld, herzlichen Dank für Ihre Diskussionsfreudigkeit hier am Podium und die Zeit, die Sie uns gewidmet haben. Ich möchte mich auch bei Ihnen bedanken fürs Kommen und fürs Zuhören und fürs Mitdiskutieren. Ich möchte dort anschließen mit meinem Schlusswort, wo Michaela Wein schon gerade begonnen hat. Diese Diskussion oder diese Zusammenarbeit, dieses gemeinsame Nachdenken zwischen BR Etikrad und dem Presseclub Concordia. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön für die Gastfreundschaft heute. Die soll weitergehen, das verstehen wir heute ein bisschen als Startpunkt einer gemeinsamen Zusammenarbeit, wo wir in regelmäßigen Abständen, aber kontinuierlich über aktuelle und künftige Fragen der Verantwortung, unter anderem der Verantwortung in unseren beiden Berufsbildern nachdenken wollen. Und auf das freue ich mich schon sehr. Und insofern, wie gesagt, war das heute, glaube ich, eine gelungene Auftaktveranstaltung. In diesem Sinne möchte ich mich noch einmal bedanken, wünsche einen schönen Abend und ich glaube, es gibt jetzt ein Buffet draußen oder eine kleine Stärkung. Dankeschön. Gracias.