Der heutige Abend ist eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne Check It! Life & Sex Style. Die Kampagne haben Hosee Linz und EZIL für Oberösterreich bereits im Jahr 2015, wenn ich mich erinnern kann, ins Leben gerufen. 2015, wenn ich mich erinnern kann, ins Leben gerufen. Damals haben wir eher das Thema HIV in den Vordergrund, in den Fokus gesetzt. War auch der Beiname CheckIt, kennst du deinen HIV-Status. Damals, 2015, ging es in der ersten Kampagnenphase mehr darum, dass wir queere Männer zum Thema HIV-Test motivieren wollten, auch über die Vorzüge, Vorteile eines frühen HIV-Tests informieren wollten. Dann in der zweiten Phase haben wir das Thema, ich bin HIV-positiv, ich bin nicht ansteckend, in den Vordergrund, in den Fokus gesetzt. Und in der dritten Phase war es damals, dass wir eben zum Abschluss Check-It 3.0, wo wir die drei Möglichkeiten, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen, in den Vordergrund gestellt haben. Eben die Verwendung von Kondomen, die PrEP, also vorbeugende Einnahme von HIV-Medikamenten zum Schutz vor einer HIV-Infektion und Therapy as Prevention eben der Hinweis, dass man unter Therapie, unter erfolgreicher Therapie, das Virus nicht weitergeben kann. Das waren, glaube ich, damals so unsere drei Hauptpfeiler. Du bist schon mitten im Thema, Erik. Ich bin der Gerhard Niederleutner von der Rosi Linz. Ich versuche immer den queeren Blick aus der Community. Und Erik, du? Ich bin Erik Pfefferkorn von der EZV Österreich. Ich versuche neben dem queeren Blick halt auch den gesundheitlichen Aspekt, was sexuell übertragbare Infektionen oder auch HIV-Infektionen anbelangt. Und wir versuchen seit Jahren zu schauen, dass man mal anders als Tabuthemen thematisiert. Das hat mit HIV und AIDS angefangen und jetzt versuchen wir eher mehr in einer gesamtheitlichen Sichtweise zu schauen, was braucht ein queerer Mann, dass ihm gut geht, wo sind die Tabuthemen, wo sind auch die Klischees in der Community, wo man dann schauen kann, wo findet man selber quasi einen eigenen Weg, wo man zu eigenen Stärken oder Schwächen die einmal wahrnimmt. Und wir versuchen dann einfach über Vorträge, über Gespräche, aber auch über konkrete Workshops das Selbstwahrnehmen zu stärken und die Menschen einfach zu ermutigen, selbstbewusst zu sein und quasi auch resilient zu werden gegen Diskriminierung, die Interkommunierung, die aber auch von außen passiert. Genau, das ist aber eigentlich auch der Titel, eigentlich die Fortsetzung von der Kampagne Check It, Life and Sex Style. Da wollen wir eben vor allem queere Männer zu sexuellen, aber auch, wie du schon gesagt hast, psychischen Gesundheitsthemen motivieren, sich darüber Gedanken zu machen, Selbstreflexionsprozesse ankurbeln. Wir haben ja angefangen mit dem Themenfeld Körperideale, Körperbilder vor zwei Jahren. Letztes Jahr haben wir uns versucht an den Themen Bewegung und Ernährung. Bewegung und Ernährung. Und jetzt wollen wir eben die kommenden zwei Jahre das wichtige Thema, weil es auch sehr stark tabuisiertes Thema ist, psychische Gesundheit bei queeren Männern in den Vordergrund rücken. Da gibt es ja auch Studien, die haben mich echt wirklich schockiert. Da gibt es diesen LGBTIQA Plus Gesundheitsbericht aus dem Jahr 2022. Der hat unter 1000 queeren Personen stattgefunden. Und da hat jede zweite Person angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten eine Depression gehabt zu haben und jede dritte Person hat unter einer Angststörung gelitten. Also hat mich schon sehr schockiert, also diese Zahlen. Ich meine, das ist für uns als Hose Linzerleimer wichtig, dass wir sagen, okay, ich brauche einen Safe Space, wo Leute kommen, wo man über Ernstes offen reden kann, wo man quasi auch so Peer-to-Peer-Beratung macht, wo man über Gespräche, über einen Dialog merkt, wie hat der andere das gelöst. Und grundsätzlich ist ja viel in den letzten Jahren auch positiv passiert, wo Diskriminierungsschutz passiert, aber das eigene Coming-out und das Finden der eigenen Position innerhalb der Community muss jeder für sich selber einfach wieder das Radl reinfinden. Und da ist, glaube ich, auch immer wichtig, dass man Situationen schafft, wo man diese Offenheit hat, über sehr persönliche Sachen zu reden und auch dann ein bisschen die Scheu verliert, das anzusprechen und auch gemeinsam Lösungen zu finden und schauen, wie man selbstgestärkt gut leben kann. Mein Name ist Birgit Leixenring. Ich bin biomedizinische Wissenschaftskommunikatorin mit dem Schwerpunkt HIV und sexuelle Gesundheit. Und genau aus diesem Hintergrund freue ich mich wirklich, den heutigen Abend hier in der Hose Linz mitgestalten zu dürfen mit der Kampagne Check It. Viele Leute fragen sich eventuell, warum denn das Thema sexuelle Gesundheit, wie wir das bei der Kampagne Check It ja sehen, auch mit dem Thema der mentalen, der physischen Gesundheit verbinden. Und man muss einfach immer im Hinterkopf haben, die physische Gesundheit, die psychische Gesundheit, die mentale Gesundheit ist einfach die Basis unserer Gesamtgesundheit und dementsprechend auch der sexuellen Gesundheit. Und dass wir das heute hier in der Hose Linz besprechen dürfen, dieses wahnsinnig wichtige Thema, das finde ich ganz, ganz toll. Und gerade in der queeren Community sind psychische Belastungen ja häufig. Wir wissen, es gibt eine höhere Rate an Depressionen, an Suizidversuchen und tatsächlich auch erfolgten Suiziden. Und deswegen ist das ganz, ganz großartig, dass wir dieses Thema heute hier besprechen dürfen und auch vor allem einen fantastischen Experten dabei haben. Dankeschön Birgit, mein Name ist Gerhard Labacher. Ich bin klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Psychotherapeut in Linz in freier Praxis tätig. Was hast du uns denn heute so ungefähr mitgebracht an Themen? Wir haben ja vorher ein bisschen überlegt, die psychische Gesundheit ist ja so ein Riesenthemenbereich. Was wollen wir heute bestimmen? Man könnte im Grunde stundenlang, wenn nicht monatelang darüber reden. Und es ist also das Problem, dass es ja manchmal sogar sehr schulenabhängig ist, also psychotherapie schulenabhängig ist, wenn ich einen Blick hier drauf werfe. Darum hat man doch das möglich einfach zu häuten mit dem Gedanken heraus, dass Menschen in Psychotherapie kommen, weil es ihnen nicht gut geht. Das heißt, weil sie sich nicht gut fühlen und das haben wir bei den Gefühlen und sie fühlen sich deswegen nicht gut, weil im Grunde oft die menschlichen Grundbedürfnisse aus psychischer, psychologischer Sicht nicht erfüllt sind. Und darum haben wir gedacht, es bietet sich an, über diese Grundbedürfnisse zu reden. Grundbedürfnisse zu reden. Ich finde auch, das bietet sich unbedingt an, weil da kann sich jede Person, die heute Abend dabei ist, quasi was mitnehmen, was rausziehen, oder? Ja. Und damit, glaube ich, können wir heute Abend wirklich einen Support anbieten, auch für Menschen, die vielleicht nicht ganz wissen, ob es ihnen oder warum es ihnen vielleicht gerade nicht gut geht und wohin sie sich dann auch wenden können. Genau, beziehungsweise hervorbeugen. Ich schaue auf meine Bedürfnisse, damit es weiterhin gut geht. So soll das sein. Psychische Gesundheit rules, genauso wie sexuelle Gesundheit. Und da sind wir alle dran für alle Menschen gleichwertig. Und genau das machen wir heute Abend.