Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin- und hergeschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der freien Medien in Oberösterreich. Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von Klima und Du. Heute beschäftigen wir uns mit dem Verteiler im Wissensturm. Dazu habe ich mit dem Verantwortlichen von Foodsharing und mit Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek Linz gesprochen. Ja, hallo zu unserer neuen Ausgabe von Klima und Du. Wir sind in der Stadtbibliothek vom Verteiler, der von Foodsharing betrieben wird. Und hier haben wir auch zwei Verantwortliche von Foodsharing. Wollt ihr euch kurz vorstellen? Hallo, ich bin die Martina Kastler. Ich bin jetzt seit zehn Jahren bei Foodsharing. Ich war damals in der Gründungsphase dabei. Die gute Idee ist von meiner Bonustochter gekommen, die ist noch gerade studieren gegangen, dann nach Linz zurück und hat uns davon erzählt. Und dann haben wir gesagt, ja passt, das macht sich voll gut an, das ist voll was Tolles, das machen wir jetzt da. Hallo, ich bin die Ruth, ich bin seit 2018 bei Foodsharing dabei und ich beschäftige mich schon seit Jahrzehnten mit dem Thema Nachhaltigkeit. Und da ist natürlich ein ganz wichtiger Aspekt das Thema Lebensmittel. Und darum bin ich recht aktiv bei Foodsharing und beim Retten von Lebensmitteln. Genau und was ist jetzt dieser Verteiler, der da hinter uns steht? Also Verteiler sind grundsätzlich öffentlich zugängliche Kühlschränke, Regale oder Tische, Boxen wie man da sieht. Die stehen im besten Fall auf öffentlichen Plätzen und sind eben zugänglich da in der Bibliothek in der Öffnungszeit. Aber es gibt genauso welche zum Beispiel auf einem Gemeinde-Parkplatz und da kann man hinkommen und das Wichtige ist, jeder darf da was reinlegen, also genießbare Sachen natürlich und jeder darf auch was rausnehmen. Also in Oberösterreich gibt es 15 Verteiler und in Linz gibt es sieben. Sechs aktive Verteiler, insgesamt sieben. Und was mir ganz wichtig ist, dass da auch Dinge herkommen können, die man selber noch essen kann. Aber es gibt ein paar Lebensmittel, die man nicht hergeben soll. Zum Beispiel Eier oder Fleisch oder Alkohol. Und auf Hygiene soll man achten. Aber sonst ist jeder eingeladen mitzutun, herzubringen und abzuholen. Und von wem erhaltet ihr diese Lebensmittel? Also die Lebensmittel bekommen wir von privaten Personen, von Lebensmittelgeschäften, von Bäckereien, von Molkereien, von Großhändlern, von Märkten. Also überall wo Lebensmittel anfallen, fährt Foodsharing hin und holt was ab. Wir holen sogar in Baumärkten ab und dort gibt es jede Menge von Pflanzen zu retten und das ist wirklich unwahrscheinlich, was dort nicht mehr gebraucht wird. Und warum habt ihr das Projekt gegründet? Was wollt ihr dann im Endeffekt damit erreichen? Ja, das oberste Ziel ist sozusagen jeglichen Lebensmittelmüll zu vermeiden. Also das ist unser größtes Anliegen quasi, dass man sagt, es gibt kein einziges Lebensmittel mehr, was im Müll landet. Genau, wir sind eigentlich kein sozialer Verein, sondern wir beurteilen nicht, wer ist bedürftiger, wer bekommt Lebensmittel, wer bekommt keiner, weil er zu viel verdient, sondern uns geht es hauptsächlich darum, dass keine Lebensmittel mehr im Müll landen. dass keine Lebensmittel mehr im Müll landen. Und welche Ziele oder welche Probleme gibt es da auf politischer Seite, bzw. welche politische Veränderung wollt ihr im Endeffekt erreichen? Da haben wir beide was dazu zu sagen. Da gibt es ja viel zu sagen. Genau, ich fange einmal an. Bestenfalls gibt es einfach eine Gesetzesänderung, dass einfach keine Lebensmittel mehr in den Müll landen dürfen, wie man zum Beispiel das auch in Frankreich der Fall ist und das war halt für Österreich auch eine total super Idee, weil dann würden wir alle gemeinsam einen großen Nutzen davon haben. Und es gehören so Dinge geändert wie das Verbrauchsdatum, weil zum Beispiel Salz oder Honig, das läuft nie ab. Warum hat das so ein Datum? Warum muss das dann entsorgt werden? Und es gehört auch geholfen, wenn die Betriebe steuerliche Vorteile hätten, wenn sie ihre Lebensmittel zum Beispiel an Sozialmärkte oder Foodsharing geben. Und es gehört aber auch evaluiert, bringt das was, wenn die Betriebe die Sozialmärkte mit zum Beispiel Brot überschwemmen, macht das Sinn? Also da gehört wirklich unheimlich viel getan und da gibt es noch ganz viele Punkte, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Genau und jetzt eine letzte Frage noch, welche Verbesserungsöglichkeiten seht ihr denn jetzt bei diesem Verteiler? Also hier in Linz und bei diesen Projekten in Linz? Also Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich in dem Fall, dass einfach die Betriebe, also bei dem Verteiler würde ich nichts verbessern. Der ist für mich ideal, der ist wirklich super. Da rennt die Leute kommen gern, das ist super. Aber es gehört eben, so wie ich gesagt habe, Dinge verbessert, dass eben weniger Lebensmittel weggeschmissen werden. Also was mir ganz, ganz wichtig ist zum Abschluss, ich möchte alle Betriebe einladen, denen Lebensmittel übrig bleiben, zum Beispiel Restaurants, das habe ich zuerst vergessen zu erwähnen. übrig bleiben, zum Beispiel Restaurants, das habe ich zuerst vergessen zu erwähnen. Wir kommen vorbei von Foodsharing, na umgekehrt, meldet euch bei Foodsharing, wir kommen vorbei, wir schauen uns das an und dann kriegt es ein maßgeschneidertes Konzept, wie einfach keine Lebensmittel mehr verschwendet werden und Foodsharing ist zu hundertprozentig verlässlich. Wir kommen immer, wann Not am Mann ist. Und da möchte ich die ganze Bevölkerung aufrufen. Kommt zu den Verteilern, nehmt Lebensmittel mit oder meldet euch auf der Foodsharing-Homepage foodsharing.at an. Helft uns Lebensmittel retten. Wir brauchen beides. Menschen, die essen und Menschen, die retten. Genau, und warum wurde Foodsharing gegründet? Ganz wichtig, Foodsharing ist ein Verein. Und wurde von Valentin Thum gegründet. Er hat den Film Weste Test gedreht und das war eigentlich der Ursprung von dem Ganzen. Und der Raphael Fellner hat ihm geholfen und am 12.12.2012 ist die Homepage foodsharing.de online gegangen und seither hat sich unheimlich viel getan. Also Foodsharing Oberösterreich oder Österreich gibt es jetzt seit 10 Jahren, seit 2016 und wir sind aktiv, wir werden immer mehr Leute und darum auch mein Aufruf, tazmit, helft uns, dass wir noch mehr erreichen, dass wirklich keine Lebensmittel mehr in der Tonne landen. Lebensmittel retten, yeah! Dann bedanke ich mich, danke für das Interview. Ja, danke. Danke sehr. Genau, und jetzt bin ich mit zwei Personen von der Stadtverwaltung, von der Stadtbibliothek da. Wollt ihr euch hier kurz vorstellen? Also, wollt ihr euch hier kurz vorstellen? Ja, gern. Hallo, ich bin die Lisa Linkeseder und bin seit fast sieben Jahren Bibliothekarin in der Stadtbibliothek im Wissensturm. Ja, hallo, auch von mir. Ich bin die Heike Merschitzger, bin die Leiterin der Stadtbibliothek Wissensturm und zuständig für die Green Library Angebote. Genau, und eines von diesen Green Library Angeboten ist ja der Verteiler. Welche Lebensmittel werden denn da ungefähr bereitgestellt? Also gibt es da alles oder nur ein bisschen was? Ja, grundsätzlich, also der Großteil der Lebensmittel kommt vom Verein Foodsharing. Es sind gerettete Lebensmittel, die werden von verschiedenen Betrieben abgeholt. Das heißt, da kommt eine große Bandbreite zusammen. Wir haben viel Brot und Gepäck hier. Wir haben oft Bananen. Wir hatten schon Ziegenmilch, Schafmilch oder veganes Hack zum Beispiel. Es kann aber auch jeder und jede, die gern vorbeikommen möchte, Lebensmittel hierher bringen. die gerne vorbeikommen möchte, Lebensmittel hierher bringen. Also der Verteiler ist offen für alle. Wenn man jetzt zu Hause etwas über hat, etwas, das man nicht mehr braucht, kann man es genauso herbringen. Die Faustregel ist, alles, was man selber noch essen würde, also natürlich keine verdorbenen oder schimmeligen Lebensmittel, Brot, Gebäck, Gemüse, Obst ist alles in Ordnung. Genauso Kühlware, wir haben auch einen Kühlschrank hier, da darf die Verpackung nicht angebrochen sein. Und wird dieses Projekt gut genutzt und was ist so der Stand von dem Projekt aktuell? Das Projekt, also der Verteiler wird sehr gut genutzt. Wir waren uns anfangs nicht sicher, ob wir vielleicht ein bisschen eine Anlaufzeit brauchen. Aber von Anfang an, vom ersten Tag an, waren die Leute teilweise wirklich begeistert. Man hat immer wieder sehr nette Gespräche hier beim Verteiler. Die Menschen, die uns besuchen, freuen uns sehr, dass sie sich hier wirklich etwas mitnehmen dürfen und so auch etwas Gutes tun und Lebensmittel vor dem Müll retten. Ja genau, es besuchen uns ganz viele unterschiedliche Leute. Es wird wirklich sehr gut angenommen. Welche Visionen habt ihr für dieses Projekt oder welche anderen Projekte dieser Ort plant ihr in der Zukunft? Ja, wir haben in der Stadtbibliothek Linz schon länger einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Und unser großes Ziel ist einfach, dass wir alle unsere Angebote zu dem Thema möglichst unter die Leute bringen, dass das gut genutzt wird. Wir haben zum Beispiel auch einen Repair-Café einmal im Monat bei uns. zu dem Thema möglichst unter die Leute bringen, dass das gut genutzt wird. Wir haben zum Beispiel auch ein Repair Café einmal im Monat bei uns. Wir haben die Dingelei, wo wir Gegenstände verleihen. Also es geht uns ganz viel um nachhaltige Nutzung von Ressourcen und die Vision ist, das alles als Gesamtpaket quasi zu den Menschen zu bringen. Nicht nur zu denen, die in die BÜDEX sowieso schon kommen, sondern auch zu denen, die uns vielleicht genau deshalb besuchen und dann sehen, was wir sonst noch alles im Angebot haben. Genau und wer nutzt dann alle den Verteiler? Also nutzt ihn einfach jeder oder gibt es irgendwie eine bestimmte Gruppe von Menschen, die öfters kommen? Ich würde nicht sagen, dass es eine bestimmte Gruppe ist, sondern dass die Bandbreite der NutzerInnen sehr groß ist. Es sind einerseits StammkundInnen der Bibliothek, die den Verteiler sehr gerne nutzen und wenn sie Bücher, Medien oder Dinge ausborgen, dann auch noch beim Verteiler vorbeischauen. Andererseits sind es aber auch Leute, die noch nie bei uns waren und vom Verteiler gehört haben und deswegen herkommen und im Zuge dessen dann auch die Bibliothek kennenlernen. Und genau, altersmäßig quer durch die Bank, also von Kindern bis Seniorinnen, ja, also könnte ich nicht sagen, dass es eine bestimmte Gruppe ist, die den Verteiler nutzt. Vielleicht darf ich da noch etwas ergänzen. Wir sind ja im Wissensturm nicht nur die Bibliothek, auch die Volkshochschule, Lernzentrum DorfTV und wir haben auch viele sehr engagierte Kursleiterinnen, die dann mit ihren Kursen sich das Angebot anschauen und wo wir das auch aktiv bewerben, sind zum Beispiel die Deutschlernenden, die im Haus hier Kurse machen oder die Grundbildungskurse, die dann vorbeischauen oder einfach andere Interessierte und das bringt natürlich der ganzen Idee vom Verteiler-Dasein nochmal einen extra Push, weil die sprechen dann wieder in ihrem Freundeskreis drüber und dann ist es eigentlich relativ schnell gegangen, dass das populär geworden ist, sich da was abzuholen. Also der Verteiler kommt sehr gut an, würde ich jetzt sagen, oder? Der Verteiler kommt sehr gut an, genau. Also man trifft auch immer wieder Leute, wenn man hier ist und den Verteiler reinigt. Es kommen Leute, man hat immer nette Gespräche. Da sieht man, dass das einfach wirklich ein belebter Ort ist. Ich kann vielleicht auch noch sagen, weil du das angesprochen hast mit dem Reinigen, das ist ja nicht ganz so unwesentlich. Also es gibt wirklich ein engagiertes Team unter den BWDK-Rinnen hier im Haus, die sich freiwillig dazu gemeldet haben, sich darum zu kümmern. Es sind jeden Tag zwei Personen eingeteilt, die eben schauen, dass der Kühlschrank kühl ist, dass eben alles gereinigt ist, dass die Lebensmittel gut präsentiert sind. Das ist, glaube ich, auch eine wichtige Voraussetzung, dass es einfach kontinuierlich eine gute Betreuung gibt. Es gibt einen super Kontakt mit den Foodsaver-Innen und es läuft einfach gut. Aber es ist schon ein bisschen Betreuung und Engagement notwendig, dass man das macht. Und das funktioniert in dem Fall wirklich toll. Ja, passt. Dann bedanke ich mich für das Interview. Danke euch. Danke. Danke. Klima und Du Die Verantwortung für die globale Erwärmung wird seit Jahrzehnten zwischen Politik, Industrie und Konsumentinnen und Konsumenten hin und her geschoben. Was können wir Einzelne wirklich zur Bewältigung der Klimakrise beitragen? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten suchen wir nach Auswegen und Lösungen. Die wöchentliche Informations- und Diskussionssendung der Freien Medien in Oberösterreich.