Das einst bäuerlich geprägte Oberndorf ist mittlerweile fast verschwunden und mit Gallnerkirchen verwachsen. Seit dem 17. Jahrhundert wird am Ackerlhof in Gallnerkirchen Landwirtschaft betrieben. Rinder prägten den Mühlviertler Vierkanthof über Jahrhunderte. Herr Mittermeier, wann wurde Ihr Betrieb von Grünland auf Ackerbau umgestellt? Das war vor gut zehn Jahren, als ich auf dem Hof angekommen bin und mir überlegt habe, was ich weiter machen würde. Und habe dann gemerkt, dass man das mit den Bohnen sehr viel Freude macht. Und dafür brauche ich einen Acker, damit ich die Bohnen anmachen kann, um sie dann zu verarbeiten. Sie sagen ein bisschen ein Acker. Wo sind eben Ihre Äcker? Gleich oben am Haus und dann am Gallusberg. Und das reicht aus für Ihre warum sagen wir es nicht? Genau, wir haben mehr als genug. Nichts zu kaufen. Das Tolle bei den Bohnen ist halt, dass man sehr viel aussäen kriegt. Das war damals auch diese Überlegung, wie ich den Betrieb zukunftsfähig aufstellen kann, dass ich da weitermachen kann und der Hof eine Zukunft hat. Können Sie uns einfach jetzt den Weg von der Aussaat bis zur Ernte der Sojabohne einfach erklären? Also die Sojabohne wachsen im Sommer über. Wir bauen sie im Mai an, wenn es warm genug ist. Das ist so ein bisschen die Herausforderung, weil sie brauchen Wärme und wenn es dann kalt ist, dann wachsen sie nicht so gut. Dafür ist es ungerad und da muss man schauen, dass es schneller ist. Deswegen bauen wir sie in Reihen an und dann zwischen den Reihen in Hackgeräten hocken. Dann braucht man Sonne und auch Wasser, damit sie wachsen. Die bilden dann relativ schnell auch nach der Blüte Schotten und wachsen so bis im September meistens dann, wenn es geerntet. Dann tun wir es in die Trocknung, damit sie lagerfähig sind, werden die Bohnen getrocknet und wir dann nur reinigen, damit man es dann eine saubere Ware hat zum verarbeiten. Und wie ist es Ihnen heuer im Sommer gegangen, speziell mit der Trockenheit, mit der ausgeprägten? Wir haben letztes Jahr so viele Sojabohnen geerntet, dass wir heuer keine angebaut haben, Glück. Was man so gesehen hat, hat da schon deutlich gelitten. Das heißt die Lagerfähigkeit ist offenbar gegeben, dass man ein Jahr einmal aussetzen kann und genug Auflager hat. Ja genau, das geht gut. Die Bohnen werden über Nacht eingeweicht und saugen sie mit Wasser an. Sie werden dann vermahlen in der Mühle. Das brauchen sie damit das Soja Eiweiß verdaulich ist, wie bei Hülsenfrüchten, wie man es so kennt, dass man die Bohnen einweicht und dann aufkochen muss. Das Moos kommt dann, nachdem es aufgekocht ist, in die Presse. Dort werden Fasern und Schalenbestandteile getrennt. Und daraus gewinnt man dann die Sojamilch. Also das ist quasi so das Melken der Bohnen. Und in dem zweiten, kleineren Kessel wird dann die Sojamilch zum Auspulver gebracht mit Salz. Und zwar nehme ich dafür Nigari, das ist eine Magnesiumchloridlösung. Das ist so traditionell, die japanische Variante Tofu zu machen. Da wird auch recht mürbe. Es geht nicht so viel aus wie mit anderen Varianten, aber schmeckt mir besser. Nach dem Ausflocken wird der Tofu in den Presskasten und wird nur gepresst zu einem Block und dann in der Presse wird nur die restliche wie man ihn kaufen kann. Tofu ist mittlerweile ein beliebtes Nahrungsmittel geworden. Was zeichnet speziell Ihren Bohnenkas aus? Es ist das hochwertige pflanzliche Eiweiß direkt von unseren Feldern und es hat alle acht essentielle Minussäuren. Das macht das Oja-Bohnen so besonders als Eiweißlieferant in der pflanzlichen Ernährung. Wir schauen, dass er gut schmeckt und das passiert dann in der Verarbeitung. Welche Geschmacksrichtungen gibt es bei Ihren Produkten? Andamer Räuchern, der wird über die Nacht in der Sojasauce mariniert und kommt dann am nächsten Tag in die Seuch und wird dann halt so rauchig und passt ganz gut zu Jausen. Den Natur gibt es, der wird meistens verkocht, Den hat man so in einem Curry oder ein bisschen anbraten. Oder einfach als Basis für Leibchen oder andere Gerichte. Und einen dritten haben wir noch, das ist der Bohnenkasensaftl. Der wird mariniert mit Zitrone, Asojasauce, Sesamöl und Gewürzen, Kurkuma. Und den kann man einfach ganz gut anbraten und dann gleich was essen. Wo gibt es eigentlich alle Ihre Produkte zu kaufen? Hier bei uns in der Region? Der nächste Verkaufsgeschäft ist die Gärtnere Friedensort. Da bleibt man bei uns ums Eck. Dann gibt es noch beim Sparteisinger Wohnfriedhof in der Rennerstraße. Im Lagerhaus in Engerwitzdorf. Da vorne gibt es einen Webshop, wo man bestellen kann. Genau, da verschicken wir das dann. Den werden wir ohne diese einblenden auch für die Zuseherinnen und Zuseher. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie weiterhin viel Erfolg mit dieser Produkt-Serie, die vor, haben Sie gesagt, zwölf Jahren gestartet wurde und wie man sieht mit Erfolg. Vielen Dank. Alles Gute. Danke vielmals.