Märchenzauber mit Claudia Edermeyer. Ja, hallo, grüß dich, servus, schön, dass du hier bist. Ich bin Claudia, ich bin Märchenerzählerin und Autorin aus Linz-Urfa. Hallo? Hallo? Hallo, hörst du mich? Hallo? Hallo? Hallo? Kannst du mich hören? Ja, ich kann dich hören. Ich bin Estrella. Ich bin eine Schnirkelschnecke. Sag, bist du die Erzählerin? Ja, ich bin die Erzählerin. Oh, ich bin den weiten, weiten Weg von Magoslaros hierher gekommen. Magoslaros? Ja gekommen. Magos Laros? Ja, das ist unsere Zauberwelt, unsere Welt des Bodens. Und ich liebe Geschichten. Ja, Geschichten habe ich viele mitgebracht. Dann setz mich ab. Ich höre dir zu. Bis dann. Ja, mit welcher Geschichte beginne ich? Es ist ein Märchen, das haben zwei ganz berühmte Brüder aufgenommen. Du wirst es schon erraten. Welche Brüder könnten das sein? Das sind die Brüder Grimm. Vor langer, langer, langer Zeit, als die Erde noch jung war und die Märchen noch wahr waren, da ging ein Junge im Winter mit seinem Schlitten in den Wald. Er sammelte Holz, ein Stück nach dem anderen und legte das Holz auf den Schlitten. Und als der Schlitten voll war, bemerkte er mit einem Mal ein Funkeln mitten im Schnee. Es war ein kleiner, goldener Schlüssel. Der Junge dachte bei sich, dort, wo ein Schlüssel ist, ist sicherlich auch ein Schloss. Sicherlich auch ein Schloss. Und er fing an, im Schnee zu graben. Und nach einer Weile fand er endlich ein kleines Schächtelchen. Er drehte es hin und her und fand endlich ein Schlüsselloch. Er steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch, drehte um und der Deckel sprang auf. Und was glaubst du, was hat denn der Junge in diesem Schächtelchen, in diesem Kistchen gefunden? Was glaubst du, was könnte es denn sein? Ja, vielleicht Edelsteine oder Gold oder eine Schatzkarte. Aber vielleicht hat er auch viele, viele Geschichten gefunden. Und wer weiß, vielleicht hörst du ja die eine oder andere Geschichte hier auf DorfTV. Ähm, ich, äh, ich kannte diese Geschichte noch nicht. Hast du noch eine? Von, äh, von Vögeln. Puh, von Vögeln. Ja, und von einer, von einer Schildkröte, die versucht hat zu fliegen. Und die Märchen noch wahr waren, da ging eine Schildkröte im Herbst spazieren. Es war ein wunderschöner und strahlender Herbsttag. Die Sonne schien vom Himmel und die Schildkr, ein Pfeifen, das aus den Bäumen kam. Die Schildkröte blieb stehen, schaute nach oben und sagte, Hey ihr, ihr da oben, was schreit ihr denn so? Aber wir Vögel, wir schreien nicht, wir reden miteinander. Ach ja, und was habt ihr so Wichtiges zu reden? Aber Schildkröte, du weißt ja gar nichts, wir fliegen in den Süden. Ach ja, und was ist so besonders am Süden? Aber Schildkröte, bald kommt der Winter und dann wird es hier schrecklich kalt und deshalb fliegen wir in den Süden und außerdem gibt es dort viel zu fressen. Ach, da gibt es was zu fressen, nehmt ihr mich mit, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte. Und die Schildkröte, die bat und bettelte, klagte und jammerte, flehte die Vögel an, sie mitzunehmen. Schließlich hatten sie Mitleid mit ihr, sie redeten miteinander und hatten eine Idee. Sag Schildkröte, kannst du dich auch in einem Stock festbeißen und dich ganz gut festhalten? Natürlich kann ich das, sagte die Schildkröte. Und da flogen die zwei stärksten Vögel hinunter zur Erde, nahmen einen Stock. Die Schildkröte öffnete ihr Maul und verbiss sich in dem Stock. Und dann flogen die Vögel mit ihr hoch hinauf in den Himmel. Ach, es war herrlich. Jeder, der schon mal geflogen ist, weiß, wie schön das Fliegen ist. Sie flogen über Wiesen und Felder, über Berge und Wälder, über Flüsse und über Seen. Aber mit der Zeit wurde die Schildkröte ungeduldig. Sie wollte wissen, wie lang sie noch fliegen würden, wann sie endlich den Süden erreichen würden, ob sie jetzt endlich im Süden waren. Und so zwinkerte die Schildkröte mit ihren Augen. Aber die Vögel bemerkten es gar nicht und flogen mit ihr weiter. Die Schildkröte wedelte mit ihren Beinen. Aber die Vögel kümmerten sich nicht darum und flogen mit ihr weiter. Aber die Vögel beachteten es nicht und flogen mit ihr weiter. Kann mir denn endlich einer sagen? Die Schildkröte hatte den Stock losgelassen und fiel nun geradewegs auf die Erde zu. Im letzten Augenblick zog sie den Hals, den Kopf, zog sie die Beine ein und dann schlug sie auf der Erde auf. Alles tat der Schildkröte weh. Aber nach einer Weile streckte sie den Kopf und den Hals, streckte sie die Beine aus, fand einen dicken Grashalm, verbiss sich darin und drehte sich zurück auf den Bauch. Und als sie zurückschaute auf ihren Panzer, merkte sie, dass sie ein Muster bekommen hatte. Und wenn du dir heute eine Schildkröte anschaust, wirst du merken, dass sie immer noch ein Muster hat auf ihrem Panzer. Die Schildkröte schaute sich um und bemerkte einen See. Und dann vergrub sie Und so ist es heute noch. Während die meisten Vögel den Winter über im Süden verbringen, bleiben die Schildkröten zu Hause, halten hier ihre Winterstarre und erst wenn es wieder schön warm geworden ist, wachen die Schildkröten wieder auf.