Märchenzauber mit Claudia Edermeyer. Ja hallo, schön, dass du hier bist. Mein Name ist Claudia Edermeyer. Ich bin Märchenerzählerin und Autorin aus Linz. Und ich habe auch wieder Estrella mitgebracht. Hallo? Hallo Claudia. Hallo Estrella. Hast du eine Geschichte für mich? Ja, ich habe wieder eine Geschichte für dich. Diesmal reisen wir in ein anderes Land. Nach Marcos Laros. Nein. Auf die Insel Madeira. Und Madeira gehört zum Land Portugal. Ich setze dich wieder ab. Land Portugal. Ich setze dich wieder ab. Und Madeira liegt mitten im Atlantik und dort gibt es einen kleinen Vogel. Der ist kleiner als ein Spatz, hat aber immer einen Hunger, der riesengroß ist, wie der eines Adlers. Und der kleine Vogel heißt Bischbisch. Vor langer, langer, langer Zeit, als die Erde noch jung war und die Märchen noch wahr waren, da flog der kleine Bischbisch übers Land. Plötzlich hörte er ein lautes Knurren. Es war sein Magen. Er hatte schrecklichen Hunger. Und so schaute er sich um und bemerkte ein Häuschen. Und auf dem Fensterbrett stand eine Schüssel mit Brei. Der kleine Bischbisch flatterte näher, landete, schaute sich um, trippelte an den Brei heran, schaute, pickte, schmatzte, schaute, pickte, schmatzte, schaute, pickte, schmatzte, schaute, pickte, schmatzte, schaute, pickte, pickte. Er hatte den ganzen Brei aufgefressen. Der kleine Bischbisch flatterte hinunter auf die Erde, streckte seine Füße dem Himmel entgegen und sagte, jetzt bin ich so stark, dass ich den ganzen Himmel stützen könnte. In diesem Augenblick donnerte es. Der kleine Bischbisch sprang auf die Füße, streckte seinem Kopf dem Himmel entgegen und sagte, Lieber Gott, bitte straf den Bischbisch nicht. Er ist nur ein kleiner Wicht. Er hat zu viel geschmatzt. Er weiß nicht, was er schwatzt.« Und dann versteckte er sich unter dem Laub und wartete, bis das Gewitter wieder vorüber war.