WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:04.000
 Du kannst es in diesem Fall im Menü erstellen.

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00:00:04.000 --> 00:00:11.000
 Und dann unter dem Audio, einfach auf das Rechteck und da ist dann eh schon Peaking.

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00:00:11.000 --> 00:00:13.000
 Geht's? Okay.

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00:00:13.000 --> 00:00:19.000
 Mein Name ist Thomas Philipp, ich bin Mitgründer, Organisator und Kurator von Linz FMR.

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00:00:19.000 --> 00:00:29.120
 Linz FMR ist ein Festival für Kunst in digitalen Kontexten und öffentlichen Räumen. Das heißt, es geht um zwei Sachen Kunst in digitalen Kontexten.

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00:00:29.120 --> 00:00:35.320
 Da geht es um neue Ansätze der Medienkunst, gerade alles was in Richtung Ultra Contemporary Art geht,

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00:00:35.320 --> 00:00:39.799
 in Verbindung mit Digitalität, Digital Art, Internet Art, wenigstens mehr.

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00:00:39.799 --> 00:00:52.200
 Und Public Spaces, also im öffentlichen Raum, auch im offenen Raum insbesondere. Also wir zeigen digitale Künste, digitale Kunst nicht im natürlichen Habitat,

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00:00:52.200 --> 00:00:56.399
 das wäre der virtuelle Raum, das Internet, aber auch nicht im White Space,

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00:00:56.399 --> 00:00:59.799
 also in Galerien oder Museen, sondern eben im öffentlichen Raum.

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00:00:59.799 --> 00:01:06.000
 Weil wir glauben, dass durch die Konfrontation mit diesen künstlerischen Arbeiten,

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00:01:06.000 --> 00:01:11.000
 die ihren Ursprung im digitalen Raum haben,

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00:01:11.000 --> 00:01:18.000
 wenn die im öffentlichen Raum gezeigt werden, dass dort bestimmte Störungen, Brüche, Glitschis erzeugt werden,

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00:01:18.000 --> 00:01:20.000
 die das besonders spannend machen.

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00:01:20.000 --> 00:01:23.000
 Linz FMR ist ein eigenständiger Verein,

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00:01:23.000 --> 00:01:27.859
 aber sehr stark noch mit seinen Gründungspartnerinnen verbunden, verwurzelt.

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00:01:28.120 --> 00:01:34.459
 Das ist die Kunstuniversität Linz, das ist das Atelierhaus Salzamt der Stadt Linz, das sind die Freiszeneninitiativen Koyoche und Servosati,

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00:01:35.019 --> 00:01:42.239
 die ehemalige Sturm- und Dranggalerie, die jetzt in einen zeitgenössischen, philosophischen Salon transformiert wurde.

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00:01:48.400 --> 00:01:55.840
 transformiert wurde und wir finden jetzt zum vierten Mal statt. 2019, also Birnalen ist unser Festival, 2019 das erste Mal an der Donnerlende, dann 2021 am Mühlkreis Bahnhof, 2023 im südlichen Hafenviertel

19
00:01:55.840 --> 00:02:08.240
 und heuer dann am Linzer Schlossberg vom 3. bis 7. Juni mit einem großen Programm, Ausstellung im öffentlichen Raum mit 23 Positionen,

20
00:02:08.240 --> 00:02:15.479
 dazu ein Diskursprogramm mit Lectures und Talks, eine Concert Night, viele Performances,

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00:02:15.479 --> 00:02:30.000
 viel Vermittlung, die es gibt und auch spezielle Angebote, die man hier beim Festival erleben kann. Also wir haben bei Linz FMR natürlich immer das Thema der Ephemeralität,

22
00:02:30.000 --> 00:02:36.000
 auch der Titel Ephemeros, ein griechisches Wort, das auf Flüchtigkeit anspielt,

23
00:02:36.000 --> 00:02:41.000
 auf Transition, wenn man so will, auf das Vergängliche.

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00:02:41.000 --> 00:02:45.000
 Das hängt natürlich mit digitaler Kunst, mit den digitalen Künsten vor allem zusammen.

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00:02:45.000 --> 00:02:49.000
 Und dann gibt es immer Festivalthemen, die wir bespielen.

26
00:02:49.000 --> 00:02:57.000
 Für FMR 26 sind es vier Festivalthemen, die sich dann sowohl in der großen Ausstellung mit den 23 Arbeiten zeigen,

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00:02:57.000 --> 00:03:02.000
 aber auch im Diskursprogramm, in den Online Lectures, in den On-Site Talks.

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00:03:02.000 --> 00:03:07.259
 Das erste Thema hängt mit dem digitalen Nachleben zusammen,

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00:03:07.259 --> 00:03:15.199
 Digital Afterlife, also was bleibt über von uns, wenn wir sterben, aber auch wenn die digitale

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00:03:15.199 --> 00:03:22.259
 Identität, der digitale Avatar, wenn man so will, stirbt. Was bleibt da über? Auch wie wird mit Tod

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00:03:22.259 --> 00:03:25.780
 und Trauer im digitalen Raum umgegangen, Stichwort

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00:03:25.780 --> 00:03:33.979
 Dead Bots, Grief Bots und ähnliches mehr. Ein zweites Thema setzt sich mit AI Societies

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00:03:33.979 --> 00:03:38.759
 Power Structures auseinander, also da geht es um Fragen von Widerstand gegen künstliche

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00:03:38.759 --> 00:03:45.360
 Intelligenz insbesondere, also so in Richtung Fuck You, Fascist Tech Bros.

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00:03:51.460 --> 00:03:53.960
 Wir würden niemals auf die Idee kommen, so wie den Peter Thiel einzuladen.

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00:04:02.219 --> 00:04:05.400
 Drittes Thema, drittes Festivalthema hängt zusammen mit diesem Raum, mit dem wir hier sind. Das ist ein sehr romantischer, idyllischer Naturraum, der sehr

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00:04:05.400 --> 00:04:14.039
 stadtnah ist. Da geht es um Digital Idyll, um Digital Isolation, also die Frage von Isolation,

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00:04:14.039 --> 00:04:19.680
 Rückzugsräumen, aber auch gerade im Zusammenhang mit Idyll, mit dieser Flucht in eine andere Idylle.

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00:04:19.680 --> 00:04:29.160
 Vielleicht auch Fragen von AI Detox, falls das überhaupt möglich ist. Kann man sowas wie AI Detox überhaupt denken?

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00:04:30.240 --> 00:04:36.660
 Und dann haben wir noch ein Thema, da geht es um Future Archaeology, also um zukünftige Archäologien.

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00:04:37.240 --> 00:04:42.720
 Und da steckt so der Gedanke dahinter, naja, wir bimmen uns jetzt ein paar hundert Jahre nach vor.

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00:04:43.240 --> 00:04:45.180
 Wir spielen Archäologinnen und Archäologen

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00:04:45.180 --> 00:04:46.959
 und was würden wir dann ausgraben?

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00:04:46.959 --> 00:04:50.379
 Wir sind hier am Schlossberg, das ist ein sehr historischer Ort,

45
00:04:50.379 --> 00:04:56.680
 der Limes-Schlossmuseum, aber vor allem Ausgrabungsstätte auch, Römerzeit, Keltenzeit.

46
00:04:56.680 --> 00:05:00.339
 Gut, und wenn man jetzt als jetziger Archäologin oder Archäologe reinkrebt,

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00:05:00.339 --> 00:05:05.399
 dann wird man irgendwelche Fundstücke, Artefakte aus der Römerzeit oder Kettenzeit vielleicht finden.

48
00:05:06.040 --> 00:05:11.699
 In 400, 500 Jahren kann man irgendwas noch ausgraben, was mit unseren digitalen Kulturen in Verbindung steht.

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00:05:11.819 --> 00:05:13.819
 Wie gräbt man ein Meme aus zum Beispiel?

50
00:05:13.980 --> 00:05:16.519
 Das ist so eine Frage, was bleibt von dem Meme?

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00:05:16.620 --> 00:05:21.600
 Und das sind die vier Festivalthemen, die für uns interessant sind bei FMI 26.

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00:05:22.639 --> 00:05:25.579
 Was hat es mit die Schafe auf sich, die man immer wieder sieht?

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00:05:25.579 --> 00:05:32.120
 Die Schafe? Da gibt es gar keine große Geschichte dazu, außer dass wir eine unglaublich gute

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00:05:32.120 --> 00:05:38.319
 visuelle Designerin haben von Studio S, die Verena Panholzer und die denkt sich immer ganz

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00:05:38.319 --> 00:05:46.000
 schräge Sachen aus. Jetzt sind wir da am Berg, am Schlossberg, 336 Meter über dem Meeresspiegel.

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00:05:46.000 --> 00:05:50.000
 Für andere Länder, Niederlande oder Dänemark oder so, ist das schon der höchste Berg des Landes.

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00:05:50.000 --> 00:05:56.000
 Für uns ist das nicht einmal erwähnenswert, wenn man in Oberösterreich aufgewachsen ist.

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00:05:56.000 --> 00:05:59.000
 Trotzdem ist es ein Berg, ein Hügel und mit dem spielen wir natürlich auch,

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00:05:59.000 --> 00:06:07.759
 dass wir gerade diesen Bergraum und dieses Vor-Vor-Alpine irgendwie aufgenommen haben und darum die Schafe.

60
00:06:07.759 --> 00:06:11.399
 Und auch in unserer Bewerbung jetzt ist es irgendwie schräg. Wir haben ja auf der einen

61
00:06:11.399 --> 00:06:15.040
 Seite natürlich einen sehr starken Zugang zu elektronischer, experimenteller Musik,

62
00:06:15.040 --> 00:06:20.639
 Neues und so weiter. Das sieht man auch bei der Concert Night. Aber der Großteil, glaube ich,

63
00:06:20.639 --> 00:06:31.000
 unserer wichtigeren Social-Media-Videos waren Jodeln und irgendwelche Bergtiere, die da herumblöcken und muhen.

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00:06:39.000 --> 00:06:46.899
 Wir sind hier vor einem Wohnwagen, der aus Schweden hierher gekommen ist. Die Künstlerin Selma Käsen ist tatsächlich aus

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00:06:46.899 --> 00:06:53.079
 Malmö hierher gefahren mit dem Wohnwagen, hat den Wohnwagen dort schon vorbereitet. Nämlich ist es eine

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00:06:53.079 --> 00:06:57.860
 künstlerische Arbeit, der gesamte Wohnwagen, aber vor allem was war drinnen. Dann sieht die Arbeit heißt

67
00:06:57.860 --> 00:07:09.860
 The Crisis of Belonging und was Selma Käsen in diesem Wohnwagen während des Festivals macht, ist, dass sie fast einen sakralen, kultischen Raum hier schafft,

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00:07:10.480 --> 00:07:18.000
 wo eben die neuen Götter, die neuen Götzen auch angebetet werden, insbesondere die künstliche Intelligenz.

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00:07:28.639 --> 00:07:34.100
 man dann durch diese Rituale, die dann in Performances stattfinden, in verschiedene Utopien, aber vor allem in Dystopien dann auch eintauchen wird. Also man kann sich das fast

70
00:07:34.100 --> 00:07:41.600
 vorstellen wie irgendein vollkommen abgefahrenes, krudes, bizarres, schamanisches Ritual, aber ohne

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00:07:41.600 --> 00:07:47.199
 Esoterik, klarerweise. Und in verbindung mit ganz vielen kleinen

72
00:07:47.199 --> 00:07:54.620
 fassadstücken die halt auch auf digitale kulturen hinweisen und insbesondere dann

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00:07:54.620 --> 00:07:58.839
 auf künstliche intelligenz

74
00:08:01.019 --> 00:08:07.139
 wird die künstlerin während dem Festival da drinnen untergebracht bleiben eigentlich?

75
00:08:07.139 --> 00:08:13.000
 Das ist ein guter Nebeneffekt für unser Festival. Wir sind wirklich ein kleines Festival, kämpfen

76
00:08:13.000 --> 00:08:17.519
 immer mit den Förderungen und Finanzen und in dem Fall ist das sehr gut, weil wir sparen uns dann

77
00:08:17.519 --> 00:08:23.980
 den Hotelraum, das Hotelzimmer, weil die schwedische Künstlerin tatsächlich in diesem Wohnwagen dann

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00:08:23.980 --> 00:08:25.100
 auch die Nächte verbringt.

79
00:08:25.100 --> 00:08:29.600
 Das war jetzt natürlich gelogen, sie wird bei uns unterbracht in einem schönen Appartement.

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00:08:29.600 --> 00:08:35.960
 Aber tatsächlich ist sie die meiste Zeit hier jetzt dann vor Ort, weil gerade im Aufbaustress,

81
00:08:35.960 --> 00:08:40.460
 glaube ich, die letzte Nacht war sie tatsächlich da drinnen und sie ist während des Festivals dann

82
00:08:40.460 --> 00:08:49.500
 auch, glaube ich, an sieben, acht Zeitpunkten, so zwei Stunden lang, mit dieser Performance dann beschäftigt.

83
00:08:54.500 --> 00:08:55.639
 Gut, oder?

84
00:08:56.299 --> 00:08:56.700
 Gehen wir.

85
00:08:57.960 --> 00:09:13.000
 Bieten wir das eigentlich ein oder hat man diese Schamanische Kirche.

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00:09:15.000 --> 00:09:20.000
 Hier sind wir vor der Martinskirche. Sie gilt als die älteste oder eine der ältesten Kirchen Österreichs.

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00:09:20.000 --> 00:09:24.000
 Grundstein gelegt 799.

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00:09:24.000 --> 00:09:27.379
 Zumindest so lange ist es nachweisbar. Es ist wirklich ein sehr altes,

89
00:09:27.519 --> 00:09:28.519
 sakrales

90
00:09:28.519 --> 00:09:29.539
 Bauwerk.

91
00:09:31.240 --> 00:09:32.679
 Und wir haben hier die

92
00:09:32.679 --> 00:09:35.279
 Möglichkeit, in Zusammenarbeit

93
00:09:35.279 --> 00:09:36.659
 mit der Diözese Linz

94
00:09:36.659 --> 00:09:38.419
 eine Arbeit zu zeigen.

95
00:09:38.720 --> 00:09:40.360
 Ist eigentlich gar nicht so unseres

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00:09:40.360 --> 00:09:42.259
 bei Effe mehr. Es ist nicht, dass wir

97
00:09:42.259 --> 00:09:44.720
 mit der Diözese zusammenarbeiten würden,

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00:09:44.720 --> 00:09:45.879
 sondern dass wir in einen

99
00:09:45.879 --> 00:09:51.279
 Raum reingehen, weil man gesagt hat, man ist sehr stark auf öffentlichen, offenen Raum fokussiert.

100
00:09:51.279 --> 00:09:55.840
 Gut, bei der Kirche könnte man überlegen, das ist schon ein öffentlicher Raum, aber offen halt

101
00:09:55.840 --> 00:10:02.440
 weniger. Aber sie bietet sich einfach unglaublich gut an für eine Arbeit, die wir im Zuge des

102
00:10:02.440 --> 00:10:10.000
 kuratorischen Prozesses auch ausgewählt haben, nämlich von zwei italienischen Künstlerinnen Martina Pizzigoni und Alessia Felicio,

103
00:10:10.000 --> 00:10:17.220
 bekannt als Duo unter dem Namen Ma Alex. Die haben eine Arbeit, die nennt sich Tutta Notte Buia.

104
00:10:17.220 --> 00:10:27.440
 Bei dieser Arbeit geht es in Verbindung mit dem Festivalthema Digital Afterlife, um die Frage, was bleibt von einem übrig.

105
00:10:28.220 --> 00:10:33.179
 Man kann den Kirchenraum dann betreten, wird vor einem Interface stehen,

106
00:10:34.179 --> 00:10:41.919
 dort gibt man seine Daten ein, Name, Vorname, Nachname, E-Mail, das eine oder andere zusätzlich noch.

107
00:10:41.919 --> 00:10:47.059
 Und dann wird im Hintergrund gesammelt, was man alles über eine oder über einen weiß.

108
00:10:47.879 --> 00:10:55.179
 Und in einer sehr schönen ästhetischen Art und Weise wird das dann auch präsentiert einem,

109
00:10:55.179 --> 00:11:01.320
 also quasi eine digitale Identität, alles da ist oder die Identität im virtuellen Raum und dann switcht es um

110
00:11:01.320 --> 00:11:06.460
 und es wird eine Frage gestellt, nämlich, do you want to be forgotten? Also möchtest du vergessen werden?

111
00:11:06.600 --> 00:11:09.679
 Und wenn man dann Ja drückt, dann wird alles gelöscht.

112
00:11:10.019 --> 00:11:19.519
 LinkedIn, Insta, TikTok, alles was da war, eigene Website, egal, die Dorf-TV, Biografie, alles weg.

113
00:11:20.039 --> 00:11:22.240
 Also mit dem Gedanken wird zumindest gespielt, klarerweise.

114
00:11:23.440 --> 00:11:25.039
 Und wenn man dann wirklich Ja drückt.

115
00:11:31.279 --> 00:11:38.360
 Und wenn man das dann tatsächlich macht, dass man seine digitale Identität vollkommen gelöscht haben möchte, dann wird in einer wunderschönen Visualisierung das auch begleitet,

116
00:11:38.460 --> 00:11:44.480
 nämlich von zwei Klageweibern, von italienischen Klageweibern, von trauernden Frauen.

117
00:11:44.980 --> 00:11:45.000
 Und das ist auch der Hintergrund dieser Arbeit. von italienischen Klageweibern, von trauernden Frauen.

118
00:11:45.000 --> 00:11:47.000
 Das ist auch der Hintergrund dieser Arbeit.

119
00:11:47.000 --> 00:11:52.000
 Eine der Künstlerinnen stammt aus Süditalien, wo diese Tradition des Caramangi,

120
00:11:52.000 --> 00:11:57.000
 dieser trauernden Frauen, sehr stark verankert ist.

121
00:11:57.000 --> 00:12:01.000
 Vor allem ältere Frauen, die man gegen Bezahlung engagiert,

122
00:12:01.000 --> 00:12:08.700
 um bei dem eigenen Trauerzug teilzunehmen oder bei der Trauerveranstaltung

123
00:12:08.700 --> 00:12:17.440
 teilzunehmen, die dann in Tränen ausbrechen und laut zu schluchzen beginnen. Sie haben da auch

124
00:12:17.440 --> 00:12:23.340
 eine sehr interessante Art-based Research, Feldforschung betrieben, waren längere Zeit

125
00:12:23.340 --> 00:12:25.279
 danach unterwegs, das wird auch gezeigt.

126
00:12:25.279 --> 00:12:27.379
 Also dieser Hintergrund, da wird in der Dokumentation.

127
00:12:28.059 --> 00:12:37.799
 Und in der Mitte, also dort wo normalerweise der Altar steht, ist dann während des Festivals die Arbeit zu sehen.

128
00:12:44.279 --> 00:12:45.240
 Du bist ready?

129
00:12:45.240 --> 00:12:54.940
 Hier sind wir bei der Platane am Schlossberg. Das ist eine sehr bekannte Platane,

130
00:12:54.940 --> 00:13:00.940
 ein Naturdenkmal mit einem wunderschönen Ausblick, Donaublick Ost über die Donau

131
00:13:00.940 --> 00:13:07.419
 auf die Nibelungenbrücke. Und hier ist seine Arbeit positioniert vom Tangible Music Lab,

132
00:13:07.539 --> 00:13:10.039
 der Sound- und Space-Klasse rund um Florian Gößke,

133
00:13:10.720 --> 00:13:14.480
 die sich auseinandersetzt mit Found-Footage-Gegenständen,

134
00:13:14.580 --> 00:13:18.639
 und zwar in Referenz auf Tevid Tudor, auf seine Arbeit Rainforest 4,

135
00:13:19.379 --> 00:13:31.500
 seiner Pionier der elektronischen Musik, der sich in den 1970er, 1980er Jahren sehr intensiv mit

136
00:13:31.500 --> 00:13:35.899
 neuer elektronischer Musik auseinandergesetzt hat und bekannt dafür ist, dass er oft Found-Footage-Elemente

137
00:13:35.899 --> 00:13:48.460
 verwendet hat, unter anderem in seiner Arbeit Rainforest 4. Das wird hier auch passieren. Das heißt, dass man hier einen kleinen Klangraum erzeugt,

138
00:13:48.460 --> 00:13:54.600
 wo es als Referenz auf Rainforest 4 geht, aber vor allem auch andere

139
00:13:54.600 --> 00:14:09.799
 Found-Footage-Objekte eingesetzt werden. Zum Beispiel hier bei dieser Arbeit von drei Künstlerinnen aus der Sound-and-Space-Klasse, die Gegenstände

140
00:14:09.799 --> 00:14:15.379
 gesammelt haben auf Linzer Flohmärkten, die oftmals auch vielleicht

141
00:14:15.379 --> 00:14:22.659
 achtloser oder weniger und weniger genutzt sind, zum Beispiel eine Keksdose, die man hier

142
00:14:22.659 --> 00:14:28.179
 sieht und zwar alte Keksdose, weil sie auch damit spielen mit

143
00:14:28.179 --> 00:14:35.179
 Gegenständen, die hier unter uns vielleicht verborgen sind oder im Berg drinnen sind.

144
00:14:35.179 --> 00:14:41.480
 Warum sage ich das? Wir sind hier am Schlossberg, aber unter uns ist der Schlossbergstollen,

145
00:14:41.480 --> 00:14:48.580
 ein Tunnelsystem, das 1943 von den Nationalsozialisten errichtet wurde,

146
00:14:48.580 --> 00:14:57.019
 unter anderem auch von Forced Labour, von Zwangsarbeit. In diesen Granit und Gneis wurde

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00:14:57.019 --> 00:15:12.179
 ein Stollensystem reingesprengt und reingearbeitet, um im Zuge des Luftschutzes hier für 6000 Menschen Platz zu schaffen. Keine großen Räume, sondern

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00:15:12.179 --> 00:15:18.179
 wirklich ein verschachteltes Stollensystem. Und die Arbeit, wenn man sich da mit dem Narrativ

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00:15:18.179 --> 00:15:22.059
 auseinandersetzt, die spielt auch mit dem, was wurde dort vielleicht zurückgelassen, welche

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 einfachen Gegenstände wurden dort zurückgelassen,

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 weil was man unter uns finden würde, wenn man jetzt in das Stallensystem reinkommen könnte,

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00:15:30.740 --> 00:15:38.419
 das sind Waschküchen beispielsweise, das sind Räume, wo so kleine Lazaretts zum Beispiel,

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 die man finden würde und ganz viel Infrastruktur, die da unter uns offenbar wäre in den Schlossbergstollen. Natürlich alles

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00:15:47.320 --> 00:15:56.500
 75, 80 Jahre fast nicht mehr angerührt. Viele Sachen natürlich, die rausgekommen sind, aber es

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 schaut noch immer so aus wie vor 75, 80 Jahren. Man kommt leider in den Schlossbergstollen nicht rein,

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 also öffentlich zugänglich ist er nicht mehr haben aber eine arbeit die auch

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00:16:05.379 --> 00:16:13.559
 teil dieser sound and space klasse ist die im stollen drinnen mit sound spielt es gibt eine

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00:16:13.559 --> 00:16:20.279
 sound installation die im schloss bergstollen dann situiert ist und dem auch raus etwas darum

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 geht dass das schloss bergstollen resoniert, zu uns spricht und man kann zumindest,

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00:16:26.460 --> 00:16:30.519
 da gehen wir aber jetzt nicht hin, weil das ist ein relativ langer Weg, man kann zumindest dann

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 von der Donaulände in den Schloss Bergstollen über ein vergittertes Tor dann reinschauen und

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 wird dann dort die, soviel kann ich verraten, die Orgelpfeifen sehen, es sind vier Orgelpfeifen von

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 der Pöstlingberg Kirche, von der ehemaligen Orgel,

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 die dort positioniert sind und mit denen dann Sound generiert wird. Das ist, wie gesagt,

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 die Sound and Space Klasse, das Tangible Musoclap und Florian Gerschke. Hier sind wir bei einer

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 Arbeit des deutschen Künstlers Herr Claire,

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 Claire Pötzschi. Claire Pötzschi setzt sich in seiner Arbeit unter anderem damit auseinander,

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 was KI kann im künstlerischen Zusammenhang. Die Frage wäre für ihn wahrscheinlich zu einfach,

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 kann KI Kunst? Aber was er hier versucht ist, die Frage zu stellen, kann KI auch Kunstkritik?

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 Dazu hat er eine Maschine programmiert, Aden, und hier verpackt in einem wunderschönen alten Automaten,

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 dem Rotomat Monarch und diese Maschine, die funktioniert als autonome Maschine, die

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 ohne großartige Beeinflussung, ohne sich beeinflussen zu lassen, auch autonom

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 eben halt auch entscheidet, ob jetzt deine künstlerische Arbeit gut oder schlecht ist,

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 was ansprechend ist,

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 was weniger ansprechend ist, was der ästhetische Wert ist, was an ästhetischen Werten fehlt,

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 wie sie inhaltlich vielleicht funktioniert oder auch nicht funktioniert. Man macht das mit

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 künstlerischen Arbeiten, aber auch mit Formaten, wie zum Beispiel mit Festivals wie Linz FMR und

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 FMR 26. Ich bin schon sehr gespannt, wie der Monarch nach diesem einen Woche Festival dann FMR 26 beurteilen wird.

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 Haben Sie das aus der Beschreibung richtig verstanden?

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 Es werden Werke vom Festival, während der Festival schon Monarchen für das Spiel.

