WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:30.179
 Hallo Nico, ich spreche hier mit Herrn Dr. Nikola Roux von der BOKU Wien, der Universität für Bodenkultur.

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00:00:31.160 --> 00:00:36.780
 Der Grund ist, dass du mit dem Frontiers Planet Prize ausgezeichnet worden bist.

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00:00:36.920 --> 00:00:42.179
 Das ist einer der höchsten Preise für Nachhaltigkeitswissenschaften überhaupt.

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00:00:42.200 --> 00:00:43.159
 für Nachhaltigkeitswissenschaften überhaupt.

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00:00:48.259 --> 00:00:49.759
 Und du bist einer von 25 National Champions.

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00:00:56.640 --> 00:01:00.060
 Die werden ausgewählt von einer Jury von 100 WissenschaftlerInnen unter der Leitung von Johann Rockström,

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00:01:00.920 --> 00:01:05.819
 dem Entwickler der Planetary Boundaries, der Planetarengrenzen-Theorie.

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00:01:07.859 --> 00:01:20.879
 Und im Jänner gibt es dann das Finale, wo von den 25 dann drei internationale Champions ausgewählt werden.

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00:01:21.459 --> 00:01:25.900
 Aber ich meine, unter diesen 25 zu sein, ist ja schon ein Wahnsinn.

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00:01:28.400 --> 00:01:30.219
 Ja, und den Preis hast du

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00:01:30.219 --> 00:01:32.239
 und dein Team, du hast es ja nicht ganz

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00:01:32.239 --> 00:01:34.040
 alleine gemacht, das macht man kaum in der

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00:01:34.040 --> 00:01:36.379
 Wissenschaft, da ist immer Teamarbeit dabei.

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00:01:38.500 --> 00:01:39.980
 Ihr habt also diesen Preis

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00:01:39.980 --> 00:01:41.359
 bekommen für

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00:01:41.359 --> 00:01:44.040
 eine Arbeit über

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00:01:44.040 --> 00:01:52.560
 den Biomasseverbrauch in der EU und darüber, wie man also durch

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00:01:52.560 --> 00:02:03.219
 Handelspolitik und durch interne EU-Gesetzgebung diesen Biomasseverbrauch auf das planetarisch

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00:02:03.219 --> 00:02:07.120
 verträgliche Niveau senken könnte.

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00:02:09.800 --> 00:02:21.099
 In der Presseaussendung ist gestanden, dass Biomasse-Nutzung überhaupt ein zentraler Teil der Biodiversitätskrise ist.

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00:02:21.240 --> 00:02:24.199
 Kannst du da ein bisschen was dazu sagen, wieso ist das so?

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00:02:24.699 --> 00:02:26.099
 Also was versteht man überhaupt

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00:02:26.099 --> 00:02:29.060
 um die Biomasse eigentlich? Fangen Sie mal an.

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00:02:29.060 --> 00:02:32.159
 Darf ich ein bisschen zurückgehen?

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00:02:32.159 --> 00:02:32.659
 Ja, natürlich.

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00:02:32.659 --> 00:02:39.360
 Du hast auch gesagt, es ist eine Teamarbeit und das würde ich auch nochmal sehr betonen,

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00:02:39.639 --> 00:02:48.539
 ganz besonders bei dem Artikel. Manchmal ist ja mehr oder weniger Teamarbeit. Zum Beispiel eine Person leitet das stark und die anderen ziehen so ein bisschen mit.

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00:02:49.259 --> 00:02:53.979
 In dem Fall war es wirklich auch so, dass wir angefangen haben,

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00:02:54.199 --> 00:02:58.520
 eine Kollegin aus Lüneburg und ich, und wir waren zu zweit,

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00:02:58.539 --> 00:03:00.240
 ich war zwei Monate dort in Lüneburg,

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00:03:00.240 --> 00:03:04.840
 und wir haben uns ganz viele EU-Politik-Dokumente angeschaut.

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00:03:08.919 --> 00:03:09.060
 Und danach sind später auch andere dazu gekommen.

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00:03:17.759 --> 00:03:18.159
 Am Ende waren wir auch zu dritt, also die aus Rüneburg, das ist Johanna Könen und hier Benjamin Fleischmann,

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00:03:27.639 --> 00:03:28.120
 sodass wir wirklich eine Art Dreierleitung hatten und dann die sechs anderen Personen, die auch beigetragen haben.

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00:03:29.500 --> 00:03:30.219
 Das ist auch ein bisschen unüblich.

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00:03:34.240 --> 00:03:49.120
 Das Spannende davon ist, ich komme ja aus der sozialen Ökologie und mache auch mehr biophysische Modellierung und Rechnungen und die Johanna ist Politikwissenschaftlerin und dass wir so vom Anfang an eine starke Kombination hatten,

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00:03:49.120 --> 00:03:57.319
 die wirklich aus zwei Personen aus zwei unterschiedlichen Disziplinen bestanden ist, war wirklich eine

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00:03:57.319 --> 00:04:01.979
 sehr große Bereicherung, glaube ich, für diesen Artikel, wo wir dann geschafft haben,

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00:04:01.979 --> 00:04:07.080
 einerseits die biophysischen Daten mit den Politikwissenschaften zu verknüpfen.

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00:04:07.360 --> 00:04:09.360
 Das fand ich schon sehr interessant.

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00:04:11.080 --> 00:04:13.159
 Jetzt zur Biomasse.

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00:04:13.520 --> 00:04:17.980
 Also Biomasse, das klingt immer sehr abstrakt, glaube ich, für viele Menschen.

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00:04:18.199 --> 00:04:27.740
 Im Grunde genommen ist es mehr alles, was wir aus dem Agrar- und aus dem Forstbereich ziehen, mehr oder weniger. Also die

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00:04:27.740 --> 00:04:37.220
 Ackerprodukte, das kann Ackerfrüchte, Weizen oder Gemüse sein. Das sind dann aber auch zum Beispiel

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00:04:37.220 --> 00:04:45.100
 Ölprodukte wie Palmöl zum Beispiel, die dann oft nicht nur für die Ernährung

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00:04:45.100 --> 00:04:46.420
 verwendet werden, sondern auch für

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00:04:46.420 --> 00:04:48.600
 Biotreibstoffe, für Energieerzeugung.

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00:04:49.459 --> 00:04:50.800
 Das kann auch natürlich

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00:04:50.800 --> 00:04:51.759
 ein Gummi sein,

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00:04:52.519 --> 00:04:54.319
 Kautschuk, um

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00:04:54.319 --> 00:04:56.379
 Autoreifen zu machen.

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00:04:57.300 --> 00:04:58.740
 Und dann kommt alles

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00:04:58.740 --> 00:05:00.939
 aus dem Holzbereich, aus dem Forstbereich,

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00:05:01.259 --> 00:05:02.740
 sowohl für Materialien

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00:05:03.300 --> 00:05:04.779
 wie auch für

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00:05:04.779 --> 00:05:07.000
 Energieerzeugung.

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00:05:07.000 --> 00:05:17.000
 Also das ist der Teil der Biomasse, mit dem ihr euch befasst habt, weil Wildtiere, Insekten und so, das gehört auch noch alles zur planetaren Biomasse.

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00:05:17.000 --> 00:05:23.000
 Das stimmt, das stimmt. Das ist Biomasse eigentlich ein sehr wesentlicher Punkt.

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00:05:23.000 --> 00:05:25.060
 Alles was lebt.

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00:05:26.399 --> 00:05:27.680
 Die Wildtiere

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00:05:27.680 --> 00:05:29.560
 sind ja heutzutage

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00:05:29.560 --> 00:05:30.920
 ein sehr kleiner Teil

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00:05:30.920 --> 00:05:32.740
 der Biomasse

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00:05:32.740 --> 00:05:35.300
 und tatsächlich befassen wir uns

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00:05:35.300 --> 00:05:36.860
 mit der Biomasse mehr, die

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00:05:36.860 --> 00:05:39.060
 die Menschen nutzt

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00:05:39.060 --> 00:05:41.300
 und ein wesentlicher Aspekt

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00:05:41.300 --> 00:05:43.560
 davon ist natürlich auch die

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00:05:43.560 --> 00:05:44.879
 Nutztierhaltung.

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00:05:45.579 --> 00:05:52.839
 Also die Viehhaltung, die selber, also die Tiere selber ja gar nicht so viel Biomasse sind,

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00:05:52.839 --> 00:05:58.480
 aber die Menge an Futtermitteln, die diese Tiere brauchen, ist natürlich sehr wesentlich.

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00:06:01.120 --> 00:06:03.300
 Eigentlich klingt das ja auch sehr schön.

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00:06:03.480 --> 00:06:08.240
 Man denkt sich ja, Biomasse wird oft auch sehr positiv konnotiert.

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00:06:08.240 --> 00:06:12.920
 Also das wächst ja nach, das ist ja so eine super Komponente von Biomasse.

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00:06:13.139 --> 00:06:23.180
 Also ja, das ist in dem Sinne nachhaltig, weil man kann das immer wieder nutzen.

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00:06:24.579 --> 00:06:25.379
 Der Nachteil... Aber auch nicht unendlich geschwägt. Genau, genau. kann das immer wieder nutzen. Der Nachteil...

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00:06:25.379 --> 00:06:27.300
 Aber auch nicht unendlich geschwägen.

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00:06:27.639 --> 00:06:30.740
 Genau, es braucht eine Zeit.

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00:06:30.959 --> 00:06:34.199
 Die Bühne muss wachsen und es braucht auch viel Fläche.

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00:06:35.860 --> 00:06:39.199
 Und gleichzeitig ist auch die Intensität der Nutzung.

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00:06:39.199 --> 00:06:44.279
 Also einmal wie weit nutzen wir die Fläche und wie intensiv nutzen wir die Fläche.

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00:06:44.920 --> 00:06:49.579
 Und diese zwei Effekte haben große Auswirkungen auf Ökosysteme,

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00:06:49.860 --> 00:06:54.579
 auf die Biodiversität und andere Ökosystemfunktionen, nennen wir das.

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00:06:56.500 --> 00:07:04.639
 Wenn die Natur, die anderen Spezien, weniger Platz haben oder auf dem Platz, den wir gemeinsam nutzen,

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00:07:06.600 --> 00:07:14.100
 weniger Platz haben oder auf dem Platz, den wir gemeinsam nutzen, weniger von dieser Biomasse selber nehmen können, zum Beispiel für die Ernährung oder um Lebensraum zu haben, dann

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00:07:14.100 --> 00:07:21.839
 haben sie selber auch weniger verfügbar. Ist wie ein Kuchen, es wächst eigentlich ja nur so viel

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00:07:21.839 --> 00:07:27.259
 auf Erden. Jedes Jahr wächst die Biomasse und wir Menschen, von dem,

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00:07:27.259 --> 00:07:34.519
 was wächst, holen wir uns, je nach Schätzung, ungefähr ein Fünftel bis ein Viertel von allem,

88
00:07:34.519 --> 00:07:42.500
 was wächst. Das ist für die Menschheit, also von diesem großen Kuchen nutzt eine Spezie ein

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00:07:42.500 --> 00:07:48.139
 Viertel vom Kuchen. Eine Spezie Homo sapiens, wir Menschen nutzen ein Viertel von diesem Kuchen.

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00:07:49.180 --> 00:07:52.040
 Das kann an sich vielleicht nicht so viel klingen,

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00:07:52.600 --> 00:07:56.819
 nach so viel klingen, aber eigentlich ist es schon extrem groß.

92
00:07:57.560 --> 00:08:01.459
 Weil dadurch ist deutlich weniger für andere Spezien zur Verfügung.

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00:08:02.360 --> 00:08:06.120
 Und das ist einer der größten Treiber, weshalb die Spezien

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00:08:06.120 --> 00:08:10.620
 aussterben. Die haben weniger Platz, sie haben weniger Biomasse für sich selber

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00:08:10.620 --> 00:08:13.860
 zur Verfügung. Da gibt es viele Studien, die es zeigen,

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00:08:13.860 --> 00:08:22.379
 je mehr die Menschen diese Biomasse für sich nutzen, desto mehr sterben Spezien aus.

97
00:08:22.379 --> 00:08:26.199
 Das ist jetzt mal die Grundlage von den

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00:08:26.199 --> 00:08:27.459
 Indikatoren, die wir

99
00:08:27.459 --> 00:08:29.560
 verwendet haben in dieser Studie.

100
00:08:31.959 --> 00:08:32.500
 Und

101
00:08:32.500 --> 00:08:34.259
 die EU

102
00:08:34.259 --> 00:08:35.480
 selber hat jetzt

103
00:08:35.480 --> 00:08:39.840
 wir sind, wie viel sind wir in der EU?

104
00:08:40.000 --> 00:08:41.480
 300 Millionen oder was?

105
00:08:41.480 --> 00:08:43.360
 Ja, 400.

106
00:08:43.840 --> 00:08:44.580
 400 Millionen.

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00:08:46.240 --> 00:08:47.519
 Also jetzt auch nicht,

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00:08:47.940 --> 00:08:50.299
 ja schon einen beträchtlichen Anteil

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00:08:50.299 --> 00:08:52.139
 halt an der Menschheit und vor allem

110
00:08:52.139 --> 00:08:54.179
 durch das, dass wir

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00:08:54.179 --> 00:08:56.080
 hier reicher sind natürlich,

112
00:08:56.679 --> 00:08:58.399
 einen überdurchschnittlich hohen,

113
00:08:58.820 --> 00:08:59.899
 also im Vergleich jetzt zur

114
00:08:59.899 --> 00:09:01.059
 Bevölkerungszahl,

115
00:09:01.720 --> 00:09:03.759
 einen überdurchschnittlich großen Anteil

116
00:09:03.759 --> 00:09:07.000
 an diesem Verbrauch von Biomasse.

117
00:09:07.000 --> 00:09:16.000
 Genau, also in den letzten zehn Jahren haben sich eigentlich verschiedene wissenschaftliche

118
00:09:16.000 --> 00:09:26.000
 Gruppen die Frage gestellt, wie viel wäre eigentlich ein fairer Anteil für die Menschheit von diesem Biomassewachstum.

119
00:09:28.460 --> 00:09:34.379
 Da gab es verschiedene Zahlen und die autoritativste Zahl, die dann gekommen ist,

120
00:09:34.460 --> 00:09:42.279
 ist dann vor ein paar Jahren gekommen in dem letzten Update von den planetarischen Grenzen.

121
00:09:48.460 --> 00:09:58.539
 letzten Update von den planetarischen Grenzen und da, wenn man diese Zahl jetzt nimmt, die ist recht niedrig im Vergleich zu, ich habe eben gesagt, wir sind jetzt circa bei 20 bis 25 Prozent von dem,

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00:09:58.539 --> 00:10:07.120
 was wachsen könnte, was für die Menschheit genutzt wird, diese Zahl sagt, 10 bis 20 Prozent wäre die Grenze.

123
00:10:07.120 --> 00:10:12.039
 Damit das wirklich nachwachsen kann und nicht immer weniger wird.

124
00:10:12.039 --> 00:10:31.480
 Genau, beziehungsweise nicht nur, nochmal aufteilt und sagt,

125
00:10:31.480 --> 00:10:38.639
 alle Menschen auf dieser Erde sollten auch nochmal den gleichen Anteil von dem Anteil,

126
00:10:38.740 --> 00:10:48.399
 der für die ganze Menschheit gedacht ist, bekommen, dann ist das, was die EU jetzt konsumiert, dreimal so hoch.

127
00:10:50.240 --> 00:10:51.899
 Also das ist wesentlich.

128
00:10:52.980 --> 00:11:02.139
 Und der wichtige Punkt dabei ist, wenn wir probieren, das wieder dann in diesen fairen

129
00:11:02.139 --> 00:11:05.559
 Anteil runterzukommen, nur mit Effizienzmaßnahmen.

130
00:11:05.720 --> 00:11:11.639
 Also indem wir eigentlich gleich viel konsumieren, aber wir probieren hier und da technische Schrauben anzupassen,

131
00:11:11.639 --> 00:11:17.019
 wir probieren effizienter zu sein, wir probieren höhere Träge zu haben und so weiter,

132
00:11:17.700 --> 00:11:27.139
 dann müssten wir eigentlich die jetzige Effizienz um das Vierfache erhöhen. Also aus derselben

133
00:11:27.139 --> 00:11:35.539
 Fläche das Vierfache rausholen? Genau, also aus der selben Fläche. Beim Acker zum Beispiel. Genau, also das Vierfache

134
00:11:35.539 --> 00:11:46.320
 rausholen, beziehungsweise den Druck auf Ökosysteme pro Tonne Biomasse müsste durch 4 dividiert werden.

135
00:11:48.059 --> 00:11:51.600
 Und man muss es sich vorstellen, in dem letzten ganzen Jahrhundert,

136
00:11:52.480 --> 00:12:00.600
 wo ja die Erträge extremst gestiegen sind mit Düngermittel und Pestizide usw.,

137
00:12:01.559 --> 00:12:03.639
 ist es um 30% gestiegen.

138
00:12:03.980 --> 00:12:06.120
 Die Effizienz ist um 30% gestiegen.

139
00:12:06.720 --> 00:12:09.440
 Jetzt wenn wir sagen, wir wollen das Gleiche konsumieren,

140
00:12:09.600 --> 00:12:12.759
 aber wieder zurück in den fairen Anteil der planetarischen Grenzen kommen,

141
00:12:13.139 --> 00:12:14.659
 müssten wir das vervierfachen.

142
00:12:15.480 --> 00:12:19.059
 Also das klingt jetzt erstmal sehr widersprüchlich.

143
00:12:19.340 --> 00:12:26.220
 Also da denkt man sich, das kann doch eigentlich nicht funktionieren.

144
00:12:27.039 --> 00:12:32.899
 Und deshalb ist dann das Rundargument zu sagen, es ist auch wichtig, effizienter zu sein,

145
00:12:33.120 --> 00:12:37.919
 aber wenn wir wirklich das ernst nehmen wollen, zurück zur planetarischen Grenze zu gehen,

146
00:12:38.340 --> 00:12:44.080
 dann müssen wir auch eigentlich weniger Biomasse nutzen, weniger produzieren und konsumieren.

147
00:12:46.100 --> 00:12:46.580
 Wie geht das?

148
00:12:46.820 --> 00:12:47.980
 Verhungern können wir natürlich nicht.

149
00:12:48.340 --> 00:12:50.179
 Also das ist

150
00:12:50.179 --> 00:12:52.240
 erstmal... Wo können wir sparen?

151
00:12:52.340 --> 00:12:54.480
 Genau, wo können wir das sparen?

152
00:12:54.500 --> 00:12:55.620
 Was ist überflüssig eigentlich?

153
00:12:57.039 --> 00:12:58.460
 Die großen Hebel

154
00:12:58.460 --> 00:13:00.960
 ist dann eine Proteintransition,

155
00:13:01.480 --> 00:13:02.639
 eine Ernährungsumstellung

156
00:13:02.639 --> 00:13:04.879
 oder eine Umstellung

157
00:13:04.879 --> 00:13:06.440
 der Ernährung und der Landwirtschaft

158
00:13:06.440 --> 00:13:11.500
 von tierischen Produkten zu pflanzlichen Produkten oder zu mehrpflanzlichen Produkten.

159
00:13:11.500 --> 00:13:18.480
 Da kennen wir schon mal... Wie ist das? Ich habe da immer so eine Zahl im Kopf. Ich weiß nicht,

160
00:13:18.480 --> 00:13:25.960
 so um ein Kilo tierische Kalorien zu erzeugen, braucht man 10 Kilo pflanzliche Kalorien. Stimmt das ungefähr, das Verhältnis?

161
00:13:26.860 --> 00:13:34.860
 Das ist sogar mehr, weil das 1 zu 10 ist in der Ökologie.

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00:13:34.860 --> 00:13:41.860
 Das ist der Ratio, was ein Tier braucht, um...

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00:13:43.019 --> 00:13:43.460
 Warte nochmal.

164
00:13:51.639 --> 00:14:00.440
 ein Tier braucht um, also zum Beispiel das Gras wächst, die Kühe oder die Pflanzen fressen das Gras, die brauchen, wenn 10 Kilo Gras werden, wird ein Kilo Kuh vom ganzen

165
00:14:00.440 --> 00:14:07.720
 Körper gemacht und dann nochmal 10zent an dem für die fleisch

166
00:14:07.720 --> 00:14:11.500
 fressen also kann also das ist dann immer durchziehen

167
00:14:11.500 --> 00:14:19.019
 wir essen aber auch nicht die ganze kuh deshalb durch die verluste die auch

168
00:14:19.019 --> 00:14:37.179
 entstehen ist es eigentlich gibt auch verschiedene Zahlen, aber zwischen 1 bis 5 Kilo, also um 1 bis 5 Kilo Fleisch zu machen, braucht man eigentlich 100 Kilo pflanzliche Tiere.

169
00:14:37.179 --> 00:14:44.539
 Also mal 20 bis 100.

170
00:14:44.960 --> 00:14:45.000
 Okay, also da könnte man schon ganz viel einsparen eigentlich. Genau. mal 20 bis 100.

171
00:14:45.000 --> 00:14:49.000
 Okay, also da könnte man schon ganz viel einsparen eigentlich.

172
00:14:49.000 --> 00:14:50.000
 Genau.

173
00:14:50.000 --> 00:14:55.000
 Wenn man das Soja direkt isst, in Form von Sojaschnitzel.

174
00:14:55.000 --> 00:15:08.240
 Ja genau, Sojaschnitzel, Tupf und so weiter, Bohnen und Linsen, auch Nüsse und so weiter. Da gibt es viele Möglichkeiten die Proteine zu bekommen

175
00:15:08.240 --> 00:15:13.679
 und man kann ja dann trotzdem auch immer noch ein bisschen Fleisch nehmen. Also diese Ernährung,

176
00:15:13.679 --> 00:15:22.039
 die durchschnittlich für ein Land empfohlen wird, für den Planeten und für die Gesundheit,

177
00:15:22.039 --> 00:15:26.480
 die liegt ungefähr bei jetzt einem Drittel

178
00:15:26.480 --> 00:15:30.139
 von Fleisch und tierischen Produkten, die in Österreich konsumiert werden.

179
00:15:30.139 --> 00:15:33.740
 Planetary Health Diet. Genau, die Planetary Health Diet.

180
00:15:33.740 --> 00:15:38.179
 Das sind so kleine Schnitzel in der Woche oder?

181
00:15:38.179 --> 00:15:42.080
 Ja, bis noch dazu. Also schon so noch sogar ein bisschen mehr.

182
00:15:42.080 --> 00:15:44.580
 Ein paar Eier. Schnitzel, ein paar Eier und so weiter.

183
00:15:44.580 --> 00:15:47.500
 Das ist dann noch drin. Das kann sich

184
00:15:47.500 --> 00:15:51.779
 auch ausgleichen. Zum Beispiel manche Leute können auch ein bisschen weniger und vegetarisch

185
00:15:51.779 --> 00:15:57.240
 und so weiter sein und andere ein bisschen mehr. Durchschnittlich wird es zu der Instanz

186
00:15:57.240 --> 00:16:06.759
 wieder kommen. Und wenn wir die dann nehmen als Maßstab, wenn alle Menschen in der EU so konsumieren würden, dann wären

187
00:16:06.759 --> 00:16:12.440
 wir mit der Ernährung knapp bei dem fairen Anteil der planetarischen Grenze.

188
00:16:13.019 --> 00:16:13.820
 Also knapp drunter.

189
00:16:15.039 --> 00:16:24.039
 Wenn wir jetzt noch dazu die Biomasse für Energie und für Materialien nutzen wollen,

190
00:16:28.840 --> 00:16:34.899
 Energie und für Materialien nutzen wollen, dann müssen wir auch noch effizienter werden. Aber auch da schauen, wie viel wir davon wirklich brauchen und ob das wirklich auch gescheit

191
00:16:34.899 --> 00:16:38.399
 ist, das mit so viel Biomasse zu machen.

192
00:16:38.399 --> 00:16:40.679
 Vor allem ist das Holz, ne?

193
00:16:40.679 --> 00:16:41.679
 Brennholz.

194
00:16:41.679 --> 00:16:48.000
 Genau, Holz ist ein großes Thema. Was heißt denn da Holzpellets, das ist so umweltfreundlich?

195
00:16:48.000 --> 00:16:58.000
 Ja, also das, jetzt gehe ich ein bisschen raus aus diesem Artikel, aber da gibt es zwei

196
00:16:58.000 --> 00:17:00.000
 Themen beim Holzverbrennen.

197
00:17:00.000 --> 00:17:08.880
 Einerseits, dass mit dem Holznutzen und Verbrennen ganz viel Kohlenstoff auch im Wald verloren geht.

198
00:17:08.880 --> 00:17:15.180
 Man könnte viel mehr Kohlenstoff im Wald speichern und somit nicht in der Atmosphäre haben,

199
00:17:15.180 --> 00:17:26.099
 wenn man das weniger ernten würde. Außerdem, wenn man es schon erntet, könnte man den Kohlenstoff auch eher in langlebigen Produkten nutzen,

200
00:17:26.299 --> 00:17:33.000
 wie zum Beispiel in Gebäuden, und dann eigentlich nur wirklich die allerletzten Reststoffe verbrennen,

201
00:17:33.240 --> 00:17:34.559
 wenn es gar nicht anders geht.

202
00:17:35.599 --> 00:17:43.960
 Die andere Komponente ist, dass auch durch Nutzen von Holz viel Biodiversität im Wald selber verloren geht.

203
00:17:44.240 --> 00:17:52.460
 von Holz viel Biodiversität im Wald selber verloren geht. Also die Biodiversität im Wald braucht alte Bäume, es braucht auch diverse Bäume, also

204
00:17:52.460 --> 00:17:58.759
 verschiedene Arten, verschiedenes Alltags in einem Wald und deshalb ist die intensive

205
00:17:58.759 --> 00:18:07.640
 Nutzung von Wald auch ein Problem für die Biodiversität. Und auch Totholz ist eigentlich das Wichtigste

206
00:18:07.640 --> 00:18:13.759
 für die Biodiversität im Wald. Also wenn alte Bäume sterben und umfallen oder stehen

207
00:18:13.759 --> 00:18:22.220
 bleiben, dann werden ganz viele Insekten dann dieses Holz nutzen oder auch andere Spezien,

208
00:18:22.359 --> 00:18:25.319
 die dann den Lebensraum in diesem Truttholz finden.

209
00:18:26.839 --> 00:18:28.599
 Wenn wir das dann immer entweder ernten, bevor es stirbt,

210
00:18:28.720 --> 00:18:30.920
 oder auch das Truttholz immer wieder

211
00:18:30.920 --> 00:18:32.779
 wegnehmen, um das zu verbrennen,

212
00:18:33.240 --> 00:18:34.920
 dann ist natürlich weniger zur Verfügung

213
00:18:34.920 --> 00:18:37.140
 für die Spezien.

214
00:18:39.559 --> 00:18:41.000
 Aber es sind auch

215
00:18:41.000 --> 00:18:42.740
 andere, also zum Beispiel auch das

216
00:18:42.740 --> 00:18:44.799
 Palmöl oder das Soja, wo der

217
00:18:44.799 --> 00:18:48.000
 meiste auch viel für Energie verwendet werden.

218
00:18:48.599 --> 00:18:53.180
 Brasilien hat ja jetzt zum Beispiel einen Vorschlag gemacht bei der letzten COP,

219
00:18:53.619 --> 00:18:55.579
 die Bioenergie zu vervierfachen.

220
00:18:57.259 --> 00:19:04.619
 Das ist, das muss man sich vorstellen, das sind riesige Flächen, die dafür gebraucht werden.

221
00:19:04.619 --> 00:19:05.200
 Ich glaube, wenn ich mich richtig erinn, die dafür gebraucht werden.

222
00:19:06.019 --> 00:19:06.440
 Ich glaube,

223
00:19:07.599 --> 00:19:08.099
 wenn ich mich richtig erinnere,

224
00:19:10.359 --> 00:19:11.480
 grob gerechnet wären das ungefähr die ganze Ackerfläche von Europa,

225
00:19:12.119 --> 00:19:13.920
 die man dafür zusätzlich bräuchte.

226
00:19:15.299 --> 00:19:16.500
 Das sind

227
00:19:16.500 --> 00:19:18.359
 Ideen, die politisch immer

228
00:19:18.359 --> 00:19:20.160
 wieder auf den Tisch kommen, aber

229
00:19:20.160 --> 00:19:22.019
 eigentlich wirklich wahnsinnig wären

230
00:19:22.019 --> 00:19:24.000
 für die Biodiversität und auch fürs Klima

231
00:19:24.000 --> 00:19:26.420
 gar nicht richtig nützlich wären.

232
00:19:28.380 --> 00:19:33.180
 Da ist, glaube ich, so ein Artikel richtig, um zu sagen,

233
00:19:33.980 --> 00:19:38.759
 Biomasse hat viele Vorteile, es ist auch richtig praktisch,

234
00:19:38.759 --> 00:19:42.359
 aber es ist wirklich begrenzt und wir sind eigentlich schon drüber.

235
00:19:44.279 --> 00:19:45.779
 wirklich begrenzt und wir sind eigentlich schon drüber.

236
00:19:53.440 --> 00:20:00.940
 Also das sind so die zwei großen Sachen, also tierische Proteine und Biomasse als Energielieferant. Ich werde noch ein paar Sachen, die ich ganz spannend finde,

237
00:20:00.940 --> 00:20:08.240
 auch noch mal hinzufügen. es sind auch zum beispiel da denkt man

238
00:20:08.240 --> 00:20:13.099
 nicht so oft dran aber ich habe eben gesagt dass gummi für autoreifen

239
00:20:13.099 --> 00:20:19.619
 das ist von der masse nicht so riesig aber hat auch große auswirkungen die

240
00:20:19.619 --> 00:20:30.240
 entwaldung in ländern in südostasien. Da kann man auch zum Beispiel, indem man weniger Auto fährt

241
00:20:30.240 --> 00:20:34.680
 oder eher mit dem Fahrrad fährt, statt mit dem Auto kann man auch recht viel Gummi sparen.

242
00:20:34.680 --> 00:20:46.599
 Das ist auch das Fliegen, die Reifen von den Flugzeugern, da brauchen auch recht viel Gummi.

243
00:20:46.599 --> 00:20:58.440
 Und das andere sind auch Produkte, stimulierende Produkte, die jetzt eigentlich für die Gesundheit

244
00:20:58.440 --> 00:21:11.519
 entweder keinen großen Mehrwert haben oder sogar sehr schädlich sind tabak und dann auch schwieriger aber doch auch ein thema kaffee

245
00:21:11.519 --> 00:21:18.299
 und kakao produkte die in der pflanzlichen ernährung einen wesentlichen beitrag zum

246
00:21:18.299 --> 00:21:32.000
 druck auf ökosysteme leisten und wo man sich auch fragen kann, ich weiß Kaffee ist super, schmeckt gut, hat einen tollen Effekt und so, aber wie viele Tassen braucht man denn am Tag?

247
00:21:32.000 --> 00:21:46.700
 Es hat sich im Vergleich, der Konsum pro Kopf hat sich in Österreich, ich ich mich richtig erinnere, an einen Kaffee. Irgendwo ist dann auch die Frage

248
00:21:46.700 --> 00:21:48.940
 irgendwann, können wir das schaffen,

249
00:21:49.039 --> 00:21:50.579
 wenn wir immer mehr von diesen Produkten

250
00:21:50.579 --> 00:21:51.119
 konsumieren,

251
00:21:51.920 --> 00:21:54.859
 aber trotzdem dann die planetarischen Grenzen einhalten.

252
00:21:55.519 --> 00:21:56.279
 Das ist aber schwieriger,

253
00:21:56.279 --> 00:21:57.980
 weil Kaffee und Kakao sind wirklich

254
00:21:57.980 --> 00:22:00.480
 mit viel Armut verbunden

255
00:22:00.480 --> 00:22:02.019
 und da muss man auch sehr

256
00:22:02.019 --> 00:22:04.740
 aufpassen, wenn man

257
00:22:04.740 --> 00:22:07.740
 da zum Beispiel plötzlich sagt,

258
00:22:07.740 --> 00:22:12.759
 hört auf Kaffee zu konsumieren, dann werden wirklich viele Leute unter Armut leiden und

259
00:22:12.759 --> 00:22:17.400
 da muss man auch nochmal bei den anderen Produkten auch, da würde ich auch gerne später nochmal

260
00:22:17.400 --> 00:22:20.759
 drüber reden, bei diesen Produkten ganz besonders aufpassen.

261
00:22:20.759 --> 00:22:27.680
 Und jetzt habt ihr ja ganz viele EU-Dokumente durchgeschaut, also die ganzen Handelsverträge

262
00:22:27.680 --> 00:22:28.680
 und so weiter.

263
00:22:28.680 --> 00:22:33.640
 Und ihr habt da so Widersprüchlichkeiten festgestellt, nicht?

264
00:22:33.640 --> 00:22:43.660
 Also auf der einen Seite die EU da schon so zumindest verbal ganz gute Umweltziele eigentlich

265
00:22:43.660 --> 00:22:46.519
 sich setzt und auf der anderen Seite,

266
00:22:46.660 --> 00:22:51.980
 aber das dann nicht ganz übereinstimmt mit dem, was wirklich geschieht.

267
00:22:53.779 --> 00:22:56.000
 Wie schaut dieses Verhältnis aus?

268
00:22:56.259 --> 00:23:03.119
 Ich muss auch dazu sagen, den Artikel haben wir geschrieben noch mit der früheren EU-Kommission,

269
00:23:03.119 --> 00:23:07.200
 war noch sehr fokussiert auf den Green Deal.

270
00:23:08.400 --> 00:23:15.119
 Damals, wo auch wirklich ambitionierte Ziele gesetzt wurden und auch in den Strategien

271
00:23:15.119 --> 00:23:22.359
 durchaus auch erwähnt wurde, manchmal nicht ganz explizit, aber hier und da wurde schon

272
00:23:22.359 --> 00:23:31.019
 noch gesagt, naja, wir wissen schon eigentlich, dass wir Biomasse nur in gewissen Maßen produzieren, extrahieren, konsumieren können.

273
00:23:32.160 --> 00:23:41.259
 Und das hat sich auch gespiegelt in der damaligen Farm-to-Fork-Strategie, also in der Strategie

274
00:23:41.259 --> 00:23:45.859
 von Landwirtschaft und Ernährung, wo auch, weiß ich nicht richtig gesagt,

275
00:23:45.960 --> 00:23:50.460
 wir brauchen eine Ernährungsumstellung und weniger Tierhaltung,

276
00:23:52.859 --> 00:23:56.720
 oder zumindest weniger Fleischprodukte war da auch geschrieben.

277
00:23:57.779 --> 00:24:07.079
 Und dann waren auch verschiedene andere Strategien, wie zum Beispiel bei den Bioplastik-Sachen,

278
00:24:07.079 --> 00:24:10.660
 wo eigentlich in der Plastik-Direktive,

279
00:24:11.140 --> 00:24:17.500
 da wurden eigentlich sowohl Einwegplastik,

280
00:24:17.680 --> 00:24:21.759
 ob von der Biomasse oder vom Erdöl, beides eingeschränkt.

281
00:24:22.380 --> 00:24:24.319
 Das sind so Maßnahmen, wo man sagen konnte,

282
00:24:24.440 --> 00:24:28.599
 ja okay, da war schon der damaligen Kommission bewusst,

283
00:24:28.599 --> 00:24:34.779
 dass auch die Biomasse eigentlich nur in gewissen Maßen genutzt werden kann,

284
00:24:34.980 --> 00:24:38.420
 wenn wir nicht einfach das ganze Plastik mit Biomasse ersetzen können.

285
00:24:39.700 --> 00:24:45.079
 So verschieden andere, hier und da, ist es nicht das Dominante.

286
00:24:46.420 --> 00:24:52.880
 Das war schon ein grünes Wachstum, ein Paradigma, was hinter der EU-Politik auch gesteckt hat.

287
00:24:52.980 --> 00:24:57.259
 Aber hier und da hat man schon was sehen können, dass gesagt wurde,

288
00:24:58.319 --> 00:25:02.400
 wir müssen auch mit der Ressourcennutzung aufpassen, dass es nicht zu viel wird

289
00:25:02.400 --> 00:25:05.759
 oder dass wir das einschränken und das auch bei den Biomasken.

290
00:25:05.759 --> 00:25:13.440
 Jetzt beim Handel aber. Es wurde schon auch gesagt, Handel muss auch zur Nachhaltigkeit

291
00:25:13.440 --> 00:25:18.900
 und für die Bioterizität einen Beitrag leisten und es können Synergien entstehen und so weiter.

292
00:25:18.900 --> 00:25:26.900
 Da wird aber die Frage von wie viel wir importieren und exportieren und wie viel

293
00:25:26.900 --> 00:25:33.079
 das beiträgt dazu, wie viel wir konsumieren und produzieren, das wurde

294
00:25:33.079 --> 00:25:37.759
 dann nie erwähnt. Obwohl das eigentlich in der Wissenschaft ein recht bekannter

295
00:25:37.759 --> 00:25:43.279
 Effekt ist. Je mehr wir den Handel liberalisieren, desto billiger,

296
00:25:43.279 --> 00:25:46.680
 verfügbarer, praktischer werden die Produkte

297
00:25:46.680 --> 00:25:50.700
 und deshalb wird davon dann mehr produziert und konsumiert.

298
00:25:51.259 --> 00:25:52.599
 Aber das wird nie angesprochen.

299
00:25:53.299 --> 00:25:59.440
 Und da war schon die Frage, macht das denn Sinn, wenn auf der einen Seite die EU ambitionierte

300
00:26:00.440 --> 00:26:08.099
 Biodiversitätsziele hat und eigentlich auch selber weiß, das geht nur, wenn wir die Biomasse in einem gewissen Maßen reduzieren.

301
00:26:09.220 --> 00:26:16.400
 Und auf der anderen Seite sagen wir, naja, aber dann können wir Handelsabkommen machen mit allen Ländern

302
00:26:16.400 --> 00:26:28.279
 und einfach auch das Fleisch und die Bioenergie und so weiter, davon alle Zollpreise reduzieren und auch halt politisch die Maßnahmen so

303
00:26:28.279 --> 00:26:33.000
 setzen, dass eigentlich mehr davon gehandelt wird und somit, wie bekannterweise in der

304
00:26:33.000 --> 00:26:36.039
 Wissenschaft, dann auch mehr produziert und konsumiert.

305
00:26:36.039 --> 00:26:48.059
 Also man überlässt das dann einfach den Handelsfirmen und den Konsumenten, Konsumentinnen, wie viel sie da rausholen.

306
00:26:48.059 --> 00:26:50.400
 Die holen halt so viel raus wie sie können.

307
00:26:50.400 --> 00:26:57.339
 Genau, also ich sehe auch ein, Handelspolitik sollte in der

308
00:26:57.339 --> 00:27:06.119
 idealen Welt nicht der primäre Hebel sein, um die Menge zu reduzieren oder einzuschränken.

309
00:27:08.680 --> 00:27:09.859
 Idealerweise haben wir das auf der Ebene,

310
00:27:13.900 --> 00:27:16.920
 also wir sagen, okay, nur so und so viel bringen wir auf den Markt und das ist dann zur Verfügung und wir überlegen,

311
00:27:17.319 --> 00:27:19.000
 wie wir das fair verteilen können,

312
00:27:19.119 --> 00:27:22.579
 wir überlegen, wie die Produzentinnen auch fair kompensiert werden können.

313
00:27:23.299 --> 00:27:26.680
 Jetzt ist es so, es gibt diese Obergrenze nicht.

314
00:27:27.700 --> 00:27:31.339
 Und wenn es diese Obergrenze nicht gibt,

315
00:27:31.700 --> 00:27:34.359
 aber wir liberalisieren den internationalen Handel,

316
00:27:35.099 --> 00:27:37.339
 um dann noch billigere Produkte,

317
00:27:37.759 --> 00:27:39.859
 noch billigeres Fleisch zum Beispiel zu importieren,

318
00:27:40.619 --> 00:27:43.319
 dann ist es schon ein bisschen widersprüchlich,

319
00:27:43.319 --> 00:27:49.839
 dann zu sagen, okay, jetzt geben wir euch mehr und billigeres fleisch aber kauft es nicht.

320
00:27:49.839 --> 00:28:17.000
 Das war der Eindruck der da bei uns entstanden ist. Wir steigern ja auch unsere Arbeitsproduktivität und dadurch verdienen wir mehr.

321
00:28:17.000 --> 00:28:27.240
 Anstatt dass wir sagen, okay wir haben jetzt eine produktivere Arbeit, also arbeiten wir weniger und dann können wir dasselbe konsumieren

322
00:28:27.240 --> 00:28:28.759
 mit weniger Arbeit.

323
00:28:28.759 --> 00:28:34.180
 Je mehr wir arbeiten, also je produktiver unsere Arbeit wird, umso mehr konsumieren

324
00:28:34.180 --> 00:28:35.180
 wir auch.

325
00:28:35.180 --> 00:28:43.640
 Wenn wir das in Freizeit umsetzen würden, diese Produktivitätssteigerung, dann würde

326
00:28:43.640 --> 00:28:46.460
 dieser ständige Konsumzuwachs auch gar nicht passieren.

327
00:28:47.039 --> 00:28:50.700
 Das stimmt. Für Europa muss man auch sagen, im Ernährungsbereich,

328
00:28:51.400 --> 00:28:55.140
 irgendwann hält es sich auch in Grenzen, man kann auch nicht immer mehr und mehr essen.

329
00:28:56.220 --> 00:28:58.980
 Dass wir immer mehr und mehr Fleisch und Tierprodukte gegessen haben,

330
00:28:59.980 --> 00:29:13.359
 davon sind wir auch schon wieder weg. Also über die letzten Jahre bzw. knappe Jahrzehnte ist ja der Fleisch- und Tierkonsum wieder gesunken.

331
00:29:13.359 --> 00:29:18.880
 Jetzt sind wir in den allerletzten Jahren wieder gestiegen, aber da werden wir sehen, wie es weitergeht.

332
00:29:18.880 --> 00:29:25.099
 Dennoch wurde alles überkompensiert von dem Zuwachs an Biomasse für Energie und für Materialien.

333
00:29:26.480 --> 00:29:35.019
 Und da ist die Frage unserer Durst nach Energie, das ist ja auch kaum zu stoppen.

334
00:29:35.019 --> 00:29:41.119
 Und wenn wir einfach immer mehr Energie und Materialien wollen,

335
00:29:49.059 --> 00:29:56.420
 und Materialien wollen, immer mehr bauen, immer mehr Treibstoffe für mehr Autos oder so weiter haben wollen, dann ist, was du sagst, kann man sagen, werden wir effizienter und

336
00:29:56.420 --> 00:30:17.099
 effizienter, aber eigentlich ist das Risiko, dass wir einfach immer mehr und mehr nutzen. Und welche Vorschläge hat er erarbeitet, wie man jetzt Suffizienz in die Politik,

337
00:30:17.099 --> 00:30:21.660
 in die Handelspolitik hineinbringen könnte? Suffizienz ist vielleicht ein Begriff,

338
00:30:21.660 --> 00:30:26.119
 den man auch noch einmal erklären muss, den kann man nicht oft genug erklären. Ja, genau.

339
00:30:26.119 --> 00:30:29.819
 Und welche konkreten Vorschläge haben Sie da erarbeitet?

340
00:30:30.720 --> 00:30:36.140
 Also Suffizienz, wie du sagst, ist der Fachbegriff, den wir nutzen, um zu sagen,

341
00:30:36.660 --> 00:30:43.420
 haben wir genug, genug um ein gutes Leben zu haben, genug um gesund uns ernähren,

342
00:30:48.039 --> 00:30:56.119
 gutes Leben zu haben, genug um gesund uns ernähren, genug, dass auch die Menschen, die ArbeiterInnen, die BäuerInnen und die ForstlerInnen auch gutes Gehalt bekommen, aber dass wir

343
00:30:56.119 --> 00:31:05.799
 trotzdem innerhalb der planetarischen Grenzen leben und halt einfach nicht zu viel produzieren und konsumieren. Das nennen wir Suffizienz.

344
00:31:05.799 --> 00:31:15.819
 Und Maßnahmen in der Inlandspolitik, dafür gab es schon einfach viel Literatur, viele

345
00:31:15.819 --> 00:31:29.099
 Vorschläge, wie zum Beispiel, wie kann eine Ernährungsumstellung gestaltet werden, also in dem die verschiedenen Arten

346
00:31:29.099 --> 00:31:50.759
 durch von Steuern, von Regulierung bis hin zu Bildung und Nudging, also Anstupsen, um die Produktion und den Konsum von den Tierprodukten zu mehr glanzlichen Proteinen zu steuern.

347
00:31:51.539 --> 00:31:53.579
 Dazu gibt es eigentlich auch schon viel.

348
00:31:54.940 --> 00:31:58.440
 Wir wollten uns mehr auf die Handelspolitik fokussieren.

349
00:31:59.299 --> 00:32:05.400
 Nochmal wichtig, die Handelspolitik kann nur zusätzlich zur inländischen Politik kommen.

350
00:32:10.440 --> 00:32:11.240
 Es ist nicht das Wichtigste, aber es ist auch wichtig.

351
00:32:12.880 --> 00:32:13.000
 Und beides muss immer zusammenkommen.

352
00:32:16.539 --> 00:32:17.619
 Es kann auch nicht nur die inländische Politik kommen ohne die Handelspolitik.

353
00:32:20.900 --> 00:32:22.740
 Sonst ist das Risiko, dass man immer die Probleme irgendwo anders verschiebt.

354
00:32:25.099 --> 00:32:31.720
 Also in dem Artikel haben wir uns dann auf die Handelspolitik konzentriert und da haben wir verschiedene Vorschläge gemacht.

355
00:32:31.720 --> 00:32:39.259
 Einerseits, also ganz kurzfristig, die Handelsabkommen, die jetzt verhandelt

356
00:32:39.259 --> 00:32:48.339
 werden, erstmal für die Produkte, die besonders viel Biomasse nutzen, also wie gesagt die

357
00:32:48.339 --> 00:32:55.279
 Fleisch- und Tierprodukte, die Bioenergie besonders, erstmal nicht zum Ende bringen

358
00:32:55.279 --> 00:33:00.960
 oder halt nicht die Zollpreise auf diese Produkte senden.

359
00:33:01.539 --> 00:33:06.839
 Das wäre jetzt erstmal, wie gesagt, eigentlich sagt man den Konsumenten,

360
00:33:06.839 --> 00:33:14.319
 kauft davon weniger und man sagt den Produzenten in der EU eigentlich, produziert nicht so viel,

361
00:33:14.319 --> 00:33:21.900
 aber wir machen ein Abkommen mit Mercosur und importieren davon alles billiger. Oder wir machen

362
00:33:21.900 --> 00:33:28.000
 ein Handelsabkommen aus 2019 mit Japan und vereinbaren, dass die

363
00:33:28.000 --> 00:33:34.460
 Fleischexporte von der EU nach Japan auch viel billiger werden. Und die EU schreibt dann auf

364
00:33:34.460 --> 00:33:41.599
 der Webseite ganz stolz, Fleischexporte nach Japan sind gestiegen und so weiter. Und auf der anderen

365
00:33:41.599 --> 00:33:54.660
 Seite sagt man, wir sollten ja eigentlich weniger davon produzieren und konsumieren. Also erstmal nichts schlimmer machen.

366
00:33:54.660 --> 00:34:08.480
 Im langfristigen dann wäre es auch sinnvoll für die Biodiversität diese existierenden Handelsabkommen auch zu überarbeiten und

367
00:34:08.480 --> 00:34:32.880
 dann wieder entweder Zollpreise für spezifische Produkte.

368
00:34:33.980 --> 00:34:41.619
 Das für diese Produkte wie Fleisch und Tierprodukte, Bioenergie, wo man wirklich sagt, okay, da

369
00:34:41.619 --> 00:34:54.440
 ist es wirklich sinnvoll, diese zu reduzieren. Das meine ich nicht für andere Produkte wie zum Beispiel Gemüse oder Nüsse oder so,

370
00:34:54.440 --> 00:35:00.940
 die wir eigentlich, die gesund wären und die gesund sind und die wir auch

371
00:35:00.940 --> 00:35:05.960
 brauchen für die pflanzliche Ernährung.

372
00:35:09.079 --> 00:35:13.739
 Deshalb ist es ein großer Unterschied zu zum Beispiel Trumps protektionistische, nationalistische Politik.

373
00:35:15.619 --> 00:35:19.380
 Was auch nochmal ein großer, eigentlich der wichtigste Unterschied ist,

374
00:35:19.639 --> 00:35:27.760
 ist, dass wir vorschlagen, diese Maßnahmen in Zusammenarbeit zu erstellen.

375
00:35:28.619 --> 00:35:31.400
 In Zusammenarbeit durch Kompensierung.

376
00:35:31.400 --> 00:35:38.300
 Also eigentlich, die EU würde dann zum Beispiel Zollpreise erstellen

377
00:35:38.300 --> 00:35:41.519
 und das Geld dann nicht für sich behalten,

378
00:35:41.920 --> 00:35:45.940
 sondern eigentlich das Geld wieder zurück an den Ursprungsländern

379
00:35:45.940 --> 00:35:50.239
 zurückzahlen in verschiedensten Formen.

380
00:35:50.239 --> 00:35:53.739
 Also das müsste man dann diskutieren, was am sinnvollsten ist.

381
00:35:53.739 --> 00:36:13.380
 Es könnte entweder direkte Kompensation sein, ob das dann direkt an ProduzentInnen geht, durch Programme, Entwicklungshilfeprogramme und so weiter, oder an Organisationen oder

382
00:36:13.380 --> 00:36:19.659
 an staatlichen Organisationen in den Ländern, muss man sich dann überlegen, was am gestaltesten ist.

383
00:36:19.659 --> 00:36:29.099
 Es kann auch eine Möglichkeit sein, dass man die dann auch mit Biodiversitätsprogrammen verkuppelt.

384
00:36:30.739 --> 00:36:32.800
 Das wäre dann ein bisschen so ein Doppel-Effekt.

385
00:36:32.800 --> 00:36:40.199
 Einerseits ein Anreiz, um die problematischeren Produkte zu reduzieren und dann mit dem Geld das Geld zurückbringen.

386
00:36:41.500 --> 00:36:48.000
 Und damit entweder andere Produkte oder Naturschutz auch zu finanzieren.

387
00:36:48.000 --> 00:36:52.000
 Aber alles in einer fairen Weise, also mit Partizipation der lokalen Bevölkerung.

388
00:36:52.000 --> 00:37:09.199
 Es muss kein grüner Kolonialismus sein, wo wir einfach sagen, zum Beispiel Agroforstprodukte, nachhaltigere

389
00:37:09.199 --> 00:37:13.800
 Produktionsweisen und mehr pflanzliche Produkte.

390
00:37:13.800 --> 00:37:30.320
 Dann gibt es aber auch nicht nur die Zollpreise. Handelsabkommen auch andere Maßnahmen, dass die Länder sich

391
00:37:30.320 --> 00:37:35.320
 in einem Handelsabkommen einigen, inländische Maßnahmen zu treffen.

392
00:37:35.320 --> 00:37:40.860
 Dieses Handelsabkommen gilt dann nur, wenn beide Länder schauen, dass sie auch

393
00:37:40.860 --> 00:37:47.000
 inländisch eine Obergrenze auf Biomasseproduktion setzen, zum Beispiel, oder auf Fleischkonsum setzen.

394
00:37:47.500 --> 00:37:49.679
 Solche Sachen könnte man mit Handelspolitik machen.

395
00:37:51.300 --> 00:37:58.460
 Dann gibt es auch Verhandlungen auf der multilateralen Ebene, nennt man das, also Organisationen wie die Welthandelsorganisation.

396
00:38:10.579 --> 00:38:18.320
 könnte auch überlegt werden, dass gewisse globale Abkommen Maßnahmen beinhalten, wie alle reichen Länder im Westen oder alle Länder, die besonders viel Biomasse produzieren und

397
00:38:18.320 --> 00:38:24.940
 konsumieren, eine Obergrenze setzen. Und das Letzte ist eher auf der analytischen Ebene.

398
00:38:30.139 --> 00:38:39.380
 setzen. Und das letzte ist eher auf der analytischen Ebene. Vor jedem Handelsabkommen wird immer eine Auswertung gemacht, also eine Umweltsprüfung eigentlich. Und die berücksichtigen bisher

399
00:38:39.380 --> 00:38:46.059
 eigentlich nie diesen Skaleneffekt, nennt man das. Also dass die Liberalisierung auch zu mehr führt,

400
00:38:46.159 --> 00:38:53.500
 zu mehr Biomasse und somit auch zu mehr Produkte. Und dass da auch Suffizienz und Skaleneffekte

401
00:38:53.500 --> 00:38:59.699
 in diesen Umweltprüfungen von Handelsabkommen auch mit berücksichtigt werden, finden wir

402
00:38:59.699 --> 00:39:01.940
 auch einen wichtigen Aspekt.

403
00:39:02.900 --> 00:39:05.059
 Und was machen wir jetzt, damit die

404
00:39:05.059 --> 00:39:08.239
 EU-Kommission diesen Artikel

405
00:39:08.239 --> 00:39:09.699
 auch zur Kenntnis nimmt?

406
00:39:10.719 --> 00:39:11.980
 Ich denke, der Preis

407
00:39:11.980 --> 00:39:13.800
 macht da schon ein bisschen was aus.

408
00:39:14.139 --> 00:39:14.579
 Also der

409
00:39:14.579 --> 00:39:17.420
 verleiht der Sache schon

410
00:39:17.420 --> 00:39:20.340
 Gewicht. Genau, ich glaube,

411
00:39:20.639 --> 00:39:21.780
 dass dadurch viel

412
00:39:21.780 --> 00:39:24.380
 Legitimität erzeugt wird und

413
00:39:24.380 --> 00:39:25.079
 es wurde auch dadurch, es wurden alle Ich glaube, dass dadurch viel Legitimität erzeugt wird.

414
00:39:31.539 --> 00:39:32.099
 Es wurden alle Artikel, die diesen Preis bekommen haben,

415
00:39:35.500 --> 00:39:35.659
 zusammengefasst in einem großen Policy-Dokument,

416
00:39:40.360 --> 00:39:44.860
 also eine Zusammenfassung für PolitikerInnen, für EntscheidungsträgerInnen. Und der wird dann auch weitergeschickt.

417
00:39:53.000 --> 00:39:55.000
 Und der wird dann auch weitergeschickt an besonders, der Preis ist stark verkuppelt auch mit das World Economic Forum.

418
00:40:00.000 --> 00:40:01.000
 Das wird ja dann auch in Davos passieren, die Finalrunde. Ja, genau, genau.

419
00:40:01.000 --> 00:40:04.000
 Ja, das ist 1927.

420
00:40:04.000 --> 00:40:06.039
 Ich glaube das ist dann auch, oder?

421
00:40:06.460 --> 00:40:11.300
 Das ist immer das World Economic Forum im Jänner in Davos.

422
00:40:11.400 --> 00:40:15.579
 Und da kommen ja auch viele Entscheidungsträger, viele PolitikerInnen auch dort.

423
00:40:16.219 --> 00:40:21.179
 Deshalb glaube ich, dass einmal offiziell die Ergebnisse dort präsentiert werden,

424
00:40:21.360 --> 00:40:26.119
 aber dann auch natürlich viel informellere Diskussionen ermöglicht werden.

425
00:40:26.320 --> 00:40:27.840
 Ich glaube, dass oft denkt man

426
00:40:27.840 --> 00:40:30.599
 stark an der offizielleren

427
00:40:30.599 --> 00:40:32.159
 Seite, man präsentiert was und

428
00:40:32.159 --> 00:40:34.239
 alle sind überzeugt, aber ich glaube,

429
00:40:34.360 --> 00:40:36.239
 dass eigentlich dann das Zwischenmenschliche

430
00:40:36.239 --> 00:40:38.179
 dann auch eine wesentliche

431
00:40:38.179 --> 00:40:38.940
 Komponente ist.

432
00:40:40.860 --> 00:40:42.239
 Und für dich

433
00:40:42.239 --> 00:40:44.519
 persönlich, was bedeutet der Preis

434
00:40:44.519 --> 00:40:47.000
 für dich? Kriegst du jetzt eine Professur?

435
00:40:47.000 --> 00:40:59.000
 Nein, also einerseits bin ich schon auch sehr dankbar, ich bin auch schon noch vorsichtig,

436
00:40:59.000 --> 00:41:09.860
 ich glaube, ich habe auch viele Privilegien und soien und deshalb würde ich nicht sagen, dass es daran liegt, dass ich alles super gemacht habe.

437
00:41:09.860 --> 00:41:15.760
 Apropos Privilegien, das ist mir aufgefallen, das steht nicht bei jedem wissenschaftlichen Artikel,

438
00:41:16.360 --> 00:41:22.599
 da steht ein ganzer Absatz am Schluss, unsere Positionalität.

439
00:41:23.019 --> 00:41:26.119
 Was hat es denn damit eigentlich auf sich warum habt ihr das da

440
00:41:26.119 --> 00:41:34.820
 hinein geschrieben das haben wir geschrieben weil wir das wichtig für wichtig halten dass

441
00:41:34.820 --> 00:41:50.519
 wir eigentlich in diesem artikel alle europäer in waren alle weiß und somit auch natürlich einen spezifischen Blick und einen sehr privilegierten Blick auf dieses Thema haben.

442
00:41:51.119 --> 00:41:56.619
 Und dass wir das durchaus nicht nur akzeptieren, aber auch für willkommen heißen,

443
00:41:56.619 --> 00:42:02.980
 dass das gerne auch kritisiert wird und dass wir konstruktiv gemeinsame Lösungen finden.

444
00:42:02.960 --> 00:42:03.900
 und dass wir konstruktiv gemeinsame Lösungen finden.

445
00:42:12.280 --> 00:42:19.539
 Wir haben probiert, das Thema der Gerechtigkeit, nationalen und internationalen Gerechtigkeit, auch viel einzubringen. Wir wissen, dass es ja eigentlich eine unglaublich schwierige Maßnahme ist,

446
00:42:19.639 --> 00:42:28.460
 wenn wir sagen, die Europäische Union soll weniger importieren von Produkten, die ja auch ganz besonders von

447
00:42:28.460 --> 00:42:39.260
 Kleinbauern angebaut werden. Deshalb werden wir da auch sehr vorsichtig sein, an der Seite zu sagen,

448
00:42:39.260 --> 00:42:45.840
 vielleicht ist es nicht die Lösung, dass die ganze Welt darauf beruht,

449
00:42:46.019 --> 00:42:46.840
 dass Europa

450
00:42:46.840 --> 00:42:49.780
 übermäßig konsumiert, aber natürlich

451
00:42:49.780 --> 00:42:51.780
 müssen wir halt sehr aufpassen in dem, was

452
00:42:51.780 --> 00:42:53.179
 wir sagen, in dem, was wir vorschlagen,

453
00:42:53.780 --> 00:42:54.800
 weil natürlich

454
00:42:54.800 --> 00:42:57.699
 die Lebensgrundlage,

455
00:42:57.860 --> 00:42:59.480
 die wirtschaftliche Grundlage von

456
00:42:59.480 --> 00:43:01.619
 vielen Präsententen dadurch auch

457
00:43:01.619 --> 00:43:03.260
 aufs Spiel ist und

458
00:43:03.260 --> 00:43:08.000
 dass wir das einladen, dass wir das als Thema auf den Tisch bringen.

459
00:43:09.039 --> 00:43:12.739
 Wir glauben und viel wissenschaftliche Evidenz zeigen,

460
00:43:13.260 --> 00:43:19.360
 dass es wichtig wäre, den Biomassekonsum von Europa zu reduzieren.

461
00:43:19.860 --> 00:43:26.440
 Aber wir sind hier nicht die Allwissenden, die hier den Ton geben,

462
00:43:26.440 --> 00:43:33.920
 sondern wir haben auch einen spezifischen Blickwinkel mit vielen Privilegien

463
00:43:33.920 --> 00:43:36.900
 und laden ein, dass wir das konstruktiv gemeinsam diskutieren.

464
00:43:38.420 --> 00:43:43.860
 Ja, dann wünsche ich dir weiter viel Erfolg natürlich.

465
00:43:41.420 --> 00:43:43.780
 wünsche ich dir weiter viel Erfolg natürlich

466
00:43:43.780 --> 00:43:46.320
 und ich wünsche

467
00:43:46.320 --> 00:43:47.940
 uns, dass wir

468
00:43:47.940 --> 00:43:50.019
 gescheite Wissenschafts macht

469
00:43:50.019 --> 00:43:52.320
 und dass wir

470
00:43:53.599 --> 00:43:54.500
 halt gemeinsam

471
00:43:54.500 --> 00:43:56.219
 doch irgendwo

472
00:43:56.219 --> 00:43:56.800
 mal

473
00:43:56.800 --> 00:43:59.760
 dahin kommen, dass wir

474
00:43:59.760 --> 00:44:02.659
 wirklich

475
00:44:02.659 --> 00:44:13.340
 die planetaren Grenzen einhalten und uns nicht selber unsere Lebensgrundlagen

476
00:44:13.340 --> 00:44:14.340
 vermissen.

477
00:44:14.340 --> 00:44:17.960
 Ja, danke dir.

