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 Die Hochzeit ist nicht nur ein wichtiger Tag im Leben zweier Menschen, die ja damit ihren neuen

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 Ehestand begründen, sondern die Hochzeit ist auch ein wichtiger Rechtsakt. Ganz wichtig,

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 bei den Ehepartnern treten damit das Erwachsenenalter ein, sie gründen einen eigenen

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 Hausstand und sind damit rechtsfähig. Schon die Verlobung war ein rechtlicher Akt, der der Frau,

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 der künftigen Braut schon eine gewisse Sicherheit gegeben hat, dass sie geheiratet wird.

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 Oft war er auch schon mit einer finanziellen Zugabe vom Brautvater verbunden.

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 So richtig rechtlich wird es aber dann mit dem Ehevertrag, der abgeschlossen wurde schon vor der Verheiratung zwischen den beiden Ehepartnern,

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 wo dann genau geregelt wurde, was die Braut so quasi mit Gift mit in die Ehe bringt.

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 Das war meistens eine größere Summe an Geld und eben auch das Heiratsgut.

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 Hier im Hintergrund können wir Möbel sehen, die als Heiratsgut übergeben wurden, der Braut übergeben wurden.

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 Und das Heiratsgut, ganz wichtig, war eine Absicherung für die Braut.

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 Die Mitgift wurde vom Brautvater bestellt, beim Landtischler.

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 Im Hintergrund können wir eine ganze Auswahl an Hochzeitsmöbeln sehen, die natürlich besonders prächtig waren.

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 Und was auch ganz wichtig ist, diese Möbel wurden nicht benutzt.

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 Sie dienten der reinen Repräsentation, um zu zeigen, so viel Geld haben wir,

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 dass wir unserer Tochter so quasi mitgeben können in die neue Ehe.

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 Natürlich war das eine große Sache, wenn das Brautgut dann vom Haus der Braut

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 zum künftigen Haus des Ehegatten geführt wurde.

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 Und es war oft dann so, dass das ganze Dorf daran beteiligt war

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 und genau geschaut hat, was jetzt da alles mitgeht.

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 Und auch kontrolliert hat, dass es auch eine ordentliche Mitgift ist.

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 Mit der Verheiratung bekommt die Braut einen Schlüssel überreicht.

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 Das ist die sogenannte Schlüsselgewalt, auch symbolisch.

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 Sie bekommt nicht nur die Schlüssel des Haushaltes, über den sie jetzt vorstehen darf,

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 sondern hat damit auch die Möglichkeit, ihren Gatten auf

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 Märkten zu vertreten. Mit der Verheiratung hat sie auch oft eine Morgengabe bekommen,

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 das heißt auch ein persönliches Vermögen vom Gatten geschenkt, so dass auch das für Notzeiten

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 zur Verfügung gestanden ist. Und außerdem mit dem Kranzel abtanzen, wie wir das nennen, dem Braut, ist die Braut unter die

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 Haube gekommen. Sie hat offiziell die Kopfbedeckung Haube tragen können und das sagen wir ja heute

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 noch, dass eine Braut unter die Haube kommt. Der Hausherr selbst hatte die sogenannte Mundgewalt

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 über. Das heißt, dass er über die gesamte Gemeinschaft des Hauses bestimmt hat. Er musste sie auch

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 rechtlich vertreten. Die Mitbewohner, auch Knechte und Mächte, hatten auch keine Möglichkeit,

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 frei zu halten. Sie waren unfrei und mussten sich dem Willen des Hausherrn beugen. Und auch

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 die Kinder waren unfrei, haben also keine freie Bestimmungsgewalt gehabt und mussten oft der Reihe nach heiraten, so wie das eben der Vater wollte.

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 Das ist ein Gedanken, den wir heute gar nicht mehr haben, wenn wir uns Ehegemeinschaften anschauen und heute eben wirklich nur noch aus Lewe geheiratet werden.

