WEBVTT

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00:00:00.000 --> 00:00:04.240
 Und das ist dann nach dem Zweiten Weltkrieg, da dann wieder eine Zäsur war, wo viele Altstädte

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00:00:04.240 --> 00:00:10.500
 auch abgerissen wurden, noch mehr dann passiert, um Platz zu schaffen für das Auto.

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00:00:10.500 --> 00:00:15.880
 Aber das hat dann dazu geführt, dass es immer zu mehr Verkehr gekommen ist und hat die Städte

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00:00:15.880 --> 00:00:20.940
 irgendwie auch entmenschlicht, weil der natürliche Maßstab des Zu-Fuß-Gehens eigentlich verloren

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00:00:20.940 --> 00:00:23.399
 gegangen ist, weil man die Wege verlängert hat.

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00:00:23.399 --> 00:00:27.640
 eigentlich verloren gegangen ist, weil man die Wege verlängert hat.

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00:00:29.899 --> 00:00:30.079
 Herzlich willkommen im Studio Wels.

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00:00:36.679 --> 00:00:37.079
 Ich bin heute hier mit dem Raumplaner Roland Gloss, der am Umweltamt in Graz tätig ist.

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00:00:43.640 --> 00:00:46.960
 Wir beschäftigen uns ja heute mit der Thematik autogerechte Stadt und wie eben vor allem typische europäische Stadt aussieht.

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00:00:46.960 --> 00:00:50.920
 Wie schaut überhaupt eine europäische Stadt aus?

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00:00:50.920 --> 00:00:55.179
 Wir müssen verstehen, dass die europäische Stadt eigentlich nicht für

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00:00:55.179 --> 00:00:58.479
 das Auto gebaut wurde und die europäische Stadt kennzeichnet die

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00:00:58.479 --> 00:01:06.900
 Altstädte, die wir in vielen Städten in Europa sehen durch die alte Bausubstanz, durch die Baustile,

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00:01:07.540 --> 00:01:13.180
 beginnen von der mittelalterlichen Stadt, Renaissance, Barock bis zur Gründerzeit.

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00:01:14.799 --> 00:01:18.799
 Und das ist der große Vorteil eigentlich der europäischen Stadt,

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00:01:18.920 --> 00:01:21.640
 dass wir diese Bausubstanz und Baukultur hier haben.

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00:01:22.260 --> 00:01:23.859
 Und auf die müssen wir auch sehr Acht geben.

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00:01:30.319 --> 00:01:35.760
 Und dann kam ein Paradigmenwechsel im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung, ist dann später, indem Fabriken entstanden sind und es in der Stadt immer dreckiger wurde und

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00:01:35.760 --> 00:01:40.159
 viele Menschen in die Stadt zogen, wo sie Arbeit gefunden haben, sind dann die Menschen,

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00:01:40.159 --> 00:01:50.680
 die es sich leisten konnten, hinaus aus der Stadt gezogen. Das war dann die Stadtflucht, sind ins Grüne gezogen und da begann dann die Suburbanisierung, dass sozusagen Viertel um die

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00:01:50.680 --> 00:01:56.319
 Stadtzentren herum entstanden. Es gab auch das Konzept der Gartenstadt, wo man bewusst schon

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00:01:56.319 --> 00:02:05.280
 versucht hat, kleine Häuser mit Gärten anzulegen. Es sind dann aber auch die größeren Wohnblöcke entstanden.

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00:02:06.540 --> 00:02:14.219
 Und einschneidend war hier in den 30er Jahren die Charta von Athen, eine Konferenz von Architekten vor allem damals,

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00:02:14.819 --> 00:02:20.340
 die festgelegt haben, dass die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Freizeit getrennt sein sollten.

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00:02:21.020 --> 00:02:27.319
 Und wo man wirklich ganz bewusst die autogerechte Stadt damit forciert hat. Und das ist dann nach

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00:02:27.319 --> 00:02:31.759
 dem Zweiten Weltkrieg, da dann wieder eine Zäsur war, wo viele Altstädte auch abgerissen wurden,

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00:02:31.759 --> 00:02:38.599
 noch mehr dann passiert, um Platz zu schaffen für das Auto. Wieso wollte man da zum Beispiel

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00:02:38.599 --> 00:02:47.240
 Wohnen, Arbeiten und Freizeit voneinander trennen? Man hat gedacht, dass das eine höhere Lebensqualität erreicht und

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00:02:47.240 --> 00:02:52.560
 weniger Konflikte und wollte das einfach sauber trennen, aber das hat dann dazu geführt, dass es

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00:02:52.560 --> 00:02:58.300
 immer zu mehr Verkehr gekommen ist und hat die Städte irgendwie auch entmenschlicht, weil der

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00:02:58.300 --> 00:03:03.520
 natürliche Maßstab des Zu-Fuß-Gehens eigentlich verloren gegangen ist, weil man die Wege verlängert

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00:03:03.520 --> 00:03:08.159
 hat. Also man brauchte dann natürlich Verkehrsmittel und das war dann meistens das Auto dann auch,

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00:03:08.520 --> 00:03:12.240
 um vom Wohnviertel in die Stadt zu kommen, zur Arbeit oder zur Freizeit.

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00:03:12.620 --> 00:03:14.400
 Und heute versucht man das wieder zu mischen.

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00:03:14.719 --> 00:03:19.020
 Das nennt man Nutzungsmischung und hier gibt es auch das Konzept der 15-Minuten-Stadt,

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00:03:19.020 --> 00:03:23.840
 die fußgängergerechte Stadt und die hat einfach sehr, sehr viele Vorteile für die Menschen.

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00:03:23.840 --> 00:03:29.060
 gerechte Stadt und die hat einfach sehr, sehr viele Vorteile für die Menschen. In der 15-Minuten-Stadt versteht man, dass man quasi in 15 Minuten mit öffentlichen

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00:03:29.060 --> 00:03:31.080
 Verkehrsmitteln überrennt oder auch mit dem Auto?

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00:03:31.580 --> 00:03:36.219
 Also mit der 15-Minuten-Stadt bezeichnet man das Konzept, dass man eigentlich zu Fuß innerhalb

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00:03:36.219 --> 00:03:48.400
 von 15 Minuten von seinem Wohnort die wichtigsten Dinge des täglichen Lebens und Bedarfs erledigen kann, dass man die Lebensmittel einkaufen kann,

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00:03:48.400 --> 00:03:56.979
 dass man Ärzte in der Nähe hat, dass man seine Geschäfte erledigen kann, genau, die Dinge des täglichen Bedarfs,

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00:03:57.240 --> 00:04:04.319
 dass man Bildung in Anspruch nehmen kann, Kultur, also wirklich viele, viele Nutzungen und das zeichnet auch die europäische Stadt aus,

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00:04:04.400 --> 00:04:07.520
 denn wie ich schon gesagt habe, sie wurde nicht für das Auto gebaut.

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00:04:07.659 --> 00:04:15.060
 Es war dieser Maßstab des Zu-Fuß-Gehens, dass man zu Fuß alles erledigen und erreichen kann in kurzer Distanz.

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00:04:15.659 --> 00:04:20.959
 Und das ist eigentlich diese Qualität, diese hohe Qualität, die wir heute auch noch genießen können in den Zentren.

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00:04:22.699 --> 00:04:25.560
 Durch die Suburbanisierung sind natürlich auch Einkaufszentren dann

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00:04:25.560 --> 00:04:27.920
 entstanden, um ein Angebot zu schaffen für die

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00:04:27.920 --> 00:04:31.339
 Leute, die ins Grüne gezogen sind und das war dann meistens auch oder eigentlich

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00:04:31.339 --> 00:04:31.899
 immer

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00:04:31.899 --> 00:04:36.180
 autogerechte Infrastruktur, weil man halt dort auch mit dem Auto gefahren ist.

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00:04:36.180 --> 00:04:39.759
 Wenn ich jetzt an eine europäische Stadt denke, denke ich als erstes mal an Wien

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00:04:39.759 --> 00:04:40.980
 aus Österreich.

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00:04:40.980 --> 00:04:43.060
 Ist es dort gelungen?

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00:04:43.060 --> 00:04:45.220
 Ja, man denkt an die Baustile, an die

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00:04:45.220 --> 00:04:48.939
 Baukultur, an die Gründerzeit, das ist sozusagen richtig, aber der öffentliche

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00:04:48.939 --> 00:04:53.500
 Raum hat sich sehr verändert und das hat man überall, kann man das beobachten, hat

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00:04:53.500 --> 00:04:58.360
 man das so umgesetzt im Zuge dieses Paradigmas der autogerechten Stadt, dass

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00:04:58.360 --> 00:05:03.220
 man Platz im öffentlichen Raum auf der Straße geschaffen hat. Die Gehsteige

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00:05:03.220 --> 00:05:06.959
 wurden kleiner, es wurden auch Bäume gefällt, Alleen gefällt,

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00:05:06.959 --> 00:05:18.360
 Innenhöfe wurden versiegelt, um Platz zu schaffen für Parkplätze. Es wurden Tiefgaragen gebaut und da wurden viele alte Häuser auch abgerissen,

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00:05:18.360 --> 00:05:25.899
 um Platz zu schaffen für das Auto. Und das hat leider eigentlich tiefe Wunden in den Städten, in die Städte gerissen und

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00:05:25.899 --> 00:05:31.620
 geschlagen und viele Städte auch eigentlich von ihrem Bild, Erscheinungsbild her sehr

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00:05:31.620 --> 00:05:36.879
 stark verändert, weswegen wir heute sehr achtgeben müssen darauf, für diese Bausubstanz.

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00:05:36.879 --> 00:05:41.519
 Sie würden sagen, dass es damals eher, also dass es jetzt negativ ist, wie es so gebaut

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00:05:41.519 --> 00:05:47.000
 worden ist, also nicht gerade positiv? Die Entwicklung ist durchwegs negativ, weil

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00:05:47.000 --> 00:05:51.939
 von dem her, dass das Angebot, das

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00:05:51.939 --> 00:05:56.040
 geschaffen wurde, ja auch Nachfrage erzeugt. Und wir sehen,

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00:05:56.160 --> 00:05:59.600
 dass wir da an eine Grenze stoßen. Der Platz in der Stadt ist nicht vermehrbar.

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00:06:00.459 --> 00:06:04.060
 Und das Auto ist halt leider das ineffizienteste Verkehrsmittel in der Stadt.

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00:06:04.060 --> 00:06:05.399
 Das hat natürlich seine Berechtigung.

70
00:06:05.519 --> 00:06:13.180
 Es wird immer Menschen geben, die mit dem Auto fahren müssen, vor allem aus den peripheren Regionen, entlegenen Gebieten, wo man auch keinen öffentlichen Verkehr hat.

71
00:06:13.660 --> 00:06:18.259
 Natürlich eingeschränkte Personen, wo es das Angebot nicht gibt.

72
00:06:18.600 --> 00:06:21.680
 Aber in der Stadt habe ich eine hohe Siedlungsdichte, hohe Bevölkerungsdichte.

73
00:06:22.139 --> 00:06:27.000
 Und hier muss man effizientere Verkehrsmittel fördern, weil es sich platzmäßig nicht anders ausgeht.

74
00:06:27.779 --> 00:06:33.379
 Und wir auch merken in der Stadt, wenn man in der Stadt wohnt, also der Lärmpegel ist so hoch wie nie zuvor.

75
00:06:33.939 --> 00:06:40.040
 Da versucht man davon wegzukommen und Abgase zu reduzieren, indem man einfach hier ein anderes Angebot schafft.

76
00:06:41.019 --> 00:06:44.079
 Und was wäre zum Beispiel so ein anderes Angebot? Die öffentlichen Verkehrsmittel.

77
00:06:44.079 --> 00:06:49.500
 Ja, man spricht von den nachhaltigen Mobilitätsformen, das ist der öffentliche Verkehr, der Radverkehr und der Fußverkehr.

78
00:06:49.980 --> 00:06:55.420
 Aber auch Carsharing ist aus meiner Sicht ein wichtiger Bestandteil dieses Verkehrssystems,

79
00:06:55.420 --> 00:07:01.220
 weil es ermöglicht, dass man kein eigenes Auto braucht, sondern einfach sich ein Auto ausbeugen kann, wenn man eines braucht.

80
00:07:01.579 --> 00:07:04.040
 Das nutze ich selber auch so seit acht Jahren mittlerweile.

81
00:07:05.920 --> 00:07:10.920
 kann, wenn man eines braucht. Das nutze ich selber auch so seit acht Jahren mittlerweile und es ist irrsinnig praktisch. In Graz gibt es über 30 Carsharing-Stationen, in Wels auch schon fünf

82
00:07:10.920 --> 00:07:18.500
 oder sechs und dadurch ist es mir möglich, mir viel Geld zu sparen. Also ein Auto kostet im

83
00:07:18.500 --> 00:07:26.180
 Monat circa 500 bis 700 Euro, je nachdem wie man es sich rechnet, Aber ja, da kann man sich schon viel Geld ersparen.

84
00:07:26.180 --> 00:07:30.500
 Und der Ansatz ist einfach der, dass man halt wieder mehr Platz schafft in der Stadt für

85
00:07:30.500 --> 00:07:35.339
 Grünraum und für Menschen. Und das ist das Prädigma der menschengerechten Stadt. Und diese

86
00:07:35.339 --> 00:07:39.620
 Entwicklung versucht man in den letzten Jahrzehnten zu vollziehen. Und es dauert aber immer Jahre,

87
00:07:40.019 --> 00:07:47.879
 bis sie in den Köpfen der Menschen ankommt, vor allem bei den Planern, bei den Stadt- und Verkehrsplanern und bis es dann auch in der Praxis umgesetzt wird.

88
00:07:48.600 --> 00:07:58.000
 Sie sind ja auch Raumplaner und wie würde Ihrer Meinung nach die perfekte, ideale Stadt 2050 zum Beispiel ausschauen?

89
00:07:59.120 --> 00:08:09.040
 Mit sehr, sehr viel Grün und Platz für Menschen und wie es viele Städte mittlerweile auch anstreben mit ca. 15-20%

90
00:08:09.040 --> 00:08:11.459
 Autoverkehrsanteil

91
00:08:11.459 --> 00:08:13.420
 und das ist schon eine Halbierung

92
00:08:13.420 --> 00:08:18.879
 des derzeitigen Autoverkehrsanteils in vielen Städten

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00:08:18.879 --> 00:08:21.480
 weil man dadurch einfach irre viel Platz schaffen kann

94
00:08:21.480 --> 00:08:22.879
 und mehr

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00:08:22.879 --> 00:08:26.779
 Bäume pflanzen kann für mehr Schatten und Verdunstungsleistung,

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00:08:26.779 --> 00:08:38.000
 Kühlungsleistung, mehr Angebot an Dingen des täglichen Bedarfs in der Stadt, die man eben

97
00:08:38.000 --> 00:08:44.059
 dann auch in der Nähe erledigen kann. Also wir brauchen eine Innenentwicklung statt

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00:08:44.059 --> 00:08:45.940
 Außenentwicklung. Das passiert zum Beispiel in der Schweiz schon sehrledigen kann. Also wir brauchen eine Innenentwicklung statt Außenentwicklung.

99
00:08:48.419 --> 00:08:49.139
 Das passiert zum Beispiel in der Schweiz schon sehr, sehr gut.

100
00:08:50.340 --> 00:08:50.460
 Da wird es sehr forciert.

101
00:08:52.220 --> 00:08:52.320
 Das wurde auch in der Verfassung so verankert,

102
00:08:54.340 --> 00:08:55.659
 dass das ein Prinzip ist in der Raumplanung.

103
00:08:59.399 --> 00:09:01.399
 Und ja, dazu bräuchte es eigentlich Maßnahmen auf allen Ebenen.

104
00:09:07.960 --> 00:09:12.620
 Auf Bundesebene wäre das eine Ökologisierung der Pendlerpauschale und der Wohnbauförderung, um eben flächenineffiziente Bauweisen zu reduzieren und wirklich die Innenentwicklung

105
00:09:12.620 --> 00:09:13.620
 zu fördern.

106
00:09:13.620 --> 00:09:17.139
 Da braucht es zwar auch oft in Gemeinden, nicht nur in Städten, eine Mobilisierung

107
00:09:17.139 --> 00:09:33.200
 von Bauland, also dass oft Baureserven, die es in Innenstädten gibt, auch mobilisiert werden, verkauft und bebaut werden und nicht als Reserve quasi behalten werden. Also wir brauchen eine gewisse Dichte in der Stadt,

108
00:09:33.200 --> 00:09:42.840
 dann rechnet sich der öffentliche Verkehr, dann rechnet sich Fernwärme zum Beispiel mehr und es

109
00:09:42.840 --> 00:09:46.120
 ist möglich nachzuverdichten und trotzdem mehr Grün zu schaffen. Also diese

110
00:09:46.120 --> 00:09:51.700
 Entwicklung zur menschengerechten Stadt ist unmittelbar verbunden mit der Umwandlung im

111
00:09:51.700 --> 00:09:57.159
 öffentlichen Raum. Je mehr Platz ich für Menschen schaffe, umso mehr kann ich auch begrünen. Also

112
00:09:57.159 --> 00:10:07.259
 das geht einher. Was könnte jetzt ein normaler Bürger oder vor allem wir Jugendlichen verändern, dass es auch so weit kommt?

113
00:10:08.100 --> 00:10:13.360
 Jeder Mensch kann sich überlegen, wo er auf nachhaltige Verkehrsmittel umsteigen kann.

114
00:10:13.539 --> 00:10:17.220
 Wenn ich natürlich jetzt in einer entlegenen Region wohne, dann ist das halt schwer zu verändern.

115
00:10:17.620 --> 00:10:20.940
 Also eines der wichtigsten Entscheidungen im Leben ist, wo wohne ich?

116
00:10:20.940 --> 00:10:27.600
 Und da gibt es Menschen, die suchen sich das so aus, wo halt eine Haltestelle des öffentlichen Verkehrs ist zum Beispiel

117
00:10:27.600 --> 00:10:33.159
 oder wo ich eine gute Radweganbindung habe oder wo ich meine Dinge des täglichen Bedarfs gut erledigen kann

118
00:10:33.159 --> 00:10:38.580
 und das ist halt in der Stadt natürlich. Am Rand oder in den peripheren Regionen ist das schwerer möglich.

119
00:10:39.259 --> 00:10:46.259
 Dann könnte man aber zumindest vielleicht ein Elektroauto kaufen, die sind in den letzten Jahren auch immer günstiger geworden und es gibt auch mehr gebrauchte Elektroautos schon.

120
00:10:47.779 --> 00:10:51.899
 Der Verkehr der Zukunft sollte emissionsfrei stattfinden, damit wir

121
00:10:51.899 --> 00:10:55.139
 weniger oder keine Schadstoffe mehr haben und

122
00:10:55.139 --> 00:10:59.960
 Feinstaub. Und in der Stadt

123
00:10:59.960 --> 00:11:03.639
 ist es auf jeden Fall das Gebot der Stunde, die nachhaltigen

124
00:11:03.639 --> 00:11:05.080
 Mobilitätsverformen auszubauen.

125
00:11:05.740 --> 00:11:07.259
 Und hier kann jeder einen Beitrag leisten.

126
00:11:08.240 --> 00:11:13.360
 Ich glaube, es ist viel Bequemlichkeit auch noch im Mobilitätsverhalten.

127
00:11:13.460 --> 00:11:17.019
 Es braucht circa einen Monat, bis man eine Gewohnheit ändert.

128
00:11:17.159 --> 00:11:19.580
 Und hier kann ich nur sagen, probiert es einfach einmal aus,

129
00:11:19.700 --> 00:11:23.799
 einen Monat ein anderes Verkehrsmittel zu nehmen, wenn es möglich ist.

130
00:11:24.840 --> 00:11:25.139
 Und oft kommt man drauf,, wenn es möglich ist.

131
00:11:27.139 --> 00:11:27.440
 Und oft kommt man drauf, dass es doch schneller ist.

132
00:11:31.139 --> 00:11:31.980
 Also in Graz ist man und auch in Wales mit dem Rad fast immer am schnellsten.

133
00:11:33.679 --> 00:11:34.080
 Es sei denn, man wohnt am Hügel in Graz.

134
00:11:36.600 --> 00:11:38.460
 Dann ist es vielleicht mit einem E-Bike ganz praktisch.

135
00:11:40.919 --> 00:11:41.019
 Man berechnet beim Auto meistens nicht die Parkplatzsuche ein.

136
00:11:43.659 --> 00:11:49.840
 Sehr oft muss man in den Innenstädten lange einen Parkplatz suchen. Und das rechnet man meistens auch nicht ein. Man rechnet immer, wie lange brauche ich auf Google

137
00:11:49.840 --> 00:11:55.720
 Maps von Tür zu Tür. Aber dass ich vielleicht zehn Minuten noch wo herum kurve oder im Stau stehe,

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00:11:55.720 --> 00:12:00.679
 das rechnet man dann meistens nicht. Sie sind ja auch selber mit dem Rad hergekommen. Wie

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00:12:00.679 --> 00:12:08.940
 schaut da Ihr Mobilitätsverhalten aus? Also ich habe noch nie ein Auto gehabt, habe mir mein Leben so organisiert, dass es gut möglich ist.

140
00:12:08.940 --> 00:12:15.320
 Ich habe auch Familie mit zwei Kindern und wir haben mittlerweile in Graz sogar zwei Lastenräder,

141
00:12:15.320 --> 00:12:20.240
 eines mit und eines ohne E-Motor und mit denen ist es super praktisch, alles leicht organisierbar,

142
00:12:20.240 --> 00:12:25.940
 bewältigbar, alle Wege in der Stadt und wir fahren sehr gerne mit dem Zug. Und wenn es

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00:12:25.940 --> 00:12:30.320
 einmal ein Ziel gibt, wo man ein Auto braucht, wo man öffentlich nicht hinkommt, dann borgen wir uns

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00:12:30.320 --> 00:12:35.779
 einfach ein Auto aus und so ist es machbar. Also dank Carsharing, wobei es ist einmal in zwei

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00:12:35.779 --> 00:12:40.620
 Monaten circa, dass ich ein Auto ausborgen muss. Es sind eigentlich, es geht immer mehr als man

146
00:12:40.620 --> 00:12:45.259
 denkt. Ich glaube, es ist immer mehr möglich, als man denkt. Man kann sich

147
00:12:45.259 --> 00:12:52.960
 Wege suchen, man muss sich nur einfach mal bemühen und ja, das ist einfach möglich,

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00:12:52.960 --> 00:12:59.440
 wenn man es mal versucht. Ich bin auch als Student 40.000 Kilometer bei Autostopp gefahren

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 und ich sage jetzt nicht, dass man Autostoppen soll und es ist auch keine Lösung für Pendler,

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 das ist klar, aber ich habe einfach erkannt, wie sehr ich auch ohne eigenes Auto unterwegs sein kann,

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 mobil sein kann, tolle Reisen erleben kann auch.

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 Wobei das jetzt eben auch mit Familie, mit Zug, mit Nachtzug möglich ist.

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 Es gibt so viele schöne Urlaubsorte, die man mit dem Zug erreichen kann.

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 Und hier kommen wir eigentlich zur europäischen Stadt wieder zurück.

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 Die Absurdität ist ja,

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 dass man oft selber, also ich spreche jetzt von der Masse, man fährt mit dem Auto im Alltag und

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 dann fährt man aber wohin auf Urlaub, wo man das Auto stehen lässt und gerne zu Fuß geht und

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 flaniert in der italienischen Altstadt zum Beispiel. Also da sieht man dann schon, was

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 Lebensqualität ausmacht. Man möchte eigentlich an einem ruhigen Ort wohnen und nicht unbedingt

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 aufs Auto angewiesen sein. Deswegen spricht man auch von Autoabhängigkeit. Man versucht hier im

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 Verkehrssystem die Autoabhängigkeit zu reduzieren. Denn es ist nicht immer gewählt. Für viele Menschen

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 ist es oft eine Bürde, auch mit dem Auto pendeln zu müssen. Man denkt ja an die Zeit, man denkt ja an die Kosten und man ist nicht immer in der freien Wahl.

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 Und da versucht man hier die Wahl des Verkehrsmittels eigentlich zu vergrößern.

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 Vielen Dank, Herr Gloss, für das tolle Gespräch und Ihnen Zuschauer zu Hause bis zum nächsten Mal.

