Die vierte Paul-Weis-Preisgala fand am Abend des 23. Oktober 2026 in Wien statt.
Auf der ganzen Welt stehen Menschenrechte unter Druck, ganz besonders das universelle Recht auf A
Bereits zum zweiten Mal wird am 17.
Gala anlässlich der Überreichung desPaul-Weis-Preises
Wer war Paul Weis?
Geboren wurde Paul Weis am 19. März 1907 als Sohn einer jüdischenUnternehmerfamilie im 10. Bezirk in Wien.
Mit nur 23 Jahren promovierte er an der Uni Wien in internationalem Rechtund übernahm 1934, nach dem Tod seines Vaters, dessen Geschäfte. Diesesgutbürgerliche Leben währte aber nicht lange. Denn kurz darauf kamen dieNationalsozialisten an die Macht.
Mitsamt seiner Familie kam Paul Weis 1938 ins Konzentrationslager Dachau.Ihm gelang 1939 die Flucht nach England. Seine Mutter und Schwesternstarben im Lager.
Verfolgt, vertrieben, der eigenen Rechte beraubt und machtlos im Angesichtdes grausamen Mordes an seiner Familie: Diese traumatischen Erfahrungenprägten Paul Weis und sein Denken. Er beschloss, alles dafür zu tun, anderevor diesem Schicksal zu bewahren. Und so widmete er sein Leben demSchutz geflüchteter Menschen.
Der Völkerrechtler trat in England dem Jüdischen Weltkongress alsRechtsvertreter bei und war somit führend an der Rückforderung jüdischenEigentums in Europa beteiligt. Ebenso verfasste er seine zweite Dissertation„Nationality and statelessness in international law“ (Staatsangehörigkeit undStaatenlosigkeit im gegenwertigen Völkerrecht).
Vier Jahre nach Kriegsende wurde Paul Weis erster Schutzdirektor derInternationalen Flüchtlingsorganisation. Er war stellvertretender HoherFlüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und Leiter der dortigenRechtsabteilung. Dort war er maßgeblich daran beteiligt, jenes Dokument zuverfassen, das erstmals den Schutz geflüchteter Menschen sicherte – bisheute: Die Genfer Flüchtlingskonvention.
Dabei lieferte Paul Weis grundlegende Beiträge zum Asyl- undFlüchtlingsrecht. Erstmals wurde eine allgemein anerkannte Definitiongeflüchteter Menschen geschaffen sowie ein weitgreifendesFlüchtlingsschutzsystem zur Wahrung der Rechte von Flüchtendenfestgelegt. So wurde Paul Weis als „Gründervater des Schutzes“ bekannt.
Bis ins hohe Alter widmete sich Paul Weis in mehreren Funktionen demSchutz von Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Er starbam 6. Februar 1991 in Genf, jener Stadt, in der er den Großteil seinesLebenswerks verrichtete und wo er auch begraben ist. Posthum wurde ihmder Nansen-Flüchtlingspreis des UNHCR verliehen.
Courage – Mut zur Menschlichkeit hat sich zur Aufgabe gemacht, an diesengroßen Österreicher zu erinnern und sein Beispiel hochzuhalten. Daherhaben wir den Paul Weis Preis ins Leben gerufen, der besondere Verdiensteum die Menschenrechte ehrt. So wollen wir zeigen: Es gibt immer noch vielMut, Menschlichkeit und Empathie auf dieser Welt. Und es gibt zahlreicheMenschen, die sich mit aller Kraft für andere einsetzen – genau wie PaulWeis es tat.