Notfall Coronavirus – warum gefährdet der aktuelle Netz-Hype die Gesellschaft?

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Created at 7. May. 2020

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by Martin Wassermair

Magdalena Taube (Chefredakteurin Berliner Gazette, Professorin für Digitaljournalismus Hochschule Macromedia) war bei Politikredakteur Martin Wassermair per Videoschaltung zu Gast.

Live gesendet am Montag, 18. Mai 2020, 17.00 - 17.50 Uhr.

Der lange andauernde Coronavirus-Ausnahmezustand hat mit dem Shutdown viele Menschen dazu gezwungen, sich in häusliche Isolation zu begeben und Kontakte so weitreichend wie möglich zu vermeiden. Das Home-Office ist damit zum symbolischen Ort der Pandemie-Abwehr geworden - und verstärkt nun auch den Eindruck, das von allen Ansteckungsgefahren befreite Netz sei endgültig der lange herbeigesehnte Raum, in dem sich die aktuelle Krise geradezu als magischer Moment des Netzwerkzeitalters feiern lässt. Angesichts des neuen Hypes werden die notwendigen Diskurse zu Privatsphäre, digitale Rechte und nachhaltige Dateninfrastrukturen allmählich wie Ballast abgeworfen, wodurch die Öffentlichkeit noch schwerer mit einer kritischen Auseinandersetzung zu erreichen ist. Das wird nicht zuletzt auch dadurch deutlich, dass insbesondere zu dieser Zeit bestimmte Tech-Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle fast unhinterfragt enorme Gewinne erzielen können.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen daher u.a. Fragen, wie Arbeitsräume aktuell zu Knotenpunkten in der globalen Stadt der Bits werden, welche Mythen des Kapitalismus der Künstlichen Intelligenz dabei zutage treten und auf welche Weise digitale Technologien der sozialen Distanz und der individuellen Entremdung entgegenwirken sollen.

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