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Sonja Höglinger erhält die Goldene Nica 2023

Created at 13. Sep. 2023

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by marie.jahn

Der Prix Ars Electronica im Rahmen des Ars Electronica Festivals ist ein prämierter und hochangesehener Medienkunstwettbewerb, an dem sich nationale und internationale Künstler*innen beteiligen. Er ist ein Art Trendbarometer und stellt sozusagen eine Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft dar. Die letzten Tagen des Festivals gehört den Gewinner*innen des Preises.

Auch von jungen Menschen und jungen Erwachsenen gibt es so Einiges zu sehen am Ars Electronica Festival ebenso Anerkennung der Leistungen von jungen Kreativen und Künstler*innen. Denn es obliegt der nächsten Generation die Zukunft aktiv mitzugestalten.  Mit dem Prix Ars Electronica in der Kategorie U19 - create your world werden seit 1998 junge Talente im Bereich der Medienkunst. Speziell für die Initiative u19–create your world ist das darin liegende kreative Potential richtungsweisend für die Arbeit mit regionalen und internationalen Partner*innen im Kunst- und Bildungssektor. 

Sonja Höglinger (*2004) kommt aus St. Valentin und ist Absolventin der HBLA für künstlerische Gestaltung in Linz. Sie arbeitet gerne mit diversen Materialien im dreidimensionalen Bereich und möchte in naher Zukunft eine Ausbildung zur Goldschmiede beginnen, um ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihr technisches Wissen zu vertiefen und ihrer Faszination für Schmuckkunst zu folgen. Sowohl Musik als auch bildende Kunst sind für sie wichtige Mittel zum Ausdruck ihrer Gedanken und Emotionen.

Mit ihrem Projekt "Verblassende Stimmen" hat sie die Goldene Nica in der Kategorie U19 create your world erhalten.  



Und immer wenn er den Hörer abnimmt, erklingen diese Worte. Nun herrscht Stille, und ich höre die Stimme nur noch in meiner Erinnerung. Unser Erinnerungsarchiv ist vergleichbar mit einer Festplatte, beide speichern eine Vielzahl an Informationen, jedoch können die Aufnahmen auf unserem Computer immer wieder abgerufen und genau gleich abgespielt werden, während Erinnerungen, vor allem jene an Stimmen, mit der Zeit immer mehr verblassen.

„Weißt du, was das Schlimmste ist? – Wenn man feststellt, dass man sich nicht mehr an seine Stimme erinnern kann.“

Diese Aussage eines Freundes beschäftigte mich lange Zeit und war für mich schwer nachzuvollziehen. Aufgrund eines schweren Verlusts im letzten Jahr machte sich dieses Phänomen jedoch auch bei mir bemerkbar, und ich begab mich auf die Suche nach einer Lösung. Dabei stellte ich fest, dass das Erinnern an Stimmfarben oft nur dann möglich ist, wenn man sich typische Aussagen ins Gedächtnis ruft.

Durch meine Textilarbeit möchte ich diese Möglichkeit nun visuell darstellen, um diesem Verblassen der Stimme ein Stück weit entgegenzuwirken. Ich greife daher eine besondere Phrase meines Vaters auf, um ihn mit seiner humorvollen Kunst und seiner angenehmen Stimme in Erinnerung zu behalten. Allerdings möchte ich dadurch auch den Betrachter*innen eine Gelegenheit geben, in der sie in ihre eigenen Erinnerungen eintauchen können und die Möglichkeit haben, während des Betrachters des Werks ihre eigene gedankliche Aufnahme immer wieder innerlich abzuspielen.

Produziert am 09.09.2023

Redaktion & Schnitt: Marie-Therese Jahn 

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