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Der gewissenhofte Maurer

Created at 22. Sep. 2026

by Simon Öller

Der gewissenhafte Maurer ist ein berühmtes humoristisches Couplet von Otto Reutter. Er verfasste sowohl den Text als auch die Musik und veröffentlichte das Werk erstmals im Jahr 1920

Zusammenfassung

Das Couplet ist eine humorvolle Satire auf die deutsche Bürokratie, den „Schlendrian“ und das extrem strikte Befolgen von Arbeitszeitregelungen und Tarifen.

  • Der Auftrag: Der Erzähler besitzt ein Haus in Berlin, an dem oben am Dach ein paar Steine fehlen. Ein Maurer verspricht ihm, die Arbeit gleich am nächsten Morgen um acht Uhr zu beginnen.
  • Die Verzögerungen: Der Maurer kommt erst um neun Uhr an, da er den Arbeitsweg und eine verpasste Straßenbahn einrechnet. Anschließend verbringt er den Vormittag mit ständigen Ablenkungen: Er sucht eine Leiter (es schlägt zehn), macht ausgiebig Frühstückspause, zündet sich eine Pfeife an, die ständig ausgeht, muss niesen, sucht ein Taschentuch und fasst stundenlang immer wieder denselben einzigen Stein an, ohne ihn zu verbauen.
  • Die Mittagspause: Kaum will er um zwölf Uhr auf die Leiter steigen, schlägt die Uhr zur Mittagspause. Seine Frau bringt ihm das Essen (Karbonade, Gurken und Bier). Danach liest er ausgiebig die Zeitung, regt sich über Streiks auf und hält ein Schläfchen.
  • Der Nachmittag: Nach einem Magenkneifen und einem Toilettengang ist es bereits drei Uhr. Der Maurer nimmt endlich wieder denselben Stein und steigt die zwanzigsprossige Leiter hinauf.
  • Das furiose Ende: Auf der achtzehnten Sprosse schlägt die Uhr vier – Feierabend! Da der Tarifvertrag jede Sekunde Mehrarbeit strikt verbietet, darf der Maurer weder die zwei verbleibenden Sprossen nach oben steigen noch den Stein mit nach unten nehmen. Er lässt den Stein einfach fallen. Dieser landet auf dem Kopf des Hausbesitzers, woraufhin der Maurer trocken kommentiert, der Besitzer solle nicht im Weg stehen – seinen Kopf brauche er ohnehin nicht zum Arbeiten.

Das Stück wurde von Peter Frankenfeld und Heinz Conrads neu interpretiert und nun verfasste die Familienband LeinÖl eine Mühlviertlerische Version des Liedes. Das Video entstand in Eigenregie, Schnitt und Zusammenstellung von Felix Öller.

Viel Vergnügen! 

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