Hartmut Rosa – Beschleunigung, Entfremdung, Resonanz

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Created at 16. Apr. 2019

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by dorftv

Ein Vortrag an der Johannes Kepler Universität Linz am 26. März mit Hartmut Rosa, Brigitte Aulenbacher und Harald Wildfellner

Mit der Welt in Beziehung treten, das sich Verwandeln lassen ist Resonanz. Nach Adorno die tiefe Erfahrung des Überwältigtseins.

Im Gespräch mit Brigitte Aulenbacher, JKU und Harald Wildfellner vom Institut für Angewandte Entwicklungspolitik erläutert Hartmut Rosa seine Theorie der Resonanz, die er für ein gelingendes Leben unabdingbar hält. „Ein gelingendes Leben ist eines das in Resonanz mit sich und der Welt ist.“
Rosa spricht davon, dass wir uns momentan in einer Resonanzkrise befinden, politisch in einer Entfremdungskrise. Die moderne Gesellschaft steht unter blindem Steigerungswahn und dieser Steigerungszwang ist systemisch eingeschrieben. Demgegenüber sind wir nicht selbstwirksam, wir sind ohnmächtig, das was die Leute auf die Straße treibt. Für diese Entfremdungserfahrung macht man die Fremden verantwortlich – „alles, was nicht so ist wie wir muss weg“. Rosa sieht darin einen großen Fehler, da das den totalen Verlust von Resonanzfähigkeit bedeutet. Wichtig ist ihm resonantes Verbundensein und Selbstwirksamkeit – „Menschen müssen was zu sagen haben“

ZUR PERSONHartmut Rosa, geboren 1965 im Schwarzwald, ist seit 2005 Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 zugleich Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Davor lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York. 2016 war er als Gastprofessor an der FMSH in Paris. Er promovierte 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte sich 2004 in Jena. Er ist Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift Time & Society. 2006 erhielt er den Thüringer Forschungspreis für Grundlagenforschung, 2016 den Tractatus Preis für philosophische Essayistik und 2018 den Erich-Fromm-Preis. Er leitet mehrere Forschungsprojekte, darunter die von der DFG-geförderte Kollegforschergruppe „Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften“.

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