Antisemitismus und Islamophobie

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Created at 30. Dec. 2022

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by Solidarwerkstatt

Nicht zuletzt der antisemitische Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 hat gezeigt, dass der Hass gegen Juden virulent ist und die Relativierung rechtsradikaler Früchte trägt. Nach dem Anschlagsversuch auf die Synagoge in Halle hat der Mörder zweier Menschen einen Dönerladen angesteuert. Sein sogenanntes Manifest offenbart entsprechend seiner rechtsradikalen Vorbilder, dass antimuslimischer Rassismus und antisemitische Weltverschwörungstheorien in den Köpfen von den sogenannten "white suprematits" verbunden sind und deren "Verteidigungstaten" eine angeblich höherstehende Identität legetimieren sollen. Max Czollek schrieb in einem Gastbeitrag auf Spiegel-Online: "...Wer ein Deutschland ohne Kanaken oder Muslime will, will auch eins ohne Juden." Während die antisemitischen Motive des Täters breit besprochen wurden, würde der Antifeminismus und der antimuslimische Rassismus des Täters kaum öffentlich debattiert.

Die Referentin Sabine Schiffer zeigt, das antijüdische und antimuslimische Diskurse vergleichbare Momente haben. Gerade auch in Österreich sind wir Zeugen einer Strategie, wie mit einer vermeintlich philosemitischen-weil vermeintlich israelfreundlichen-Haltung andere Ressentiments legetimiert werden sollen.

Prof. Dr. Sabine Schiffer, geboren 1966, studierte Sprachwissenschaft in Erlangen und entdeckte früh die Semiotik. Sie promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 das Institut für Medienverantwortung.

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