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Was erwartet die Menschen durch Google in Kronstorf

Created at 21. Jul. 2026

by Solidarwerkstatt

Die Dimensionen des google-Rechenzentrum in Kronstorf in der Nähe von Linz wurde von Politik und Konzernleitung die längste Zeit geheim gehalten. Erst jetzt, wo der Bau begonnen hat, sickern allmählich die Dimensionen durch: Das Rechenzentrum in Kronstorf wird mehr Strom verbrauchen als alle oberösterreichischen Haushalte zusammen, fünf Milliarden Liter sollen jährlich für die Kühlung der Prozessoren dem Grundwasser entnommen, eine Fläche von 70 Fußballfeldern fruchtbaren Ackerbodens geht unwiederbringlich verloren. Das empört zurecht zunehmend mehr Menschen. Die Antwort der Politikspitzen: Wir müssen das tun, um bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) Schritt zu halten. Sie handeln nach dem Motto, das Helmut Qualtinger schon seinerzeit sarkastisch kommentiert hat: „Wir wissen nicht, wohin wirwollen, Hauptsache wir sind schneller dort.“
Diese Haltung können wir uns nicht mehr länger leisten. Wir müssen fragen: Wofür brauchen wir KI und Rechenzentren eigentlich? Wer und wofür wird unsere Energie, unsere natürlichen Ressourcen, unsere Lebensgrundlagen verschleudert? Was wir jetzt schon wissen: Google ist ein Rüstungskonzern des 21. Jahrhunderts. Google hat – gemeinsam mit Amazon - das „Projekt Nimbus“ um 1,2 Milliarden US-Dollar mit Israel abgeschlossen, das unter anderem den
Israelischen Streitkräften und Sicherheitsdiensten vollen Zugriff auf die gesamte Computerinfrastruktur und KI-Dienste gibt. Wir können davon ausgehen, dass die Drohnen, von denen Menschen im Gazastreifen erschossen werden, nicht ohne die KI-Dienste von Google-
Rechenzentren ihre mörderische Mission erfüllen könnten. Vom „Guardian“ wurde geleakt, dass diese Verträge Klauseln beinhalten, die Einschränkungen der Dienste erheblich erschweren und Vertragsstrafen vorsehen könnten. Unter dem Motto „No tech for Apartheid!“ protestierte in den USA google-MitarbeiterInnen gegen diese Unterstützung des Regimes in Israel. Der Konzernantwortete mit Repressionen und Entlassungen.
Google hat – gemeinsam mit andere Tech-Konzerne – milliardenschwere Verträge mit dem Pentagon abgeschlossen. Auf rd. 100 Milliarden US-Dollar werden diese Verträge seit 2018 geschätzt. Zielauswahl, Zielerfassung und Gefechtsführung der US-Armee beim Krieg gegen den Iran erfolgt mithilfe der Rechenleistung von Google, Microsoft, Amazon & Co. Aber auch die Militärs und Rüstungsunternehmen europäischer Staaten haben Deals mit Google. Google
betreibt die „Google-Cloud-Air-gapped“ der deutschen Bundeswehr, der französische Rüstungskonzern Thales stellt über eine gemeinsame Tochter mit Google eine Cloud für militärische und sicherheitspolitische Zwecke bereit, die auch von der EU-Kommission genutzt wird. Google arbeitet eng mit Palantir zusammen, das von Peter Thiel, dem rechtsextremen Tech-Milliardär, geführt wird. Gemeinsam stellen sie amerikanischen und europäischen Nachrichtendiensten und Sicherheitsbehörden die Werkzeuge für Massenüberwachung zur Verfügung: Google liefert Rechenzentren, Speicher, KI-Dienste und Cloud-Infrastruktur, Palantir
liefert Software zur Integration und Analyse großer Datenbestände. Zurück zu Kronstorf: Wir wissen nicht, wofür Google dieses Rechenzentrum betreiben wird. Der
Inhalt ist eine black box. Ob diese Rechenleistung womöglich für Kriegsführung und Massenüberwachung verwendet wird, unterliegt oberstem Geschäftsgeheimnis. Dasselbe gilt für die drei Rechenzentren, die Microsoft in der Umgebung von Wien bauen will. Künstliche Intelligenz und die dafür notwendigen Rechenzentren sind eine, wenn nicht die Infrastrukturen des 21. Jahrhunderts, die wesentlich über unsere Zukunft entscheiden werden. Es muss transparent sein, wofür diese Rechenleistung zur Verfügung steht. Deshalb muss diese Infrastruktur unter öffentlicher, demokratischer Kontrolle stehen. Das geht aber nur, wenn auch die Rechenzentren in öffentlichen Händen und nicht in denen einer Handvoll Tech-Milliardäre sind, die ausschließlich ihren Aktionären verpflichtet sind und deren anti-demokratischen Ansichten hinlänglich bekannt sind.
Wir brauchen deshalb eine Bewegung, die sich für die öffentliche demokratische Kontrolle von Rechenzentren und KI einsetzt, um ökologische Grenzen zu setzen und zu garantieren, dass diese Digitalisierung nicht immer mehr unter die Kontrolle des militärisch-industriellen Komplexes – egal ob US-amerikanisch oder EU-europäisch – gerät. Rüstungskonzerne, die die völkerrechtswidrigen Krieg unserer Zeit befeuern, haben in Österreich nichts verloren. Google- Rechenzentren genauso wenig wie Rheinmetall-Fabriken. Das gebietet eine Frieden und Neutralität verpflichtete Außenpolitik. Ob wir das durchsetzen können, wird maßgeblich darüber über die Zukunft der Demokratie entscheiden und ob die Demokratie eine Zukunft hat.

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