Narrative, Frames, visuelle Kommunikation - wer beherrscht die Bilder der Politik?

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Created at 1. Jun. 2019

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by Martin Wassermair

Bei Martin Wassermair waren Petra Bernhardt (Politikwissenschafterin) und Walter Ötsch (Kulturwissenschafter, Populismus-Experte) zu Gast.

Live gesendet am Dienstag, 11. Juni 2019, 17.30 - 18.30 Uhr

Der Stachel im Fleisch LIX

Die Macht der Bilder ist aus der Politik nicht mehr wegzudenken. Wenn sich Präsident Wladimir Putin im eisigen Sibirien mit nacktem Oberkörper den Medien als Bärentöter zeigt, dann zielt die Inszenierung in erster Linie darauf ab, Russlands starken Mann vor internationalem Publikum in seiner furchtlosen Entschlossenheit darzustellen. Österreich musste sich zuletzt im Zusammenhang mit dem sogenannten Ibiza-Video von der enormen Wirkungsmacht der Visualisierung überzeugen. Die Entgleisungen der FPÖ-Spitzenpolitiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus lösten nicht nur ein politisches Erdbeben und damit die Totalbeschädigung der schwarz-blauen Bundesregierung aus. Die Inbildsetzung von Trunkenheit, Korruption und tölpelhaftem Hochmut mündete daraufhin in einen Wettstreit um die politische Deutung der Ereignisse und deren Einordnung in zum Teil manipulative Narrative.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen daher u.a. Fragen, wie sich der Stellenwert der Kontrolle über Bilder und Narrative in der politischen Praxis verändert hat, inwieweit die Beherrschung der visuellen Kommunikation mit demokratiepolitischen Prinzipien noch vereinbar ist und was nun im Hinblick auf die vorgezogenen Nationalratswahlen im September 2019 zu erwarten ist.

Zur Sendereihe:

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Aus diesem Grunde richtet Der Stachel im Fleisch mit Politikgesprächen auf dorf TV den Blick verstärkt und wahlunabhängig auf wichtige Themen, die in Mainstream-Medien oft zu wenig beleuchtet oder auch bewusst ausgeblendet werden.

Im Mittelpunkt stehen: eine kritische Auseinandersetzung mit dem politischen System des Bundeslandes Oberösterreich, der Republik und der EU, Informationsfreiheit und die Situation der Menschenrechte, Sozial- und Kulturpolitik sowie die regionale Zukunft vor dem Hintergrund aktueller globaler Entwicklungen.

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