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Windrad oder Gipfelkreuz? Moor oder Stausee? Die Energiewende natur- und menschengerecht gestalten.

Created at 4. Aug. 2026

by dorftv

Talk for Future vom 26. Jänner 2026 (https://talk.scientists4future.at)

Die Energiewende duldet keinen Aufschub. Öl und Gas als Energiequelle haben ausgedient, Erneuerbare sind die Zukunft. Doch erneuerbare Energieträger nehmen Flächen in Anspruch, verändern die Landschaft, verändern den Wasserhaushalt von Bächen und Flüssen, beeinflussen die Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren, verändern aber auch Infrastrukturen und menschliche Verhaltensweisen. Sie brauchen zu ihrer Errichtung auch selbst wieder Energie und sie brauchen Materialien, die aus dem Boden gegraben werden müssen, was wiederum natürliche Lebensräume beeinträchtigt.

Täglich gehen in Österreich landwirtschaftliche Flächen verloren, werden wir abhängiger von Nahrungsmittelimporten. Täglich gehen Naturflächen verloren, die Kohlenstoff speichern, den Wasserhaushalt und das lokale Klima regulieren, Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten, genetische Vielfalt aufrecht erhalten. Und die nicht zuletzt Menschen Erholung und Entspannung, Identifikation und spirituelle Verbundenheit bieten.

Wie lässt sich das alles unter einen Hut bringen? Können wir fossile Energieträger eins zu eins durch Erneuerbare ersetzen? Lassen sich Blätterrauschen und Vogelgezwitscher in Kilowattstunden umrechnen? Müssen wir kostbare Naturräume opfern, weil sie ohne die rasche Umsetzung der Energiewende auch verloren wären?

Am Beispiel der Kontroverse um den Ausbau des Kaunertalkraftwerks diskutieren diese vier Expert:innen:

Wolfgang Streicher ist Professor für energieeffizientes Bauen mit spezieller Berücksichtigung des Einsatzes erneuerbarer Energien an der Universität Innsbruck. Er ist Mitautor des 2. Sachstandsberichts zum Klimawandel in Österreich (AAR2, Kapitel 3: Bebaute Umwelt und Mobilität ) und des Energie-Zielszenario Tirol 2050.

Maximilian Frey ist Gewässerschutzexperte beim WWF. Er engagiert sich vehement gegen den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal durch einen neuen Staudamm im Platzertal, durch den wertvolle Moor- und Feuchtgebietsflächen zerstört würden.

Karl Schellmann ist Klimaexperte beim WWF und Mitverfasser der Studie „NAWEND – Wie eine naturverträgliche Energiewende in Österreich funktioniert“.

Sabine Pahl ist Professorin für Sozialpsychologie an der Universität Wien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die menschliche Dimension in Umweltfragen, zum Beispiel die erholsamen Effekte natürlicher Umgebungen, einschließlich der Nutzung natürlicher Umgebungen im Gesundheitswesen. Auch sie hat am 2. österreichischen Klimasachstandsbericht mitgearbeitet und zwar am Kapitel 5: Transformation der Nachfrage.

Moderation: Martin Auer, Scientists for Future
 

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